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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2024

Vielschichtiger Thriller

Lupus
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»Lupus« ist nach "Der Wald" der zweite Wissenschaftsthriller von Tibor Rode. Auf dem Cover sieht man dann auch den Namensgeber der Geschichte mit einer übertrieben furchteinflößenden Fratze. Dadurch war ...

»Lupus« ist nach "Der Wald" der zweite Wissenschaftsthriller von Tibor Rode. Auf dem Cover sieht man dann auch den Namensgeber der Geschichte mit einer übertrieben furchteinflößenden Fratze. Dadurch war ich mir zunächst nicht ganz sicher, ob das Ganze zu blutig für meinen Geschmack wird, die Thematik hat mich dann aber doch interessiert.

Die Handlung beginnt damit, dass der Vater der Tierärztin und neuen Wolfsbeauftragten des Landkreises Jenny Rausch verschwunden ist. Es wird in Betracht gezogen, dass er bei der Jagd einem Wolfsangriff zum Opfer gefallen ist, da in der Gegend aktuell anscheinend recht aggressive Wölfe unterwegs sind. Ein KI gesteuerter Wildschutzzaun hat zudem sehr seltsame Daten aufgezeichnet. Jenny begibt sich zusammen mit Staatsanwalt Bach auf die Suche nach den Wölfen und auch nach ihrem Vater und stößt dabei auch auf einige Geheimnisse aus dessen Vergangenheit.

Ich fand die Wolfsthematik sehr interessant, da dieses Thema ja seit Jahren die Gemüter von Landwirt:innen und Politiker:innen erhitzt. Auch die KI-gesteuerten Zäune sind nicht nur Fiktion, zumal sie ja auch nicht ausschließlich dazu benutzt werden können, Tiere abzuhalten. Besonders spannend fand ich auch den Zusammenhang zwischen der aktuellen Story und der DDR-Vergangenheit mit der Forschungsanstalt auf der Insel Riems, die eine Welt für sich war und auch heute noch quasi Sperrgebiet ist. Insgesamt war mir die Auflösung am Ende dann jedoch etwas zu konstruiert und unrealistisch. Der Schreibstil des Autors war aber gut lesbar und so, dass man als Laie dennoch alle technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhänge verstehen konnte.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Steh zu dem, was du damals getan hast!

Stalker – Er will dein Leben.
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Bei "Stalker" handelt es sich um den neuesten Thriller des deutschen Autors Arno Strobel. Das Cover ist in einem ähnlichen Stil gestaltet, wie vorangegangene Bücher des Autors und die Gestaltung passt ...

Bei "Stalker" handelt es sich um den neuesten Thriller des deutschen Autors Arno Strobel. Das Cover ist in einem ähnlichen Stil gestaltet, wie vorangegangene Bücher des Autors und die Gestaltung passt sehr gut zu einem Thriller.

Eric Sanders ist Schauspieler an einem Münchener Theater, hat nun aber auch eine erste TV-Rolle ergattert und durfte im Münchener Tatort mitspielen, was bei den Zuschauer:innen gut ankam. Plötzlich erhält er viel Zuspruch auf Social Media, in Form von Nachrichten und neuen Followern. Bald darauf taucht aber auch ein gefälschtes Profil auf, das seinem zum Verwechseln ähnlich ist und er bekommt Drohnachrichten, in denen er aufgefordert wird, einen lange zurückliegenden Mord zu gestehen. Er kann sich jedoch nicht erinnern, jemanden ermordet zu haben.

Ich fand die Thematik mit dem gefälschten Social-Media-Profil sehr aktuell und spannend, da es heutzutage immer einfacher ist, Inhalte auf Social Media zu faken und es auch erst einmal recht schwierig ist, sich wirksam dagegen zur Wehr zu setzen, da das Internet nichts vergisst. Der Zusammenhang zwischen dem Identitätsfälscher und der Geschichte mit dem angeblich begangenen Mord war für meinen Geschmack aber etwas zu unrund, weil Ersteres eigentlich gar nicht unbedingt notwendig für die Erpressung bezüglich des Mordgeständnisses war. Und auch bei der Aufklärung der Zusammenhänge am Ende hätte ich mir dann teilweise noch etwas mehr wissenschaftlichen Background gewünscht, damit mich all das wirklich überzeugt. Eric als Protagonist hat meine Sympathien nicht so recht gewinnen können, aber das war vielleicht auch so beabsichtigt. Die Erzählweise war, wie von Arno Strobel gewohnt, gut lesbar und spannend, inklusive einer überraschenden Wendung.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Auf der Suche nach dem Haar in der Suppe

Aus dem Haus
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Bei diesem Roman haben die Covergestaltung in einem eher modernen Stil und der Klappentext direkt mein Interesse geweckt, allerdings auch etwas andere Erwartungen an die Handlung.
Eigentlich hatte ich ...

Bei diesem Roman haben die Covergestaltung in einem eher modernen Stil und der Klappentext direkt mein Interesse geweckt, allerdings auch etwas andere Erwartungen an die Handlung.
Eigentlich hatte ich eine überwiegend in einem humorvoll gehaltenen Ton gehaltene Erzählung erwartet, finde nun aber, dass das Tragische und Ernsthafte eindeutig überwiegt.

Die Eltern der Erzählerin, insbesondere die Mutter, sind nie wirklich glücklich damit geworden, der Karriere des Vaters zuliebe von Weinheim bei Heidelberg nach Kassel gezogen zu sein. Besonders den Bau des Hauses, im Garten ihrer Stief-Schwiegermutter, verflucht die Mutter, aber auch ansonsten sieht sie überall das Unglück, trauert Vergangenem hinterher und hat es nie wirklich geschafft, in der neuen Heimat Anschluss zu finden, weil sie es auch nie versucht hat. Irgendwann soll das ungeliebte Haus dann wieder verkauft werden, was die Eltern aber anscheinend auch wieder nicht glücklich macht.

Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Charaktere der Eltern so auszugestalten, dass man sie sich bildlich vorstellen kann und sich hineinversetzen kann, wie auch das Leben der Tochter durch das alles geprägt wurde. Manches kommt mir auch durchaus aus der eigenen Familie oder aus Familien im Freundeskreis bekannt vor. Manchmal hätte ich mir aber mehr Tiefe und Hintergrundinformationen gewünscht, um Zusammenhänge noch besser verstehen zu können, während ich die ein oder andere eingeschobene Anekdote als weniger zielführend empfand. Die Sprecherin des Hörbuchs passt sehr gut zu der Geschichte und trifft den passenden Tonfall, wie sie aus Sicht der Tochter erzählt.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Rückkehr nach langer Zeit

Skye In Our Hearts
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April, die eine recht erfolgreiche Karriere als Schauspielerin hingelegt hat, aktuell aber in einer Krise steckt, kehrt nach dem Tod ihres Großvaters, der eine Whisky-Brennerei betrieb, zurück auf die ...

April, die eine recht erfolgreiche Karriere als Schauspielerin hingelegt hat, aktuell aber in einer Krise steckt, kehrt nach dem Tod ihres Großvaters, der eine Whisky-Brennerei betrieb, zurück auf die Insel Skye. Mal, der die rechte Hand ihres Großvaters war und sich erhoffte, die Brennerei eines Tages zu übernehmen, ist einerseits wenig begeistert von Aprils Rückkehr, die sich während der Krankheit ihres Opas nie blicken ließ, andererseits fühlt er sich aber auch schon seit ihrer gemeinsamen Jugendzeit auf Skye zu ihr hingezogen.

Der Roman ist der erste Teil einer Reihe, die auf der Isle of Skye spielt. Der Schauplatz hat auch direkt mein Interesse geweckt, da ich diese kleine Insel vor der schottischen Küste faszinierend finde und gern einmal dorthin reisen würde. Mit Whisky als Getränk kann ich persönlich wenig anfangen, dennoch fand ich es sehr interessant, durch den Roman auch mehr über dessen Herstellung zu erfahren. April ist, obwohl man aufgrund des Klappentextes und ihrer Bekanntheit auch ein gewisses Maß an Überheblichkeit vermuten könnte, sehr sympathisch und zupackend und auch auf Mal trifft dies zu. Die Geschichte zwischen den beiden habe ich sehr gerne verfolgt und auch mitgefiebert, wie es mit ihnen weitergeht. Allerdings dominierten mir stellenweise die Sexszenen zu sehr und das Zwischenmenschliche und auch alle anderen "Baustellen", die die beiden zu bewältigen haben, traten mir zu sehr in den Hintergrund. Hier wäre weniger mehr gewesen. Dennoch würde ich gerne auch den nächsten Teil der Reihe lesen, um zu erfahren, wie es mit ihnen und auch den Nebenpersonen weitergeht. Der Schreibstil der Autorin war angenehm leicht lesbar, sodass sich das Buch gut für einen Herbsttag am Sofa eignet.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Neues Spiel, neues Glück

Im Warten sind wir wundervoll
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Schon die Covergestaltung mit dem Schwarz-Weiß-Foto einer Frau, im Stil der 50er Jahre gekleidet, und der Farbwahl deutet auf einen historischen Roman hin. Das ist auch teilweise der Fall, denn Charlotte ...

Schon die Covergestaltung mit dem Schwarz-Weiß-Foto einer Frau, im Stil der 50er Jahre gekleidet, und der Farbwahl deutet auf einen historischen Roman hin. Das ist auch teilweise der Fall, denn Charlotte Indens erster Roman für Erwachsene handelt auf zwei Zeitebenen. Einmal in den Monaten und Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges und zum Anderen in der Gegenwart.

Elfie ist die Enkelin von Luise Adler, dem "Mädchen mit den goldenen Haaren", das 1948 als so genannte"War Bride" nach New York fliegt, wo der Amerikaner Jo, der als Presseoffizier mit der Armee in Deutschland war, sie abholen wollte. Doch niemand wartet dort auf sie, sodass die Gefahr besteht, dass sie zurück nach Deutschland muss. Viele Jahrzehnte später fliegt Elfie ebenfalls nach New York und lernt im Flugzeug einen Reisejournalisten kennen, dem sie die Geschichte ihrer Großmutter erzählt, zumindest den Beginn. In New York möchte Elfie ihren Freund, der dort ein Auslandssemester absolviert, überraschen.

Ich fand die Geschichte von Luise sehr interessant, sie ist eine sehr starke und selbstbewusste Persönlichkeit, wie man sie in der Zeit nach Kriegsende und im Umgang mit den Amerikanern erlebt. Für mich hätten sie und ihre Erfahrungen in der Erzählung auch noch etwas mehr Raum einnehmen dürfen, als die Geschichte um Elfie in der Gegenwart, da diese etwas "gewöhnlicher" und vorhersehbarer ist. Den Schreibstil der Autorin fand ich etwas ungewohnt, es gibt viele kurze Hauptsätze. Zugleich sorgt dies aber dafür, dass die wichtigsten Aussagen und Eindrücke ohne unnötige Ausschmückungen auf den Punkt gebracht werden, was irgendwie auch zu Luise und ihrer eher pragmatischen Art passt. Und teilweise entsteht so auch ein recht trockener Humor. So ist es auf jeden Fall ein interessanter und unterhaltsamer Roman für alle, die an der jüngeren Geschichte nicht ganz uninteressiert sind und auch gerne Liebesgeschichten lesen.

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