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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2024

Im Kopf einer Serienmörderin - ungewöhnlich, spannend und düster

Du kennst sie
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Sophie Braam ist Barkeepern in einem Restaurant der gehobeneren Klasse. Als Frau muss sie sich immer wieder mit betrunkenen und übergriffigen Männern herumschlagen. Mit der Zeit verdichtet sich ihr Hass ...

Sophie Braam ist Barkeepern in einem Restaurant der gehobeneren Klasse. Als Frau muss sie sich immer wieder mit betrunkenen und übergriffigen Männern herumschlagen. Mit der Zeit verdichtet sich ihr Hass gegen die Männer im Allgemeinen und eines Abends brennen bei ihr alle Sicherungen durch, nachdem sich ein Freund ihres Chefs wieder einmal daneben benommen hat. Nora Winter ist Polizistin, die sich langsam die Karriereleiter hinaufarbeitet, was allerdings als schwarze Frau mehr als schwierig ist. Immer wieder muss sie um den Respekt und die Akzeptanz der ausschließlich männlichen Kollegen kämpfen. Sophie und Nora lernen sich in der Bar kennen und werden schließlich Freundinnen. Direkt zu Beginn merkt Nora, dass irgendetwas mit Sophie nicht stimmt. Als dann noch immer mehr Männer im Ort tot aufgefunden werden, beginnt Nora an Sophie zu zweifeln - nichtsahnend, dass auch ihr Mann in Sophies Visier geraten ist...

Das Cover und der Klappentext haben mich direkt angesprochen. Nach Beenden des Buches ergibt das übergroße Glas auf dem Cover noch mehr Sinn. Die Ausgangslage ist sehr vielversprechend, weil die Täter in den allermeisten Thrillern zumeist männlich sind. Wie auch im realen Leben ist eine weibliche Serienmörderin sehr selten. Umso spannender ist es, darüber etwas zu lesen.
Kapitelweise abwechselnd wird aus Noras und Sophies Sicht erzählt. Damit kann man sich in beide Frauen gut hineinversetzen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zu Beginn wird ein Prolog erzählt, der bei mir erstmal Fragen aufgeworfen hat, weil er seltsam anmutet und man das Geschehen nicht wirklich einordnen kann. Im Verlauf der Geschichte wird aber immer klarer, was in dem Prolog erzählt wurde.

Der Schreibstil von Meagen Jennett ist direkt und verständlich. Man taucht sowohl ein in das Leben als schwarze Polizistin als auch in das einer Barkeeperin ein. Als Leserin habe ich mit beiden Frauen sympathisiert, weil man mit beiden mitfühlt und ihre Beweggründe nachvollziehen kann. Meagan Jennett greift hier das wichtige Thema der Misogynie auf und was es heißt, sich als Frau in männerdominierten Berufen zu behaupten.

Ein großer Minuspunkt sind für mich allerdings die Längen, die das Buch hat und die oft vorhersehbare Story. In der Mitte des Buchs flacht die Handlung etwas zu sehr ab. Das Ende hat das aber nochmals aufgewertet und mich versöhnlicher gestimmt, auch wenn noch die ein oder andere Frage offen geblieben ist.

Alles in allem gibt es von mir eine Empfehlung für diesen Thriller, der ein ungewöhnliches Thema beschreibt und trotz allem gut konstruiert und spannend ist.

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Veröffentlicht am 22.11.2024

Toller Titel und großartige Geschichte über Erika Freeman

«Mir geht's gut, wenn nicht heute, dann morgen.»
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Erika Freeman, mittlerweile 97 Jahre alt, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Mit zwölf Jahren floh sie war den Nazis um alleine in die USA zu emigrieren. Sie ist gut in der Schule, studiert Psychologie ...

Erika Freeman, mittlerweile 97 Jahre alt, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Mit zwölf Jahren floh sie war den Nazis um alleine in die USA zu emigrieren. Sie ist gut in der Schule, studiert Psychologie und promoviert. Anlässlich ihres 95. Geburtstags wird ihr in Österreich die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Dirk Stermann trifft sich zuerst für einige Male, danach wöchentlich mit ihr im Hotel Imperial in Wien, wo sie mittlerweile lebt, unterhält sich mit ihr über Gott und die Welt und erzählt ihre beeindruckende Lebensgeschichte.

Ich wurde auf das Buch durch einen Buchtipp von Christine Westermann aufmerksam und je mehr ich über Erika Freeman gelesen hatte, desto mehr wollte ich auch dieses Buch lesen. Sowohl Freeman als auch Stermann waren mir zuvor kein Begriff, deshalb habe ich etwas gebraucht um mich in die Geschichte hineinzufinden. Es tauchen zu Beginn sehr viele Namen auf, die später nicht mehr von viel Bedeutung sind und ich hatte Mühe, den Überblick zu behalten.
Die Treffen der beiden werden toll beschrieben, Erika Freeman hat eine ganz eigene Weise zu erzählen und auch ihr Gegenüber mit einzubeziehen. Stermann gelingt es hervorragend, das beeindruckende Leben Erika Freemans zu porträtieren und auch schwierige Themen mit der nötigen Prise Humor anzugehen.

Ein tolles Buch über die wichtige, sympathische und beeindruckende Persönlichkeit Erika Freeman!

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Veröffentlicht am 02.10.2024

Unterhaltsamer und kurzweiliger Krimi auf Mallorca

Der Mallorca Mord Club - Tödliche Hitze
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Marie ist nach Mallorca ausgewandert um sich dort ihren großen Traum einer eigenen Strandbar zu erfüllen. Um dies zu erreichen, arbeitet sie in einem Hotel an der Rezeption. Bei einem morgendlichen Kontrollrundgang ...

Marie ist nach Mallorca ausgewandert um sich dort ihren großen Traum einer eigenen Strandbar zu erfüllen. Um dies zu erreichen, arbeitet sie in einem Hotel an der Rezeption. Bei einem morgendlichen Kontrollrundgang findet sie eine Leiche in der hoteleigenen Sauna. Schon auf den ersten Blick erkennt sie, dass die Tote keines natürlichen Todes gestorben ist, da es einige Ungereimtheiten gibt. Die örtliche Polizei legt den Fall allerdings schnell beiseite, sie glauben nicht an einen Mord. Marie beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln und wird von Christian Munker, Langzeitgast im Hotel und ehemaliger Polizeikommissar, dabei unterstützt. Wer könnte die Tote auf dem Gewissen haben und welches Motiv gibt es dafür?

Das Cover finde ich schön gestaltet, auch wenn auf den ersten Blick nicht viel auf einen Krimi verweist. Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht: es gibt eine Personenübersicht zu Beginn und man befindet sich sofort mit Marie im Geschehen.
Der Erzählstil ist detailliert und leicht und locker zu lesen. Die Atmosphäre der Urlaubsinsel wird gut beschrieben, an manchen Stellen auch zu genau, weil man sich als Leser schnell darin verliert. Die Personen werden allesamt ebenfalls gut beschrieben, Marie ist einem direkt sympathisch und sie wird als neugierig und freundlich umschrieben. Die Autorin versteht es, Mallorca in all seinen Facetten und mit seinen Bewohnern zu beschreiben.

Durch den Klatsch der Einheimischen und der Hotelgäste wird eine gute Spannung aufgebaut, da immer mehr Verdächtige in den Fokus rücken. Das Buch besticht nicht durch seine hervorragende Polizeiarbeit sondern vielmehr durch die Ermittlungen, die Marie und Christian betreiben.
Es ist ein lockeres Buch, das schnell gelesen ist und einem einige Stunden kurzweiligen Krimispaß beschert. Zu empfehlen für alle, die sich gerne in die Sonne träumen möchten und vor diesem Hintergrund einen kurzweiligen Krimi lesen möchten.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Das etwas andere Kochbuch - ein Kabarettist zeigt uns seine Lieblingsgerichte

Buchingers Kochbuch
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Michael Buchinger ist Influencer und Kabarettist und bringt mit "Buchingers Kochbuch" und dem passenden Untertitel "Ich koche nicht gern, aber kann es sehr gut" sein erstes Kochbuch heraus.
Seine Internetkarriere ...

Michael Buchinger ist Influencer und Kabarettist und bringt mit "Buchingers Kochbuch" und dem passenden Untertitel "Ich koche nicht gern, aber kann es sehr gut" sein erstes Kochbuch heraus.
Seine Internetkarriere startete er mit YouTube-Videos, in denen er oft mehr schlecht als recht seine Kochkünste zeigt und bei denen oft viel schief geht.

Ich hatte von Michael Buchinger zuvor überhaupt nichts gehört, aber das Kochbuch ist anders als die meisten, die man in der Küche stehen hat. Er präsentiert sechzig Gerichte, die einfach nachzukochen sind, nicht zu lange dauern und gut schmecken. Oft sind auch ausgefallene Gerichte dabei wie sein berühmtes Chips-Toast. Er kocht mit Zutaten, von denen man die meisten zu Hause hat um direkt loszulegen.
Er überzeugt mit seinen Gerichten, die viele verschiedene Bereiche abdecken, vom Snack über Hauptgerichte bis zum Dessert. Mit viel Humor nimmt er sich und seine Kochkünste oft selbst auf die Schippe, auch die Informationen, die er in das Buch mit einstreut, sind herrlich erfrischend und humorvoll.

Wer ein Kochbuch für die schnelle Küche sucht mit einer guten Portion Humor und Anekdoten ist mit diesem Kochbuch auf der sicheren Seite!

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Einfühlsames und humorvolles Buch über die kleinen und großen Probleme im Leben

Kummer aller Art
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Mariana Leky erzählt in insgesamt 39 Geschichten über die großen und kleinen Dinge des Lebens und der Menschen: große Träume, Schlaflosigkeit, Liebeskummer, Ängste, Sorgen, Zwänge, Glück und vieles mehr. ...

Mariana Leky erzählt in insgesamt 39 Geschichten über die großen und kleinen Dinge des Lebens und der Menschen: große Träume, Schlaflosigkeit, Liebeskummer, Ängste, Sorgen, Zwänge, Glück und vieles mehr. Ursprünglich waren die Texte als Kolumne für die Zeitschrift "Psychologie heute" geschrieben und die Autorin hat sie für das Buch nochmals überarbeitet.

Was mir gut gefällt ist die Fülle an Geschichten und Themen. Mariana Leky hat ihren ganz eigenen fast schon poetischen Schreibstil, sie beschreibt die Dinge aus ihrer eigenen Sicht sehr gut beobachtend. Auch die immer wiederkehrenden Charaktere, die in den Geschichten vorkommen, bilden ein gutes Gerüst für die gesamte Geschichte. Obwohl die Geschichten alle sehr kurz sind, behandeln sie doch in aller Knappheit wichtige Themen ohne an Details zu sparen.
Manche Geschichten ähneln sich und oft habe ich mich gefragt, ob sich die Geschichten genau so zugetragen haben oder ob auch viel dazugeschrieben wurde.
Nichtsdestotrotz zeigt sie mit den kurzen Geschichten, dass man manchmal ein wenig um die Ecke denken muss um dem Glück auf die Sprünge zu helfen und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Mariana Leky begegnet den Problemen und Sorgen ihrer Figuren stets mit der nötigen Prise Humor und sorgt für Impulse und Denkanstöße beim Lesen.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die ein einfühlsames und humorvolles Buch über die kleinen und großen Probleme des Lebens suchen. Auch als Geschenk kann ich mir das Buch gut vorstellen, da für jeden die eine oder andere passende Geschichte zu finden ist.

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