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Veröffentlicht am 28.01.2025

In Teilen wirklich großartig

Die verborgene Tochter
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Mit dem Roman „Die verborgene Tochter“ hat Autorin Soraya Lane nun bereits den vierten Teil aus ihrer Familiensaga „Die verlorenen Töchter“ veröffentlicht. Wer bisher noch keinen Roman aus dieser Reihe ...

Mit dem Roman „Die verborgene Tochter“ hat Autorin Soraya Lane nun bereits den vierten Teil aus ihrer Familiensaga „Die verlorenen Töchter“ veröffentlicht. Wer bisher noch keinen Roman aus dieser Reihe gelesen hat - wie ich - findet problemlos sofort ins Geschehen. Alle anderen werden das Treffen der sieben Frauen in der Anwaltskanzlei wohl schon einmal erlebt haben und auch Mia, sowie Ella (Band 3) wiedererkennen. In ihrer Suche nach dem familiären Hintergrund erinnern die Romane um die insgesamt sieben Frauen in gewisser Weise stark an die „Sieben Schwestern“-Reihe von Lucinda Riley.
Mias Großmutter hatte den Kontakt zu ihrer Enkelin stets unterbunden. Doch dann erhält Mia überraschend ein Kästchen, das den Namen der inzwischen verstorbenen Frau trägt. Ihre Urgroßmutter hatte die Schachtel einst in einem ehemaligen Frauenhaus für ihre Tochter hinterlegt, bevor diese adoptiert wurde. Was haben der italienische Zeitungsartikel und der wunderschöne rosa Edelstein in dem Kästchen wohl mit ihrer Familie zu tun? Obwohl Mia sich normalerweise keinen Gedanken an die scheinbar so hartherzige Frau erlaubt, begibt sie sich doch auf die Suche nach der Vergangenheit. Die Spuren führen Mia an den Genfer See, wo der gutaussehende Juwelier Luca sie bei den Rätseln um den geheimnisvollen Stein und ihre Familie unterstützt.
Das Cover wirkt mit seiner idyllischen Landschaft zwischen Weinhängen und Häuseransammlungen entlang des Sees, sowie den Bergen im Hintergrund absolut einladend. Die leichte Wolkenschicht chargiert zwischen zartem rosa bis hin zu violett, was perfekt zu dem Edelstein der Geschichte passt.
Soraya Lanes Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen. Erzählt wird der Roman in zwei Zeitsträngen: Zum einen wird in der Vergangenheit, überwiegend um 1951/52, die Geschichte von Delphine aufgegriffen. Zum anderen sucht Georgia in der Gegenwart nach Antworten auf ihre Fragen. Obwohl mir der Teil mit Georgia und Florian mit kleinen Abstrichen gut gefallen hat, konnte mich der Roman mit Delphines tragischem Schicksal absolut berühren. Ihre Geschichte lädt regelrecht dazu ein mitzufiebern, mitzuleiden und sich mit ihr zu freuen, sodass ich ihren Kapiteln regelrecht entgegen gefiebert habe. Besonders herzergreifend finde ich auch das Ende ihrer Geschichte noch einmal. In Georgias Geschichte fehlt mir hingegen etwas Tiefe. Gerade zum Ende hin ereignen sich wichtige Geschehnisse so übereilt, dass es auf mich wenig authentisch und nicht uneingeschränkt befriedigend wirkt. Außerdem passen die Erzählstränge meiner Meinung nach in ihrer Logik nicht uneingeschränkt zusammen.
Die Charaktere in beiden Erzählsträngen rufen unterschiedliche Gefühle in mir hervor: Zum einen sind mir Martina und Hope unheimlich sympathisch. Sie stehen Delphine in schwierigen Zeiten zuverlässig wie Freundinnen zur Seite. Delphines Mann Giovanni ist hingegen lieblos und kalt seiner Frau gegenüber. Ihre Gefühle und Bedürfnisse kümmern ihn nicht. Aber auch er hat sich seine Situation, ebenso wie Delphine, nicht ausgesucht und musste seine Ehe aus familiären und unternehmerischen Gründen schließen. Delphine wünscht sich allerdings sehr die Liebe ihres Mannes zu erlangen. Seine Gleichgültigkeit macht ihr schwer zu schaffen und erschüttert ihr ohnehin geringes Selbstbewusstsein noch mehr. In Florian findet sie endlich jemanden, der sie ebenso rückhaltlos liebt, wie sie auch ihn liebt. Schade, dass der Prolog schon viel vorweg nimmt und damit zumindest zu Beginn auch die Spannung vermissen lässt.
Im anderen Teil ernten Georgias beste Freundin Sam und ihre Familie meine volle Sympathie. Nach dem tragischen Tod der Eltern haben sie Georgia ohne zögern in ihrer Familie aufgenommen und sind nach wie vor immer für sie da. Luca ist für meinen Geschmack leider zu oberflächlich dargestellt. Er wirkt galant und sehr familienverbunden. Trotzdem bin ich beim Lesen einfach nicht so richtig an seine Figur herangekommen. Georgia hat durchaus ein paar charakterliche Ecken und Kanten. Sie wird von einem alten Trauma eingeholt und nimmt in dieser Situation wenig Rücksicht auf ihre Mitmenschen und zeigt sich kaum kompromissbereit. In meinen Augen macht sie das aber durchaus authentisch. Schließlich kann eine rundum perfekte Protagonistin auch schnell mal langweilig sein.
Insgesamt ein überaus angenehm zu lesender Roman mit einer geheimnisumwobenen Handlung. Vor allem der ergreifende Erzählstrang in der Vergangenheit macht das Buch zu einer Empfehlung.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Mit kleinen Taten etwas Großes bewirken

Ein Funke nur, ein kleines Licht - Eine Geschichte über Liebe und Mut
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Das Bilderbuch „Ein Funke nur ein kleines Licht – Eine Geschichte über Liebe und Mut“ von Milla Shan und von Anita Schmidt liebevoll illustriert wird für Kinder ab 4 Jahren empfohlen. Schon das Cover ist ...

Das Bilderbuch „Ein Funke nur ein kleines Licht – Eine Geschichte über Liebe und Mut“ von Milla Shan und von Anita Schmidt liebevoll illustriert wird für Kinder ab 4 Jahren empfohlen. Schon das Cover ist absolut zauberhaft gestaltet und ruft in mir geradezu das Bedürfnis hervor, das Buch anzuschauen.
Mit der Lebensgeschichte des kleinen Mäuserichs vermittelt das Buch auf herzerwärmende Weise Menschlichkeit, Mitgefühl und Nächstenliebe. Die Botschaft welch große Wirkung jede einzelne kleine Tat haben kann, ist auch für kleinere Kinder mit etwas Unterstützung erkennbar. Es bietet sich allerdings an, die einzelnen Sequenzen noch einmal eingehender mit den Kindern zu besprechen und nicht einfach unkommentiert stehen zu lassen.
Die Bilder sind wunderschön und ansprechend gestaltet. Durch das große Format lässt sich problemlos gemeinsam in das Buch schauen. Den so liebenswerten und herzensguten Mäuschen fliegen die Herzen regelrecht entgegen. Geschickt umgibt Anita Schmidt die Mäuschen passend zum Motto des Buches immer wieder mit einem dezenten Schleier aus Funken und Lichtern.
Milla Shan rahmt das Buch gelungen mit zwei Szenen zwischen Großvater und Mäusekind ein. Ist der Text am Anfang und Ende des Buches auch identisch, so ist das Mäusekind vom Beginn des Buches am Schluss selbst zum Großvater geworden, der die wichtige Botschaft von Liebe und Mut an seinen Enkel weitergibt. Die kompakten Texte sind von Milla Shan in Reimform angelegt und enden auf jeder Doppelseite mit der Botschaft: „Ein Funke nur, ein kleines Licht. Liebe und Mut, mehr braucht es nicht.“. Sehr gelungen, zumal es die Kinder nach den ersten Seiten durchaus animiert die Botschaft mitzusprechen. Leider wird aber das Versmaß nicht immer eingehalten, sodass einige Reime mitunter etwas holprig klingen. Dies wiederum ist sehr schade! Obwohl ich Reime in Bilder- und Kinderbüchern sonst sehr schätze, wirkt es hier manchmal etwas zu sehr gewollt und weniger wäre wohl mehr gewesen. Das gilt auch für die Themen. Man begleitet Mäuserich fast durch sein gesamtes Leben – soweit so gut. Dass aber die Themen Tod und Abschied auf einer Doppelseite kurz angerissen werden, finde ich ein wenig oberflächlich. Allerdings sollten Kinder natürlich generell beim Betrachten des Bilderbuches begleitet werden, somit lässt sich das Thema (wie auch alle anderen Themen) bei Bedarf noch vertiefen.
Großartige Bilder und die äußerst bedeutungsvolle Botschaft machen das Bilderbuch absolut lesens- und vorlesenswert.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Gehaltvolle Themen romantisch verpackt

So laut der Himmel
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„So laut der Himmel“ ist der emotionale dritte Teil von Jessica Winters Oak Harbor-Reihe, der sich auch unabhängig von den Vorgängerbänden problemlos lesen lässt.
Diesmal lässt das Schicksal Thalia und ...

„So laut der Himmel“ ist der emotionale dritte Teil von Jessica Winters Oak Harbor-Reihe, der sich auch unabhängig von den Vorgängerbänden problemlos lesen lässt.
Diesmal lässt das Schicksal Thalia und Seven aufeinandertreffen – in Oak Harbor bereits zum zweiten Mal: Als der charmante Frauenheld Seven in Seattle selbstlos eine hübsche fremde Frau rettet, ist er eigentlich auf der Suche nach seiner bis dato tot geglaubten Schwester. In seiner Mission erfolglos kehrt er nach Oak Harbor zurück. Doch die dunkelhaarige Fremde schleicht sich immer wieder in seine Gedanken. Als er ihr gut ein halbes Jahr später in Oak Harbor überraschend gegenübersteht, geraten die Gefühle in große Aufruhe. Doch beide verbergen nicht nur ihre Gefühle, sondern auch die großen Probleme, die auf ihnen lasten.
Jessica Winter beweist in „So laut der Himmel“ einen lockeren Schreibstil, der sich sehr leicht und flüssig lesen lässt. Sie hält sich wenig mit detailreichen Beschreibungen von Nebensächlichkeiten auf, sondern fängt vor allem die aufbrechenden Gefühle der beiden Protagonisten ein. Durch die Wahl der Erzählperspektive in Ich-Form, die wechselweise aus Sevens und Thalias Sicht dargestellt ist, gelingt ihr das sehr ausdrucksstark.
Der Roman ist in Anbetracht der vielfältigen Problematiken für sein Genre ausgesprochen spannungsgeladen und erfährt kurz vor Schluss noch einmal einen dramatischen Höhepunkt. Mir persönlich sind es allerdings zu viele Baustellen, die hier zum Tragen kommen und vor allem die Wege des Schicksals erscheinen mir an einigen Stellen doch zu überzogen um authentisch zu wirken. Dabei bin ich von der Idee Beeinträchtigungen, wie chronischen Erkrankungen oder Gehörlosigkeit über den Roman in der Gesellschaft präsenter zu machen eigentlich sehr angetan. Schließlich sollte der Umgang und das Zugehen aufeinander eine Selbstverständlichkeit sein. Hier werden allerdings zusätzlich u.a. noch Themen wie Drogenmissbrauch, Obdachlosigkeit, Kindeswohlgefährdung in mehreren Fällen und Traumata angesprochen. Solche tiefgründigen Themen in Hülle und Fülle sind auf knapp 330 Seiten einfach etwas viel, obwohl es der Autorin durchaus gelingt in die Tiefe zu gehen.
Die Figuren des Buches sind durchweg ausgesprochen sympathisch und stellen ihre Hilfsbereitschaft vielfach unter Beweis. Seven und Thalia können sich auf ihre Familien und den Freundeskreis buchstäblich in jeder Lebenslage verlassen.
Mit seiner schlitzohrigen Art hat es mir vor allem Gramps angetan, der hinter seiner manchmal etwas brummigen Art ein wunderbares Herz verbirgt. Seven zeigt sich nach außen hin stets selbstbewusst und souverän. Er ist immer für andere da und überaus hilfsbereit. Nur seine engsten Freunde ahnen, dass ihn sein Gewissen plagt und er sich selbst hinter seiner Fassade nicht das geringste persönliche Glück zugesteht. Abgesehen von seinen Freunden lässt Seven keine engeren Bindungen zu. Thalia dagegen ist oft eher unsicher. Sie hat Pläne für ihr Leben, wird aber von ihrer Krankheit immer wieder aus der Bahn geworfen. Das fehlende Verständnis der meisten Menschen für ihre Krankheit macht ihr noch zusätzlich zu schaffen und sorgt für Zurückhaltung und Bindungsängste. Rückhalt erfährt sie von ihrer Freundin Gemma und ihren Eltern, auch wenn die ihr lange Zeit einen wesentlich Teil ihres Lebens vorenthalten haben.
Alles in allem ist „So laut der Himmel“ trotz romantischer Liebesgeschichte kein reiner Feel-Good-Roman, sondern holt auch viele bedeutende und ernste Themen an die Oberfläche. Überaus angenehm zu lesen und tiefgründig, büßt das Buch lediglich durch einige Schicksalswendungen zu viel ein wenig Authentizität ein. Davon abgesehen ist das Buch wirklich sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Romantische Feel-Good-Story in idyllischem Setting

Midsummer House
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„Midsummer House“ ist bereits der dritte Teil von Rachael Lucas‘ ,Das Erbe von Applemore‘-Reihe. Auch ohne die beiden vorangegangenen Teile, in denen andere Familienmitglieder der Frasers im Zentrum stehen ...

„Midsummer House“ ist bereits der dritte Teil von Rachael Lucas‘ ,Das Erbe von Applemore‘-Reihe. Auch ohne die beiden vorangegangenen Teile, in denen andere Familienmitglieder der Frasers im Zentrum stehen zu kennen, kann ich auf Anhieb in das Geschehen eintauchen.
Das stilisierte Cover deutet bereits auf eine cosy Lovestory hin und passt wunderbar zu dem idyllischen Schauplatz in den schottischen Highlands.
Vollkommen untypisch stürzt die verantwortungsvolle Charlotte Fraser sich während eines Aufenthalts in Edinburgh in eine abenteuerliche Nacht mit einem gut aussehenden Unbekannten – nicht ahnend, dass sie ihm nur kurze Zeit später wieder gegenübersteht. Ausgerechnet Rob scheint Charlottes Traum Midsummer House zu kaufen zu durchkreuzen. Während sie gemeinsam in einer erzwungenen WG unter dem Dach von Midsummer House leben, fliegen zwischen den Beiden nicht nur die Fetzen – auch das Knistern lässt sich kaum noch ignorieren.
Zugegeben der Ausgang des Romans ist – zumindest in Teilen – vorhersehbar. Das Spannungsniveau bleibt also, wie bei vielen Feel-Good-Romanen auf einem eher niedrigen Level und das zweite Aufeinandertreffen der Protagonisten lässt für meinen Geschmack ziemlich lange auf sich warten. Trotzdem gibt durchaus kleinere Überraschungsmomente und auch in den zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Charlotte und Rob ist die Spannung greifbar. Der locker-leichte Schreibstil der Autorin sorgt für ein entspanntes Lesevergnügen und bildet die idyllische Atmosphäre von Applemore und vor allem von Midsummer House mit all seinen Tieren sehr greifbar ab. Die Erzählperspektive in der dritten Person offenbart dem Leser Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten. Und die sind durchaus sehr verschieden:
Rob, reich, erfolgreich, Mitte 30, hat bisher ein Playboy Leben geführt: Grenzen ausgetestet, Abende mit oberflächlichen Bekannten in teuren Lokalen und Nächte mit stetig wechselnden attraktiven Frauen verbracht. Die streng strukturierte, beinahe pedantische, aber gelegentlich auch ziemlich dominante Charlotte ist mit ihrer Vorliebe für’s Listenerstellen das glatte Gegenteil. Da Rob ihren Plänen im Weg steht, wird er kurzerhand zum Feind erklärt. Wenn nur das Herzklopfen nicht wäre. Während in Charlottes Familie Geborgenheit und absoluter Zusammenhalt herrscht, ist das Verhältnis in Robs Familie ausgesprochen distanziert. Die gemeinsame Zeit in Midsummer House sorgt jedoch dafür, dass beide ihre Position im Leben noch einmal überdenken – der eine mehr, die andere etwas weniger – zu sich selbst finden und ihre Konsequenzen ziehen.
Überhaupt ist das leicht verfallene Midsummer House mit all seinen Tieren und der ziemlich schrulligen Besitzerin ein ganz bezauberndes Setting, das zusammenschweißt. Ob gewollt oder ungewollt.
„Midsummer House“ von Rachael Lucas ist ein wunderschöner Wohlfühlroman. Ohne großen Anspruch eignet sich diese cosy Enemy-to-Lover Story perfekt um zwischendurch einfach mal abzuschalten und zu genießen. Sympathische Charaktere und die beschauliche Atmosphäre runden die Lektüre ab.

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Romantische Momente in der Whisky-Destillerie

Skye In Our Hearts
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Der Roman „ Skye in our Hearts – April on my Mind“ von Elliot Fletcher ist der Auftakt einer Triologie um die drei Macabe Brüder auf der schottischen Insel Skye.
Die Schauspielerin April kehrt nach einem ...

Der Roman „ Skye in our Hearts – April on my Mind“ von Elliot Fletcher ist der Auftakt einer Triologie um die drei Macabe Brüder auf der schottischen Insel Skye.
Die Schauspielerin April kehrt nach einem deutlichen Karriereknick und dem überraschenden Tod ihres Großvaters zurück auf die Insel Skye. In der Heimat angekommen, muss sie erkennen, dass der griesgrämige und wortkarge Malcolm Macabe das Regiment im Familienbetrieb, der Whisky-Destillerie übernommen hat. Die Umstände zwingen die beiden ungleichen Charaktere zur Zusammenarbeit, auch wenn Mal sich mit aller Macht dagegen sträubt.
Das herbstliche Cover wirkt auf mich zwar ziemlich ansprechend, passt aber nicht so recht zum Inhalt des Romans. Das schöne Zitat und der Klappentext klingen vielversprechend und deuten die Enemys-to-Lovers-Story bereits an. Schade nur, dass ausgerechnet im Klappentext ein Fauxpas passiert, denn der Verstorbene ist nicht Aprils Vater, sondern ihr Großvater.
Obgleich der Roman, wie für eine seelenvolle Feel-Good-Geschichte oft typisch, ziemlich vorhersehbar ist, machen der ansprechende Schreibstil und die interessante Erzählperspektive ihn in meinen Augen zu einem echten Pageturner für zwischendurch. Kleine überraschende Wendungen liefern maßvolle Spannung und die reizvolle Landschaft, sowie einige Informationen zur Whiskyherstellung machen die Geschichte zusätzlich lesenswert. Der Roman wird aus der Ich-Perspektive erzählt, wobei diese kapitelweise zwischen April und Mal wechselt und somit einen guten Einblick in die Gefühlswelt der beiden Protagonisten liefert. Jedem Kapitel ist zudem ein Song gewidmet. Was ich für einige Kapitel als kreative Idee und unglaublich stimmig empfinde, wirkt an zwei, drei Stellen ein wenig erzwungen.
Neben einigen sympathischen Nebenfiguren, die sicher noch entscheidende Rollen in den beiden Folgeromanen spielen, stehen natürlich die lebhafte Schauspielerin April und der brummige Destillateur im Zentrum des Romans. Eigentlich eine regelrechte Sunshine meets Grumpy Story. Doch hinter ihrer gut gelaunten, lebenslustigen Fassade hat auch April mit der Schattenseite ihres Ruhmes zu kämpfen, während Mal noch immer seine traumatische Kindheit und das komplizierte Verhältnis zu seinem Vater belastet. Dass hier mal kein Machotyp, sondern ein oft verunsicherter, liebenswerter Mann die Hauptfigur verkörpert, finde ich überaus charmant. Trotz der enormen Anfangsschwierigkeiten, kommen die beiden sich näher, was neben einer Menge Spice auch für vertrauensvolle Momente der Aussprache sorgt. Doch während für Mal auf der Insel Skye lebt, ist April nicht nur in London, sondern in der Welt Zuhause. Neben der locker-leichten Unterhaltung bemüht sich Elliot Fletcher der recht banalen Handlung des Romans ein wenig Tiefgang zu geben. Doch leider werden Themen, wie Machtmissbrauch, etc. nur kurz angerissen, was in meinen Augen nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Auch ein paar kleine Kürzungen hätten die Story meines Erachtens sicher noch etwas verdichten können.
Aber letztendlich sollte eine Feel-Good-Story ja auch keine intellektuelle Herausforderung sein, sondern dient viel mehr der gemütlich entspannten Auszeit. Und das gelingt „Skye in our Hearts – April on my Mind“ wirklich überzeugend. Gerade in der bevorstehende Herbst- und Winterzeit liefert der Roman herzerwärmende Momente frei Haus.

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