Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2024

Der Ruf des weißen Raben

Der Ruf des weißen Raben
0

ch habe dieses Buch quasi in einem Rutsch verschlungen. Die Handlung spielt zumindest in der Gegenwart in Kanada und es geht um die Weiße Myra, die den Indianer Chad „zufällig“ kennenlernt. Sie hat eine ...

ch habe dieses Buch quasi in einem Rutsch verschlungen. Die Handlung spielt zumindest in der Gegenwart in Kanada und es geht um die Weiße Myra, die den Indianer Chad „zufällig“ kennenlernt. Sie hat eine Aufgabe zu erfüllen und ein magisches Amulett zu finden, um die Menschheit zu retten. Dazu wechselt sie sowohl in die fernste Vergangenheit wie auch in die Zukunft. Was sich hier in Kurzform wie ein Abklatsch von „Harry Potter“ oder „Zurück in die Zukunft“ anhört, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Ich muss zugeben, dass ich weder an Esoterik, noch an übernatürliche Kräfte und Geistwesen glaube. Dies machte es mir ein wenig schwierig. Gerade den schnellen Wechseln in den Zeiten am Anfang des Buches und dann auch später den Beeinflussungen der Zeiten untereinander mochte ich nicht immer mit aller Konsequenz folgen. Die Guten waren einfach immer gut und fast nahezu makellos Weiß, die Bösen immer abgrundtief böse und Tiefschwarz. Die Skala der Grautöne dazwischen fehlte hier völlig. Auch die teilweisen Wunder (z. B. Schweben eines schweren Wagens beim Absturz in eine Schlucht) fand ich nicht immer wirklich gelungen und mir fehlte der Glauben daran.

Aber natürlich sind das alles Metaphern für den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse in der Welt, für den Glauben an die Menschen, an die Kräfte der Natur und an das wirklich wichtige im Leben (Familie, Liebe, Hilfe, Menschlichkeit). Manchmal erinnerte das Buch ein bisschen an ein Märchen. Doch insgesamt störte dies die Geschichte nicht wirklich und auf keinen Fall das Lesevergnügen. Das Buch ist flüssig geschrieben, mit sehr viel Fantasie und noch mehr Poesie. Auch das Cover ist sehr schön gestaltet. Für ein Erstlingswerk wirklich sehr gelungen. Alles in allem vergebe ich dafür 4 Punkte und wünsche dem Buch recht viele Leser.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2024

Frau Freitag

Chill mal, Frau Freitag
0

Untertitel: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin.

Und dieser Untertitel ist das Beste am ganzen Buch. Damit meine ich allerdings nicht, dass das Buch ansonsten schlecht ist. Ganz im Gegenteil: ...

Untertitel: Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin.

Und dieser Untertitel ist das Beste am ganzen Buch. Damit meine ich allerdings nicht, dass das Buch ansonsten schlecht ist. Ganz im Gegenteil: der Untertitel fasst nur einfach kurz und knapp den Inhalt des Buches prägnant zusammen.



Frau Freitag ist Klassenlehrerin einer überdrehten und recht leistungsschwachen 9. Klasse in einer deutschen Großstadt (Text auf der Buchrückseite). Über ein Schuljahr hinweg beschreibt sie ihre Erlebnisse in der Schule, auf dem Schulhof, zu Hause, bei Klassenfahrten und in den Ferien. Dabei schreibt sie herrlich witzig und gleichzeitig lakonisch. Sie teilt aus: gegenüber den Schülern, den Lehrerkollegen, der Politik ... und auch sich selber. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre bei allen Politikern und bei angehenden Lehrern werden. Ich befürchte nur, bei den Politikern wird sich nichts ändern und die Zahl künftiger Lehrer wird stark schrumpfen.

Aber trotz allen Problemen: man merkt an jeder Zeile, Frau Freitag ist mit Verstand und noch mehr Herz gern Lehrerin und ihr Beruf macht ihr immer noch Spaß. Und genau dieser Spaß teilt sich auf jeder Buchzeile dem Leser mit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2024

Rechtsmedizin für alle

Mit kaltem Kalkül
0

In der Neuköllner High-Deck Siedlung verschwindet der achtjährige Yasser. Doch die Mutter kann nicht einfach zur Polizei gehen und ihn vermisst melden, denn sie und ihr Sohn leben illegal in Deutschland. ...

In der Neuköllner High-Deck Siedlung verschwindet der achtjährige Yasser. Doch die Mutter kann nicht einfach zur Polizei gehen und ihn vermisst melden, denn sie und ihr Sohn leben illegal in Deutschland. Der Ex-Geheimdienstler Khalaf soll den Jungen suchen, doch er kommt an seine Grenzen. Und Yasser ist nicht das einzige Kind, das in der Gegend verschwunden ist.

Das Buch ist eine gute Fortsetzung der Reihe. Zum einen gibt es eine interessante Kriminalgeschichte. Und im zweiten Strang erfährt man sehr viel über die Rechtsmedizin, Obduktionen und bestimmte Anzeichen nach einem Todesfall. Am Anfang laufen beide Sachen parallel, doch im Laufe der Geschichte kommen sie zueinander und verbinden sich. Ich gebe zu, das für mich der interessantere Teil der in der Rechtsmedizin ist. Hier wird auch einem Laien verständlich (wenn in diesem Buch auch mit vielen Fremdwörtern) erklärt, was nach einem Todesfall alles untersucht wird. Diese Sachen finde ich spannender als einen erdachten Kriminalfall. Wobei auch hier sehr viel Aktuelles an den Tag gelegt wird und diverse Missstände angesprochen werden. Daher gibt es von mir ein Leseempfehlung

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.10.2024

Gefährliches Theater

Falsche Masken
0

Julia Didier ist eine berühmte Theaterschauspielerin. Während einer Fernsehsendung allerdings gesteht sie quasi aus heiterem Himmel den Mord an ihrem Mann, der gleichzeitig auch ihr Manager ist. Nur wenige ...

Julia Didier ist eine berühmte Theaterschauspielerin. Während einer Fernsehsendung allerdings gesteht sie quasi aus heiterem Himmel den Mord an ihrem Mann, der gleichzeitig auch ihr Manager ist. Nur wenige Minuten später passiert ein Unfall und Julia fällt ins Koma. Die Polizei nimmt Ermittlungen auf und legt sich relativ schnell fest, dass Julia die Täterin ist. Währenddessen beauftragt Julias Vater den Detektiv Edgar Brehm herauszufinden, was wirklich passiert ist. Denn er hält seine Tochter für unschuldig.


Das Buch führt ins Theater- und Filmmilieu und lässt sich sehr gut lesen. Die Geschichte bleibt bis zum Ende spannend, weil es immer mehr mögliche Täter gibt und auch immer mehr mögliche Ursachen genannt werden. Das ist richtig gut gelungen. Auf der anderen Seite gibt es sehr viel private Geschehnisse um Edgar und seine Mitarbeiterin Toni. Das war mir manchmal zu viel, auch weil ich die Vorgängerbücher nicht kenne. Das hatte zwar keine Auswirkungen auf das Verständnis dieses Buches, aber es fehlten halt dann Details. Eingestreut sind auch viele Chatprotokolle. Man weiß nie bis fast zum Schluss, um wen es hier geht. Trotzdem haben sie mich etwas gestört, weil sich vieles dort mehrfach wiederholt hat. Von diesen beiden Sachen abgesehen, ist es ein sehr gelungenes Buch mit sehr hohe Spannung. Von mir gibt es daher eine Leseempfehlung

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.09.2024

Bücher sind gefährlich

Das elfte Manuskript
0

Ebba hat gerade in einem Verlag als Lektorin angefangen. Sie übernimmt eine der wichtigsten Autorinnen und stellt dabei fest, dass das letzte Buch dieser - das sogenannte elfte Manuskript - spurlos verschwunden ...

Ebba hat gerade in einem Verlag als Lektorin angefangen. Sie übernimmt eine der wichtigsten Autorinnen und stellt dabei fest, dass das letzte Buch dieser - das sogenannte elfte Manuskript - spurlos verschwunden ist. Es gibt keine Kopie und das hat weitreichende Folgen. Zur gleichen Zeit hat der Polizist Henrik mit einem Mord an einer Frau zu tun, die scheinbar niemand kennt und niemand vermisst. Die ganzen Schwierigkeiten steigern sich noch, als die Pandemie mit Covid ausbricht und zu starken Einschränkungen im Leben führt.

Das Buch lässt sich gut lesen. Die Geschichte wird in drei unterschiedlichen Erzählsträngen vorgebracht, die sich erst ganz am Ende verbinden. Und die einiges an Überraschungen bringen, auch wenn man meint, zwischendrin eine Ahnung zu haben. Am Anfang allerdings bis etwa zur Hälfte des Buches ist die Spannung sehr niedrig gehalten. Auch sind einige der Hauptfiguren, in dem Fall der Polizist Henrik und die ehemalige Polizistin Hanne, sehr speziell und wirken oft eher unsympathisch oder nicht kompetent. Das Ende allerdings macht vieles wieder wett und daher kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere