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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2025

Tolle Charaktere aber leider schlechte Mystery

Death at Morning House
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Im Buch geht es um Marlowe Wexler, die während eines Dates mit ihrer Kollegin aus Versehen das Haus ihrer Bekannten abbrennt. Um dem Klatsch in ihrer Stadt zu entgehen, nimmt sie einen Sommerjob am Morning ...

Im Buch geht es um Marlowe Wexler, die während eines Dates mit ihrer Kollegin aus Versehen das Haus ihrer Bekannten abbrennt. Um dem Klatsch in ihrer Stadt zu entgehen, nimmt sie einen Sommerjob am Morning House an. Im Morning House hat die berüchtigte Ralston Familie gelebt. Der Vater war ein bekannter Eugeniker, der seine Kinder mit Blick auf Gesundheit und Reinheit der Gene erzogen hat. 1932 ereignete sich dort ein tragischer Unfall, bei dem zwei der Kinder starben. Auch in der Gegenwart häufen sich mysteriöse Todesfälle und Marlowe nimmt sich vor, diese aufzuklären.

Die Geschichte hat mir anfangs sehr gut gefallen. Marlowe hat eine lustige innere Stimme, die dafür sorgt, dass das Buch unterhaltsam war. Mir hat gefallen, wie natürlich queer die ganzen Charaktere waren. Es gibt einige queere Charaktere und keiner davon wird dafür diskriminiert oder seltsam angesehen, was erfrischend war.
Die Geschichte rund um das Morning House hat mir gut gefallen. Wir lernen den notorischen Eugeniker Phillip Ralston kennen und seine Kinder kennen. Die Kinder setzen sich mit den Ansichten des eigenen Vaters auseinander und wir sehen die Spannungen zwischen den Familienmitgliedern, was spannend war. Jedes Mal, wenn wir wieder von der Vergangenheit gelesen haben, war ich vom Buch gefesselt.
Leider kann ich das nicht für den Zeitstrang in der Gegenwart sagen. Die Charaktere sind zwar sympathisch, aber das Mysterium ist außergewöhnlich schlecht aufgebaut. Im ersten Teil des Buches gibt es in der Gegenwart gar kein Mysterium. Im zweiten Teil gibt es dann eines, das sehr unbefriedigend war. Es gibt kaum Hinweise, die wir sammeln, um uns das Mysterium langsam aber sicher anzueignen, stattdessen reimt sich Marlowe irgendwann alles zusammen und rät quasi. Das Mysterium aus der Vergangenheit wird einfach so aufgelöst und die Charaktere in der Gegenwart kriegen es gar nicht selbst raus, sondern es wird einfach irgendwann für sie aufgelöst.

Ich war bereit, dieses Buch für seinen Humor und seine ungezwungene Queerness zu lieben, aber leider war das Mysterium sehr schlecht geschrieben.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Eher blass

Faebound
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Yeeran ist die jüngste Colonel ihres Stammes. Leider ist sie dies auch nur kürzeste Zeit, da sie sich einen tödlichen Fehler erlaubt. Aus diesem Grund wird sie verbannt. Ihre Schwester Lettle und ihr Kommandant ...

Yeeran ist die jüngste Colonel ihres Stammes. Leider ist sie dies auch nur kürzeste Zeit, da sie sich einen tödlichen Fehler erlaubt. Aus diesem Grund wird sie verbannt. Ihre Schwester Lettle und ihr Kommandant folgen ihren Spuren. In ihrer Suche nach Vergebung werden die drei von Fae entführt und in ihr verstecktes Land verschleppt. Während Yeeran noch immer nach Vergebung strebt, versucht Lettle ihre Seherfähigkeiten wieder aufleben zu lassen. Umso mehr sie die Fae kennenlernen, umso mehr verschieben sich jedoch ihre Prioritäten und schon bald wissen sie nicht mehr, wo ihre Loyalitäten liegen.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, in das Buch zu finden. Ich fand die Geschichte und die Beschreibungen eher blass und hatte nicht so wirklich vor Augen, wie die Welt aussieht. Das hat sich gebessert, nachdem unsere Hauptcharaktere in die Stadt der Fae entführt wurden, wo die Geschichte dann endlich etwas lebendiger geworden ist. Es gab einige interessante Plottwists, die der Geschichte immer wieder eine neue Dynamik gegeben haben. Leider waren die Charaktere auch weiterhin eher blass. Nur Lettle war nicht so farblos, aber das lag leider eher daran, dass ich sie anstrengend fand.
Das größere Worldbuilding für die ganze Welt war vielversprechend, hat sich aber in diesem Teil irgendwie noch recht unfertig und nicht ganz rund angefühlt.

Letztendlich habe ich es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben, aber ich habe es auch nicht überaus genossen. Den zweiten Teil werde ich wahrscheinlich trotzdem irgendwann mal lesen, weil ich gerne wissen möchte, wie sich bestimmte Dinge auflösen.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Leider letztendlich sehr nervig

Wo wir uns treffen
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Im Buch geht es um Philip Brooke und den großen Schatten, den er auf seine Verbliebenen wirft. Die Familienmitglieder der Familie Brooke haben sich alle auf dem Familienanwesen eingefunden, um den ehemaligen ...

Im Buch geht es um Philip Brooke und den großen Schatten, den er auf seine Verbliebenen wirft. Die Familienmitglieder der Familie Brooke haben sich alle auf dem Familienanwesen eingefunden, um den ehemaligen Hausherren zu beerdigen. Sie alle haben Philip und das Anwesen Zeit ihres Lebens unterschiedlich wahrgenommen. Was der Großteil von ihnen noch nicht weiß, ist, dass ein Überraschungsgast auftauchen wird, der eine erschütternde Wahrheit mit sich bringt.

Das Buch beschäftigt sich mit Rassismus und Klassismus und wie diese Dinge noch immer beeinflussen, wer was hat und wer was machen kann.
Grundsätzlich haben mir die Themen des Buches gut gefallen, da wir sehen, was in dieser Gesellschaftsschicht üblich ist und wie privilegiert ihre Ansichten zum Teil sind. Das Problem war, dass es sich sehr auf die Nase gebunden angefühlt hat. Es hat nicht die Feinfühligkeiten dieser Probleme beschrieben, sodass wir es sehen konnten und uns einfühlen konnten. Stattdessen war die Message einfach: Klassismus ist schlecht.
Was mir gefallen hat, war, dass die Charaktere ganz unterschiedliche Blickwinkel auf Philip und das Haus, in dem sie wohnten, hatten. So fand eine das Anwesen scheußlich und ein anderer empfand es als Höhepunkt menschlicher Architektur.
Die Charaktere waren alle sehr unterschiedliche Menschen mit sehr unterschiedlichen Problemen. Das fand ich auch ganz gut geschrieben. Was mich genervt hat, ist, dass das Buch bestimmte Charaktere scheinbar bevorzugt hat, die ich persönlich furchtbar fand.

Das Buch fand ich anfangs sehr spannend und irgendwann dann leider nur noch nervig.

Veröffentlicht am 13.03.2025

Nicht ausgesprochen gut, aber unterhaltsam

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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In Skarland herrschen die Götter. Sie beeinflussen die Geschicke der Menschen. Die einzigen Menschen, deren Leben nicht vorgeschrieben sind, sind diejenigen, die einen Tropfen Blut der Götter in ihrem ...

In Skarland herrschen die Götter. Sie beeinflussen die Geschicke der Menschen. Die einzigen Menschen, deren Leben nicht vorgeschrieben sind, sind diejenigen, die einen Tropfen Blut der Götter in ihrem Körper haben. Sie haben besondere Fähigkeiten, je nachdem, welcher Gott ihnen einen Tropfen gespendet hat. Freya ist eine dieser Menschen. Sie muss ihre Fähigkeiten jedoch verstecken, da es eine Vorhersage über sie gibt, nach der sie diejenige ist, die dem König zum Aufstieg verhelfen wird und die zersplitterten Völker eint. Als sie entdeckt wird, wird sie gezwungen, den momentanen Häuptling von Skarland zu heiraten. Leider hat dieser einen überaus hübschen Sohn, von dem sich Freya zu ihrem Horror mehr und mehr angezogen fühlt.

Das Buch ist nicht herausragend, aber es war unterhaltsam. Die nordische Mythologie darin hat mir gut gefallen. Die Art und Weise wie die Götter dargestellt wurden mochte ich gerne. Sie sind immens mächtig und doch sind sie wütend, jähzornig, hinterhältig, hilfsbereit.
Die beiden Hauptcharaktere haben sich sofort zueinander hingezogen gefühlt, was ich persönlich nicht mag. Sie waren sofort sehr horny. Ich mag es lieber, wenn sich Beziehungen langsam aufbauen. Abseits dessen fand ich ihre Beziehung in Ordnung. Sie haben sich aufgezogen, man hat aber auch gemerkt, wie viel sie einander bedeuten. Ihr Rumgeplänkel war an manchen Stellen etwas unangebracht, aber vielleicht ist es auch nur meine persönliche Ansicht, nicht in einer Gruppe unter Lebensgefahr zu fummeln. Jedem das Seine. Grundsätzlich hat mir gefallen, dass sie ihre Beziehung geheim halten mussten, weil das Spannung reingebracht hat, die beiden waren nur auch ausgesprochen schlecht darin.
Letztendlich fand ich das Buch unterhaltsam, aber es war nicht herausragend. Ich habe mich darüber gefreut, mal wieder ein Buch zu lesen, in dem die nordische Mythologie nicht nur als Urban Fantasy vorkommt.

Wen der Klappentext anspricht und jetzt nicht gerade nach der innovativsten neuen Fantasy Story sucht, ist hier gut bedient.

Veröffentlicht am 07.10.2024

Viel verschenktes Potenzial

Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall
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Die Nightbirds sind das bestgehütetste Geheimnis Simtas. Das dachten zumindest Matilde, Sayer und Aesa, die alle drei magische Fähigkeiten haben, die sie mit einem Kuss an ihre Kunden verschenken. Doch ...

Die Nightbirds sind das bestgehütetste Geheimnis Simtas. Das dachten zumindest Matilde, Sayer und Aesa, die alle drei magische Fähigkeiten haben, die sie mit einem Kuss an ihre Kunden verschenken. Doch eine Gruppe von Fanatikern möchte die Nightbirds auslöschen. Sie sind der Meinung, dass die Prohibition, die Magie verbietet, nicht weit genug geht und dass sie magische Frauen finden und stoppen müssen. Und sie kommen den drei Freundinnen immer näher. Diese müssen sich mit Verbündeten zusammentun, um der Gefahr zu entkommen.

Der Anfang des Buches hat mir sehr gefallen. Das Setting, das von der Prohibition und den Goldenen Zwanzigern inspiriert ist, war sehr gut gewählt. Ich mochte, wie unterschiedlich die drei Mädchen sind und was ihre unterschiedlichen Ideale und Ideen sind.
Es gibt klare Kritik an Sexismus und Fanatismus einer Religion, der dafür sorgen kann, dass Leute, in diesem Fall Frauen, diskriminiert werden. Dafür fand ich es gut gewählt sich auf Hexenverbrennungen zu beziehen, weil diese ja auch im echten Leben eine gewaltige Diskriminierung waren gegen unliebsame Frauen und andere Personen.
Leider wurde dieses riesige Potenzial, das der Roman hatte, im Laufe des Buches verschenkt.
Die Erzählstruktur des Romans hat sich ab einem gewissen Punkt sehr laienhaft angefühlt, was möglicherweise dem zu schulden ist, dass es auch der erste Fantasy Roman der Autorin ist. Dabei gibt es zwei Dinge, die mich hauptsächlich gestört haben. Zum einen gab es eine Charakterin, die ihre Meinung zu ihrer Magie ständig geändert hat. Sie hat sie für zerstörerisch gehalten und dann wieder für ein Geschenk der Quelle und das Problem dabei war, dass dieses Hin und Her zum einen zu oft passiert ist und zum anderen ohne erhebliche Charakterentwicklung geschehen ist.
Womit wir zu meinem zweiten Problem kommen. Die Charaktere waren oft nicht da, wo die Autorin sie zuletzt gelassen hat und waren dann plötzlich an anderen Stellen ohne eine vernünftige Erklärung. Und das auch teilweise im Verlauf von zwei Kapiteln. In einem Kapitel war die eine Person noch eingebunden und wird potenziell festgehalten und im nächsten Kapitel ist sie dann fast zeitgleich bei einer anderen Person, um ihr zu helfen. Die Erklärung kam später und war: “Sie ist halt einfach doch gegangen.”.
Leider gab es öfter Situationen, die nur bedingt sinnhaft waren, was, glaube ich, auch dem geschuldet ist, dass es im Verlauf der Geschichte immer und immer mehr Charaktere gab. Zu viele eigentlich, um sie alle halbwegs gut im Fokus zu behalten.
Ärgerlich ist das vor allem, weil der Anfang des Buches sehr gut zu werden versprach.

Das Buch hatte sehr viel Potenzial, das im Verlaufe leider verschenkt wurde, weswegen ich eher mit einem mittelmäßigen Leseerlebnis zurückgeblieben bin. Ich werde der Autorin auf jeden Fall noch einmal eine Chance geben, aber dieses Buch ist letztendlich leider nichts Herausragendes.