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Veröffentlicht am 21.02.2025

400 Jahre afroamerikanische Geschichte

Vierhundert Seelen
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Zum Inhalt:
Der bekannte Rassismusforscher Ibram X. Kendi und die Historikerin Keisha N. Blain haben 80 Autoren und Autorinnen und 10 Dichter/innen der afroamerikanischen Community in ihrem gemeinsam herausgegebenem ...

Zum Inhalt:
Der bekannte Rassismusforscher Ibram X. Kendi und die Historikerin Keisha N. Blain haben 80 Autoren und Autorinnen und 10 Dichter/innen der afroamerikanischen Community in ihrem gemeinsam herausgegebenem Buch "400 Seelen" zusammengebracht, um 400 Jahre afroamerikanische Geschichte aus ihrer ganz persönlichen Sicht in Erzählungen und Gedichten zusammenzufassen. Beginnend mit 1619, als die ´White Lion` mit etwa 20 schwarzen Sklaven an der Küste von Virginia anlegt, noch vor der Mayflower, fängt somit auch die afroamerikanische Geschichte an. Jeder einzelne Beitrag in diesem Buch befasst sich mit historischen Geschehnissen und bedeutsamen Ereignissen, die vermutlich in kaum einem Geschichtsbuch zu finden sind.

Meine Leseerfahrung:
Nachdem ich die Antirassismus-Bücher von Ibram X. Kendi gelesen hatte, hatte ich bereits die Erfahrung, Geschichte aus einem völlig anderen Blickwinkel zu erleben. Mit "400 Seelen" führt uns Kendi tiefer in die afroamerikanische Geschichte ein und stellt uns vergessene oder verdrängte Geschehnisse, erlassene Gesetze und zum Teil historische Persönlichkeiten vor, die sonst nirgends in Geschichtsbüchern auftauchen, sie aber gleichwohl Amerika in den letzten vier Jahrhunderten auf ihre eigene Art und Weise mitgeprägt haben.

Das Buch ist in 10 Teile unterteilt; die einzelnen Beiträge behandeln bestimmte zeitliche Abschnitte der Geschichte, wobei das gesamte Buch chronologisch aufgebaut ist. Am Ende gibt es einen Teil mit Anmerkungen zu den Fußnoten sowie einen Anhang mit Infos zu den Autoren und Autorinnen. Selbst die deutschen Übersetzer und Übersetzerinnen der Texte werden ganz zum Schluss vorgestellt.

Besonders bewegt hat mich beispielsweise die Geschichte der Sally Hemings, die in sehr jungen Jahren zur Konkubine des Außenministers Thomas Jefferson (Amtszeit 1790-1794) wurde und in "wilder Ehe" mehrere Kinder mit ihm gezeugt hat. Unvorstellbar und skandalös zu dieser Zeit und wahrscheinlich auch deswegen eine totgeschwiegene Begebenheit. Im Gegensatz dazu wurde 1630 ein Weißer wegen Beischlafs mit einer Schwarzen Frau noch ausgepeitscht, und das in aller Öffentlichkeit - an anderer Stelle in einem Essay von Ijeoma Oluo nachlesbar.
Ebenfalls ein sehr bewegender Text ist auch "Baumwolle" von Kiese Laymon. Hier wird der Baumwollanbau angeprangert, ohne den womöglich keine Sklaven in den Süden Amerikas geschickt worden wären. Wie sähe das heutige Amerika dann wohl aus?
Gegen Ende sind dann auch Beiträge enthalten, die eher die Neuzeit ab den 80er Jahren betreffen: Themen wie die amerikanische Drogenpolitik, Hip-Hop und die Five Percent Nation, Hurrikan Katrina und schließlich Black Lives Matter.

Mit 672 Seiten ist das Buch ein ordentlicher Schmöker, aber die Reise in die wahre Vergangenheit ist es auf jeden Fall wert. Es ist nicht nur ein Buch über Leid und Trauma, sondern auch eins über Stärke, Ausdauer, Gleichberechtigung und jahrhundertelangem Kampf ums Dasein.

Fazit:
Ibram X. Kendi hat mit "400 Seelen" ein herausragendes Werk zusammengetragen, das einen völlig anderen Blickwinkel in die afroamerikanische Geschichte bietet und für tieferes Verständnis im Hinblick auf die Entstehung der Schwarzen Community und der BLM-Bewegung sorgt. Ein sehr starkes und bewegendes Buch über den jahrhundertelangen Kampf der Afroamerikaner gegen Unterdrückung, Intoleranz und Hass!

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Veröffentlicht am 25.12.2024

Ausgabe mit Stil

Die Maske des roten Todes und andere geheimnisvolle Erzählungen
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Zum Inhalt:
Die neueste Ausgabe von "Die Maske des roten Todes" von Edgar Allan Poe aus dem Anaconda Verlag bündelt die bekannteste Erzählung mit weiteren Geschichten aus der Feder des Meisters wie "Der ...

Zum Inhalt:
Die neueste Ausgabe von "Die Maske des roten Todes" von Edgar Allan Poe aus dem Anaconda Verlag bündelt die bekannteste Erzählung mit weiteren Geschichten aus der Feder des Meisters wie "Der Goldkäfer", "Das Fass Amontillado", "Der Untergang des Hauses Usher", "Eleonora" und noch viele mehr. Zudem beinhaltet die Ausgabe 29 schwarzweiße Illustrationen des seinerzeit berühmten britischen Künstlers Arthur Rackham. 

Meine Leseerfahrung:
Meine Rezension beschränkt sich hier einzig und allein auf die Zusammensetzung der ausgewählten Erzählungen sowie die Gestaltung der Ausgabe aus dem Anaconda Verlag. Zu den Geschichten kann ich als Poe-Fan nur sagen, dass man Poe entweder zu schätzen weiß oder einfach nicht versteht. Allseits bekannt und unumstritten ist aber, dass er das Kriminal- und Horrorgenre stark geprägt und auch nachfolgende bekannte Autoren beeinflusst hat. 

"Die Maske des roten Todes" war tatsächlich die erste Erzählung des Meisters, mit der ich als Kind in Berührung kam. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es eine Comic-Geschichte in einer Sonderausgabe von Gespenstergeschichten, die an diese Erzählung von Poe angelehnt war und mich von Anfang an fasziniert hatte. Erst viel später las ich sie in einer Geschichtensammlung und verschlang daraufhin auch alle anderen Kurzgeschichten, die in der Ausgabe enthalten waren. Und doch fällt mir immer wieder auf, dass ich noch nicht jede Kurzgeschichte von Poe gelesen habe. 

Mittlerweile habe ich so einige Ausgaben angesammelt und fand die bisherigen Buchcover recht lieblos. Diese Ausgabe ist aber optisch sehr ansprechend und eignet sich daher auch perfekt als Geschenk. Sie reiht sich auch wunderbar im Regal mit anderen Klassiker-Ausgaben aus dem Anaconda Verlag ein. 
Enthalten sind sowohl die bekanntesten Erzählungen als auch einige weniger bekannte Geschichten. Abgerundet wird die Ausgabe mit den zeitlosen Illustrationen von Arthur Rackham, was wiederum sehr stark für die Anschaffung dieser Ausgabe spricht. Denn mir waren sie bisher noch nicht untergekommen. Übrigens gibt es am Ende des Buches ein Quellenverzeichnis, in dem man Originaltitel, Erscheinungsdatum und die erste Publikation nachschlagen kann, was ich stark begrüße. Was ich hier ein wenig vermisse, sind die bekannten Gedichte wie "Der Rabe" und "Annabel Lee". Aber es ist schließlich eine reine Geschichtensammlung, und vielleicht beschert uns der Anaconda Verlag demnächst eine Ausgabe mit Gedichten von Poe, ebenfalls mit entsprechenden düsteren Illustrationen und einem genau so stilvollem Buchcover.

In meinem Klassiker-Regal hat diese Ausgabe hier mit Sicherheit einen besonderen Platz in der Edgar-Allan-Poe-Nische verdient. 

Fazit:
Wunderschön gestaltete Ausgabe mit den prägendsten Erzählungen von Edgar Allan Poe, die nicht nur Fans begeistern dürfte. Auch Klassiker-Liebhaber können sich hiermit ein kleines Schmuckstück ins Regal stellen. 

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Veröffentlicht am 19.12.2024

Arabisch inspirierte Romantasy

We hunt the Flame
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Zum Inhalt:
Zafira kann als einzige Person den verfluchten Wald durchqueren. Sie jagt für die Menschen in ihrem Dorf, allerdings immer als Mann verkleidet, da ihr sonst eine Bestrafung droht. Eines Tages ...

Zum Inhalt:
Zafira kann als einzige Person den verfluchten Wald durchqueren. Sie jagt für die Menschen in ihrem Dorf, allerdings immer als Mann verkleidet, da ihr sonst eine Bestrafung droht. Eines Tages erscheint ihr eine Hexe, die sie darauf ansetzt, ein bestimmtes Artefakt zu finden, mit dessen Hilfe der sich immer weiter ausbreitende Fluch gebrochen werden kann. Auch Nasir, der Sohn des Sultans, wird von seinem tyrannischen Vater auf genau dasselbe Artefakt angesetzt. Nasir, der auch Prinz des Todes genannt wird, erhält jedoch zusätzlich den Auftrag, den Jäger des verfluchten Waldes zu ermorden...

Meine Leseerfahrung:
Im Grundschulalter hatte ich mal ein altes Buch mit arabischen Märchen in die Hände bekommen und fand die Geschichten toll. Orientalische Märchen waren sozusagen meine ersten Fantasybücher. Daher war ich sehr gespannt auf die Welt, die Hafsah Faizal da für uns gezeichnet hat. Die Einbettung der Geschichte in ein arabisches Setting hat mich sehr beeindruckt.

Noch beeindruckender fand ich aber die facettenreichen Charaktere; jede einzelne Figur wurde ganz sicher mit Liebe zum Detail geschaffen. Zafira als starke Hauptprotagonistin habe ich direkt ins Herz geschlossen. Im Laufe der Geschichte entsteht zufem eine Schicksalsgemeinschaft von sehr unterschiedlichen Personen, die sich gemeinsam auf die Suche nach dem Artefakt begibt. Man merkt sofort, dass zwischen den einzelnen Personen einfach die Chemie stimmt. Das wird insbesondere an den Dialogen deutlich, die authentisch, geistreich und stellenweise sehr amüsant sind. Hinzu kommt, dass Faizal mit einer nahezu poetischen Erzählweise schreibt. Ich war sofort im Lesefluss und konnte vor Neugierde, was das nächste Kapitel bereithält, das Buch kaum aus den Händen lassen.

Die Story von Zafira und Nasir gefällt mir tatsächlich sogar besser als "A Tempest of Tea". Slow Burn vom Feinsten, denn für die Romanze muss man als Leser wirklich viel Geduld aufbringen. Aber die Spannung und das Knistern zieht sich bis zum Ende, und das wiederum macht das Buch regelrecht zu einem Pageturner.

Fazit:
"We hunt the Flame" ist großartige Romantasy mit starken Charakteren und einer magischen Geschichte mit Tiefgang. Eingebettet in eine lebhafte arabisch inspirierte Welt hebt sich das Buch deutlich im Fantasy-Genre ab und bietet ein einzigartiges Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Harte Themen, Spannung pur

Verstummt
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Zum Inhalt:
Detective Michael Ormewood wird zu einem Tatort gerufen, bei der eine Prostituierte brutal ermordet wurde. Da der Fall Parallelen zu anderen Fällen mit vergewaltigten und ermordeten Mädchen ...

Zum Inhalt:
Detective Michael Ormewood wird zu einem Tatort gerufen, bei der eine Prostituierte brutal ermordet wurde. Da der Fall Parallelen zu anderen Fällen mit vergewaltigten und ermordeten Mädchen aufweist, wird Ormewood der Special Agent Will Trent vom GBI zugeteilt, der mit ihm gemeinsam ermitteln soll. Als dann die junge Nachbarin von Ormewood tot aufgefunden wird, ist schnell klar, dass der Serienmörder ganz in der Nähe ist und alle Fälle auf irgendeine Weise zusammehängen müssen. Denn allen Opfern wurde die Zunge abgebissen...

Meine Leserfahrung:
Ich bin mittlerweile Fan der Bücher von Karin Slaughter, bin allerdings irgendwann in der Mitte in die Georgia-Reihe eingestiegen. Die ersten zwei Bücher mit Will Trent hatte ich noch nicht gelesen. Dass die Reihe einen neuen Coverlook bekommen hat, begrüße ich sehr. So kann ich auch die ungelesenen Bücher der Reihe nach und nach vornehmen.

"Verstummt" ist der Auftakt und ich bedaure es sehr, dass ich nicht schon früher damit angefangen habe. Im ersten Teil erfährt man bereits so viel über Will Trent und seine On-Off-Beziehung mit Angie Polaski sowie ihre gemeinsame Vergangenheit. Es gibt reichlich Rückblicke, sowohl bezüglich der Ermittler als auch der potenziellen Verdächtigen. Für manche mag das langatmig erscheinen, für den Fall sind die gelieferten Informationen jedoch enorm wichtig, zumal sich die Figuren ja durch die Reihe hindurch auch entwickeln. Außerdem hatte ich oft einen Aha-Effekt, wenn ich die Vorgeschichte von Will Trent las und Rückschlüsse zu den aktuelleren Büchern mit ihm schließen konnte.

Karin Slaughters Schreibstil ist glasklar, direkt und authentisch. Nichts wird in Watte gepackt, sondern knallhart formuliert. Daher ist dieser Thriller wie auch ihre anderen Bücher nichts für Zartbesaitete. Auch wenn man bereits früh erahnen kann, wer hier der Täter ist, verliert das Buch kein bisschen Spannung. Und das ist schon eine Kunst für sich, die Slaughter sehr gut beherrscht.

Fazit:
"Verstummt" ist ein solider Auftakt der Georgia-Reihe um Will Trent, der die Leserschaft mit harten Themen wie Mord, Vergewaltigung, Pädophilie, Prostitution und Drogenmissbrauch konfrontiert. Keine leichte Lektüre, dafür aber sehr authentisch und aufrüttelnd. Ganz klare Leseempfehlung für alle Thriller-Begeisterte!

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Genialer Forensik-Thriller

Tote klagen an
1

Zum Inhalt:
Cassie hat als junge Assistentin in der Pathologie seit Langem keine Freude mehr in ihrem Job. Ihre besondere Gabe, die Visionen davon, wie die Toten zu ihr "sprechen", scheint sie verloren ...

Zum Inhalt:
Cassie hat als junge Assistentin in der Pathologie seit Langem keine Freude mehr in ihrem Job. Ihre besondere Gabe, die Visionen davon, wie die Toten zu ihr "sprechen", scheint sie verloren zu haben. Eines Tages treibt die Leiche eines jungen Mannes an ihr Hausboot. Auffällig ist, dass niemand ihn zu vermissen scheint. Seltsamerweise geht Cassie der Fall sehr nahe, weswegen sie insgeheim versucht, den Fall aufzuklären. Gemeinsam mit DS Flyte tappen sie vorerst im Dunkeln und merken nicht, dass die Gefahr nicht weit von Ihnen auf sie lauert...

Meine Leseerfahrung:
Seit ich zufällig über den ersten Teil dieser Reihe von A.K. Turner gestolpert bin, bin ich mittlerweile ein Fan von Cassie Raven. Ihre coole lässige Art und ihr couragiertes rebellisches Auftreten haben mich von der ersten Seite an überzeugt. Hinzu kommt noch ihr feinfühliger Umgang mit den Toten in der Pathologie sowie auch ihre emotionale Welt hinter der unnahbaren Fassade, was sie als Hauptprotagonistin sehr interessant macht.

Dass Cassie bisexuell ist, wird nicht völlig in den Vordergrund gestellt, wofür ich dankbar bin. Denn mittlerweile wird man erschlagen von Literatur, die eindringlich auf sexuellen Orientierungen herumstochert. Hier geht es einzig und allein um die zögerliche Zusammenarbeit zwischen Cassie und DS Flyte, die sich wiederum nicht dazu durchringen kann, sich zu ihren Gefühlen für Cassie zu bekennen. Wenn man alle Bücher der Reihe nacheinander liest, kann man eine deutliche Entwicklung beider Figuren mitverfolgen, was wiederum ein weiterer Anreiz ist, dieser Reihe treu zu bleiben.

Zugegeben fand ich die "Gabe" von Cassie am Anfang etwas befremdlich, da ich keinen Mystery-Thriller oder Ähnliches erwartet hatte. Aber wenn man sich auf die Bücher einlässt, stellt man sehr bald fest, dass die phantastische Ebene der Geschichte gut zu Cassies Figur passt. Verbunden mit dem Gothic-Stil erzeugt Turner insgesamt eine recht fesselnde düstere Atmosphäre.

Da im dritten Teil auch Aspekte aus den vorherigen Teilen der Reihe durchscheinen, sollten die Bücher chronologisch gelesen werden. Einen späteren Einstieg in die Reihe würde ich daher nicht empfehlen.

Fazit:
"Tote klagen an" knüpft erfolgreich an die Vorgängerbände der Cassie-Raven-Reihe an und überzeugt auf allen Ebenen. Einer der besten Forensik-Thriller der letzten Jahre!

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