Trügerische Familienbande
Der lange SchattenImogen hat ihren Mann verloren. Ein tragischer Verkehrsunfall riss den bekannten, bewunderten und im Kollegium als auch bei seinen Studenten äußerst beliebten Altphilanthropen Ivor Barnicott aus dem Leben. ...
Imogen hat ihren Mann verloren. Ein tragischer Verkehrsunfall riss den bekannten, bewunderten und im Kollegium als auch bei seinen Studenten äußerst beliebten Altphilanthropen Ivor Barnicott aus dem Leben. Mysteriöse Umstände zeichnen in den folgenden Tagen dafür verantwortlich, dass Imogen von einem ihr unbekannten Mann verdächtigt wird, schuldhaft beteiligt gewesen zu sein an Ivors Ableben. Sie versteht die Welt nicht mehr, streitet die für sie unhaltbaren Vorwürfe gegenüber dem aufdringlichen Fremden kategorisch ab, fühlt sich aber dennoch angegriffen. Nicht genug, dass diese Vorkommnisse sie beschäftigen, zieht auch noch zwei Monate später zur Weihnachtszeit die fast komplette Familie aus den geschiedenen Ehen ihres Mannes bei ihr ein mit der Begründung, sie in der schweren Zeit der Trauer nicht allein lassen zu können. Nun beginnen sich auch in ihrem Haus unerklärliche, gruselige Dinge abzuspielen.
Celia Fremlin schrieb den Roman 'Der lange Schatten' bereits 1975, vor also fast fünfzig Jahren, und begeisterte damit schon damals ihre Leser. Der DuMont Verlag lässt diese Geschichte in der wunderschönen Übersetzung von Sabine Roth wieder aufleben. Die Autorin vermag es mit ihrem eigenwilligen Schreibstil, mit viel Feingefühl und großer Sorgfalt, eine Atmosphäre des Grauens zu konstruieren, die von grotesken, selbst bezogenen Charakteren geprägt wird. Es ist wirklich erstaunlich, welche Aktualität das Geschehen noch heute besitzt, wie menschliche Verhaltensweisen immer wieder für Chaos und jede Menge Unannehmlichkeiten sorgen können.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen und ich möchte ihn gern weiterempfehlen.