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Viola

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2024

Solider Mittelteil

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Nach dem ersten Teil der Mittsommer-Trilogie, Refugium, war ich absolut geflasht und natürlich voller Spannung, wie es weitergehen wird. Auch, weil der erste Band mit einem fiesen Cliffhanger endet und ...

Nach dem ersten Teil der Mittsommer-Trilogie, Refugium, war ich absolut geflasht und natürlich voller Spannung, wie es weitergehen wird. Auch, weil der erste Band mit einem fiesen Cliffhanger endet und die Leser in Spannung hält. Schwer, dann so lange warten zu müssen!
Nun endlich hatte ich Teil 2 in der Hand und habe mich schnell festgelesen. Es war ein bisschen als hätte ich einfach weitergelesen, alles war recht schnell wieder präsent. Das mochte ich sehr. Julia und Kim sind mehr erneut schnell ans Herz gewachsen und die Geschichte war interessant zu lesen. Gerade auch Irma mochte ich sehr. Astrid ist auch eine starke Figur; vielleicht nicht die sympathischste, aber interessant.
Ich mag die Schreibweise von John Ajvide Lindqvist so sehr. Sein Blick für Details, die Kleinigkeiten und das Alltägliche, das er so pointiert darstellt. Einfach bezaubernd und faszinierend, wie man es schafft, auch bei solchen Themen und mit diesen sehr speziellen Figuren, den Lesern auch immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Für mich ein solider zweiter Teil, der nicht ganz so brillant war wie Teil 1, aber auf 3 hoffen lässt und Vorfreude macht!

Veröffentlicht am 08.10.2024

Im Traum anderer gefangen

Wavewalker
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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Man kann sich kaum vorstellen, dass eine komplette Kindheit wirklich so verlaufen kann. Da war und bin ich schon geschockt ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Man kann sich kaum vorstellen, dass eine komplette Kindheit wirklich so verlaufen kann. Da war und bin ich schon geschockt von den Eltern. Zumal die Autorin ja auch selbst schreibt, dass sie sich wundert, wie ihre Eltern, die selbst eine gute Ausbildung genossen haben, so gleichgültig der Ausbildung ihrer Kinder gegenüber sein können. Und dass es auch sonst niemanden gab, den das interessiert hätte ...

Doch von vorne. Suzanne und ihr kleiner Bruder gehen mit den Eltern auf dem Segelschiff Wavewalker auf große Reise. Sie ist erst 7 und wäre viel lieber in der Schule geblieben, aber die Eltern - vor allem der Vater - erfüllen sich damit einen Herzenswunsch. Und eigentlich sollen es auch nur drei Jahre werden - am Ende sind es zehn und damit die gesamte Kindheit. Suzanne muss Stürme, Arbeitseinsätze - auch in der Nacht - und vieles mehr durchleben. Sie ist nie alleine an Bord, aber trotzdem unglaublich einsam. Das konnte man durch die Zeilen auch nach den Jahrzehnten noch spüren, genauso wie ihre Verletztheit über die Gleichgültigkeit ihrer Eltern, vor allem der Mutter. Diese Passagen haben mir sehr zu schaffen gemacht. Man fragt sich, warum solche Menschen Eltern geworden sind und warum sie die Kinder nicht bei Verwandten, im Internet, ... zurückgelassen haben. So ein Leben ist auf Dauer nicht für Kinder und Heranwachsene geeignet, die sozialen Kontakte zu Gleichaltigen fehlen und vieles mehr auch. Wobei ich mir selbst das auch nicht vorstellen könnte, denn man hat keinerlei Rückzugsraum für sich selbst.

Ich fand es mutig, dieses Buch zu schreiben - auch gegen die Widerstände der Eltern - und so offen über ihre Gefühle zu sprechen. Gerne hätte ich mehr über den Alltag erfahren. Auch so banale Probleme wie den Toilettengang oder die Müllentsorgung. Oder auch wie es ist, wenn man so eng zusammen essen muss etc. Man erfährt viel über gefährliche Situationen, gleichzeitig hatte ich aber auch immer mal wieder den Eindruck, dass sich was wiederholt. Die einzelnen Fahrten - gerade zum Ende hin, als es immer wieder die gleiche Region ist - wurden bei mir im Kopf zu einer bzw. zu einem Durcheinander und ich konnte es nicht mehr gut auseinander halten.

Auf jeden Fall ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie es ist, wenn Eltern ihre Träume wahr machen und die Kinder nur ein Anhängsel sind: "Er sah mich an, und in seinen Augen lag ein Ausdruck, den ich nur zu gut kannte - die Angst, im Traum eines anderen Menschen gefangen zu sein."

Veröffentlicht am 18.09.2024

Bibelgeschichte mal ganz anders

Die Löwin von Jerusalem
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Da ich bereits einige Romane von Ruben Laurin (ein Pseudonym von Thomas Ziebula) mit großer Begeisterung gelesen habe, habe ich mich natürlich extrem auf seine neueste Geschichte gefreut. Und dann noch ...

Da ich bereits einige Romane von Ruben Laurin (ein Pseudonym von Thomas Ziebula) mit großer Begeisterung gelesen habe, habe ich mich natürlich extrem auf seine neueste Geschichte gefreut. Und dann noch eine Geschichte aus der Bibel, aber erzählt aus der Sicht der Frau - Bathseba, die auch "Die Löwin von Jerusalem" genannt wird. Voller Vorfreude habe ich mir das Buch mit auf eine lange Zugfahrt genommen und ich muss sagen, die Zeit verging wie im Flug.

Schon in der Beschreibung steht, dass das Buch kein klassischer historischer Roman ist, dass es kein Krimi ist, auch wenn es spannend ist, und auch kein Fantasyroman - trotz einiger fantastischer Elemente. Und genauso ist es auch. Der Autor hat sich an einigen Stellen durchaus ziemliche Freiheiten genommen und auch einiges verändert oder verfälscht, aber mich hat das nicht gestört, denn es ist schließlich ein Roman. Zudem ist von Bathseba in der Tat nicht viel überliefert, sodass der Autor seine Fantasie spielen lassen musste. Und ich finde, das ist ihm gut gelungen. Das Buch liest sich sehr schnell und flüssig und unterhält bestens. Bibelgeschichte mal ganz anders.

Die Sprünge und die Teile aus Sicht derer, die im Auftrag dessen handeln, den man nicht nennen darf, fand ich manchmal etwas schwierig. Da hätte ich mir eine etwas bessere Abgrenzung, zum Beispiel durch eine ensprechende Überschrift oder kursive Schrift gewünscht. Richtig gestört hat es nicht, aber manchmal den Lesefluss ein bisschen gehemmt. Andererseits ist es spannend, wenn eine Geschichte nicht nur streng linear erzählt wird. Ich hätte mir gewünscht, etwas mehr über Davids Innenleben zu erfahren, das kam mir ein bisschen zu kurz. Insgesamt aber eine richtig gute Geschichte, die vielleicht Lust darauf macht, das Original in der Bibel nochmal nachzulesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2024

Spannend, aber es fehlte was

Scandor
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Da ich schon einige Bücher von Autorin Ursula Poznanski mit großer Begeisterung gelesen hatte, war ich natürlich auch schon umso gespannter auf ihr neustes Werk. Ich fand die Kurzbeschreibung und die Idee ...

Da ich schon einige Bücher von Autorin Ursula Poznanski mit großer Begeisterung gelesen hatte, war ich natürlich auch schon umso gespannter auf ihr neustes Werk. Ich fand die Kurzbeschreibung und die Idee hinter der Geschichte so interessant, dass ich das Buch schnellstmöglich lesen wollte.

Leider ging es mir von Anfang an so, dass ich nicht so richtig gepackt und in die Geschichte reingezogen wurde. Ich blieb irgendwie Beobachter und auch ein bisschen außen vor. Ich kann nicht ganz ausmachen, woran das lag – ein bisschen kam mir das Buch wie ein Jugendroman vor, der einfach nicht zu sehr in die Tiefe geht.

Schnell war mir klar, dass noch etwas Anderes hinter der ersten Idee, die ich hatte, liegen muss. Und es stellte sich heraus, dass ich damit genau auf der richtigen Spur war. Vielleicht lese ich einfach zu viele Krimis und Thriller oder ich lese zu genau, aber hier fehlte mir dann leider das letzte Quäntchen Spannung, der letzte Schliff. Vielleicht waren auch einfach meine Erwartungen zu hoch.

Gut gefallen haben mir die beiden Hauptfiguren, die sich in ihrer Unterschiedlichkeit so gut ergänzen und auch das Ende, das alles restlos aufklärt, hat mir gut gefallen und mich versöhnt. Spannend ist auch, dass man die Geschichte mal aus seiner und dann aus ihrer Sicht liest.

Die Idee mit dem Lügenscanner fand ich wirklich gut und interessant und es zeigt sich auch schnell, wie oft wir im Alltag lügen und wie schwierig es ist, sich dagegen zu wehren. Wie oft sagt man geistesabwesend „Tut mir leid“ oder „Alles ok“, ohne auch nur irgendwas dabei zu fühlen. Tja, wer dann Scandor trägt, ist raus … Neugierig geworden? Dann schnapp Dir das Buch!

Veröffentlicht am 11.09.2024

Wer ist Opfer, wer ist Täter?

Anna O.
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Von diesem Buch hatte ich schon so viel gehört und auch so gegensätzliche Meinungen, dass ich wirklich gespannt war. Gerade wenn so kontrovers diskutiert wird, macht mich das ja immer umso neugieriger. ...

Von diesem Buch hatte ich schon so viel gehört und auch so gegensätzliche Meinungen, dass ich wirklich gespannt war. Gerade wenn so kontrovers diskutiert wird, macht mich das ja immer umso neugieriger. Die Bewertungen waren ja von „total super“ bis „desaströs“ alles.

Den Einstieg, der quasi so viel später stattfand als das eigentliche Geschehen, fand ich erst sehr kurios, aber als ich dann gegen Ende des Buchs wieder in diese Szene eingestiegen bin, hab ich es verstanden. Es ist quasi ein Wendepunkt in dieser Geschichte.

Bei diesem Buch ist man als Leser ständig auf der Hut, weil man einfach nicht weiß, wem man nun wirklich trauen kann. Man kann einfach absolut nicht einschätzen, wer Opfer und wer Täter ist, wer lügt und wenn ja, warum. Die vielen Perspektivwechsel tun ihr übriges und sorgen dafür, dass die Geschichte rasant und ziemlich packend erzählt wird.

Ich fand die Aufmachung des Buchs echt spannend. Man weiß von Anfang an, was passiert ist, kann sich aber nicht im Ansatz vorstellen warum. Auf diese Lösung wäre ich am Ende nie gekommen, aber sie passte. Am Ende sind eigentlich auch alle Fragen geklärt, aber es bleibt ein seltsames Gefühl.

Ungefähr hundert Seiten vor dem Ende meint man, man hätte des Rätsels Lösung, aber dann dreht sich alles nochmal komplett, der Fokus verändert sich und plötzlich erscheinen bisherige Wahrheiten in einem anderen Licht.

Wer Lust hat, sich auf dieses Buch einzulassen, der wird gut unterhalten und immer wieder überrascht werden.