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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2024

Gute Schreibe, anregend und unterhaltsam

Gebt mir etwas Zeit
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Hape Kerkeling mag ich sehr gerne. Angefangen bei dem "lekker Mittagessen im Bellevue" über Horst Schlämmer, Paulinchen und seine Art mit Dingen umzugehen. Nicht zuletzt, weil er handfest und anständig ...

Hape Kerkeling mag ich sehr gerne. Angefangen bei dem "lekker Mittagessen im Bellevue" über Horst Schlämmer, Paulinchen und seine Art mit Dingen umzugehen. Nicht zuletzt, weil er handfest und anständig rüber kommt. Dieses Buch ist ein Genuss.
Die Urmutter aller Menschen kommt seiner Ansicht nach aus Tansania, damit sind alle Rassisten Oma-Hasser und schon deshalb reichlich tüdelü. Diese Einleitung lässt meine Mundwinkel zucken. Und man merkt beim Lesen, wie gut er für seine Geschichte recherchierte und wie er Fiktion und Wahrheiten miteinander vermengt. Man merkt auch, was Fantasie und welche Quäntchen Wahrheiten sind. Er unterhält seine Lesenden aufs Beste. Dabei kommen durchaus traurige Lebensabschnitte zu Wort während dieses Streifzuges durch die Jahrhunderte. Und ich wanderte geistig mit ihm durch Europa, lernte Regenten anders kennen als vor, Künstler kommen ebenso vor wie Bürgerliche. Sehr anregend! Manches beäugt er kritisch, manches sehr humorig. Manchmal ging mir der Rote Faden ein wenig verloren, aber das machte nichts. Lose Fäden werden wieder aufgenommen und oft verknüpft.
Unterhaltsam und lesenswert zugleich. Wer Kerkeling menschlich schätzt, wird diesen Titel auch mögen und in den Geschichten abtauchen.

Veröffentlicht am 27.09.2024

Interessant

Skye In Our Hearts
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Wer eine Leserunde mit Whisky-Tasting vor sich hat, ist mit dieser Romanze sehr gut bedient. Zumindest für die Frauen, denn die kommen voll auf ihre Kosten. Alles dreht sich um Malcolms Whiskybrennerei. ...

Wer eine Leserunde mit Whisky-Tasting vor sich hat, ist mit dieser Romanze sehr gut bedient. Zumindest für die Frauen, denn die kommen voll auf ihre Kosten. Alles dreht sich um Malcolms Whiskybrennerei. Sie steht in den roten Zahlen und soll wieder florieren. Und zwar auf Skye, die Insel wird zwar gerne von Tagestouristen überrannt , aber die sorgen nicht für genügend Absatz. Ein anderer Ansatz muss her! April war früher Schauspielerin und kehrt in den Schoß der Familienbrennerei zurück. Malcolm leitete die Brennerei bereits vor dem Tod des Chefs, ihres Grandpas, und will einfach nur in Ruhe weiterarbeiten. Das gönnt sie ihm nicht. Aber beide müssen aus ihrer Komfortzone heraustreten und wie sie das tun, ist höchst vergnüglich. Eine Liebesgeschichte bei der man jede Menge über das Herstellen von Whisky lernt.

Veröffentlicht am 27.09.2024

Wohlfühlroman

Flaschenpost vom Leben
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Kapitän Flömke ist mir in einem anderen Roman von Koelle schon mal begegnet. Allerdings hat er da seinen Kutter oder Haus an jemanden vermietet. Wie bei jenem Roman ist auch hier der Schreibstil sehr angenehm ...

Kapitän Flömke ist mir in einem anderen Roman von Koelle schon mal begegnet. Allerdings hat er da seinen Kutter oder Haus an jemanden vermietet. Wie bei jenem Roman ist auch hier der Schreibstil sehr angenehm zu lesen. Man kommt sofort in die Geschichte hinein. Pixie schreibt Fantasy-Romane und ihr fällt immer etwas ein. Momentan nicht Gar nicht. Sie nimmt einen anderen Auftrag an, um auf andere Gedanken zu kommen. Und landet in Ostfriesland an der Küste, lässt sich auf die Leute dort ein und recherchiert rund um ein Buddelschiff.
Eine leichte Geschichte mit gutem Kern, die sich lockerleicht liest und ein reiner Wohlfühlroman ist.

Veröffentlicht am 27.09.2024

Guter Krimi

Moorlichter
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Etliche Lesestunden dachte ich, dass der Titel nicht passt. Aber dann kam das Moor mit hinein und er passte doch. Kitzretter entdecken per Drohne eine Leiche in einer Wiese. Der Mahrer Seb war zu Lebzeiten ...

Etliche Lesestunden dachte ich, dass der Titel nicht passt. Aber dann kam das Moor mit hinein und er passte doch. Kitzretter entdecken per Drohne eine Leiche in einer Wiese. Der Mahrer Seb war zu Lebzeiten ein cholerischer Grantler, der bei der Jagdprüfung gerne Teilnehmende durchfallen ließ. Fast jede/r hat sich mit ihm herumgeschlagen. Für Weinzirl und seine Kollegin Straßgütl ist die Aufklärung nicht einfach. Und für Lesende ist es auch nicht immer einfach, denn Förg lässt ihre Nebenfiguren viel zu Jagd, Flora, Fauna, Biodiversität und Hobbyjägern aus der Stadt erzählen. Fast lenken diese Exkurse vom eigentlichen Krimi ab. Weinzirl ist ein Brummbär, der sich in eine Nebenfigur verguckt. Evi ist öfter als sonst ziemlich grantig deswegen. Die Geschichte lässt die voralpenländischen Dorfbewohner aussehen wie eine grantige Schar Menschen, die sich weder gut noch böse gegenüber stehen. Man kehrt vieles unter die Sode. Das Ende überrascht und wird durch eine interessante Wende im Fall eingeleitet.
Gut geschrieben. Am Anfang tat ich mir etwas schwer mit dem Dialekt, aber man kommt rein. Auch als Norddeutsche.

Veröffentlicht am 27.09.2024

Gut!

Ein Lord zu Weihnachten
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Nola studiert Geschichte und wuchs bei ihrer Mutter in Düsseldorf auf. Ihr Vater verließ sie sobald er von der schwangerschaft erfuhr. Über zwanzig Jahre später lädt er Nola zu seiner Hochzeit mit seiner ...

Nola studiert Geschichte und wuchs bei ihrer Mutter in Düsseldorf auf. Ihr Vater verließ sie sobald er von der schwangerschaft erfuhr. Über zwanzig Jahre später lädt er Nola zu seiner Hochzeit mit seiner langjährigen Lebensgefährtin ein. Nach Schottland, auf ein Schloss. Nola fährt hin, ihr Koffer fliegt dummerweise nach Malta. Aber der junge Schlossherr und die gute Seele des Hauses fangen sie wunderbar auf.

Die Geschichte des Vaters kommt so nach und nach heraus. Sie war nicht so, wie Nola immer dachte und auch nicht das, was man als Leserin erwartet. Auch ihre Mutter hat mittlerweile eine andere Rolle diesbezüglich eingenommen. Auch Liam hat als zukünftiger Schlossherr eigene Pläne und wird ausgebremst. Beide verlieben sich - natürlich! - ineinander. Und das auf überhaupt keine kitschige sondern sehr liebenswerte Art und Weise. Das Ganze ist vielschichtig ohne zu belasten. Sehr kurzweilig, romantisch und gleichzeitig bodenständig. Wunderbar!