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Veröffentlicht am 11.10.2024

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Irgendwann werden wir uns alles erzählen
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Daniela Kriens 1. Buch ist eigenartig - eigenartig berührend, eigenartig spannend, eigenartig nichtssagend, eigenartig viel aussagend. Einfach schwer zu erklären, aber es hat mich auch schwer beeindruckt.

Der ...

Daniela Kriens 1. Buch ist eigenartig - eigenartig berührend, eigenartig spannend, eigenartig nichtssagend, eigenartig viel aussagend. Einfach schwer zu erklären, aber es hat mich auch schwer beeindruckt.

Der Klappentext erzählt von einem ostdeutschen Grenzdorf im Jahr 1990. Das wunderschöne Cover zeigt eine dörfliche Landschaft im Spätsommer/Herbst mit schon leeren Feldern.

Die Geschichte handelt von der anfangs 16-jährigen Maria, die bei ihrem Freund auf dem Hof wohnt, zusammen mit dessen Eltern, Oma und einem "Knecht". In den Umbrüchen der Zeit, in schwierigen eigenen Familienverhältnissen passt sie anfangs so gar nicht auf das Land. Sie schwänzt die Schule, versteht nichts von der Arbeit auf dem Hof und liest gern. Eher zufällig geht sie eine Beziehung zu dem 40-jährigen Henner vom Nachbarhof ein, der allein lebt, eigentlich ein Looser und Säufer ist und doch ... ich gebe zu, dass ich so meine Schwierigkeiten mit dieser Beziehung habe. Was außer Sex verbindet eigentlich diese beiden so gar nicht zueinander passenden Menschen. Und doch, im Laufe des Buches - obwohl sich die Frage immer noch nicht klärt - bringt man mehr und mehr Verständnis dafür auf. Verständnis für die Zeit und die Menschen. Und obwohl eigentlich gar nicht so viel passiert, baut das Buch immer mehr eine Spannung auf. Ich jedenfalls konnte es nicht mehr aus der Hand legen und werde es sicherlich noch mehrmals lesen. Ich kann es nicht erklären und trotzdem - oder gerade deswegen - empfehle ich es zum Lesen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Dampfnudelblues

Dampfnudelblues
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... ist das 2. Buch von Rita Falk über den niederbayerischen Dorfpolizisten Franz. Ich kenne das Vorgängerbuch nicht, aber das muss man auch nicht (auch wenn ich es mir jetzt besorgen werde). Die Hauptfigur ...

... ist das 2. Buch von Rita Falk über den niederbayerischen Dorfpolizisten Franz. Ich kenne das Vorgängerbuch nicht, aber das muss man auch nicht (auch wenn ich es mir jetzt besorgen werde). Die Hauptfigur Franz ist eine Mischung aus Macho, Dorftrottel, neugieriger Polizist und gestresstes und verwöhntes Oma-Söhnchen, dabei durchaus sympathisch. Die ersten zwei Seiten brauchte ich, um mich an den direkten, oft lakonischen Schreibstil zu gewöhnen. Danach war es einfach nur noch Vergnügen pur, Franz dabei zu beobachten, wie er sich um die ungeliebte Arbeit und das Babysitten bei der Nichte drückt, die Freundin vergrault und die Oma innig liebt. Irgendwie erinnerte mich die Figur immer an die Polizisten in den alten "Olsen-Bande"-Filmen und der Spaß nahm kein Ende. Die eigentliche Tätersuche wurde dabei immer mehr zur Nebensache. Ich muss sagen, ab jetzt hat Franz einen Fan mehr.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Blutstein

Blutstein
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Mit „Blutstein“ hat Johan Theorin einen Krimi vom wirklich Feinsten vorgelegt. In genauen, zum Teil sehr pragmatischen, zum Teil sehr poetischen Schilderungen des Lebens auf der schwedischen Insel Öland, ...

Mit „Blutstein“ hat Johan Theorin einen Krimi vom wirklich Feinsten vorgelegt. In genauen, zum Teil sehr pragmatischen, zum Teil sehr poetischen Schilderungen des Lebens auf der schwedischen Insel Öland, der Natur, der dort ständig und zeitweise lebenden Menschen gelingt es dem Autor, dem Leser wirklich realistische Bilder vor Augen zu führen. Dabei passiert anfangs gar nicht so wirklich viel. Trotzdem verliert das Buch nicht an Spannung. Im Gegenteil: die verschiedenen Geschichten der einzelnen Figuren sorgen für Spannung, auch die gut eingebauten Rückblenden. So will man nur eins: immer weiterlesen, um endlich zu wissen, wer die Opfer sind, vor allem warum und wie.

Für Leser, die Krimis lieben, in denen nicht auf jeder Seite mehrere Leute brutalst gemeuchelt werden, sondern die sich auf Geschichten und Spannung ohne ständige Tote einlassen, werden bei diesem Buch auf das Beste unterhalten.

Weiterhin erwähnenswert finde ich das sehr schöne und liebevoll gestaltete Buchcover.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Himmelsdiebe

Himmelsdiebe
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"Himmelsdiebe" - angekündigt als ein Liebesroman und das ist er auch, aber eben nicht nur - und genau das macht den Reiz dieses sehr flüssig geschriebenen Buches aus.

Laura, eine junge Engländerin aus ...

"Himmelsdiebe" - angekündigt als ein Liebesroman und das ist er auch, aber eben nicht nur - und genau das macht den Reiz dieses sehr flüssig geschriebenen Buches aus.

Laura, eine junge Engländerin aus sehr gutem Hause, lernt Harry, den viel älteren Maler, der von den Nazis als entarteter Künstler aus Deutschland vertrieben wurde, kennen und beide verlieben sich. Anfangs leben sie im Paris der Künstler und in diesem Teil des Buches erscheinen mir manche Szenen nicht ganz schlüssig und teilweise finde ich auch die Sprache etwas vulgär. Harry ist anfangs sogar ein eher unsymphatischer Typ, der seine Ex-Familie bzw. -Frauen ziemlich rigoros verläßt und verletzt.

Später ändert sich das aber. Harry und Laura leben als Liebenspaar in einem kleinen Dorf in Frankreich - zufrieden nur mit sich und ihrer Malerei, abgeschlossen von jeglicher Außenwelt in einem "Himmelsgebäude" aus Liebe und Glück. Leider tritt die Realität sehr bald wieder ein - die Nazis überfallen Polen und dann Frankreich. Harry wird als unerwünschter Ausländer in einem Lager eingesperrt. Laura später schwer krank. Gerade ab diesem Teil wird das Buch aber immer besser. Romantische Beschreibungen am Anfang, später dann die teilweise brutale Realität. Der Liebesroman wird auch immer mehr zur Beschreibung der gar nicht so weit entfernten Historie. Gerade das erhöht den Reiz beim Lesen sehr.

Mein Fazit: ein sehr lesens- und empfehlenswertes Buch, das mit der reinen Einordnung "nur" als Liebesroman unterbewertet wird.

Und ein besonderes Lob an die Gestaltung des wunderschönen Covers.

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Sehr lesenswert

In den Farben des Dunkels
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Patch ist 13 und lebt in einer amerikanischen Kleinstadt, er hat nur ein Auge und findet dadurch Piraten ganz toll. Er wird auch der Pirat genannt. Allerdings wird er in der Schule gemobbt und seine einzige ...

Patch ist 13 und lebt in einer amerikanischen Kleinstadt, er hat nur ein Auge und findet dadurch Piraten ganz toll. Er wird auch der Pirat genannt. Allerdings wird er in der Schule gemobbt und seine einzige Freundin ist Saint. Als er das schönste Mädchen der Schule vor einem Mann rettet, ist er der Held. Allerdings bezahlt er es damit, dass er entführt und fast ein Jahr in völliger Dunkelheit gefangen gehalten wird. Er überlebt, weil das Mädchen Grace ebenfalls gefangen ist. Saint gibt die Suche nicht auf und erreicht, dass er endlich gefunden wird. Es beginnt eine lebenslange Suche nach Grace, wobei viele Leute glauben, dass es sie gar nicht gibt und nur Einbildung von Patch ist.

Das Buch ist auf mehreren Ebenen sehr gut. Zum einen lässt es sich wunderbar lesen. Es ist eine Mischung aus Liebesgeschichte, Geschichte vom Erwachsenwerden, über Freundschaft und Hilfe, aber eben auch eine Art Thriller. Einige der Vorfälle sind sehr heftig und brutal und als Leser schwankt man die ganze Zeit, ob alles nur eine Einbildung oder ob alles wahr ist. Das Ende ist zwar ein klein wenig märchenhaft, aber irgendwie hat man das Gefühl, die Figuren haben es sich verdient. Denn immer, wenn sie im Laufe des Lebens auf eine ruhige Lebensphase treffen und man sich entspannt, passiert etwas, dass alles wieder umwirft. Von mir gibt es ein absolute Leseempfehlung.

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