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Veröffentlicht am 11.10.2024

Shotgun Lovesongs

Shotgun Lovesongs
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Ein kleiner Ort in Wisconsin, wenige Geschäfte, ein Restaurant, viele Farmer – nichts los, sozusagen „tote Hose“. Dort wachsen 4 Freunde auf –Lee wird ein berühmter Musiker, Ronny ein Rodeostar, Kip ein ...

Ein kleiner Ort in Wisconsin, wenige Geschäfte, ein Restaurant, viele Farmer – nichts los, sozusagen „tote Hose“. Dort wachsen 4 Freunde auf –Lee wird ein berühmter Musiker, Ronny ein Rodeostar, Kip ein reicher Broker, Henry heiratet seine Jugendliebe Beth und wird Farmer. Trotz dieser so unterschiedlichen Lebenswege pflegen sie eine teilweise innige Freundschaft und kommen immer wieder in diesen kleinen Ort zurück. Ihre Lebenswege verbinden sich, trennen sich aber auch – vieles wird komplett anders als gedacht.
Das Buch hat mich sehr überrascht. Es ist eigentlich fast komplett ohne jegliche Spannung und erzählt im ruhigen Ton aus Sicht der 5 Leute verschiedene Situationen und Lebensabschnitte: Hochzeit, Scheidungen, Treffen, Freundschaft, Liebe und auch Verrat, Verzeihen und alltägliche Situationen. Aber es weist auch immer wieder auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben hin – komplett ohne erhobenen Zeigefinger. Ohne Kitsch und Pathos und trotzdem mit so viel Überzeugung. Dabei geht es doch nur um alltägliche Dinge und trotzdem ist es sehr interessant und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Es ist mit unheimlich viel Wärme geschrieben und auch mit viel Mitgefühl. Das spürt man in jeder Zeile. Man kann sich das Leben in diesem kleinen Ort am Ende der Welt sehr gut vorstellen.
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Veröffentlicht am 11.10.2024

Allerheiligen

Allerheiligen
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Im beschaulichen Landshut wird ein Liebespaar überfallen. In München gibt es bei einer Geiselnahme einen Toten. Was hat beides miteinander zu tun. Während in Landshut die Kommissare Peter Bernward und ...

Im beschaulichen Landshut wird ein Liebespaar überfallen. In München gibt es bei einer Geiselnahme einen Toten. Was hat beides miteinander zu tun. Während in Landshut die Kommissare Peter Bernward und Flora Sander ermitteln, tut dies in München als Leiter einer Soko Harald Sander. Und bald weitet er seine Ermittlungen auf Landshut aus. Neben dem Kompetenzgerangel der beiden Ermittler kommt erschwerend hinzu, das Peter Flora liebt, aber Harald deren Ex-Mann und außerdem Landshuter Ex-Polizist ist. Doch dann gibt es wieder Tote – und nun in Landshut
Ich kenne Richard Dübell bisher nur als Autor historischer Romane. Dies merkt man seinem ersten Krimi an, denn er vermischt hier den Krimi der Gegenwart mit Geschehen (wie weit das wahr ist, erklärt er ihm Anhang) aus der Geschichte. Und das nicht schlecht, mir hat es gefallen. Insgesamt war das Buch für mich schlüssig, wenn auch die große Spannung etwas fehlte. Auch waren die Hauptfiguren ein wenig zu schwarz/weiß gezeichnet, aber abgesehen davon, konnte man viel Sympathie aufbringen und die Ermittlungen nachvollziehen. Furchtbar gestört hat mich allerdings die unbedingt vorkommende Dame aus Wittenberg, die nicht wirklich viel zum Fortgang der Geschichte beigetragen hat, dafür aber ein so schreckliches Sächsisch „sprechen“ musste, das mir so noch nie untergekommen ist und das kein Sachse (mal ganz davon abgesehen, dass Wittenberg in Sachsen-Anhalt liegt), noch dazu im Alter der Figur, jemals sprechen würde. Das war total überflüssig, zumal alle anderen Personen – auch die Bayern und Schotten – lupenreines Hochdeutsch „sprechen“ durften. Aber abgesehen davon ist es ein guter solider Krimi, den ich auch weiterempfehlen würde. Und Leute aus der Landshuter Gegend entdecken bestimmt noch viel mehr lokales.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Schamland

Schamland
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Schamland“ ist ein Buch, bei dem es um die derzeitigen Zustände in der Gesellschaft bei der Behandlung von Armen und sozial Schwachen und um die Situation der Tafeln im besonderen geht. Dabei sieht der ...

Schamland“ ist ein Buch, bei dem es um die derzeitigen Zustände in der Gesellschaft bei der Behandlung von Armen und sozial Schwachen und um die Situation der Tafeln im besonderen geht. Dabei sieht der Autor die Situation einseitig mit den Augen der Betroffenen und macht sich zu deren Sprachrohr. Dies war so beabsichtigt und ist in meinen Augen auch völlig in Ordnung, denn diese Menschen haben kaum bis keine Lobby und damit auch keine Stimme, die gehört wird. Der Autor hat mit vielen Betroffenen gesprochen und man merkt ihm an, wie ihn das Ganze aufgerührt hat. Es ist ein sehr persönliches Buch und es ist auch eine Kritik am System der Tafeln und an deren Marktmechanismen. Dem kann ich in großen Teilen zustimmen. Es hat sich mittlerweile eine regelrechte Industrie in diesem Bereich entwickelt wie eine Parallelgesellschaft. Man kann dem Buch nur wünschen, dass es die richtigen Leute vor allem in der Politik lesen. Aber selbst, wenn das passiert, mache ich mir wenig Hoffnung auf eine Änderung. Das System funktioniert für die Verantwortlichen so gut, dass sie keine Änderungen wünschen werden.
In einem kann ich mit dem Autor nicht übereinstimmen. Für ihn sind pauschal alle in Not geratenen Menschen an der Situation schuldlos. Das trifft sicher für viele, aber in meinen Augen nicht für alle zu – selbst die von ihm gewählten Beispiele drücken das für mich aus. Wer sich vor Jahren seine Rente hat auszahlen lassen für diversen Konsum ist in meinen Augen nicht schuldlos daran, dass er jetzt in Not gerät. Unabhängig davon steht ihm natürlich aber Hilfe zu. Nur jegliche Eigenverantwortung oder –initiative außen vor zu lassen, ist für mich nicht richtig. Aber dies ist sicher einer der Punkte, bei dem der Autor eine Diskussion erwartet und auch wünscht.
Generell jedenfalls ist es für mich ein gutes Buch – ein Buch, das wichtig ist und vielleicht schon fast zu spät geschrieben wurde. Positiv ist außerdem, dass es direkt und allgemein verständlich geschrieben wurde. Man kann es gut lesen, ohne mit einem Fremdwörterbuch arbeiten zu müssen. Dadurch ist es auch gut verständlich, was bei einem Sachbuch nicht immer selbstverständlich ist. Leider werden es die direkt Betroffenen kaum lesen – sie können es sich nicht leisten. Dabei wäre es gerade auch für sie wichtig zu wissen, dass jemand da ist, der sie gut versteht und der für sie Verbesserungen erreichen will.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ziemlich beste Freundinnen

Ziemlich beste Freundinnen
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Dieses Buch hat mich überrascht - und zwar sehr positiv. Ich erwartete so ein leichtes seichtes Frauenbuch, alles irgendwie rosarot. Aber es war ein Buch mit vielen klugen Gedanken, mit viel Humor und ...

Dieses Buch hat mich überrascht - und zwar sehr positiv. Ich erwartete so ein leichtes seichtes Frauenbuch, alles irgendwie rosarot. Aber es war ein Buch mit vielen klugen Gedanken, mit viel Humor und Wärme, aber keinesfalls nur seicht.
Angelehnt an den bekannten französischen Film treffen wir zwei völlig unterschiedliche Frauen notgedrungen aufeinander. Konstanze, Herzchirurgen, sehr erfolgreich, sehr ehrgeizig mit einem Arzt-Ehemann und 2 Kindern, hat ihr Leben im Griff. Alles ist durchorganisiert, alles auf Erfolg und Effizienz ausgerichtet. Dann bricht sie sich ein Bein und muss zur Reha. Dort trifft sie auf Jaqcueline - 3 Kinder von 3 Männern, 4 Nebenjobs, aber keine richtige Arbeit. Ihre Vorstellung vom Leben ist: ein Mann als Versorger und dann zu Hause bleiben, vielleicht ein bißchen als Kosmetikerin arbeiten. Nach einem schweren Bandscheibenvorfall landet auch sie in der Reha und beide auf dem gleichen Zimmer. Die Probleme sind vorprogrammiert bei diesen so unterschiedlichen Lebensmodellen. Und doch - so nach und nach kommen sich beide näher und werden sogar Freundinnen.
Genau diese Entwicklung wird wunderbar dargestellt. Die Hauptfiguren haben Zeit für eine Reife und für die Erkenntnis, dass das eigene Leben hinterfragt werden kann. Die Autorin vermeidet dabei aber, für eines der Lebensmodelle Partei zu ergreifen. Sie fordert den Leser zu eigenem Denken heraus. Ich habe dabei bedauert, dass die Nebenfiguren leider nicht so detailliert gezeichnet wurden. Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen.
Den Punktabzug gibt es für das Cover. Beim ersten Ansehen dachte ich: wie ideenlos für ein lustiges Buch. Nach dem Lesen dachte ich: wie wenig sorgfältig für so ein gutes Buch. Hier hätte man viel mehr draus machen können.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Klack

Klack
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Westdeutschland Anfang der 1960er Jahre. Der Schüler Markus gewinnt auf dem Rummel eine Kamera und knipst ab und zu ein Bild. Viele Jahre später beim Aufräumen findet er die alte Kamera und erinnert sich ...

Westdeutschland Anfang der 1960er Jahre. Der Schüler Markus gewinnt auf dem Rummel eine Kamera und knipst ab und zu ein Bild. Viele Jahre später beim Aufräumen findet er die alte Kamera und erinnert sich Bild für Bild an die damalige Zeit. An die Schule und die Auseinandersetzungen mit den Eltern und der Oma, die noch sehr viel althergebrachtes Gedankengut mit sich herumträgt und jedem Ausländer mehr als skeptisch gegenübersteht. Und dann zieht auch noch eine italienische Familie ins Nachbarhaus … und Markus verliebt sich in Clarissa, die etwa gleichaltrige Tochter.
Das Buch ist in viele kleine Kapitel unterteilt. Jedes Kapitel bezieht sich auf ein Foto und beginnt mit teilweise allgemeinen Erläuterungen bzw. philosophischen Gedanken, um dann in die konkreten Erinnerungen von Markus einzusteigen. So erlebt man sowohl die große Weltgeschichte wie auch die persönlichen Erlebnisse Heranwachsender in dieser Zeit. Untermalt ist das Ganze mit herrlichen Zitaten aus alten Schlagern.
Mir hat das Buch gut gefallen. Der Wechsel von Vorspann in den Kapiteln zur eigentlichen Geschichte vermittelt persönliches wie auch allgemeines. Auch wenn man die Zeit nicht selbst erlebt hat, kann man sich gut hineinversetzen. Mich haben gerade die Schlager wirklich amüsiert. Und in vielem habe ich meine Eltern bzw. Großeltern wiedererkannt. Für mich ist das Buch ein gelungenes Zeitzeugnis – ohne zu langweilen, sondern gut zu unterhalten.

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