Profilbild von engineerwife

engineerwife

Lesejury Star
offline

engineerwife ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit engineerwife über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2025

Wanderjahre und Jahre des Schweigens ...

Portrait meiner Mutter mit Geistern
0

Puh … was für ein Werk die Autorin Rabea Edel hier geschaffen hat. Die vielen positiven Rezensionen bestätigen durchaus ihr Talent dafür, eine komplexe Familiengeschichte ins richtige Licht zu setzen. ...

Puh … was für ein Werk die Autorin Rabea Edel hier geschaffen hat. Die vielen positiven Rezensionen bestätigen durchaus ihr Talent dafür, eine komplexe Familiengeschichte ins richtige Licht zu setzen. Dennoch kam ich leider mit diesem recht eigenwilligen Schreibstil nicht so ganz zurecht, der Lesefluss wollte sich einfach nicht wirklich einstellen.

Die Story, die sich rund um die Frauen Rina, Selma, Martha und Raisa dreht, geht um das Schweigen derselben, denen es schwerfällt, die Vergangenheit geprägt von Krieg, Missbrauch und verlassen worden zu sein, zu brechen. Sie leiden alle unter dieser Stille, dem Schweigen, das sich durch alle Generationen zieht und dennoch können sie schlecht aus ihrer Haut. Nach und nach kommen jedoch Geheimnisse an die Oberfläche, die verarbeitet gehören, um weiterzuleben. Auf immer wieder wechselnden Zeitebenen bringt Rabea Edel diese ihren Lesern nah, schafft aber gleichzeitig oft Zusammenhänge, die manchmal schwer nachzuvollziehen sind.

Wer ein komplexes Romangerüst sucht, das in die Tiefe geht und dem Leser die uneingeschränkte Aufmerksamkeit abverlangt, ist hier bestens bedient. Ich konnte mich nicht ganz mit der Story identifizieren und vergebe hier deshalb für mich diesmal nur drei von fünf Sternen: Für Literaturbegeisterte, die gerne auch mal neben dem Mainstream unterwegs sind, spreche ich aber gerne eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 05.02.2025

What to do?

Mr. Loverman
0

Durch „Mr. Loverman“ darf ich mich mal wieder auf eine Reise begeben. Diesmal geht es nach London, genau genommen in den Stadtteil Hackney, der nordöstlich des Stadtzentrums liegt. Barry, ursprünglich ...

Durch „Mr. Loverman“ darf ich mich mal wieder auf eine Reise begeben. Diesmal geht es nach London, genau genommen in den Stadtteil Hackney, der nordöstlich des Stadtzentrums liegt. Barry, ursprünglich von Antigua nach Großbritannien ausgewandert, ist zwischenzeitlich im Rentenalter, fühlt sich aber noch keineswegs zum alten Eisen gehörend. Seit er denken kann, trägt er ein Geheimnis in sich, das ihn nicht ruhen lässt. Er ist Männern, im Speziellen seinem Freund Morris, zugetan, der seine Gefühle durchaus erwidert. In Rückblicken erfahre ich beim Lesen viel über sein Leben mit einer Frau, die stets viel Misstrauen ihm gegenüber hegte, obwohl sie nicht ahnen konnte, was in ihm vorging. Auch Barry hadert mit sich, ob er ein Coming-out wagen kann, oder ob es dafür zu spät ist.

Mit vielen interessanten Irrungen und Wirrungen führt mich die sehr beliebte und bekannte Autorin Bernadine Evaristo durch das Buch. „Mr. Loverman“ ist ihr inzwischen sechster Roman und als erste schwarze Autorin erhielt sie für eines ihrer Bücher den Booker Prize. Mit vielen „little plays on words“ und Slangeinlagen spickt sie die Story, die durchaus unterhaltsam ist und gleichzeitig nachdenklich macht. Dennoch kam mir beim Lesen oft der Gedanke, dass durch die deutsche Übersetzung einiges verloren ging, was im englischen Original sicher besser rüberkommt. Sollte ich nochmal einen Roman dieser Autorin lesen, dann nicht in der Übersetzungsfassung. Von mir gibt es diesmal eider nur drei von fünf Sternen mit einer bedingten Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 25.11.2024

Da waren's nur noch drei ...

Blue Sisters
0

In dem Roman „Blue Sisters“ der Autorin Coco Mellors geht es, wie der Name schon sagt, um Schwestern. Ursprünglich ein Vierergespann, dass noch dem Tod der jüngsten Schwester etwas aus der Bahn geworfen ...

In dem Roman „Blue Sisters“ der Autorin Coco Mellors geht es, wie der Name schon sagt, um Schwestern. Ursprünglich ein Vierergespann, dass noch dem Tod der jüngsten Schwester etwas aus der Bahn geworfen versucht, diesen zu verarbeiten. Wer hier jedoch in der ehemaligen Konstellation ein vierblättriges Kleeblatt erwartet hat, wird enttäuscht sein. Dank eines dysfunktionalen Elternhauses war den Schwestern diese traute Gemeinsamkeit von Anfang an verwehrt. Mit einer Mutter, die eigentlich nie Kinder wollte und einem Alkoholiker als Vater versucht jede Schwester auf ihre Art das Leben zu meistern. Doch jede für sich scheint auch wie eine einsame Insel und kämpft für sich allein. Nun kommen sie alle nochmal zusammen, um die Hinterlassenschaften der verstorbenen jüngsten Schwester Nicky aufzulösen. Dass hier Konflikte vorprogrammiert sind, verwundert sicher niemanden …

Ich habe mich bei der Sprecherin Jodie Ahlborn, die mir der Roman rund um Avery, Bonnie, Lucky und Nicky näherbrachte, sehr gut aufgehoben gefühlt. Dennoch lässt mich das Ganze weitaus unberührter zurück, als ich gedacht hätte. Für mich schien „Blue Sisters“ oft einfach wie eine Geschichte, wie sie tausendfach passiert ist und wieder passieren wird. Jede Familie hat ihre Geheimnisse und jede Familie hat mit kleinen und großen Problemen zu kämpfen. Gefallen hat mir, dass die drei verbliebenen Schwestern versuchen ihre Konflikte zu lösen und am Ende, trotz des Verlusts der kleinen Schwester, gestärkt aus der Situation hervorgehen. Ich vergebe hier drei von fünf Sternen gepaart mit einer Empfehlung unter Vorbehalt.

Veröffentlicht am 11.10.2024

Hätte, hätte, Fahrradkette ...

Lügen, die wir uns erzählen
0

„Heul doch!“ Dieser Ausspruch fällt mir spontan ein, wenn ich an diese Story denke. Während die Hörbuchsprecherin hier eine wirklich saubere Leistung hinlegt, zieht sich die Erzählung selbst doch sehr ...

„Heul doch!“ Dieser Ausspruch fällt mir spontan ein, wenn ich an diese Story denke. Während die Hörbuchsprecherin hier eine wirklich saubere Leistung hinlegt, zieht sich die Erzählung selbst doch sehr in die Länge und ist an sich eine Aneinanderreihung von Ereignissen im Leben dieser Familie, die mich am Anfang fesselten, mein Interesse doch schwer halten konnten. Helene bereut und ist unglücklich über den Verlauf ihres Lebens und kreidet ihrem Mann Georg an, dass er den Absprung geschafft hat. Die Figur der Tochter im Teenagealter wirkt meines Erachtens viel zu erwachsen in ihren Gedankengängen, was sie wiederum etwas unglaubwürdig erscheinen lässt.

Wer unaufgeregte Familiengeschichten liebt, der mag vielleicht mehr Spaß mit diesem Buch oder Hörbuch haben. Von mir gibt es leider nur gutgemeinte drei von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 11.10.2024

Konnte mich mit der Geschichte nicht anfreunden ...

DIE WAHRHEIT
0

Wie der Klappentext ja schon vorgibt, ist Sarahs Mann Philipp vor sieben Jahren auf einer Geschäftsreise nach Südamerika verschwunden und bis dato fehlte jede Spur. Als sie schließlich nach diesen sieben ...

Wie der Klappentext ja schon vorgibt, ist Sarahs Mann Philipp vor sieben Jahren auf einer Geschäftsreise nach Südamerika verschwunden und bis dato fehlte jede Spur. Als sie schließlich nach diesen sieben langen Jahren einen Anruf erhält, dass er wieder aufgetaucht ist, kann sie ihr Glück kaum fassen. Man stelle sich ihren Schock vor, als der Mann, der aus dem Flugzeug ist, ein Fremder ist. Da Philipp schon immer recht kamerascheu war, existieren keine öffentlichen Fotos von ihm und die Presse wird getäuscht. Niemand glaubt Sarah, als sie den Schwindel aufklären will ….

Echt jetzt? Es gibt niemanden in ihrem Umfeld, der ihren Mann von früher kannte? Alle lassen sich blenden von diesem Stranger, der vorgibt Philipp zu sein?

Es dauert lange, bis die Geschichte mal ein wenig in Schwung kommt und die Protagonistin war mir einfach nur unsympathisch. Sieben Jahre hat sie alles alleine geschafft und nun lässt sie einlullen wie ein kleines Schulmädchen. Ne, ne, ne, das war nicht meine Story. Ich denke, das war das zweite und leider auch letzte Buch von Melanie Raabe für mich. Schade. Von mir gibt es zwei Sterne für das Buch an sich und einen on top für die Leistung der Hörbuchsprecher. Mehr ist einfach nicht drin.