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Veröffentlicht am 17.10.2024

Tribunal

Tribunal
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Jasna Brandic ist Ermittlerin des Tribunals in Den Haag. Sie sucht und findet Beweise für die Ankläger, bringt Zeugen nach den Haag und ist darin eine der Besten. Im Moment ist der Massenmörder Kovac angeklagt. ...

Jasna Brandic ist Ermittlerin des Tribunals in Den Haag. Sie sucht und findet Beweise für die Ankläger, bringt Zeugen nach den Haag und ist darin eine der Besten. Im Moment ist der Massenmörder Kovac angeklagt. Doch der Prozess zieht sich in die Länge, denn Kovac schafft es noch aus dem Hochsicherheitsgefängnis heraus, Nachrichten zu übermitteln und Befehle zu erteilen. Er war der Anführer der „Wölfe“ – eine der schlimmsten Banden im Krieg im Ex-Jugoslawien. Viele Verbrechen gehen auf sein Konto. Und auch jetzt gibt er Befehle, Zeuginnen einzuschüchtern, der Familien zu drangsalieren und sogar zu töten. Jasna hat es geschafft, einen Kronzeugen nach Den Haag zu bringen. Er war nach Kovac einer der führenden Köpfe der Wölfe, will aber mittels einer Kronzeugenregelung gegen Kovac aussagen. Doch dazu kommt es nicht, denn beim Transport ins Gericht wird er und seine Bewacher getötet. Jasna ist die einzige die überlebt … Doch ein weiterer Kriegsverbrecher und Vertreter von Kovac will gegen ihn aussagen und so fährt Jasna wieder nach ins Krisengebiet und ahnt nicht, was sie dort wirklich erwarten wird ..

„Tribunal“ ist ein starkes Buch. Anfangs gefiel mir der sehr direkte und oft militärisch kurze lakonische Stil nicht. Doch im Laufe des Buches gewöhnte ich mich nicht nur daran, sondern fand ihm auch dem Thema und der Umsetzung nach sehr angemessen. Auch wenn die Handlung schon einige Jahre zurückliegend spielt, ist das Buch hochaktuell – denn die grauenhaften Verbrechen finden auch heute noch in diversen Bürgerkriegen statt. Jede Seite hat eine Begründung dafür. Als Außenstehender fragt man sich aber entsetzt, ob es diese Begründung wirklich Wert sein kann, dass dafür so viele Menschen auf so grausame Art gefoltert und getötet werden müssen. Ich denke, kein Argument spricht dafür. Diese Kriegsverbrecher sind so abgrundtief schlecht, sie hätten auch immer einen Grund gefunden, diese Verbrechen zu begehen. Nur hatten sie während des Krieges mehr Zeit dafür und wurden nicht belangt. Erschreckend ist auch, wie lange diese Denkweisen noch nachwirken, wie lange solche Verbrecher noch Unterstützung und Hilfe finden, wie schwer es ist, sie wirklich zu belangen. Das Buch beschönigt nichts. Trotzdem ist es dem Autor gut gelungen, einen unterhaltsamen und spannenden Thriller zu verfassen. Jasna ist keine Überheldin, sie muss viele Niederlagen einstecken und auf vieles verzichten. Sie muss schwere Entscheidungen fällen, doch diese sind nachvollziehbar. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.
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Veröffentlicht am 14.10.2024

Der Stalker

Der Stalker (Ein Marina-Esposito-Thriller 2)
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Eine junge Frau liegt im Bett und hat einen Alptraum. Ein grässlicher Mann steht vor hier, zieht ihr das Hemd hoch, berührt sie überall. Sie hat Todesangst. Doch es ist ja nur ein Alptraum. Als sie am ...

Eine junge Frau liegt im Bett und hat einen Alptraum. Ein grässlicher Mann steht vor hier, zieht ihr das Hemd hoch, berührt sie überall. Sie hat Todesangst. Doch es ist ja nur ein Alptraum. Als sie am nächsten Morgen erwacht, findet sie am Fenster ein Foto von sich mit einer Widmung. Es war kein Alptraum, sondern brutale Realität. Sie geht zur Polizei. Doch bei der üblichen Überprüfung wird festgestellt, dass sie früher bereits einen Anzeige gegen einen Stalker – ihren Unilehrer – gemacht hat. Aber damals konnte nichts nachgewiesen werden. Lügt sie jetzt? Bildet sie sich das alles ein?
Ihre Freundin übernachtet bei ihr und die Nacht endet schrecklich. Ihre Freundin wird ermordet, sie selbst entführt.
Gleichzeitig ist Kommissar Phil Brennan mit einem anderen Fall beschäftigt. Eine junge Frau wird ermordet auf einem Boot gefunden. Sie kommen nicht richtig in dem Fall weiter. Denn auch Phil ist nicht völlig auf der Höhe der Aufgaben. Seine Beziehung ist nicht in Ordnung, ohne dass er den Grund weiß. Dann verlässt ihn seine Freundin mit seiner Tochter plötzlich und sein Schmerz darüber lässt ihn nicht immer konzentriert an seine dienstlichen Aufgaben gehen. Dazu kommt noch, dass er mehr als nur ein kleines Problem mit seinem dienstlichen Vorgesetzten hat, eine für ihn völlig unfähige Profilerin vor die Nase gesetzt bekommt und eine seine Untergebenen ein Verhältnis mit seinem Chef hat. Keine guten Voraussetzungen für vernünftige Ermittlungen.
Und es kommt noch schlimmer, denn die erste Leiche bleibt nicht die einzige …
Tania Carver ist mit „Der Stalker“ wieder ein sehr spannender Thriller gelungen. Man bekommt sehr schnell die Information, was der „Täter“ denkt. Doch die Hintergründe erfährt man dann erst im letzten Viertel des bis dahin sehr spannenden Buches. Die Vermischung von Dienst- und Privatleben der Ermittler ist glaubhaft und gut gelungen, ohne allzu sehr im Vordergrund zu sein. Die Figuren sind nicht nur einfach schwarz oder weiß, sondern haben oft Zwischentöne. Gerade bei den Ermittlern wirkt das sehr menschlich. Auch die Nebenfiguren sind sehr gut beschrieben. Insgesamt gelingt es über die ganze Zeit, die Spannung sehr hoch zu halten. Auf eine zu detaillierte Beschreibung der Ermittlungen wird verzichtet, man kann dem ganzen aber problemlos folgen. Das Ende ist dann interessant gelöst.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Die Frauen von Carcassone

Die Frauen von Carcassonne
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„Die Frauen von Carcassonne“ ist eines der stärksten Bücher, das ich in der letzten Zeit gelesen habe – unfassbar beeindruckend.
Es beginnt 1942. Der 2. Weltkrieg ist in vollem Gang, Frankreich ist zur ...

„Die Frauen von Carcassonne“ ist eines der stärksten Bücher, das ich in der letzten Zeit gelesen habe – unfassbar beeindruckend.
Es beginnt 1942. Der 2. Weltkrieg ist in vollem Gang, Frankreich ist zur Hälfte von den Faschisten besetzt. Doch auch in der anderen Hälfte – in der die Stadt Carcassonne liegt – herrschen Willkür und Verrat. Sandrine ist 18 und lebt mit ihrer Schwester und einer Haushälterin zusammen. Ihr Vater starb und sie vermisst ihn unheimlich. Doch ansonsten ist sie eher naiv und unbeschwert. Als sie einen Mann im Fluss findet und ihn vor dem Ertrinken rettet, wird sie niedergeschlagen. Als sie wieder zu sich kommt, wird ihr von einem jungen Mann geholfen. Raoul, selbst im Widerstand tätig, kann nicht bei ihr bleiben. Einige Zeit später wird eine große Demonstration in Carcassonne geplant. Aber das Vorhaben wurde von Spitzeln verraten und die Nazis und auch die französischen Kolloraboteure wissen Bescheid. Sie erwarten die Menschen und verwenden auch Bomben und es gibt Tote. Das alles wird Raoul in die Schuhe geschoben und er wird steckbrieflich gesucht. Als er bei Sandrine und ihrer Familie Unterschlupf findet, verlieben sich die beiden. Doch ihrem Glück bleibt wenig Zeit. Raoul geht wieder in den aktiven Widerstand und Sandrine erkennt bald, dass ihre Schwester und ihre Freundinnen ebenfalls im Widerstand tätig sind. Bald wird auch sie diese unterstützen.
2 Jahre später ist Sandrine eine der Führerinnen des lokalen Widerstands von Carcassonne. Mittlerweile ist ganz Frankreich besetzt und es wird immer schwerer, unerkannt und unentdeckt zu bleiben. Für Liebe bleibt da wenig Zeit …
Der Autorin ist ein wunderbares Buch gelungen. Sie zeigt die starke Wandlung von Sandrine von einer eher naiven jungen Frau zu einer starken und entschlossenen Kämpferin. Trotzdem sie zur Heldin wird, ist sie keine übermächtige Heldin. Sie hat Angst, sorgt sich um Raoul, ihre Schwester, ihre Freundinnen. Trotzdem kämpft sie unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit ihrer Heimat. Und obwohl eine Reihe von Gräueltaten in dem Buch geschildert werden, gelingt es der Autorin immer, die Balance zu halten und eine unheimliche Spannung bis zum Ende.
Auch das Verweben alter Sagen von den frühen Christen über die Katharer bis zum Widerstand im 2. Weltkrieg zeigt den Kampfgeist der Menschen in diesem Teil Frankreichs für ihre Freiheit und für ihre Heimat. Und dabei auch immer wieder die Liebe zu den Menschen und zum Land. Ein Buch, dass man lesen MUSS. Ein Buch, das gut geeignet ist, jungen Menschen von heute über den 2. Weltkrieg lernen zu lassen und auch davon, was Nazis angerichtet haben.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Dein totes Mädchen

Dein totes Mädchen
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Caroline (Lilli) ist Deutsch-Schwedin und lebt zuletzt in Hamburg. Dort kommt ihre 17-jährige Tochter bei einem Autounfall ums Leben. Caroline bricht alle Brücken ab und fährt nach Schweden in einen kleinen ...

Caroline (Lilli) ist Deutsch-Schwedin und lebt zuletzt in Hamburg. Dort kommt ihre 17-jährige Tochter bei einem Autounfall ums Leben. Caroline bricht alle Brücken ab und fährt nach Schweden in einen kleinen Ort ins Haus ihrer Familie. Dort will sie zur Ruhe kommen und den Tod verarbeiten. Sie war fast 30 Jahre nicht mehr dort. Doch einige Menschen – so ihre Jugendfreunde – erinnern sich natürlich an sie. Zufällig entdeckt der Stockholmer Kommissar Ulf Svensson, dass sie zurück ist. Einst waren sie verliebt, dann trennten sie sich überraschend. Svensson fährt ebenfalls nach Hause und trifft Lilli. Doch bald hat er einen Verdacht …
Das Buch habe ich auf einen Rutsch durchgelesen. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Obwohl man schon nach weniger als der Hälfte weiß, warum Lilli nach Schweden gekommen ist. Die Spannung wird deswegen nicht weniger. Denn immer mehr Details aus der Vergangenheit und der Gegenwart kommen ans Licht. Und außerdem ist das Buch auch kein Krimi, es gibt keine Ermittlungen oder so. Es dreht sich mehr um das Innenleben der Menschen. Die Hauptfiguren sind gut dargestellt, auch mit Ecken und Kanten. Man kann die Beweggründe gut nachvollziehen und die raue schwedische Natur tut ein übriges zur Dramatik des Geschehens. Das Ende ist für meine Begriffe ebenfalls sehr gut gelöst. Insgesamt ein für mich sehr gutes Buch, dass mich die ganze Zeit in seinen Bann gezogen und gehalten hat.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Vergeltung

Vergeltung
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Dave – früherer Elitesoldat der USA – arbeitet nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst als Sicherheitsbeauftragter auf einem Flughafen. Seine Frau und sein Sohn fliegen in den Weihnachtsurlaub. Durch ...

Dave – früherer Elitesoldat der USA – arbeitet nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst als Sicherheitsbeauftragter auf einem Flughafen. Seine Frau und sein Sohn fliegen in den Weihnachtsurlaub. Durch einen terroristischen Anschlag sterben beide bei dem Flugzeugabsturz. Die US-Regierung verhindert Nachforschungen und erklärt den Absturz als einen Unfall. Dave forscht selbst nach und stellt schnell viele Ungereimtheiten fest. Als ihm angeraten wird, mit der Suche nach den wahren Ursachen aufzuhören, entschließt er sich, ein Team von ehemaligen Elitesoldaten verschiedener Länder und Armeen zu nutzen, um die Terroristen selbst zu jagen und zu töten. Er will Rache. Doch viele verschiedene Interessen stehen dagegen …
Don Winslow hat in seinem neuesten Buch ein mehr als aktuelles Thema aufgegriffen. Er schreibt natürlich aus der Sicht eines Amerikaners nach 9/11, aber man muss ihm zugute halten, dass er sich auch Gedanken macht, was diese Einsätze wirklich bringen und ob nicht das Töten der Terroristen die Soldaten auf die gleiche Stufe stellt wie die Terroristen. Er findet keine endgültige Antwort und natürlich sind letztendlich bei ihm Dave und ähnliche Personen die „Guten“.
Unabhängig davon, wie man persönlich zu solchen Einsätzen steht, ist das Buch einfach großartig in der Umsetzung. Es ist unheimlich spannend. Man kann die Gedanken der Menschen völlig nachvollziehen. Und es ist erschreckend, wenn man darüber nachdenkt, wie nah wirklich die Gefahr dieser Anschläge ist. Und wie wenig sie wirklich verhinderbar sind. Gestört hat mich nur manchmal die für meine Begriffe Detailverliebtheit in der Beschreibung der einzelnen Waffen und der Fachsprache. Für mich hätte es gereicht, wenn er einfach „Maschinengewehr“ verwendet hätte, als jede einzelne Waffe extra zu beschreiben. Fans von Waffen und Technik werden da aber sicher eher begeistert sein. Wenn man diese Details ein wenig überlesen hat, störte es überhaupt nicht den Fortgang der Handlung. Das Buch schreit geradezu nach einer Verfilmung. Ich habe es jedenfalls geradezu verschlungen.

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