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Veröffentlicht am 01.11.2024

Lügen haben kurze Beine

Dem Sturm entgegen
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Das Cover zeigt einen blauen Himmel mit fliegenden Vögeln. Wo zeigt sich der lt. Buchtitel zu erwartende Sturm? Der Titel des Romans deutet nicht nur auf stürmische Wetterverhältnisse hin, sondern meint ...

Das Cover zeigt einen blauen Himmel mit fliegenden Vögeln. Wo zeigt sich der lt. Buchtitel zu erwartende Sturm? Der Titel des Romans deutet nicht nur auf stürmische Wetterverhältnisse hin, sondern meint auch emotionale Traumata, die bewältigt werden. Der rote Faden gleitet entlang dem keltischen Jahreskreis mit seinen heidnischen Ritualen. Die Szenarien spielen in einer gemeinsamen Allgemeinarztpraxis in Enniskerry außerhalb von Dublin und in einer ländlichen Arztpraxis in Abbeydooley. Die Hauptfigur Enya ist eine 46-jährige Ärztin, deren eigene Mutter an ihrem 47. Geburtstag ertrunken ist. Dieses Ereignis ist für die damals 12-jährige Enya ein Trauma, welches nie wirklich verarbeitet wird bis nach ihrem eigenen 47. Geburtstag. Leider ist ihr von großer Angst und Verwirrung geprägtes Verhalten etwas undurchsichtig. Nebenfiguren wie Ehemann Xander, Sohn Finn, Oscar, Mark und Margaret sind charakterlich vielschichtig porträtiert und sorgen ebenfalls für dramatische Wendungen. Der Rag Tree – wichtiger Teil der irischen Mythologie , das Heilwasser des vorbeifliesenden Baches nebst nachbarlicher Klosterruine sorgen in isolierter Behausung in Abbeydooley für ein spirituelles Ambiente mit Krimielementen. Die Beschreibung dieser bedrückenden Atmosphäre ist gelungen, während manche Wendung rund um die Hauptperson Enya mit ihrer Rückbesinnung auf die Spiritualität ihrer Mutter etwas wirr wirkt. Der emotionale Sturm aus Angst und Schuld holt sie schließlich ein und ihr Ende überrascht.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Viel Verwirrung um ein Gespinst und Schattenhonig

Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars
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Das Cover wirkt in seiner bunten Aufmachung sommerlich einladend, leicht und jung im Gegensatz zu mysteriösen Abenteuern im Aspen Sommercamp. Hauptakteure sind die Zwillinge Caroline und Mars, der mit ...

Das Cover wirkt in seiner bunten Aufmachung sommerlich einladend, leicht und jung im Gegensatz zu mysteriösen Abenteuern im Aspen Sommercamp. Hauptakteure sind die Zwillinge Caroline und Mars, der mit seiner Genderfluidität Problemen im dortigen sozialen Natursetting selbstbewusst begegnet. Da seine geliebte Schwester unter seltsamen Umständen verstirbt, begibt sich Mars als wichtigen Teil seiner Trauerbewältigung und unterschwelliger Aufklärungsarbeit nach Aspen. Seine Tagträume, nächtlichen Alpträume wechseln sich ab mit magischen Visionen im Zusammenhang mit den Honeys, der Gruppe Mädchen der Hütte H, die sich rundum mit Bienenhaltung und Honigverkauf auf dem Bauernmarkt beschäftigen. Bis zur Wahl der neuen Königin im Bienenstock geschehen viele abenteuerliche, auch surreale Dinge in teils philosophischem, poetischem Schreibstil, neben Satire als Provokation hinsichtlich Geschlechter-Binarität, aber auch gegenüber familiärer Scheinheiligkeit und Ausbeutung der Kinder. Der unbändige Hunger bzw. Bedarf an Honig, teils blutig verfärbt, mag eine Metapher für die menschliche Gier sein, die alles verschlingen will: Menschen, Leben, Liebe. Eine Ansage gegen Kapitalismus. Das Horror-Szenarium rund um triefende Honigwaben verwirrt am meisten neben vielen Ritualen, Treuetests und Wettkämpfen. Thematisiert werden auch Ausgrenzung, Manipulation, Mobbing, Machtdünkel, Sexismus, Schwesternschaft, Selbstfindung und Glück. Gegen die scheinheiligen Werte von Aspen -TRADITION CHARAKTER GEIST – wird rebelliert. Dieses Leseabenteuer voller diabolischer Machenschaften könnte auch einem LSD-Trip entsprungen sein.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Eine besondere Patchwork – Familie

Ein anderes Leben
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Das Cover lässt eine gewisse kindliche Leichtigkeit und heile Welt erahnen in der bildlichen Darstellung einer großen Seifenblase, entpuppt sich dieser Eindruck aber vielleicht auch symbolisch als fragile, ...

Das Cover lässt eine gewisse kindliche Leichtigkeit und heile Welt erahnen in der bildlichen Darstellung einer großen Seifenblase, entpuppt sich dieser Eindruck aber vielleicht auch symbolisch als fragile, leicht zerbrechliche Familienbande, von denen die Ich-Erzählerin, jüngste von drei Töchtern Hannas, erzählt. Auf zwei Erzählebenen führt zunächst die Beerdigung ihres Vaters Bow dazu, ihr Leben von ihrer Kindheit ausgehend Revue passieren zu lassen. Bis zurück zu den Großeltern im 2. Weltkrieg mit der Flucht von der Neiße über Hannas Studienfreunde und deren Vaterschaft reichen die detaillierten Erinnerungen mit der berufstätigen Mutter als Übersetzerin und Bibliotheksangestellte. Im nächsten Schritt beleuchtet sie besonders die stets ambivalente Beziehung zu ihrer Mutter Hanna. Deren drei Ehemänner mit ihrer jeweiligen Tochter, Hannas Rolle als Mutter, Hausfrau und Zuhörerin stehen im Mittelpunkt. Vier Ereignisse in der dritten Ehe mit Bow, die Familie zu verlassen, werden kurz erwähnt. Leider werden Hannas Beweggründe nicht tiefer beleuchtet. Sie wollte gehört werden. Sie wollte hinein in eine Welt ihrer eigenen Wörter mit Gedichten, Lesungen etc. in ihrer eigenen Wohnung, nur zum Mittagessen mit der Ich-Erzählerin als Teenager. Der kurze dritte Teil behandelt Hannas Leben mit einem Tumor im Kopf mit allen Begleiterscheinungen und ihrem Tod. Insgesamt sind diese unchronologischen, fragmentierten Erinnerungen um Hanna, ihren drei Töchtern und deren Vätern ohne markante Abgrenzung vom Jetzt eingefügt, was etwas verwirrt. Der Schreibstil hat eine poetische Note, passend zu Hannas Charakter als selbstbewusste, schlagfertige, depressive, promovierte, schreibende Gattin neben ihrer eher ungeliebten Mutterrolle, die sich auch nicht in das gesellschaftliche Korsett von Erwartungen zwängen lässt. Das andere Leben von Hanna kommt insgesamt zu kurz.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Verlust von Intimität und sexueller Begierde in langjähriger Ehe

Dirty Diana: Das Erwachen
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Das Cover zeigt das Gemälde einer jungen nackten Frau, abgewendet vom Betrachter in verträumter, sexuell inspirierender Pose – künstlerisch ansprechend. Der Buchtitel wie auch das Website – Projekt von ...

Das Cover zeigt das Gemälde einer jungen nackten Frau, abgewendet vom Betrachter in verträumter, sexuell inspirierender Pose – künstlerisch ansprechend. Der Buchtitel wie auch das Website – Projekt von Diana mit den Interviews von Frauen über ihre sexuellen Fantasien und Realitäten - Dirty Diana – impliziert eigentlich eine ungerechtfertigte Abwertung weiblicher Sexualität. Dieser erste Teil der Trilogie spielt in der Vergangenheit der Hauptfigur Diana in Santa Fe, wo sie als 25-jährige Künstlerin jobbt und mit dem bekannten Fotografen Jasper liiert ist. Auf der zweiten Zeitebene im Heute lebt sie, 41, lange verheiratet mit Oliver und Tochter Emmy in Dallas zwar in wohlsituiertem, sicherem Ambiente, leidet jedoch unter dem Verlust sexueller Begierde. Der Schwerpunkt des erotischen Themas liegt auf der weiblichen Sexualität, während der geliebte Ehemann mit seinen Gefühlen und sexuellen Wünschen bisher eher unklar im Hintergrund bleibt, auch in seiner Ratlosigkeit seiner Frau Diana gegenüber. Die Beschreibung der Sexszenen ist sehr detailliert, aber nicht abstoßend in Schreibstil und Wortwahl. Das Ende bringt einen überraschenden Kick.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Immortal Longings

Immortal Longings
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Unsterbliche, unvergessene Gelüste oder Sehnsüchte – darum geht es in diesem Fantasy-Science Fiction-Roman voller moralisch komplizierter Charaktere, voller Intrigen, Gewalt, Schmutz, Hunger, Elend und ...

Unsterbliche, unvergessene Gelüste oder Sehnsüchte – darum geht es in diesem Fantasy-Science Fiction-Roman voller moralisch komplizierter Charaktere, voller Intrigen, Gewalt, Schmutz, Hunger, Elend und Überbevölkerung. Nicht nur das Beziehungsgeflecht der Hauptfiguren Anton und Calle bis hin zum rätselhaften Kronprinzen Augustist komplex, inspiriert von Shakespeares Antonius und Cleopatra. Auch die Szenerie der Zwillingsstädte San-Er erinnert an Kowloon Walled City im britischen Hongkong, voller dicht bebauter Slums, gesetzlos, einem Leben in chaotischen Zuständen ursprünglich von China als Militärfort begründet. Neben dieser Stadt voller Extreme entfaltet sich die komplizierte Magie des Körperspringens, Science-Fiction-Elemente vermischt mit der chinesischen Mythologie des „Qi“ als Lebenskraft, einer Seele im Menschen, die bewegt werden kann. In dieser Welt voller Bösewichte und Unordnung, voller Rache, Intrige und Obsession in schnellen Action-Szenen entfaltet sich zwar auch verdrehte Romantik, hinterlässt aber vielleicht auch den Wunsch nach weniger Klaustrophobie und Chaos. Tolle Kreativität und Tiefe in Charakterstudien und Szenerie bei gutem Schreibstil. Doch die Beschreibung all dieser Brutalität, dieser endlosen kriminellen Energie in San-Er muss nicht unbedingt zu einem Lesevergnügen führen.

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