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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2024

Spannung, Humor und viel Gefühl

Schwestern im Geiste
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In Diedenhofen ist Pauline Martin im Jahr 1911 froh, daß sie eine neue Lehrerin in ihrem Pensionat begrüßen kann. Die Irin Rhona O'Meally ist eine junge Frau, die sofort von den Schülerinnen geliebt wird ...

In Diedenhofen ist Pauline Martin im Jahr 1911 froh, daß sie eine neue Lehrerin in ihrem Pensionat begrüßen kann. Die Irin Rhona O'Meally ist eine junge Frau, die sofort von den Schülerinnen geliebt wird und auch Pauline glaubt zunächst, daß sie eine gute Wahl getroffen hat. Doch bald kommen ihr Zweifel, denn die rebellischen Ansichten der jungen Irin können dem Ruf des Pensionats sehr schaden. Dann mehren sich aufrührerische Sprüche an den Wänden der Kleinstadt Diedenhofen und an der preußischen Kaserne. Dazu kommt es zu Diebstählen im Pensionat. Pauline befürchtet, daß man ihre Schule schließen wird und wendet sich mal wieder hilfesuchend an den preußischen Hauptmann Erich von Pliesnitz. Nur zu gerne folgt er ihrem Ruf nach Unterstützung, denn zwischen ihm und Pauline ist inzwischen mehr als nur Freundschaft entstanden. Doch noch immer trennen sie Welten!

Mit dem Titel "Schwestern im Geiste" geht die Trilogie über "Das Pensionat an der Mosel" weiter. Die Autorin Marie Pierre oder auch Maria W. Peter ist mit der Region um die deutsch-französische Grenze sehr verbunden und das kann man sofort merken. Sie bringt ihren Lesern dieses Gebiet so liebevoll nahe, daß man glauben könnte, selbst dort gewesen zu sein. Der Roman führt den Leser in die Zeit um 1911 und somit in das deutsche Kaiserreich. Die Arroganz der Mächtigen trug nicht gerade dazu bei, die angespannte Lage zu befrieden. Wenn man dann noch bedenkt, unter welchen Zwängen die Menschen leben mußten, kann man sie nicht beneiden. Marie Pierre bringt dieses genau auf den Punkt. Sie beschreibt die Personen in ihrer Geschichte sehr lebensnah. Man findet sofort ein paar Freunde unter ihnen.

Der zweite Teil von "Das Pensionat an der Mosel" ist ein wunderschöner Roman. Er enthält Spannung, Humor und viel Gefühl. Genau richtig, um sich in eine andere Welt zu träumen.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Ein schonungsloser Bericht

Die Bahnhofsmission
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Als in Berlin im Jahr 1945 der Krieg vorbei ist, sieht Alice Hardtleben das Elend der Vertriebenen und Kriegsheimkehrer. Spontan beschließt sie deshalb, die Bahnhofsmission am Schlesischen Bahnhof wieder ...

Als in Berlin im Jahr 1945 der Krieg vorbei ist, sieht Alice Hardtleben das Elend der Vertriebenen und Kriegsheimkehrer. Spontan beschließt sie deshalb, die Bahnhofsmission am Schlesischen Bahnhof wieder aufzubauen. Da der Bezirk von den Russen besetzt ist, muß sie sich mit dem Kommandeur Oberst Alexej Wolkow einigen. Der Oberst ist sehr hilfsbereit und gegen ihren Willen fühlt Alice sich zu ihm hingezogen. Sie bemüht sich zunächst gemeinsam mit ein paar Frauen, die Not der Menschen zu lindern. Doch nach und nach kommen immer mehr Helferinnen dazu. Auch ein Arzt ist dabei. Alice bemerkt aber bald, daß dieser ein Geheimnis hat und alles dafür tut, daß dieses nicht ans Licht kommt. Doch die Frauen halten fest zusammen und so ist die Bahnhofsmission bald ein fester Anlaufpunkt für alle, die in Not sind.

Die Reihe "Die Bahnhofsmission" von Veronika Rusch geht mit dem Roman "Eines Menschen Leben" weiter. Diese Geschichte ist sehr bewegend. Sie beschreibt schonungslos das Leid und Elend in der Nachkriegszeit. Daß in diesen wirren Zeiten die schwarzen Schafe leicht untertauchen konnten, ist logisch. Veronika Rusch gibt den Charakteren in ihrem Roman eine besondere Persönlichkeit. Ihre Schicksale lassen einen nicht kalt, denn man leidet unwillkürlich mit ihnen. Besonders eindrucksvoll fand ich, daß die russischen Soldaten nicht nur als Monster dargestellt wurden. Entgegen allen Horrorberichten gab es wahrscheinlich auch anständige Menschen unter ihnen. Es ist allerdings mutig, dies so in einer Geschichte zu verarbeiten. Dieses Buch ist ein bewegender Bericht über das Leben und Überleben in den ersten Monaten der Nachkriegszeit. Ich habe es mit Bewunderung für die Menschen von damals gelesen.

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Veröffentlicht am 15.10.2024

Spannender Krimi mit brisantem Thema

Schlick
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An der Elbe werden mehrere Menschen ermordet. Zeugen wollen einen mysteriösen Wassermann gesehen haben. Kommissar Knudsen stellt fest, daß alle Opfer in beruflicher Verbindung zum Hafen stehen. Zusammen ...

An der Elbe werden mehrere Menschen ermordet. Zeugen wollen einen mysteriösen Wassermann gesehen haben. Kommissar Knudsen stellt fest, daß alle Opfer in beruflicher Verbindung zum Hafen stehen. Zusammen mit seinem Team und seinem alten Freund La Lotse will Knudsen so schnell wie möglich Erfolge vorweisen. Und auch in seinem anwährenden Fall des Plastinators Hellberg bekommt das Team neue Ermittlungsansätze...

"Schlick" ist der neue spannende Hamburg-Krimi von Kester Schlenz und Jan Jepsen. Diesmal ermitteln Knudsen und sein Team in einem sehr brisanten Fall, der seine Wellen bis in höchste Kreise zieht. Dabei greifen die Autoren das brisante Thema "Elbvertiefung" auf und machen deutlich, was diese Maßnahmen für die Elbe in Wirklichkeit bedeuten. Hier werden Details thematisiert und verdeutlicht, über die man sonst nie etwas erfährt. Dieses Buch öffnet somit in gewisser Weise die Augen und macht für diese Thematik sensibel. Eingebettet ist dies Thema in einen extrem spannenden Krimi, der den Leser einfach sofort packt und nicht mehr los lässt. Zum einen bekommt man es hier mit den Morden an der Elbe zu tun, zum anderen geht die Handlung rund um den Plastinator Hellberg weiter. Beide Fälle sind absolut spannend und gerade Hellberg zieht sich wie ein roter Faden durch diese Serie, so daß man hierbei natürlich noch intensiver dabei ist. Natürlich kann sich La Lotse auch diesmal nicht aus den Ermittlungen heraushalten- und das ist auch gut so. Zu sympathisch ist dieser Mann und er und Knudsen sind ein absolutes Dreamteam! Dieser Krimi besticht auch durch seinen wundervollen Lokalkolorit. Man erlebt Hamburg hautnah, erfährt einige Anekdoten gerade über den Hafen und bekommt das richtige hanseatische Feeling.

Mir hat dieser Krimi wieder sehr spannende Lesestunden beschert!

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Klufti muß in die Politik

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Interims-Polizeipräsident Kluftinger leitet einen Einsatz in den Bergen, der leider komplett schief läuft und ein Polizist dabei ums Leben kommt. Fragen kommen auf, ob Kluftinger mit seiner chaotischen ...

Interims-Polizeipräsident Kluftinger leitet einen Einsatz in den Bergen, der leider komplett schief läuft und ein Polizist dabei ums Leben kommt. Fragen kommen auf, ob Kluftinger mit seiner chaotischen Planung die Schuld daran trägt. Solche Schlagzeilen kann Klufti momentan allerdings gar nicht gebrauchen, kandidiert er doch für den Gemeinderat. Zunächst als Lückenbüßer, doch als er erfährt, daß sein Intimfeind Dr. Langhammer gegen ihn antritt, wird er ehrgeizig. Dann wird klar, daß hinter dem Tod des Polizisten mehr als ein Unglück steckt und Klufti muß klären, warum der Polizist sterben mußte.

Mit "Lückenbüßer" ermittelt Kluftinger nun bereits in seinem 13. Fall. Volker Klüpfel und Michael Kobr haben auch diesen Fall wieder spannend und humorvoll gestaltet. Kluftinger bleibt seiner tolpatschigen Art treu und wirkt dabei einfach nur liebenswert. Legendär ist sein Kampf mit den neuesten Medien. Diese Szenen gehören einfach zu ihm und würden mir echt fehlen. So manches kann ich dabei nur zu gut nachvollziehen! Aber auch in familiären Angelegenheiten muß man ihn einfach mögen. Denn man erlebt hier auch seine private Seite mit seinen Enkeln und seiner Frau. Dies macht ihn menschlich und ich verfolge seinen Werdegang von Beginn an sehr gern, so daß Klufti schon zu einem Vertrauten geworden ist. Durch das politische Thema können hier auch brisante Themen behandelt werden, was diesem Buch einen aktuellen Anstrich verleiht. Hier ist es prima gelungen, Humor, Privatleben, Spannung und Aktualität gut ausgewogen in die Handlung einzubinden. Ebenso ein wichtiger Bestandteil dieses Krimis ist Kluftingers Heimat, das Allgäu. Hier merkt man anhand der Beschreibungen, daß die Autoren ihr Herz selbst an diese Landschaft verloren haben. Absolut bildhaft wird die Schönheit dargestellt, jedoch ohne dabei aufdringlich zu werden.

Klufti ist für mich zu einem festen Bestandteil im Bücherregal geworden und ich hoffe, daß ich noch für viele seiner Fälle Platz schaffen muß!

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Gelungene Fortsetzung

Tödliche Marillenzeit
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In der Wachau ist die Marillenernte in vollem Gange. Auch Ex-Polizistin Lou Conrad, die Inhaberin des beliebtesten Feinkostladens der Region ist, fährt zum Hof ihrer Bekannten Marta. Doch sie findet Marta ...

In der Wachau ist die Marillenernte in vollem Gange. Auch Ex-Polizistin Lou Conrad, die Inhaberin des beliebtesten Feinkostladens der Region ist, fährt zum Hof ihrer Bekannten Marta. Doch sie findet Marta tot im Marillengarten. Doch wer könnte hinter dieser Tat stecken? Gemeinsam mit Sternekoch Fabio und Berner Sennenhund Michelin macht sich Lou auf die Jagd nach dem Mörder.

"Tödliche Marillenzeit" ist der zweite Fall für Lou Conrad. Beate Maxian nimmt den Leser mit in eine wunderschöne Region, die sie auf hervorragende Weise äußerst bildhaft darstellt. Hier kommt richtig Ferienstimmung auf, die eigentlich nur durch den Mord gestört wird. Der Kriminalfall ist geprägt durch eine eher ruhige Spannung, die trotzdem zum miträtseln anregt. Denn mit einem spart Beate Maxian nicht: mit den Verdächtigen. Davon gibt es zahlreiche und man muß sich immer wieder neu orientieren. Mit Lou und Fabio hat man hier ein äußerst sympathisches Team, mit denen man gern gemeinsam ermittelt. Und natürlich verliert man sein Herz auch an Berner Sennenhund Michelin, der für mich eine richtige Bereicherung darstellt!

Mir hat dieses Buch richtig viel Spaß bereitet. Ein leicht lesbarer Krimi vor einer traumhaften Kulisse mit sympathischen Charakteren - diese Serie muß man einfach mögen!

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