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Veröffentlicht am 18.10.2024

Ewige Buße

Ewige Buße. McAvoys dritter Fall
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Zwei Frauen werden ermordet, auf ziemlich brutale Weise. Die Polizei von Hull tappt im Dunkeln, weil so gar keine Zusammenhänge erkennbar sind. Bis sie herausfinden, dass beide Frauen vor Jahren einem ...

Zwei Frauen werden ermordet, auf ziemlich brutale Weise. Die Polizei von Hull tappt im Dunkeln, weil so gar keine Zusammenhänge erkennbar sind. Bis sie herausfinden, dass beide Frauen vor Jahren einem Menschen das Leben gerettet haben. Doch soll das wirklich der einzige Zusammenhang sein? Und warum müssen sie für die Hilfe sterben? Detective Aector McAvoy kommt der Sache nicht wirklich näher – und es geschieht ein weiterer Mord. Zusätzlich ist er aber auch noch privat schwer beschäftigt – er steckt mit seiner Familie mitten im Umzug und er muss sich auch dauernd zur Sitzung bei einer Psychologin melden, obwohl er das überhaupt nicht will. So merkt er nicht, dass einige seiner Kollegen schwere Probleme haben.

Ich bin anfangs nur sehr schwer in das Buch hineingekommen. Die vielen Nebenstränge der Haupterzählung lenken sehr ab und erst sehr sehr spät merkt man, wie sie sich in den Ablauf eingliedern. Bis dahin hat man nicht das Gefühl, einen spannenden Krimi zu lesen. Hier ist in meinen Augen manchmal auch einfach zu viel gewollt worden. Erst im weiteren Fortgang klärt sich das Ganze auf und man merkt, wie die einzelnen Fäden sich verflechten und zueinander passen. Bis dahin fand ich allerdings keinen der Protagonisten wirklich richtig sympathisch. Selbst die Polizisten wirkten teilweise eher wie Verbrecher und nicht wie die „Guten“. Im Laufe des Buches wird die Handlung dann aber wirklich richtig gut und das Ende birgt mehr als eine Überraschung. Daher habe ich mich dann doch für 4 Punkte entschieden.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Tote Fische beißen nicht

Tote Fische beißen nicht (Ein Pippa-Bolle-Krimi 3)
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Der 3. Fall für Pippa Bolle. Dieses Mal verschlägt es sie nach Südfrankreich. Dort will sie in Ruhe ihren 40. Geburtstag verbringen und ahnt nicht, dass im Hintergrund andere Fäden gezogen wurden. Sie ...

Der 3. Fall für Pippa Bolle. Dieses Mal verschlägt es sie nach Südfrankreich. Dort will sie in Ruhe ihren 40. Geburtstag verbringen und ahnt nicht, dass im Hintergrund andere Fäden gezogen wurden. Sie lernt eine Truppe Berliner Angler kennen – die Kiemenkerle – und trifft Wolfgang (den netten Polizisten von Teil 1) wieder. Dann gibt es da noch einen sehr guten Koch und einen interessanten Maler – Pippa kann sich vor Männern fast nicht retten. Dabei soll sie doch einen alten Fall aufklären – vor Jahren verschwand der Sohn der Wirtsfamilie und man munkelt von Mord. Genaues weiß man nicht. Pippa stößt bei ihren Untersuchungen quasi in ein Wespennest und macht sich nicht nur Freunde. Doch dann wird ein ganz „neuer“ Toter gefunden – einer der Kiemenkerle. Und auf Pippa wird auch ein Anschlag verübt … und ihr Noch-Ehemann taucht ebenfalls auf … Pippa ist mehr als beschäftigt …

Wie auch die Vorgänger spielt dieses Buch mit seiner Umgebung. Dieses Mal Okzitanien. Die Landschaft und die Menschen werden voll integriert und man hat das Gefühl, dass man direkt dabei ist. Gut gefallen hat mir ebenfalls, dass einige Personen aus den Vorgängerbüchern wieder einbezogen werden, ohne dass es allzu konstruiert wirkt. Die Mordfälle selbst sind nicht direkt im Vordergrund, die Ermittlungen laufen oft mehr nebenbei. Witzig fand ich den kurzen „Einbau“ der beiden Autorinnen in das Buch. Insgesamt ist auch dieser Teil wie seine Vorgänger nicht unbedingt etwas für ganz „harte“ Krimifans, aber mir hat er auch wieder unheimlich viel Spaß bereitet.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Das Haus am Himmelsrand

Das Haus am Himmelsrand
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Der Großvater von Lizzy stirbt. Er war der Patriarch einer gutbürgerlichen und auch reichen Familie aus der Uhrenherstellung. Auf dem Totenbett gibt er seiner Enkelin Lizzy den Auftrag, in das Ferienhaus ...

Der Großvater von Lizzy stirbt. Er war der Patriarch einer gutbürgerlichen und auch reichen Familie aus der Uhrenherstellung. Auf dem Totenbett gibt er seiner Enkelin Lizzy den Auftrag, in das Ferienhaus im Elsass zu fahren und Unterlagen zu holen und danach für Gerechtigkeit zu sorgen. Lizzy kann wenig damit anfangen und stößt auch bei ihrer Mutter und vor allem bei ihrem Bruder auf eine Wand des Schweigens und mehr als nur Unverständnis und Unmut. Bei der Testamentseröffnung gibt es den nächsten Schock. Das Anwesen im Elsass wird an wildfremde Leute vererbt. Bei den Recherchen nach der Wahrheit gerät Lizzy immer mehr in Schwierigkeiten…
Mich hat das Buch angenehm überrascht. Neben der Suche von Lizzy nach der Wahrheit, in der es auch um die Zeit der Nazis und des Holocausts geht, ist auch die familiäre Situation – sowohl in ihrer eigenen Beziehung wie auch in der Familie – gut beschrieben. Die Personen haben Zeit, sich zu entwickeln. Anfangs waren sie oft sehr stark „schwarz/weiß“ beschrieben, doch im Laufe des Buches ändert sich das. Es geht um die eigene Schuld, die Schuld der Eltern oder Großeltern und den Umgang damit. Will man das Geschehen aufdecken oder unter den Tisch kehren? Welche Entscheidung ist richtig, wenn auch schmerzhaft? Wie kann man auch heute noch für einen Ausgleich sorgen? Das alles ist in einen sehr gut lesbaren Roman verpackt. Die Figuren wirken echt und man bekommt Mitgefühl für sie und auch Sympathie. Jeder hat seine Schwächen und Stärken. Nicht so ganz gut fand ich anfangs die Rückblicke in die Vergangenheit. Als Leser wusste man da viel mehr als Lizzy, die auf ihre Fragen keine Antwort bekommt und daher oft hilflos ist. Erst zum Ende hin vereinigt sich sozusagen das eigene Wissen mit dem von Lizzy. Doch insgesamt gesehen ist es ein wunderbares Buch, das ich jederzeit weiterempfehlen würde.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Gebete für die Vermissten

Gebete für die Vermissten
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Mexiko, heute, unweit von Acapulco mit schönem Strand und vielen Touristen gibt es einen kleinen Berg im Wald. Dort wohnen nur Frauen. Ihre Männer sind in die USA gegangen, um Arbeit zu finden. Anfangs ...

Mexiko, heute, unweit von Acapulco mit schönem Strand und vielen Touristen gibt es einen kleinen Berg im Wald. Dort wohnen nur Frauen. Ihre Männer sind in die USA gegangen, um Arbeit zu finden. Anfangs kommen sie ab und zu zurück, später schicken sie vielleicht etwas Geld, aber bald suchen sie sich dort eine neue Familie und die Frauen in Mexiko müssen zusehen, wie sie durchkommen. Dazu kommt noch, dass dort „offiziell“ nur Jungen geboren werden. Die Mädchen werden als kleine Kinder wie Jungen aufgezogen und angezogen. Sobald sie älter sind, werden sie hässlich gemacht. Sobald in der Ferne die Autos der Drogendealer und Menschenhändler gesehen werden, kriechen die Mädchen in gegrabene Erdlöcher und hoffen, dass sie nicht entdeckt werden. Trotzdem werden immer wieder welche entführt, vergewaltigt und getötet. Es ist ein Leben in ständiger Angst …

„Gebete für die Vermissten“ ist ein ganz starkes Buch. Der Inhalt ist brutal, wenn man sich vorstellt, dass es dort normal ist, wenn jemand getötet wird, dass die Mütter sich unheimlich viel einfallen lassen müssen, um ihre Familien durchzubringen, um die Töchter zu retten. Und das alles passiert heute, nur wenige Kilometer von einer großen bekannten Stadt entfernt. Und die Polizei schaut im besten Fall zu, meistens machen sie noch mit. Die Drogendealer kommen frei, kleine Leute, die sich versuchen zu wehren, ins Gefängnis. Umso mehr muss man die Frauen bewundern, die in solchen Extremsituationen doch noch so etwas wie Leben versuchen.

Trotz dieses beklemmenden Inhalts ist das Buch aber gut zu lesen und sehr berührend. Es wird gezeigt, wie viel Freundschaft und Hilfe ausmachen kann und wieviel Menschen – in dem Fall fast ausschließlich Frauen – aushalten können und müssen und trotzdem weitermachen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Waidmannstod

Waidmannstod
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Kommissar Daniel Voss kehrt nach dem Tod seines Vaters zurück in die Heimat, und zwar in die Mark Brandenburg. Er kommt in seinem alten Zuhause unter und wohnt im Kinderzimmer. Seine Mutter ist pflegebedürftig ...

Kommissar Daniel Voss kehrt nach dem Tod seines Vaters zurück in die Heimat, und zwar in die Mark Brandenburg. Er kommt in seinem alten Zuhause unter und wohnt im Kinderzimmer. Seine Mutter ist pflegebedürftig und wird von der Polin Maja betreut. Voss kommt sich etwas komisch vor, als er Chef der Mordkommission wird und in seinem „Heimatwald“ nach einer Jagd ein Toter entdeckt wird. Bestialisch zugerichtet. Die Ermittlungen gehen bald in Richtung Waldverkäufe, um dort Windkraftanlagen zu errichten. Nicht alle sind damit einverstanden. Und bald gibt es einen 2. Toten – den Landrat. Auch er scheint wohl in die Verkäufe und die Windkraft“mafia“ verwickelt zu sein. Bei den Ermittlungen hat Voss einen Verdächtigen nach dem anderen, doch er kommt nicht recht vorwärts…
Der 1. Fall von Kommissar Voss hat mir gut gefallen. Voss ist ein Kommissar mit einigen Macken, mit Ecken und Kanten – trotzdem nicht übertrieben dargestellt. Er ist eigentlich ein Einzelgänger und muss jetzt erst lernen, als Chef für ein Team zuständig zu sein. Zumal ihm sein direkter Untergebene ziemlich nervt. Auch zu Hause hat er es nicht leicht mit seiner Mutter und Maja ist auch ziemlich neugierig und würde ihm gern helfen. Das Buch ist ein ganz solider Krimi. Mord – Ermittlungen – Irrtum – weitere Ermittlungen. Es ist gut geschrieben und macht Spaß beim Lesen. Auch durch die Figur Maja. Die Spannung hält sich etwas in Grenzen, weil auch oft ziemlich weitläufig über Brandenburg und die Menschen berichtet wird. Mir hat das allerdings gut gefallen, weil es wirklich die Realität abgebildet hat, ohne größere (Be)Wertungen bzw. Verurteilungen. Das Ende ist, was den Mörder angeht, nicht völlig überraschend, das Motiv jedoch sehr.
Zusammenfassend ist es für mich ein gutes Buch, was ich uneingeschränkt weiterempfehlen würde. Ich freue mich schon auf den (hoffentlich bald erscheinenden) 2. Fall.
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