Skurril
Der Metzger gräbt um
Der Metzger, der sich jetzt Weber nennt, möchte mit seiner frisch angetraute Danjela in der Abgeschiedenheit der Kleingartenidylle ein unerkanntes und friedliches Leben führen. Doch aus diesem Vorsatz ...
Der Metzger, der sich jetzt Weber nennt, möchte mit seiner frisch angetraute Danjela in der Abgeschiedenheit der Kleingartenidylle ein unerkanntes und friedliches Leben führen. Doch aus diesem Vorsatz wird nichts, als er mit der Kammerjägerin Anschi im Nachbargarten auf die Tode Frau Wiskozil stößt.
Die Figuren sind skurril und amüsant gezeichnet. Der Schreibstil von Thomas Raab empfand ich anfangs als gewöhnungsbedürftig. Ich dachte, da müsste ich mich erst einlesen. Leider kann man es auch übertreiben. Die vielen österreichischen Ausdrücke, Anspielungen und Wendungen waren einfach ‚too much‘. Hier wäre tatsächlich weniger mehr gewesen. Es ist mühsam, ständig zu googlen, um den Wortwitz zu verstehen. Der angestrebte österreichische Charme wäre auch mit wenigen typischen österreichischen Ausdrücken zu erzielen gewesen.
Das ist sehr schade. Mir ist sicherlich viel entgangen, weil ich letztlich über unverständliche Sätze hinweggegangen bin und sich in mir ein Gefühl von Ärger bereit machte. So wurde der Krimi nicht gerade zu dem Lesevergnügen, das ich erwartet hatte. Auch die Handlung empfand ich als stark überzogen.
Ein Zitat hat mir dann doch gefallen: ‚All die Rucksäcke, die ein Mensch zu tragen verdammt ist in seinem Leben, dürfen auch abgestellt werden, um mit freien Schultern wieder nach vorne zu blicken.‘
Fazit: Ein Krimi für Muttersprachler, für andere ist der Wortwitz nur mühsam zu verstehen