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Veröffentlicht am 30.10.2024

Krimi mit Umweltthema

Moorlichter
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Als eine Gruppe Kitzretterinnen mit einer Drohne eine Wiese überfliegt, entdecken sie den Altbauern Mair tot, erstochen mit einem Saufänger. Mair hatte viele Feinde, war er doch ein bekannter Choleriker ...

Als eine Gruppe Kitzretterinnen mit einer Drohne eine Wiese überfliegt, entdecken sie den Altbauern Mair tot, erstochen mit einem Saufänger. Mair hatte viele Feinde, war er doch ein bekannter Choleriker und Querulant. Kommissar Gerhard Weinzirl und seine Kollegin Evi Straßgütl finden bei den Ermittlungen ein altes Tagebuch und stoßen auf Geschehnisse aus der Vergangenheit, die die Dorfgemeinschaft lieber verschwiegen hätte!

Nicola Förg hat mit "Moorlichter" wieder einen Krimi geschrieben, der rund um ihre Heimat spielt. Hier wird Regionalität groß geschrieben und das ist richtig gut! Denn man liest hier aus jeder Seite ihre Heimatliebe, was eine starke Bereicherung für die Authentizität darstellt. Sie beschreibt diese Landschaft so bildhaft, daß man sich selbst dort wähnt. Auch einige Dialoge sind in Dialekt geschrieben, was hier richtig gut paßt und keine Verständnisprobleme bringt. Die Dorfbewohner werden mit ihren Ecken und Kanten dargestellt, bei jedem Charakter werden die Stärken und Schwächen dargestellt. Dadurch werden die Charaktere lebendig und werden vertraut. Wie von Nicola Förg gewohnt, widmet sie sich auch in diesem Buch ganz nebenbei dem Tierschutz. Ein Thema, bei dem sie mit Herzblut dabei ist. Dies merkt man deutlich, denn für das Hintergrundwissen in diesem Buch muß man schon sehr gut recherchiert haben! Der Kriminalfall ist absolut spannend und man verfolgt die einzelnen Spuren gebannt. Immer wieder wird man fehlgeleitet und muß umdenken. Auch diesen Krimi hat Nicola Förg auf gewohnt lockere Art und trotz des Umweltthemas nicht mit erhobenem Zeigefinger oder belehrend geschrieben. Pro und Contra werden aufgezeigt, jedoch kann sich der Leser ein eigenes Bild machen. Dies gefällt mir bei ihr immer ganz besonders gut!

Auch dieser Krimi von Nicola Förg hat mich wieder begeistert!

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Ein fast 2000 Jahre alter Fluch sorgt für atemlose Spannung

Der Untergang von Thornton Hall
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Für Elinda war es immer selbstverständlich, daß sie zusammen mit ihrem Zwillingsbruder David eines Tages eine Reise nach Italien machen dürfte. Doch für eine junge Frau in England des Jahres 1789 war das ...

Für Elinda war es immer selbstverständlich, daß sie zusammen mit ihrem Zwillingsbruder David eines Tages eine Reise nach Italien machen dürfte. Doch für eine junge Frau in England des Jahres 1789 war das nicht vorgesehen. Stattdessen sollte sie lukrativ verheiratet werden, um den Erhalt des Landgutes ihres Vaters zu ermöglichen. Als David auf seiner Reise spurlos verschwindet, beauftragt der Vater den in Ungnade gefallenen Blake Colbert, ihn zu finden und nach Hause zu bringen. Elinda flüchtet aus der Obhut ihrer Eltern und es gelingt ihr, sich Blake Colbert anzuschließen. Für die junge Frau beginnt eine gefährliche Reise über die Alpen bis nach Italien. Elinda vermutet ihren Bruder in Pompeji. Doch bevor sie dort ankommt, muß sie viele Gefahren überwinden. Dabei kommt sie Blake sehr nahe und Elinda braucht einige Zeit, um sich über ihre Gefühle für ihn im klaren zu sein. Als sie endlich Pompeji erreichen, ahnen sie nicht, daß unheimliche Kräfte ihnen schaden wollen. Ein alter Fluch soll sie vernichten!

Der Roman 'Der Untergang von Thornton Hall" hat mich total begeistert. Dieses Buch von Britta Habekost ist eine riesige Überraschung, denn es ist nicht nur ein toller Reisebericht, sondern auch eine überaus spannende Geschichte über alte Flüche und hinterhältige Halunken. Die große Liebe fehlt natürlich auch nicht. Also alles, was das Herz des Lesers begehrt. Wer dieses Buch einmal angefangen hat, wird der Geschichte verfallen und fiebert dem Ende entgegen. Die Welt der Menschen im Jahr 1789 ist sehr fremd, trotzdem kann man sich mit ihnen verbunden fühlen. Ihre Gefühle unterscheiden sich kaum von denen aus der heutigen Zeit. Als Reisebericht ist der Roman auch sehr interessant. Man staunt, welche Strapazen die Leute damals auf sich nahmen, um zu reisen. Welch krasser Unterschied zu heute. Dieses Buch ist ein Erlebnis der besonderen Art!

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Veröffentlicht am 26.10.2024

Possierliche Tiere hautnah erlebt

Gestatten: Biber
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Bettina und Christian Kutschenreiter erleben seit Jahren eine innige Freundschaft mit einer Biberfamilie. Dies war für sie der Anlass, ihre Erlebnisse in ihrem Buch "Gestatten: Biber" zu verewigen. Dieses ...

Bettina und Christian Kutschenreiter erleben seit Jahren eine innige Freundschaft mit einer Biberfamilie. Dies war für sie der Anlass, ihre Erlebnisse in ihrem Buch "Gestatten: Biber" zu verewigen. Dieses Buch ist allerdings so viel mehr, als nur eine Erzählung. Man bekommt hier ein Buch, in dem man Biber richtig kennenlernt. Denn die herrlichen Schilderungen ihrer Erlebnisse, bei denen dem Leser die Liebe der Autoren zu ihren Bibern förmlich von jeder Seite entgegen springt, sind angereichert mit viel Wissenswertem rund um die Biologie der Biber. Erläutert wird hier Anatomie, Sinne, Lebensweise, Ernährung, Sozialleben und der Umgang mit anderen Tieren. Auch die einzelnen Bibercharaktere werden erläutert - denn kein Biber ist wie der andere! Dies alles wird genauso lebendig und unterhaltsam beschrieben wie die Erlebnisse des Autorenehepaares mit "ihren" Bibern. Hier kann man manchmal richtig lachen, denn was z. B. im ersten Moment furchterregend wirkte, war in Wirklichkeit lediglich ein neugieriges begutachten. Aber auch dem ernsten Thema der Streitigkeiten zwischen Biberfreunden und Biberfeinden wird ein Kapitel gewidmet. Ein wichtiges Kapitel - was sich mancher einmal zu Herzen nehmen sollte!

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Veröffentlicht am 23.10.2024

Ein Krimi wie aus einer Zeitkapsel

Alte Taten, neuer Zorn
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Kriminalinspektor Carl Bruns hat im Mai 1949 in Essen einen brisanten Fall zu lösen. Der Richter Dr. Vahrendonk ist vergiftet worden. Carl ermittelt unter Hochdruck, doch für einige Kollegen des Richters ...

Kriminalinspektor Carl Bruns hat im Mai 1949 in Essen einen brisanten Fall zu lösen. Der Richter Dr. Vahrendonk ist vergiftet worden. Carl ermittelt unter Hochdruck, doch für einige Kollegen des Richters forscht er dabei zu viel in der Vergangenheit des Toten. Immer wieder wird er ausgebremst. Neben den vielen Hinterbliebenen der Opfer seiner Todesurteile gibt es auch einige Leute aus seinem heutigen Umfeld, die allen Grund hätten, ihn zu hassen. Carl läuft die Zeit davon, denn auch seine Hochzeit mit Anne steht bevor. Da taucht plötzlich ein ehemaliger Kamerad von Annes totgeglaubtem Ehemann auf und behauptet, daß Heinz noch lebt. Das stellt natürlich die Lebensplanung von Anne und Carl total auf den Kopf. Auch Annes Schwestern Frieda und Lotti haben Probleme, die sie aber gemeinsam lösen wollen. So hoffen sie alle auf ruhigere Zeiten.

Die Romane von Eva Völler sind immer ein Garant für tolle Geschichten. Auch diesmal ist ihr mit dem zweiten Teil ihrer Nachkriegskrimiserie aus dem Ruhrgebiet "Alte Taten, neuer Zorn" ein spektakuläres Buch gelungen. Darin prangert sie die Karrieren vieler Richter und Staatsanwälte an, die nach Kriegsende sofort wieder in den Staatsdienst übernommen wurden. Der Krimi ist überaus spannend und auch das menschliche kommt darin nicht zu kurz. Aus heutiger Sicht kann man sich kaum vorstellen, mit wie wenig die Menschen damals zufrieden waren. Eva Völler beschreibt die Schicksale dieser Leute mit ganz viel Herz. Der Leser fühlt sich deshalb sofort mit den Menschen in diesem Roman verbunden. Bis zum Schluß bleibt man über die Lösung des Falles im Unklaren. Genau so sollte ein realistischer Krimi sein: Spannend und trotzdem menschlich.

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Frisch ermittelt- der Name ist Programm

Frisch ermittelt: Der Fall Hartnagel
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Martha Frisch betreibt eine Heißmangel in Leer. Ihr Geschäft ist ein beliebter Platz, um sich über den neuesten Klatsch auszutauschen. Da ihr Großneffe Franz Polizist ist, ist Martha immer gut informiert. ...

Martha Frisch betreibt eine Heißmangel in Leer. Ihr Geschäft ist ein beliebter Platz, um sich über den neuesten Klatsch auszutauschen. Da ihr Großneffe Franz Polizist ist, ist Martha immer gut informiert. Als eines Tages der Arzt Dr. Rudolf Hartnagel tot im Park des von ihm geleiteten Kinderheimes liegt, ist die Aufregung groß. Er starb durch Zyankali. Kriminalkommissar Onnen, der Vorgesetzte von Hans, möchte den Fall gern als Selbstmord zu den Akten legen, doch Hans und seine Tante Martha sehen das ganz anders. Durch Marthas Untermieter Karl Frerichs, einem Volontär bei der Leeraner Zeitung, kommen sie an Informationen, die den Fall in ein ganz neues Licht stellen. Der Tote hat nach außen hin ein biederes Leben geführt, aber hinter den Kulissen hatte er einiges zu verbergen. So sind es schließlich Martha Frisch und ihr Neffe Hans, die diesen Fall lösen!

Das Autorenduo Christiane Franke und Cornelia Kuhnert hat mit ihrer Krimireihe "Frisch ermittelt" genau ins Schwarze getroffen. Auch das neue Buch "Der Fall Hartnagel" ist wieder sehr gelungen. Der Reiz daran ist auch die Zeit. Gerade die 50er Jahre geben eine besondere Kulisse für diese Krimis. Die Autorinnen fangen diese Zeit hervorragend ein, indem sie ihre Geschichte mit wahren Begebenheiten verbinden. Sie beschreiben darin den Aufbruch in ein neues Leben, obwohl die Vergangenheit noch längst nicht aufgearbeitet wurde. Die Person Martha beinhaltet beides. Sie sieht mutig nach vorne, aber sie denkt oft auch an ihren verstorbenen Mann. Der Krimi ist sehr spannend und voller Wendungen. Das Ende überrascht und stimmt auch etwas traurig. Ein Krimi, der nachdenklich macht!

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