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Veröffentlicht am 20.11.2024

Weltenbibliothek Mondia

Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets
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Die Weltenbibliothek Mondia schlummert tief unter Paris und sorgt dafür, dass die Welt im Gleichgewicht bleibt. Die meisten Menschen wissen nichts von diesem Mysterium, zu ihnen gehört auch die 19-jährige ...

Die Weltenbibliothek Mondia schlummert tief unter Paris und sorgt dafür, dass die Welt im Gleichgewicht bleibt. Die meisten Menschen wissen nichts von diesem Mysterium, zu ihnen gehört auch die 19-jährige Amarena „Remy“. Sie arbeitet am liebsten in ihrer Werkstatt, die sich im Blumenladen ihrer Schwester befindet. Eines Tages kommt Kasimir „Sim“ in das Geschäft und verlangt von Remy ein magisches Kästchen.

Bald erkennt Sim, dass Remy etwas ganz besonderes ist - die letzte Erbin der Ripari. Eine Familie, die seit Jahrhunderten die Weltenbibliothek beschützt. Sim muss Remy ihr schweres Erbe anvertrauen, denn Mondia ist in großer Gefahr und ihre Beschützer müssen sich auch noch vor Feinden in Acht nehmen.

Silent Secrets von Alexandra Flint ist der erste Teil der Mondia-Diologie.

Das Buch beginnt sehr stark, der Prolog erzeugt sofort viele Fragen, die man unbedingt beantwortet wissen möchte und durch den leichten Schreibstil der Autorin, kommt man sehr schnell durch die Geschichte.

Leider konnte mich das Buch inhaltlich mit jeder Seite immer weniger überzeugen. Während der Einstieg noch Spannungen durch Fragen erzeugt, ist die Spannung im Laufe der Geschichte nur noch durch ein „durch die Gegend hetzen“ gegeben. Die Protagonisten reisen an vier verschiedene Orte, doch gefühlt passiert an diesen Orten alles nach einem Muster. Solch Wiederholungen nahmen mir dann nicht nur die Spannung, sondern auch die Freude am Lesen. Rätsel die sich gestellt haben, wurden extrem schnell gelöst und das obwohl diese Rätsel wohl nur die wenigsten 19-jährigen wissen würden.

Dann ist da noch die Weltenbibliothek Mondia, deren System sehr spannend klingt, die aber - wie alles - nur sehr oberflächlich behandelt wird. Nach dem Beenden weiß ich in etwa, wie sie funktioniert, aber ich hätte viel lieber das System erlebt und nicht nur davon berichtet bekommen.

Gut gefallen haben mir die Protagonisten, vor allem Kasimir und Remys Familie, die durchweg empathisch gezeichnet wurden und auch die Grundidee der Geschichte gefällt mir, allerdings hätte ich mir viel mehr Tiefe für die Protagonisten und vor allem für die Welt gewünscht.

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Veröffentlicht am 15.11.2024

Spannungsarm.

Böse Herzen
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Kit McKittrick wird in die Seniorenwohnanlage Shady Oaks gerufen, dort hat man einen fünfundachtzigjährigen Bewohner erstochen aufgefunden und schnell wird klar, dass das Opfer sich gegen seinen Mörder ...

Kit McKittrick wird in die Seniorenwohnanlage Shady Oaks gerufen, dort hat man einen fünfundachtzigjährigen Bewohner erstochen aufgefunden und schnell wird klar, dass das Opfer sich gegen seinen Mörder gewehrt haben muss. Es stellt sich heraus, dass das Opfer ein ehemaliger Polizist ist, doch wer wollte Frankie etwas böses und sind die anderen Bewohner der Seniorenresidenz auch in Gefahr?

Die Bewohner schweigen gegenüber Kit, doch dann taucht Dr. Sam Reeves auf, der ehrenamtlich im Shady Oaks arbeitet und eine gute Beziehung zu den Bewohnern pflegt. Sam kann ihr Schweigen brechen und weckt erneut Gefühle in Kit, die sie lieber nicht fühlen würde.

Nachdem mich der erste Band der San-Diego-Thriller-Reihe einnehmen konnte, habe ich nicht sehr auf den neuen Teil gefreut und musste Böse Herzen direkt lesen. Leider konnten meine Erwartungen in vielen Belangen nicht erfüllt werden.

Die wechselnden Perspektiven von Kit McKittricks und Dr. Sam Reeves’ haben mir wieder sehr gut gefallen und viele Charaktere haben weiterhin an Tiefe gewonnen. Doch neben dieser Entwicklung, gab es sehr viele Aspekte, die sich ständig wiederholt haben und einem das Gefühl gaben, dass wir uns im Kreis bewegen. Obwohl ich die beiden Protagonisten (und auch die Nebencharaktere) sehr mag, war ich zeitweise genervt und gelangweilt, weil wir inhaltlich auf der Stelle getreten sind und kaum weiterkamen.

Der Fall selbst war leider auch ziemlich langweilig und vorhersehbar, sodass ich eher verwirrt war, dass das Ermittlerteam nicht viel eher auf den wahren Täter kam oder ihn zumindest in den Fokus nahm.

Böse Herzen bleibt leider hinter meinen Erwartungen und konnte mich nicht überzeugen, wenn ich nicht bereits Sympathien für die handelnden Charaktere hätte, dann wäre es mir vermutlich noch schwerer gefallen, die Geschichte zu beenden. Durch die Sympathien hat mich die Entwicklung der Figuren interessiert, weswegen ich am Ball blieb. Dennoch hoffe ich, dass eine mögliche Fortsetzung in allen Belangen spannender wird und an den ersten Band anknüpfen kann.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Schneechaos!

Die Winterschwestern
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Zwei Winterschwestern wurden vor langer Zeit getrennt, seitdem sucht die große Schwester ihre Kleine und wird von Jahr zu Jahr trauriger, weswegen das Wetter immer eisiger wird. Auf der Suche nach den ...

Zwei Winterschwestern wurden vor langer Zeit getrennt, seitdem sucht die große Schwester ihre Kleine und wird von Jahr zu Jahr trauriger, weswegen das Wetter immer eisiger wird. Auf der Suche nach den Trollen und ihrem Diebesgut, verlieren sich Ragnar und der zehnjährige Alfred aus den Augen. Der kleine Wikingerjunge trifft auf die kleine Winterschwester und bekommt die Möglichkeit, die beiden Winterschwester wieder zu vereinen.

Die Winterschwestern von Jolan C. Bertrand ist ein magisches, nordisches Winterabenteuer, das mit Zeichnungen von Chevalier Gambette punkten kann. Die Zeichnungen passen hervorragend zur Wikingergeschichte und sehen wunderschön aus.

Die Geschichte selbst konnte leider nicht in dem Maße überzeugen, wie es die Zeichnungen können. Bereits mit der Einführung Ragnars hatte ich meine Probleme - seinen Hintergrund finde ich gut und auch wichtig, dass Kinderbücher diesen aufgreifen, aber wie vieles andere auch, muss das stimmig eingearbeitet werden. Nach der Widmung zu Beginn des Buches, wirkte die Einführung des Themas jedoch leider sehr plump und ohne jegliche Tiefe. Dinge zu erwähnen, die im weiteren Kontext keine Bedeutung haben, werden den wichtigen Themen nicht gerecht und wirken deplatziert.

Dies hat sich auch durch die weitere Geschichte gezogen. Es blieb häufig das Gefühl, das etwas passiert, aber es fehlte das Verständnis warum etwas passiert. Das führte auch dazu, dass teilweise nicht mehr klar war, wo genau man sich gerade befindet. In der realen Welt, in den Gedanken oder in einer Zwischenwelt? Der Klappentext deutet natürlich eine magische Welt an, in der zwei Schwestern den Winter beherrschen. Dennoch kamen hier Dinge hinzu, mit denen nicht unbedingt zu rechnen war und welche die Geschichte teilweise sehr konfus wirken ließen.

Dennoch gab es auch Dinge, die mir gut gefallen haben. So gefällt mir die Figur Ragnar insgesamt sehr gut, ich hätte sie nur gerne viel bewusster eingebaut gesehen und auch die Botschaften der Geschichte finde ich schön, u.a. was Streiche dürfen und wann sie nicht mehr als Streich gelten, aber vor allem, dass man traurig sein darf und dass es dafür nicht immer einen (offensichtlichen) Grund geben muss.

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Alte Zeiten

Das Lied des Propheten
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Eilish Stack muss mitansehen, wie die neu gegründete irische Geheimpolizei ihren Mann Larry mit zum Verhör nimmt. Nur wenige Zeit später verschwindet ihr Mann spurlos. Zurück bleiben Eilish und die vier ...

Eilish Stack muss mitansehen, wie die neu gegründete irische Geheimpolizei ihren Mann Larry mit zum Verhör nimmt. Nur wenige Zeit später verschwindet ihr Mann spurlos. Zurück bleiben Eilish und die vier gemeinsamen Kinder. Wie soll Eilish sein Verschwinden erklären und wie kann sie ihre Kinder vor einem ähnlichen Schicksal schützen?

Das Lied des Propheten erzählt die Geschichte von Eilish und ihrer Familie. Neben ihrem Mann und ihren vier Kindern, spielt auch ihr dementer Vater eine Rolle. Sie alle erleben das neue Irland, das ihnen Angst und Schrecken einjagt.

Paul Lynch erschafft eine Atmosphäre, die die Zerrissenheit Eilish und das düstere ihrer Situation sehr gut transportiert, vor allem die Angst um die eigenen Kinder und die Welt, in der sie groß werden. Die Situation der Familie, auch mit Blick auf den dementen Vater, was das mit einem Macht, welche Gefühle aufkommen und welche Gedanken einen tragen oder zerreißen. Das sind Dinge, die interessant sind und doch irgendwie nicht vollkommen neu.

Denn Das Lied des Propheten war für mich nur durch den Vergleich mit Deutschland, zur Zeit der NSDAP, greifbar. Die Situation, die erschaffen wurde, hat sich für mich leider gar nicht erschlossen. Nur durch den Transfer auf die damalige Zeit, konnte mich das Leid der Familie erreichen, aber eigentlich sollte der Inhalt für sich stehen und nicht erst durch einen solchen Transfer greifbar werden.

Auch der poetische Schreibstil hat sich an manchen Stellen mit dem Inhalt gebissen, sodass die ‚schöne Sprache‘ den eigentlich erschreckenden Inhalt nicht transportieren konnte und diesem daher keinen Gefallen getan hat.

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Veröffentlicht am 20.09.2024

Ein Interview mit Gabriel de León

Das Reich der Vampire
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Seit 27 Jahren existiert der Tagestod in Gabriel de Leóns Leben, denn seitdem ging die Sonne nie wieder auf und die Vampire erobern die Welt. Nur noch wenige Dörfer sind für die Menschen bewohnbar, alle ...

Seit 27 Jahren existiert der Tagestod in Gabriel de Leóns Leben, denn seitdem ging die Sonne nie wieder auf und die Vampire erobern die Welt. Nur noch wenige Dörfer sind für die Menschen bewohnbar, alle anderen wurden von den Vampiren aufgesucht und in Finsternis gehüllt.

Gabriel de León muss in jungen Jahren sein Heimatdorf Lorson und seine Familie hinter sich lassen. Seine neue Heimat ist San Michon, dort gehört er zum Orden der Silberwächter und beginnt sein Leben in der heiligen Bruderschaft, welche die Welt vor den Vampiren schützen möchte. Gabriel de León wird zur größten Hoffnung der Menschheit und zu einer wahren Legende.

Das Reich der Vampire von Jay Kristoff ist der Beginn einer Reihe, die bis heute zwei Teile umfasst und das Leben der Legende Gabriel de León in den Fokus stellt.

Die Erzählweise, die Jay Kristoff für diese Reihe gewählt hat ist außergewöhnlich gut und sorgt dafür, dass man mit dem Protagonisten mitfühlen und -leiden kann. Denn Gabriel de León erzählt seine Geschichte dem Geschichtenschreiber Jean-François, sodass wir zwischen drei Zeitebenen switchen. Neben den zwei Fäden, die Gabriel de León aufmacht, streut Kristoff auch mehrfach Dialoge zwischen Gabriel und Jean-François ein, die für humorvolle Lichtblicke in der ansonsten sehr düsteren Geschichte sorgen.

Der Schreibstil von Jay Kristoff ist außergewöhnlich gut und überträgt die Bilder hervorragend, das hat das Lesen zu keinem Zeitpunkt schwerfällig wirken lassen, obwohl der Inhalt mich nicht komplett umhauen konnte. Dies lag für mich u.a. daran, dass die Zeitsprünge der beiden Stories die Gabriel erzählt so groß waren, dass ich emotional nicht immer folgen konnte und Gabriel in der näheren Vergangenheit nicht komplett nachvollziehen konnte. 

Ein weiterer Aspekt war die große Anzahl von Opfern und Toten, die den einzelnen Verlust irgendwann trivial wirken ließen und somit dafür sorgten, dass mir die Charaktere irgendwann nicht mehr wirklich wichtig waren. Teilweise wirkte das einzelne Schicksal nach copy+paste, weswegen inhaltlich einiges den Eindruck einer bloßen Wiederholung hatte, die sich lediglich durch die Namen unterschied.

Dennoch bleibt am Ende ein besseres Gefühl bestehen, als die Kritik erahnen ließe. Denn trotz allem war das Buch wirklich lesenswert, weil einzelne Stränge extrem intensiv waren und die Verbindung zum Protagonisten, vor allem durch die ferne Vergangenheit sehr stark wurde, sodass das Interesse an ihm durchgehend bestehen blieb.

Außerdem schafft der Autor es, viele aktuelle Probleme in die damalige Zeit zu transportieren, ohne sie 1:1 aufzumalen, er transferiert sie teilweise auf andere Ebenen und gibt einen dadurch Dinge, über die man nachdenken kann, an die Hand.

Auch der angesprochene Humor zwischen Gabriel und Jean-François war eine pure Freude und findet sich phasenweise auch in den Erzählungen wieder, wenngleich ich persönlich mehr Lichtblicke/Humor gebraucht hätte, um am Ende ein schöneres Lesegefühl zu haben.

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