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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2024

Mutter, Tochter und das berühmte Kaffeehaus

Café Hawelka
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In diesem Roman erfahren wir auf zwei Zeitebenen (Ender des zweiten Weltkriegs sowie 1968) die Familiengeschichte von Mutter Else und Tochte Julia, denen beiden die Liebe zum Wiener Kaffeehaus Hawelka ...

In diesem Roman erfahren wir auf zwei Zeitebenen (Ender des zweiten Weltkriegs sowie 1968) die Familiengeschichte von Mutter Else und Tochte Julia, denen beiden die Liebe zum Wiener Kaffeehaus Hawelka gemein ist. Dabei stellt das Cafè von seinen schwierigen Anfängen nach dem Krieg bis hin zur Heimat manch illustrer Gäste in den 60er Jahren tasächlich nur einen schönen gemeinsamen Rahmen um die Familiengeschichte dar.

Else, die nach dem Tod der Mutter und dem Verschwinden des Vaters die kleine Schwester ganz allein aufziehen musste und nach den Kriegswirren im Cafè Hawelka sowohl Unterschlupf als auch Arbeit fand, ist der Familie Hawelka zeitlebens verbunden geblieben. Muss aber ihre Familiengeschichte womöglich neu geschrieben werden? Schließlich gab es im Krieg auch noch einen kleinen Bruder, der, vermeintlich zurückgeblieben, in einer Kinderpsychatrie untergebracht werden sollte. Per Zufall bringt später Julia durch ihren Job in einer Anwaltskanzlei den entsprechenden Stein ins Rollen.

Der Roman hat mich gut unterhalten, ich fühlte mich so manches Mal mittendrin im Cafè, der Kaffeeduft strömte mir förmlich aus den Buchseiten entgegen, so plastisch wurde hier ein auch in der Realität existierendes Cafè beschrieben. Die Geschichte der jungen Else hat mich mitgenommen, sie war für mich aber nicht allzu tiefgründig ausgearbeitet. Dabei stellten die beiden Zeitebenen eine gelungene Abwechslung dar, die auch leicht nachvollziehbar war. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Historie und Unterhaltung, das sich leicht lesen lässt, daher eine Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Spannende Geschichte

Eisfeld - Der Fall Katharina S.
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Mara Eisfeld hat gerade ihre neue Stelle als leitende Ermittlerin bei der Mordkommission in Berlin angetreten, als sie mit ihrem Team zum Mord an einem Einbrecher gerufen wird. In dem ansonsten leerstehenden ...

Mara Eisfeld hat gerade ihre neue Stelle als leitende Ermittlerin bei der Mordkommission in Berlin angetreten, als sie mit ihrem Team zum Mord an einem Einbrecher gerufen wird. In dem ansonsten leerstehenden Haus stossen sie schnell auf Hinweise, dass dort eine seit Jahren verschwundene junge Frau gefangengehalten wurde. Nun gilt es, den Hausbesitzer zu finden, der als Hauptverdächtiger gilt.

Dieser wohl als Serie geplante Krimi hat mich bestens unterhalten. Da man eigentlich von Beginn an den Täter kennt, konzentriert sich hier die Geschichte überwiegend darauf, ihn sowie die verschwundene Frau aufzuspüren, für mich hier mal ein ganz neuer und interessanter Ansatz. Die Suche gestaltet sich extrem spannend und auch gefährlich für die Ermittler, der Täter ist ihnen immer irgendwie einen Schritt voraus. Auch Erläuterungen zum privaten Umfeld der Kommissarin beleben die Geschte zusätzlich. Auf einen weiteren Band rund um Mara Eisfeld freue ich mich jetzt schon.

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Lust oder Gewohnheit?

Dirty Diana: Das Erwachen
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Im ersten Roman einer auf drei Bände ausgelegten Reihe lernen wir Diana kennen, seit Jahren verheiratet und offenbar sexuell unzufrieden in einer nicht wirklich unglücklichen, jedoch eingefahrenen Ehe. ...

Im ersten Roman einer auf drei Bände ausgelegten Reihe lernen wir Diana kennen, seit Jahren verheiratet und offenbar sexuell unzufrieden in einer nicht wirklich unglücklichen, jedoch eingefahrenen Ehe. Diana ist Künstlerin, malt  unter anderem Frauen, die sie zuvor in Bezug auf ihre sexuellen Fantasien interviewt hat. 

Wir erleben hier Diana auf zwei Zeitebenen: als junge Frau, wo sie in ihrer damaligen Beziehung grosse sexuelle Erfüllung, jedoch keine Dauerhaftigkeit kennenlernen durfte, sowie in der Gegenwart, in der sie sich mehr und mehr ihrem Mann entfremdet fühlt.

Der Zeitenwechsel hat mir hier sehr gut gefallen, beide Dianas sind für mich mit ihren Gefühlen sehr gut nachvollziehbar dargestellt, den ein oder anderen ihrer Gedanken hatte man als Leserin vielleicht selbst schon einmal. Das Buch ist flüssig und leichtgängig lesbar. Obwohl die Geschichte einige Längen aufweist, macht mich der überraschende Cliffhanger am Ende des Buches doch sehr neugierig auf den Folgeband, den ich auch gerne noch lesen werde.

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Atmosphärische Geschichte

Die Gräfin
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Im zweiten Weltkrieg stürzt der junge englische Pilot James mit seiner Maschine auf der nordfriesischen Hallig Südfall ab. Dort wird er am Strand von der dort mit ihren zwei Bediensten lebenden achtzigjährigen ...

Im zweiten Weltkrieg stürzt der junge englische Pilot James mit seiner Maschine auf der nordfriesischen Hallig Südfall ab. Dort wird er am Strand von der dort mit ihren zwei Bediensten lebenden achtzigjährigen Hallig-Gräfin Diana gefunden und medizinisch versorgt. Misstrauisch beäugen sich in den kommenden Tagen die beiden durch den Krieg "verfeindeten" Parteien.
Diese über sechs Tage laufende Geschichte kommt sehr ruhig daher und beschreibt wunderbar das einsame Leben auf der Hallig und ihrer wenigen Bewohner. Dabei wird gerade der Gegensatz zwischen der Gräfin in ihrer selbstgewählten Einsamkeit und ihren beiden Angestellten deutlich, der jungen Haustochter Meta und dem alten Gehilfen Maschmann, der auch gerne schon mal in seinen nordfriesischen Dialekt verfällt. Der englische Eindringling bringt das eingefahrene Leben doch ein wenig durcheinander, ohne wirklich zu stören.
Tatsächlich passiert in dieser Geschichte nichts wirklich Aufregendes, wichtig sind hier für mich die feinen atmosphärischen Spannungen, die zwischen den Charakteten liegen und die ausgefeilte Beschreibung des einsamen Hallig-Lebens.
Die Tatsache, dass die Person der Hallig-Gräfin historisch belegt ist, macht den Roman für mich noch umso interessanter.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Bücherschrank der Emotionen

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Versehentlich stellt Erin nach einer Aufräumaktion in einem öffentlichen Bücherschrank ihr Lieblingsbuch ein, in dem sich auch noch eine Karte ihrer verstorbenen Freundin befand. James findet dieses Buch ...

Versehentlich stellt Erin nach einer Aufräumaktion in einem öffentlichen Bücherschrank ihr Lieblingsbuch ein, in dem sich auch noch eine Karte ihrer verstorbenen Freundin befand. James findet dieses Buch und stellt es wieder zurück, nachdem er einige Kommentare zu Erins Schreibnotizen am Rand des Buches verfasst hat. So finden die beiden Unbekannten über weitere Bücher eine Art der Kommunikation für sich, über die sie bald Sympathie füreinander empfinden. Wird sich hier noch die Möglichkeit für ein persönliches Treffen ergeben und wie läuft dieses dann ab?

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptdarsteller geschrieben, wodurch sich mir als Leserin ein guter Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt der beiden ergibt. Auch die jeweilige Lebenssituation der beiden lent man kennen. Es handelt sich weder um eine reine romantische Geschichte, noch um ein Eintauchen in die Welt der Bücher. Man lernt vielmehr sehr sensible Charaktere kennen, die mit einigen Dingen in ihrer Vergangenheit noch nicht so richtig abgeschlossen haben.

Zum Ende hin lief es dabei etwas zu perfekt, insgesamt hat mich dieser leicht tiefgründige Roman jedoch gut unterhalten und auch berührt, gerne eine Leseempfehlung von mir!

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