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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2017

Le Floch ermittelt im 17. Jahrhundert

Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel
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Ich liebe Frankreich, seine Geschichte und historische Krimis, also ist diese Reihe perfekt für mich.
Nicolas Le Floch, ein Findelkind aus der Bretagne, wird von seinem adligen Patenonkel mit einem Empfehlungsschreiben ...

Ich liebe Frankreich, seine Geschichte und historische Krimis, also ist diese Reihe perfekt für mich.
Nicolas Le Floch, ein Findelkind aus der Bretagne, wird von seinem adligen Patenonkel mit einem Empfehlungsschreiben nach Paris geschickt, um dort bei der Polizei zu arbeiten. Gerade zurück von einem Abstecher in die Heimat, muss er in seinem ersten Fall ermitteln, der brisante Hintergründe hat. Erst ist es lediglich ein Vermisstenfall, doch schon bald wird es komplexer.
Ein interessanter, komplexer Fall, gut ausgearbeitete Charaktere und immer wieder Bezüge zur Geschichte und zum Paris am Ende des Ancien Régime machen für mich das Besondere aus. Die Auflösung des Falles ist überzeugend und lässt mich nun schon auf die Fortsetzung warten.

Veröffentlicht am 14.11.2017

Glasengel für die Königin

Winterengel
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Seit dem Tod des Vaters zwei Jahre zuvor kommt Anna alleine für den Unterhalt der Familie auf. Ihre Schwester ist erst zwölf, hilft aber wo sie kann und ihre Mutter hat starkes Rheuma. Da der Vater sich ...

Seit dem Tod des Vaters zwei Jahre zuvor kommt Anna alleine für den Unterhalt der Familie auf. Ihre Schwester ist erst zwölf, hilft aber wo sie kann und ihre Mutter hat starkes Rheuma. Da der Vater sich verschuldet hatte, musste auch seine Glasbläserwerkstatt verkauft werden und Anna ist nun Hilfsarbeiterin in der Werkstatt von Meister Philipp. Nach der Arbeit darf sie dort ihre Glasengel machen, die sie auf dem Markt verkauft. Wenzel würde sie gerne heiraten, doch Anna mag ihn nur als Freund, doch welch andere Möglichkeiten bleiben ihr? Bis eines Tages ein Brief auf Geheiß der Königin von England ankommt, die Annas Glasengel sehen und eventuell für ihren Weihnachtsbaum kaufen wird. Anna entscheidet sich für die Reise ins Ungewisse und gemeinsam mit Mr. John Evans macht sie sich auf den Weg von Schwaben nach London.

Ein Roman zum Wohlfühlen, der einen in Weihnachtsstimmung bringt. Allerdings gab es für mich einige Unstimmigkeiten wie zum Beispiel die Frage, wie Anna es schafft, im Kleid zu reiten - und zwar nicht im Damensitz. Doch das sind Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen sollte.
Eine zauberhafte verschneite Winterwelt und die Gewissheit, dass es gut ausgehen wird trotz einiger Turbulenzen.

Veröffentlicht am 08.11.2017

Faszinierend

Die Schlange von Essex
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Protagonistin Cora Seaborne ist Witwe und zieht Ende des 19. Jahrhunderts von London nach Aldwinter an die Küste. Cora ist für ihr Zeitalter fortschrittlich und emanzipiert. Sie ist Naturwissenschaftlerin ...

Protagonistin Cora Seaborne ist Witwe und zieht Ende des 19. Jahrhunderts von London nach Aldwinter an die Küste. Cora ist für ihr Zeitalter fortschrittlich und emanzipiert. Sie ist Naturwissenschaftlerin und kennt sich mit den Forschungen von Charles Darwin aus, die durchaus nicht unumstritten waren und vielen als zu provokant galten, so auch dem Pfarrer William Ransome, mit dem sie immer wieder in Streit gerät, doch andererseits gibt es zwischen diesen beiden unterschiedlichen Menschen eine nicht zu leugnende Anziehungskraft.
Nicht zu unrecht wird dieses Buch hochgelobt. Ein faszinierender Schreibstil und eine interessante Geschichte. Die detaillierten Beschreibungen und die Art der Erzählungen haben mir gut gefallen.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Eindringlich

Weißzeit
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Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der 16jährigen Vega und der Leser erfährt erst nach und nach, worum es geht. Die Polizei kommt und sucht nach ihrem Bruder, doch Vega verrät nicht, wo er ist bzw. ...

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der 16jährigen Vega und der Leser erfährt erst nach und nach, worum es geht. Die Polizei kommt und sucht nach ihrem Bruder, doch Vega verrät nicht, wo er ist bzw. sein könnte. Sie macht sich auch auf die Suche nach ihm, aber warum die Polizei Jakob sucht, erfährt man erst später. Die ganze Geschichte konzentriert sich auf wenige Tage, es wird (zu viel) geraucht und getrunken, aber das ist vermutlich eher eine realistische Darstellung. Die Einsamkeit dieser abgelegenen Gegend, der einsamsten in ganz Småland, die Vorherrschaft des dunklen Herbstwaldes wird eindringlich beschrieben. Die Frage nach dem Zusammenhang, warum die einzelnen Personen so gehandelt haben stehen hier mehr im Vordergrund als eine leicht nachvollziehbare schnelle Handlung mit einer einfachen Lösung.
Auf mich hat die Lektüre eine Sogwirkung ausgeübt und das Buch war viel zu schnell ausgelesen.

Veröffentlicht am 15.10.2017

Zwei ungleiche Schwestern

Die Nachtigall
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Die Mutter von Vianne und Isabelle ist gestorben, als Vianne ein junges Mädchen und Isabelle erst vier Jahre alt war. Der Vater ist in seiner Trauer gefangen und kümmert sich nicht um die Mädchen. Vianne ...

Die Mutter von Vianne und Isabelle ist gestorben, als Vianne ein junges Mädchen und Isabelle erst vier Jahre alt war. Der Vater ist in seiner Trauer gefangen und kümmert sich nicht um die Mädchen. Vianne heiratet schon mit 16 und Isabelle fliegt von einem Internat nach dem anderen.
Dann beginnt der zweite Weltkrieg. Vianne lebt mit Mann und Tochter in einem kleinen Ort, Isabelle flüchtet sich aus dem Internat nach Paris zum Vater, der sie jedoch nicht bei sich haben möchte und zu ihrer Schwester schickt, wo sie nach einer entbehrungsreichen Flucht ankommt. Viannes Mann ist Kriegsgefangener, recht bald wird ein Deutscher bei ihr zu Hause einquartiert. Sie versucht zu überleben und möglichst nicht aufzufallen. Das ist Isabelle nicht genug und so schließt sie sich bald dem Widerstand an. Der Deckname "Nachtigall" war mir zu offensichtlich, denn dies ist der Nachname, aber nun ja.
Ein gutes Buch über den Weg zweier Frauen, die sich im Krieg behaupten und beide auf ihre Weise mit der Situation klar kommen, helfen und Widerstand leisten. Hier geht es immer nur am Rande um Männer. Es handelt sich aber um einen Roman mit einigen künstlerischen Freiheiten, der jedoch zum Nachlesen über die historischen Ereignisse anregt. Die Rolle der Kollaboration bleibt jedoch ein wenig farblos. Auch die Chronologie des Krieges ist nicht so wichtig, aber es geht hier mehr um die Frauen und ihre Rolle.