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Venatrix

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Geht unter die Haut

Wald im Haus
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In diesem Roman, der Erzählkunst vom Allerfeinsten ist, lässt Autorin Alena Mornštajnová eine junge Frau mit den Erinnerungen an ihre Kindheit als Ich-Erzählerin auftreten. Die Autorin gönnt dem Mädchen ...

In diesem Roman, der Erzählkunst vom Allerfeinsten ist, lässt Autorin Alena Mornštajnová eine junge Frau mit den Erinnerungen an ihre Kindheit als Ich-Erzählerin auftreten. Die Autorin gönnt dem Mädchen nicht einmal einen Vornamen. Von ihrer Familie wird sie abwertend nur „Trutschel“ genannt. Das Mädchen wird mit Vorhaltungen über ihre eigene Schlechtigkeit und die ständige Drohung mit dem Kinderheim, ganz klein und eingeschüchtert gehalten. Welche Stimmung in dieser Familie, der Mutter, Großmutter und Großvater angehören (ein vermeintlicher Vater verschwindet spurlos), erkennt der Leser daran, dass ihm Großmutter und Mutter unisono erklären, dass es besser abgetrieben worden wäre. Außerdem wird dem Kind Angst vor Fremden gemacht. Was das mit der Seele eine kleinen Mädchens macht, kann man sich vorstellen.

„In der Gegenwart von Oma war ich ein undankbares, verbittertes Mädchen, für Opa war ich ein Angsthase, für Mama eine Tochter, die ihr eine Last war.“ (S. 68)

Das Mädchen hat kaum Kontakte zu anderen Kindern, weshalb es sich Monika, eine imaginäre Freundin, zulegt. Auch in der Schule bleibt es lange alleine, denn man hat ihm eingeschärft, nichts, aber auch gar nichts über die Familie zu erzählen. Langsam freundet sie sich mit der Banknachbarin Ester an. Als Jakub und Adam, zwei Brüder aus einer höheren Klasse, mit dem Mädchen in Kontakt treten, kommt es mit Ester zu einer folgenschwerer Bemerkung aus „Trutschels“ Familie, die die Welt des Mädchens als auch jene der Brüder gänzlich aus den Fugen geraten lässt.

„Die Fragen kamen wie Gewehrsalven, aber ich saß da wie festgefroren und weinte. Ich schwieg, nicht einmal nicken konnte ich. Ich hatte Angst, solche Angst. Alles, was ich fühlte war Angst und vor allem: Hass. Ich hasste mich selbst und war voller Wut. Ich hasste die Frau, die mir gegenübersaß, wegen der schrecklichen Gefühle, die sie mit ihren Fragen in mir auslöste.“ (S. 175)

Als dann auch noch die Mutter verschwindet, ist sie mit der ewig zornigen Großmutter, dem Großvater sowie ihrer Angst vor dem Wald, der an das Haus angrenzt und der voller Bedrohung ist, alleine. Und das Mantra „Du wirst wie deine Mutter enden - und das geschieht dir recht.“ begleitet das Mädchen sein Leben lang.

Es gelingt dem Mädchen nach einigen Jahren diesem bedrückenden und bedrohlichen Umfeld zu entkommen. Doch dann wird sie von der Vergangenheit eingeholt ....

Meine Meinung:

Dieser Roman, der sich so ähnlich auch in der Realität abspielen kann, hat mich tief berührt.

In ihren Rückblenden erzählt das nunmehr erwachsen Mädchen, in welchem Klima der Angst es aufgewachsen ist, ohne die Situation richtig benennen zu können. Sie kannte ja nichts anderes. Freundliche Menschen waren und sind ihr suspekt. Sie machen ihr noch mehr Angst, als die Großmutter und der Großvater.

Spätestens als sich die kleine Ich-Erzählerin mit ihrer imaginären Freundin Monika in den hintersten Winkel ihrer Kammer zurückzieht, ist mir klar, was in dieser dysfunktionalen Familie los ist.

Genial finde ich den Konnex von Titel und Wald, der gleich hinter dem Haus der Großeltern beginnt. Der Wald ist dunkel und bedrohlich, denn die Großmutter erzählt ihrer Enkelin allerlei Schauergeschichten, dass im Wald unfolgsame, kleine Mädchen auf Nimmerwiedersehen verschwinden, was auch von einem Gedenkstein bewiesen wird, der an die fünfjährige Blanka erinnert, die plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war. Doch gleichzeitig ist der Duft des Waldes ein vertrautes Gefühl, denn der Großvater riecht nach ihm.

Autorin Alena Mornštajnová lässt uns an den Gedanken der Neunjährigen teilhaben, die systematisch gedemütigt und verletzt wird. Sie kann, dermaßen eingeschüchtert, dass Unaussprechliche nicht in Worte fassen, sodass neben ihr, letztlich Jakub und Adam die Zeche zahlen müssen.

Das Buch entwickelt eine Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Sprachlich ist er ein Genuss, wenn auch das Thema bedrückend ist. Nicht die Fremden sind jene, vor der man sich fürchten muss, sondern die eigene Familie.

Fazit:

Diesem Roman, der in seiner Erzählkunst beeindruckt, gebe ich gerne eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 26.10.2024

Eine gelungene Fortsetzung

Tod auf dem Opernball
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Der Opernball, der jedes Jahr am Donnerstag vor Aschermittwoch stattfindet, ist der Höhepunkt der Wiener Ballsaison. Nicht nur, dass er der einzige Abend im Jahr ist, an dem die Staatsoper schwarze Zahlen ...

Der Opernball, der jedes Jahr am Donnerstag vor Aschermittwoch stattfindet, ist der Höhepunkt der Wiener Ballsaison. Nicht nur, dass er der einzige Abend im Jahr ist, an dem die Staatsoper schwarze Zahlen schreibt, ist er ein Society-Event, das seinesgleichen sucht. Nachdem er schon mehrmals als Hintergrund für Krimis oder Romane gedient hat, darf er diesmal die Kulisse für Sarah Paulis 14. Fall sein.

Vor laufender Kamera bricht die junge umschwärmte Schauspielerin Nina Seidling zusammen. Sarah Paulis Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos. Zunächst wird der Tod der Frau als mögliche Folge eines Drogenkonsums behandelt, doch Sarah hat die Vermutung, dass er mit jener Nachricht, die sie kurz vor dem Opernball erhalten hat, zusammenhängt. Martin Stein, Chefinspektor bei der Kriminalpolizei mit dem Sarah Pauli schon einige Verbrechen gelöst hat, misst dem Schreiben wenig Bedeutung bei.

Doch als abermals rätselhafte Schreiben in der Redaktion eingehen und eine weitere Person, die mit Nina Seidling bekannt war, stirbt, kann ein Zusammenhang nicht weiter geleugnet werden.

Nur, welche Auflösung verbirgt sich hinter den Rätseln in den Ankündigungen? Und wer soll das dritte Opfer sein?

Meine Meinung:

In ihrem 14. Fall für Sarah Pauli zieht Beate Maxian wieder alle Register. Wir dürfen sowohl Einblick in das Rundherum zum Opernball als auch in die Geschäfte, die dort angebahnt werden. Daneben lernen wir das Business einer Influencerin kennen, das, wenn es erfolgreich sein will, manchmal doch auch harte Arbeit ist, in der dann die Scheinwelt mit der Wirklichkeit verschmelzen kann.

Als gewiefte Krimileserin hatte ich recht bald einen Verdacht, wer hinter den Morden stecken könnte und wurde in meiner Hypothese bestätigt. Trotzdem habe ich es sehr spannend gefunden, wie Sarah Pauli ihre Intuition sowie ihre Verbindungen nutzt, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Die neuen Charaktere sind wieder sehr gut herausgearbeitet. Die bereits bekannten dürfen sich ein wenig weiter entwickeln.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem 14. Krimi rund um Sarah Pauli 5 Sterne.

Veröffentlicht am 26.10.2024

Ein gelungener hist. Roman

Die Mitford Schwestern
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Dieses Buch aus der Reihe „Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“ von Marie Benedict ist das 6., das ich von der Autorin gelesen habe.

Wie Marie Benedict im Nachwort erzählt, ist sie bei ihren ...

Dieses Buch aus der Reihe „Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“ von Marie Benedict ist das 6., das ich von der Autorin gelesen habe.

Wie Marie Benedict im Nachwort erzählt, ist sie bei ihren Recherchen zu „Lady Churchill“ mehrfach über die Mitford-Schwestern gestolpert. Doch halt, nicht über alle sechs, sondern hauptsächlich über Diana, Unity und Nancy. Von diesen drei Schwestern wird auch in diesem Buch vorrangig die Rede sein.

Wer sind also die Mitford-Schwestern, die noch einen Bruder, Thomas (1909-1945), haben?

Nancy (1904-1973)
Pamela (1907-1994)
Diana (1910-2003)
Unitiy (1914-1948)
Jessica (1917-1996)
Deborah (1920-2014)

Sie sind Töchter einer alten englischen Aristokratenfamilie, deren „Lebensaufgabe“ es sein sollte, einen reichen Ehemann zu finden und zahlreiche Kinder zu bekommen. Ihr Leben pendelt zunächst zwischen Kleideranproben, Langeweile und Dinnerpartys. Ihre Bildung erhalten sie bis auf Diana, die für sechs Monate auf eine Privatschule in Paris geschickt wird, ausschließlich durch Hauslehrer.
Diana, die mit dem Brauereierben Bryan Walter Guiness verheiratet ist, beginnt 1932 mit Sir Oswald Mosley ein Verhältnis, das 1936 in einer Ehe münden sollte. Bei dieser Trauung in Berlin sind Hitler und Goebbels anwesend.

Die blonde, blauäugige und 1,80m große Unity ist schon zuvor nach Deutschland gereist und hat Hitler kennengelernt. Der stellt ihr eine zuvor arisierte Wohnung in München samt Auto und Chauffeur zur Verfügung. Zwischen 1935 und 1939 gehörte sie zum inneren Kreis der NSDAP und versorgt Hitler & Co mit Details aus Englands Politik. Am 3. September 1939, dem Tag der Kriegserklärung an England, unternimmt Unity eine Suizidversuch, der missglückt.

Während Diana und Unity sich zu fanatischen Anhängerinnen von Adolf Hitler und den Nazis entwickeln, sieht Nancy die älteste der Schwester sowohl die politische als auch die persönliche Entwicklung von Diana und Unity äußerst kritisch. Sie wird, als Nazi-Deutschland Großbritannien den Krieg erklärt, Diana für den Britischen Geheimdienst aushorchen, Dokumente entwenden und sie Winston Churchill, mit denen die Mitfords über dessen Schwägerin verwandt sind, zuspielen.

Jessica hingegen wendet sich den Kommunisten zu und verlässt Großbritannien.

Soweit der historische Rahmen, in dem dieser Roman, der in kurze Kapitel, die mit Datum und dem Namen jener Schwester überschrieben ist, aus deren Sicht die jeweilige Episode in den Jahren 1932 bis 1941 erzählt wird, spielt.

Recht deutlich kommt heraus, dass die Familienmitglieder in ihrer Einstellung zu Nazi-Deutschland höchst zerrissen war. Diana und Unity fanatische Anhängerinnen Hitlers, Jessica eine Kommunistin, Nancy, die für England spioniert und selbst die Mutter scheint sich für die Faschisten erwärmen zu können, während für Vater Mitford die Deutschen nur „The Hons“ (die Hunnen) sind. Selbst die Internierung von Diana und Mosley ändert nicht an deren Weltanschauung.

Erschreckend zu lesen ist auch, wie viele Anhänger der Faschismus auch in Großbritannien hat. Vor allem die adelige Gesellschaft hat große Sympathien für den Faschismus. Mosely steht hier nicht alleine da. Diese Sympathien reicht bis in Königshaus und kostet mit einigen anderen Gründen, Edward VIII. den Thron. Auch wenn der „offizielle“ Grund seiner Abdankung die geplante Hochzeit mit seiner zweifach geschiedenen Geliebte, der Amerikanerin Wallis Simpson war.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und spannend. Die Leser erhalten einen Einblick in die abgehobene Lebensweise Englands High Society. Der Roman ist penibel recherchiert und gekonnt erzählt. Einzelne Ereignisse werden durch die drei Schwestern Nancy, Daina und Unity aus den jeweils unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

Durch ihre fanatische Begeisterung für Hitler und den Faschismus sind Diana und Unity die bekanntesten der MItford-Schwestern während Nancy, Jessica und Deborah als Schriftstellerinnen Erfolg hatten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Roman, der die komplexe Gemengelage der politischen Einstellungen einer aristokratischen Familie zum Inhalt hat, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 24.10.2024

Penibel recherchiert und opulent erzählt

Tod und Teufel
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Frank Schätzing entführt uns auf die Großbaustelle des Kölner Dom im Jahre 1260. Überall dort, wo viel Geld, Macht und Einfluss im Spiel sind, sind Intrigen und Korruption nicht weit. So auch auf dieser ...

Frank Schätzing entführt uns auf die Großbaustelle des Kölner Dom im Jahre 1260. Überall dort, wo viel Geld, Macht und Einfluss im Spiel sind, sind Intrigen und Korruption nicht weit. So auch auf dieser Baustelle, wo zu Ehren Gottes, die schönste Kathedrale mit den höchsten Türmen entstehen soll.

Im Sog der Handwerker, die aus allen Teilen Europas in das mittelalterliche Köln, das damals noch mit C und Doppel-L, also Cölln, geschrieben worden ist, wollen unterschiedliche Menschen ein kleines oder größeres Stück vom Kuchen, darunter Jacob, ein kleiner Dieb und Herumtreiber.

Jacob beobachtet ungewollt wie der leitende Baumeister der Dombaustelle, Gerhard Morart, von einer dunklen Gestalt vom Gerüst gestoßen wird. Blöderweise wird er selbst vom Mörder gesehen. Nun beginnt eine gnadenlose Jagd auf den Zeugen. Jeder, dem Jacob von seiner Beobachtung erzählt, ist wenig später selbst tot, denn wie es scheint, ist Jacob in eine umfassende Verschwörung geraten, die den Tod des Erzbischofs plant.

Jacob kann niemandem mehr vertrauen. Unterschlupf findet er bei Jaspar, einem versoffener Kleriker, und dessen Nichte Richmodis. Die beiden beschließen, Jacob zu helfen, die Verschwörung aufzudecken und die Ermordung des Erzbischofs zu verhindern. Doch wird das gelingen? Die Gegner besitzen Macht, Geld und Einfluss.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist im Jahre 1995 (!) erstmals erschienen und bereits mehrmals neu aufgelegt. Anlässlich der Veröffentlichung von „Helden“, des zweiten Teils der Jacob-Trilogie im Oktober 2024, hat der Verlag Emons, nun „Tod und Teufel“ abermals als Hardcover herausgebracht.

Da ich im Frühjahr 2024 bei einem mehrtägigen Besuch das mittelalterliche Cölln unter fachkundiger Anleitung kennenlernen durfte, habe ich mich recht bald in diesem historischen Kriminalroman zurecht gefunden.

Frank Schätzing hat penibel die Geschichte Cöllns recherchiert und auch das damalige Weltgeschehen wie Kreuzzüge und die übermächtige katholische Kirche in seinen Roman eingebunden. Der Autor fesselt seine Leser mit stetig wachsender Spannung sowie häufigen Perspektivenwechsel. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Jacob, aber auch aus Sicht der einzelnen Verschwörer, der Mitglieder einer bekannten Kölner Patrizierfamilie sowie des gedungenen Mörders erzählt. Zunächst scheint es, als ob der Mörder alle Vorteile auf seiner Seite hätte. Doch er unterschätzt Jacob, den man nicht umsonst Jacob, den Fuchs nennt.

An manchen Stellen erinnert dieser Roman an Ken Folletts „Kingsbridge-Reihe“, weil ähnlich opulent und detailreich.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem penibel recherchierten und opulent erzählten historischen Roman, der der erste der Jacob-Trilogie ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.10.2024

Fasziniernde Erkenntnisse

Cold Case Ötzi
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Als ein deutsches Ehepaar am 19. September 1991 eine teilweise aus dem Gletschereis herausragende, mumifizierte Leiche auf dem Tisenjoch entdeckt hat, weiß noch niemand, welche Bedeutung dieser Fund haben ...

Als ein deutsches Ehepaar am 19. September 1991 eine teilweise aus dem Gletschereis herausragende, mumifizierte Leiche auf dem Tisenjoch entdeckt hat, weiß noch niemand, welche Bedeutung dieser Fund haben wird. Es die als „Ötzi“ bekannte, mehr als 5.000 Jahre alte natürliche Mumie eines Mannes, die nach wie vor Rätsel aufgibt.

In diesem Buch beschreibt Josef Rohrer wie Alexander Horn, Oliver Peschel und Andreas Putzer, drei Experten aus den Bereichen Operative Fallanalyse, forensische Pathologie und hochalpine Archäologie, den 5.000 Jahre alten „Cold Case Ötzi“ mit wissenschaftlichen Methoden von heute untersuchen. Als „Schreibfräulein“ fungiert Autor, Journalist und Kurator zahlreicher Ausstellungen Josef Rohrer.

Die Experten, die sich für einige Tage auf eine Südtiroler Berghütte zurückgezogen haben, sortieren die zahlreichen Informationen und bekannte Fakten, versuchen die damaligen Lebensumstände an Hand von bekannten anderen archäologischen Funden zu rekonstruieren und entwerfen ein mögliches gesellschaftliches Umfeld des Toten. Manche ihrer Hypothesen verwerfen sie gleich wieder, andere werden näher betrachtet.

In folgenden acht Kapiteln werden sowohl die Vorgehensweise als auch die Schlüsse aus den Diskussionen erläutert:

Ockhams Rasiermesser
Ein Kupferbeil, 61 Tattoos
Ein mickriger Dolch und ein Comic
Zwei Pfeile und kein Bogen
Auf der Flucht. Aber weshalb?
Das Rätsel der Hopfenbuche
Schuss aus dem Hinterhalt
Ein Bild des Täters

Was genau die Experten herausgefunden haben und wie sie dabei im Detail vorgegangen sind, kann in diesem sehr interessanten Buch nachgelesen werden.

Meine Meinung:

Josef Rohrer hat hier eine fesselnde Zusammenfassung der Gespräche, Gedanken und Hypothesen dieser Expertenrunde geschrieben, die uns Laien einen Einblick in diese Fachgebiete gewährt.

Zur besseren Erläuterung sind manche Diskussionen im genauen Wortlaut aufgezeichnet. Zahlreiche Fotos der Region, von Ötzi und seiner Ausrüstung, Ausschnitte aus Landkarten, Skizzen und die Erklärungen wie der Tote aus der Kupferzeit seine Gegenstände gebraucht hat, ergänzen diese höchst interessante Spurensuche.

„Doch gerade weil dieser Cold Case nie ganz aufzuklären sein wird, bleibt er eine geile G’schicht.“ (Alexander Horn, operativer Fallanalyst)

Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem faszinierendem Buch, das ein klein wenig Licht in diesen „very Cold Case“ bringt, 5 Sterne.