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Veröffentlicht am 19.03.2025

Düstere Endzeitstimmung, mit einer berührenden, hoffnungsvollen Geschichte

The Last Bookstore on Earth
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Inhalt:

Seit dem großen Sturm hat sich die Welt verändert. Kaum ein Mobilfunkmast steht noch, die globale Kommunikation ist zusammengebrochen. Läden wurden geplündert, und Menschen, die sich nicht vor ...

Inhalt:

Seit dem großen Sturm hat sich die Welt verändert. Kaum ein Mobilfunkmast steht noch, die globale Kommunikation ist zusammengebrochen. Läden wurden geplündert, und Menschen, die sich nicht vor dem sauren Regen schützen konnten, haben ihr Leben verloren. Eine neue Zeit ist angebrochen – eine, in der nur die Stärksten überleben.

Liz gehört nicht zu ihnen. Die junge Frau hat moralische Ambitionen und unterlässt es mithin, verlassene Häuser zu plündern. Sie weiß nicht, wie man ein Loch im Dach repariert, und wenn sie sich verteidigen müsste, wäre ihr erster Impuls, einen Wälzer wie "Anna Karenina" aus dem Regal zu reißen und diesen einem Eindringling über den Kopf zu schlagen.

Seit dem großen Sturm und dem Zusammenbruch der Welt, wie sie sie kannte, hat Liz niemanden mehr, bei dem sie Halt finden könnte. Die einzige Konstante in ihrem Leben ist die Buchhandlung, in der sie gearbeitet hat. Mit ihren verblichenen Karten im Ständer, der quietschenden Tür, den verrottenden Dielen, den zerbrochenen Fenstern und dem Loch im Dach ist sie zu Liz' Zuflucht und Fixstern geworden.

Jeden Morgen dreht Liz das "Geöffnet"-Schild an der Tür um, in der Hoffnung, dass jemand ein Buch benötigt oder eine Nachricht für Reisende hinterlassen möchte – im Tausch gegen Lebensmittel, Batterien oder alles, was die Menschen entbehren können.

Für Liz ist die Buchhandlung ihr Zuhause, der letzte Rest von Normalität. Doch diese Sicherheit ist trügerisch. Als eines Nachts ein Geräusch vor der Tür ertönt, ahnt Liz, dass ihr letzter Rückzugsort in Gefahr ist …



Meinung:

Als ich das erste Mal das Cover von "The Last Bookstore on Earth" gesehen und den Klappentext gelesen hatte, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch würde lesen müssen. Es war mein absolutes Wunschbuch für 2025. Meine Erwartungen waren hoch, und ich war voller Vorfreude auf diese "cozy Dystopie".

Das Buch wird diesen Erwartungen auf jeder Seite gerecht. Bereits auf den ersten Seiten zog mich Lily Braun-Arnolds Endzeitsetting in den Bann. Ich konnte mich sofort in Liz hineinversetzen – eine Frau, die die Warnungen vor dem "Point of no Return" zwar gehört, aber nicht wahrhaben wollte.

Liz ist eine Protagonistin, die einem schnell ans Herz wächst. Alles, was sie will, ist überleben und sich ein Stück Normalität bewahren. Doch tief im Inneren weiß sie, dass sich etwas ändern muss. Die Buchhandlung, ihre Zuflucht, ist baufällig und wird nicht ewig standhalten. Die Vorräte gehen zur Neige, und irgendwann könnten die wenigen Besucher, die vorbeikommen, mehr von ihr wollen als nur ein Buch.

Liz ist keine Kämpferin, keine Handwerkerin – und dennoch schafft sie es, sich durchzuschlagen. Doch dann tritt Maeve in ihr Leben.

Maeve ist das Gegenteil von Liz: rebellisch, klug und furchtlos. Sie sagt, was sie denkt, und das nicht immer freundlich. Zwischen den beiden kommt es zu Spannungen. Doch mit der Zeit nähern sich die beiden Frauen an.

Die Dynamik zwischen Liz und Maeve sorgt für viel Spannung. Maeve hat Geheimnisse, und wir als Leser ahnen, dass sie auf dem Weg in die Zukunft von ihrer Vergangenheit eingeholt werden wird. Und Maeves Vergangenheit schlägt gnadenlos zu. Gleichzeitig zieht ein neuer Sturm auf, der die baufällige Buchhandlung endgültig zerstören könnte.

Auch Liz’ eigene Geschichte wird Stück für Stück enthüllt. Rückblicke gewähren Einblicke in ihre Vergangenheit – ihre Familie, die besondere Art, wie ihre Mutter Weihnachten gefeiert hat, ihre Kindheitsüberzeugung, dass verschiedene Essenssorten nicht auf ihrem Teller einander berühren dürfen. Doch auch die Konflikte zwischen ihren Eltern, die unterschiedlich mit der drohenden Umweltkatastrophe umgingen, kommen ans Licht.

Lily Braun-Arnold hat einen Roman geschrieben, der zwar "cozy" ist, aber auch brutal und schonungslos sein kann. Eine Geschichte, die ans Herz geht und unaufhaltsam auf eine düstere Wendung zusteuert.



Fazit:

"The Last Bookstore on Earth" ist ein absolutes Highlight und ein Buch, das mich tief berührt hat. Lily Braun-Arnold gelingt es meisterhaft, eine düstere Endzeitstimmung mit einer berührenden, hoffnungsvollen Geschichte zu verknüpfen. Die Dynamik zwischen den Figuren Liz und Maeve sowie der literarisch gekonnte Spannungsbogen vermögen auf Dauer zu fesseln.

Dass die Sammlung atmosphärischer Momente nie zum Kitsch verkommt, sondern die melancholische Atmosphäre des Buches speist, zeugt vom Talent der Autorin.

Für mich war dieses Buch eine echte Herzensgeschichte, eine Geschichte, die bleibt und nachhallt. Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit ein Jahreshighlight sein – ein Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der sich auf eine besondere, tief bewegende Reise einlassen will.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Mustread für Fantasyliebhaber

Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen
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Inhalt:

Es war schon zu Beginn seines Lebens so, dass Christopher, egal wo er sich aufhielt, Tiere anzog. Diese Anziehungskraft hatte er wohl von seiner Mutter geerbt, sofern sich eine solche Eigenschaft ...

Inhalt:

Es war schon zu Beginn seines Lebens so, dass Christopher, egal wo er sich aufhielt, Tiere anzog. Diese Anziehungskraft hatte er wohl von seiner Mutter geerbt, sofern sich eine solche Eigenschaft überhaupt vererben ließ. Nun saß er also, umringt von einer Schar Eichhörnchen, auf einer Bank am Fährterminal in Schottland und wartete auf seinen Großvater, bei dem er, solange sein Vater arbeitsbedingt unterwegs war, eine Weile wohnen sollte.

Er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er im Laufe der nächsten Tage das wohl größte Abenteuer seines Lebens beginnen würde. Er wusste noch nicht, dass er in nur wenigen Stunden die wohl wichtigste Regel seines Großvaters brechen würde und danach nichts mehr so sein würde wie zuvor.

Christopher wird den Horizont unserer Existenz verlassen. Denn im Laufe der nächsten Stunden wird er Wesen kennenlernen, die nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vorkamen. Einige harmlos, andere äußerst gefährlich: Mäuseartige Viecher mit Reißzähnen, grüne, gehörnte Eichhörnchen, Hasen mit einem Horn, das golden leuchtet und aus deren Fußabdrücken innerhalb kürzester Zeit Gras wächst, Einhörner und Karkadanns ...

Mal war im Archipel, dem letzten magischen Ort der Welt, aufgewachsen. Sie lebte bei ihrer Tante und besaß seit ihrer Kindheit einen Mantel, den ihr ein Fremder geschenkt hatte und mit dem sie über die Wälder und Hügel des Landes fliegen konnte. Ihr bester Freund war ein junger Greif, den sie Gelifen genannt hatte und der sie auf all ihren Abenteuern begleitete. Gelifen war wohl der letzte Greif der Welt, und das war verwunderlich, denn damals hatte es so viele von seiner Art gegeben. In letzter Zeit musste Mal jedoch einiges erleben, was sich als böses Omen werten lässt. Die Erde veränderte ihre Farbe von Braun zu grauem Schlick, und auf ihren Ausflügen entdeckte sie immer öfter tote Tiere. Bestimmte Tierrassen, wie der Greif, schienen mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Mal war fest entschlossen, das Rätsel zu lösen und herauszufinden, was den Archipel bedrohte. Sie wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ihr ein Mörder auf den Fersen war und dass sie bald in die Menschenwelt reisen würde ...



Meinung:

Wow! - Dieses Wort umschreibt das Abenteuer, das Katherine Rundell hier auf knapp vierhundert Buchseiten niedergeschrieben hat, wohl am besten. Ich glaube, ich habe eine neue Lieblingsschriftstellerin entdeckt.

Auf dem Buchrücken von Impossible Creatures finden sich neben dem Klappentext einige Zitate namhafter Schriftsteller, die diese Geschichte mit Werken von Tolkien und Pullman vergleichen und Parallelen zu Narnia und Mittelerde herstellen. Ich kann mich diesen Worten nur anschließen.

Schon beim Aufklappen des Buchdeckels wird der Leser von einer wunderschönen Karte des Archipels begrüßt, die sofort Lust macht, die magische Welt zu erkunden. Es folgt ein Auszug aus dem Bestiarium der Welt: Schwarzweißzeichnungen und Kurzbeschreibungen stellen Wesen wie den Borametz (ein Lamm, das an Ranken wächst und Zeit seines kurzen Lebens seine Wolle freigiebig an alle verteilt, denen es vertraut), den Avanc (einen biberartigen Fleischfresser mit Reißzähnen) oder den Kludde (einen Hund von der Größe eines Bären, dessen Ohren aus Flammen bestehen und dessen Atemzüge so kreischend sind, als würde man Metall auf Metall reiben) vor. Neben diesen, vermutlich den meisten Lesern noch unbekannten Wesen, trifft man hier auch auf Sphinx, Kentauren und Riesenkraken.

Schon bevor die Geschichte also begann, hatte ich schon Lust, in das Märchen einzutauchen, das mir bevorstehen würde. Und dieses hat mich, so viel sei vorweg gesagt, an keiner Stelle enttäuscht.

Als LeserIn begleiten wir zwei Kinder durch ein unglaublich spannendes und großes Abenteuer. Eines, das man mit Sicherheit nicht so schnell vergessen wird und das den oben genannten Vergleichen mehr als gerecht wird.

Nachdem Christopher ein paar Regeln gebrochen hat und von seiner ihm zugedachten Bestimmung erfährt, reist er mit einem Mädchen und einigen Fabelwesen durch einen magischen Übergang in eine Welt, die allein schon beim Lesen den Mund vor Staunen offenstehen lässt.

So gibt es hier Märkte, an denen Seehändler ihre magischen Waren verkaufen. An ihren Ständen entdeckt man Seltenheiten wie z.B. einen Kompass, dessen Nadel stets nach Hause weist oder ein Messer, das alles durchschneiden kann. Man liest von dem reisenden Senatsgebäude, das von angeschirrten Longmas (Wesen, die wie eine Kreuzung von Pferd und Drache aussehen) durch die Lüfte getragen wird.

Man lacht mit den Kindern, wenn man gemeinsam Gelifen dabei zuschaut, wie er einem Schmetterling nachjagt, um mit ihm zu spielen. Gleichzeitig ist man sich bewusst, dass er eben doch ein Raubtier ist, wenn er fast das gesamte Mittagessen herunterschlingt und mit seinen Krallen versehentlich Wunden auf Mals Arm hinterlässt.

Schon zu Beginn der Geschichte versteht es Katherine Rundell, Spannung zu erzeugen. Sie erwähnt einen geheimnisvollen Mörder, der Mal auf der Spur ist. Sie lässt Hinweise einstreuen, dass das Mädchen ein Geheimnis umgibt, das man als LeserIn genauso erkunden möchte wie die rätselhaften Veränderungen, die sich im Archipel ergeben haben. Zugleich ahnt man, dass auch Christopher von Geheimnissen umgeben ist. Die Tierscharen, die ihn umgeben, werfen schnell erste Fragen auf.

Immer wieder gibt es Fragen, die aufploppen: Was hat es mit dem Hügel auf sich, den Christopher laut den Worten seines Großvaters auf keinen Fall betreten darf?
Immer wieder begegnet man Neuem, Erkundenswertem und trifft auf Fremde, bei denen man sich fragt, ob man ihnen vertrauen kann oder ob sie Gefahr bedeuten. Immer wieder gerät man von einem kleinen Abenteuer in ein neues, immer größeres.

Katherine Rundell lässt in „Impossible Creatures“ liebgewonnene Figuren sterben und leiden. Die Handlung läuft nach dem altbekannten „Kill-your-darlings“-Schema ab, wobei die vorgetragene Entwicklung allerdings nie zu früh eingeleitet wird.

Sowohl Christopher als auch Mal durchlaufen eine beeindruckende Entwicklung. Am Anfang sind sie noch Kinder, die sich in einer Welt von alltäglichen Abenteuern bewegen. Doch im Verlauf der Geschichte müssen sie schwere Entscheidungen treffen, sich Gefahren stellen und erleiden Verluste, die sie zutiefst erschüttern. Es ist dieses atemberaubende Abenteuer, das sie emotional wachsen lässt und sie zu den Helden ihrer eigenen Geschichte macht.



Fazit:

„Impossible Creatures“ ist ein meisterhaftes Werk, ein kleines Buchwunder: aufregend, überraschend, widersprüchlich - wie dem Leben selbst abgelauscht.

Wenn man versucht die Handlung zu beschreiben, fühlt man sich schnell überfordert. Es passiert einfach so viel, das aber im Ergebnis die besten Elemente der Fantasy-Literatur vereint und für Fans von Tolkien und Pullman sicherlich ein Fest sein wird.

Katherine Rundell gelingt es, die Leser zu verzaubern und in eine Welt zu entführen, die atemberaubend und geheimnisvoll ist.

Ein absoluter Tipp für alle, die sich nach einem spannenden und fantasievollen Abenteuer sehnen!

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Größtmögliche emotionale Resonanz

Res will nach Hause
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Inhalt:


Das erste, was Res wahrnimmt, ist ein großer weißer Raum mit weiß gekleideten Menschen, die ihn beobachten und jubeln, als er erwacht. Bald schon erfährt der kleine Rover nach und nach durch ...

Inhalt:


Das erste, was Res wahrnimmt, ist ein großer weißer Raum mit weiß gekleideten Menschen, die ihn beobachten und jubeln, als er erwacht. Bald schon erfährt der kleine Rover nach und nach durch Gesprächsfetzen und auch neue Daten, die ihm eingespielt werden, was seine Aufgabe sein soll. Res soll auf den Mars reisen und dort Gesteinsproben nehmen, Fotos machen und andere Rover, Überbleibsel von früheren Missionen, finden und sie wieder in Betrieb nehmen, um ihre Daten zu retten. Ganz besonders wichtig ist den Forschern ein Rover namens Courage. Es handelt sich hierbei um den Prototyp, der allen weiteren Rovern voranging.

Umso mehr Res erfährt, umso weiter das Projekt voranschreitet, umso stärker plagen ihn Ängste und Sorgen. Denn Res entwickelt, entgegen aller Wahrscheinlichkeiten, Gefühle. Er fragt sich, ob es sich vielleicht um einen Fehler in seinem Code handelt, denn er bemerkt, dass er unter den Wissenschaftlern zwei Lieblingsmenschen hat: Die kluge Forscherin Rania, die all ihre Zeit in seine Entwicklung steckt und dafür sogar ihre Familie vernachlässigt. Und der sich jovial-väterlich gebende Xander.

All die anderen Geräte, um Res herum, scheinen keine Gefühle zu haben. Nur mit ihnen kann Res jedoch kommunizieren. Da gibt es zum Beispiel die Telefone, die ständig Spiele spielen, die produktiven Tablets oder den anderen Rover namens Journey, der mit Res auf die Marsmission gehen soll und so viel mehr Talente zu haben scheint als er. Keiner von ihnen kann Res Sorgen und Ängste nachvollziehen.

Kurz vor seinem Missionsstart erfährt Res von einer Drohne, die in seinem Inneren leben soll. Fliege, wie Res seinen kleinen Begleiter von da an tauft, scheint die einzige zu sein, die ihn versteht. Sie spendet ihm Trost, ja, sie scheint selbst so etwas wie Gefühle zu haben. Vielleicht liegt das daran, dass Fliege Zugriff auf Res gesamte Datenbank hat, vielleicht ist Fliege aber einfach auch ein klein wenig wie er selbst?

Gemeinsam brechen die unfreiwillig Reisenden in den Weltraum auf. Voller Hoffnung, voller Mut, aber auch mit ein wenig Sehnsucht und einem großen Päckchen Angst. Denn Res größter Wunsch ist es, die Mission erfolgreich abzuschließen und danach wieder zur Erde zurückzukehren; zu seinen menschlichen Freunden, zu seinem Zuhause. Ein Wunsch, der aktuell noch in weiter Ferne liegt, denn die Finanzierung deckt nur die Anreise zum Mars, nicht jedoch eine Rückkehr zur Erde ab.



Meinung:


Als ich das Buch „Res will nach Hause“ das erste Mal gesehen habe, war für mich klar, dass ich es lesen muss. Dieses niedliche Cover, der Klappentext, der von einer großen Mission, einem besonderen Abenteuer und allerhand Gefahren erzählt, erinnerte mich ein wenig an „E.T.“ und versprach für mich vom ersten Moment an eine gefühlvolle und berührende Geschichte.

Und diese habe ich dann auch bekommen. Meine Güte, ich kann mich kaum daran erinnern, wann mich ein Buch zuletzt so berührt hat. Ich habe den kleinen Rover Res vom ersten Moment an ins Herz geschlossen. Wie er erwacht, wie er die Menschen und anderen technischen Geräte um sich herum kennen- und lieben lernt. Wie er innerhalb kürzester Zeit lernen muss, was Gefühle bedeuten und versucht diese zu verarbeiten. Denn Res hat, ungewöhnlich für einen Roboter einen Haufen Emotionen auf Lager.

Res verspürt beispielsweise Angst, als er eines Tages in seine Teile zerlegt wird. Angst vor der Dunkelheit und vor der Bewegungsunfähigkeit. Er fühlt sich hilflos und er merkt bald, dass er eines wirklich hasst: Das Warten. Res versucht zu anderen Geräten und Menschen Kontakt aufzunehmen. Er möchte seinen Lieblingsmenschen erklären, was er fühlt. Dass er Angst vor dem Start hat, dass er ihnen aber vertraut. Dass er wieder zurück auf die Erde kommen möchte, wenn seine Mission erledigt ist. Doch leider fehlen ihm dazu die technischen Voraussetzungen. Zwar kann Res mit anderen Geräten kommunizieren, denen fehlt aber der lebensweltliche Referenzrahmen, wenn er von Sorge und Zuneigung spricht, wenn er Ängste äußert oder Dinge hinterfragt.

Journey, der andere Rover, der mit Res auf Mission gehen soll, reagiert z.B. auf alle Anforderungen immer so herrlich rational und erklärt Res, dass seine Fragen und die ungewöhnlichen Gedanken, die er hegt, nicht zielführend seien. Res beneidet seinen Kameraden um diese pragmatische Denkweise, doch er kann seine Gefühle leider nicht abstellen. Umso schöner ist es, dann zu beobachten, wie Res nach und nach immer mehr Freunde findet. Sie alle denken völlig unterschiedlich. Sie alle haben liebenswerte Eigenschaften.

So gibt es da z.B. die Drohne Fliege, die Res auf seiner Mission unterstützen soll und in einem Fach in seinem Inneren lebt, wenn sie denn nicht in der Luft Fotoaufnahmen macht. Fliege lernt von Res gesammelten Daten. Sie liebt Musik, genauso wie Res. Sie speichert beispielsweise das Lied, das Rania am Telefon ihrer Tochter vorsingt, und singt es dem Rover in einsamen Situationen vor, um Mut und Trost zu spenden.

Neben Res Perspektive bekommt der Leser immer wieder auch Kapitel aus Sicht von Ranias Tochter geliefert. Diese macht sich Sorgen um ihre Mutter, weil diese so viel Zeit in die Forschung und viel zu wenig Zeit in ihre Familie steckt. Sophia richtet ihre Worte direkt an Res, Worte, die dieser vermutlich nie lesen wird. Sie äußert ihre Bedenken, sie äußert aber auch ihre Wünsche und ihre Hoffnungen, die sie in Res und seine Mission steckt. Res wird durch diese Briefe, nach und nach, immer mehr zu Sophias Freund. Einem Freund, den Sophia vielleicht aber nie kennenlernen wird.

Als Res dann irgendwann zu seinem großen Abenteuer aufbricht, geht trotz bester Vorbereitung zunächst alles schief, was schief gehen kann. . Während des Lesens hatte ich ständig Angst um den kleinen Rover und seine Freunde. Doch Res hat seinen Namen, der als Gewinner aus einem Haufen Aufsätze von Schülern aus Ohio gezogen wurde, nicht ohne Grund. Er steht als Abkürzung für Resilenz. Und Resilenz, das lernt Res schon bald, steht für psychische Widerstandskraft, für die Fähigkeit schwierige Situationen zu meistern und zu überstehen. Dieses Wort, dieser Name sorgt auch während der Reise immer wieder für Kraft und Mut. Beides benötigt Res. Denn sein Leben gerät aus den Fugen, als er sich auf eine gefährliche Odyssee begeben muss.

Erwähnen muss ich darüber hinaus auch noch die Ankunft auf dem Mars. Jasmine Warga gelingt es auf 336 Seiten ein großes Abenteuer zu beschreiben. Nie wirkt die Geschichte gehetzt oder gezogen. Jedes Wort scheint gut platziert. Sogar der Wirkung der atemberaubende Landschaft auf dem fremden Planeten auf Res und seine Freunde weiß sie Ausdruck zu verleihen.



Fazit:


„Res will nach Hause“ ist eine unglaublich berührende, zutiefst menschliche Abenteuergeschichte, für kleine und große Helden und die, die es werden wollen.

Selten ist ein Buch derartig fesselnd, dass man es ewig weder aus den Händen legen kann noch will. Bei „Res will nach Hause“ habe diese größtmögliche emotionale Resonanz erlebt. Mit hohem Anspruch aber auch verständlich, nachvollziehbar und unglaublich emotional ergreifend geschrieben, verfügt das Buch über absolute Pageturner-Qualitäten.

Freundschaft und eine positive Haltung zum Leben prägen dieses intensive Werk.

Damit ist dieses Kinderbuch nicht nur was für kleine Weltraumforscher, sondern für jeden, der mal wieder so richtig fühlen möchte. Eine Geschichte voller wahrer Freundschaft, die noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 10.10.2024

A very special Christmas highlight

Single All the Way. A Christmas Roadtrip
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Inhalt:


Samantha Grey liebt Weihnachten über alles. Von kuscheligen Christmassocken über weihnachtliche Dekoartikel bis hin zu einer Legion von Accessoires im Advents-Design: In ihrem Studentenzimmer ...

Inhalt:


Samantha Grey liebt Weihnachten über alles. Von kuscheligen Christmassocken über weihnachtliche Dekoartikel bis hin zu einer Legion von Accessoires im Advents-Design: In ihrem Studentenzimmer an der USF findet sich alles. Doch leider sollte dieser Zauber nicht für lange halten ...

Als Josie, ihre Schwester, mitteilt, dass sie sich das Bein gebrochen hat und somit ihre Konditorei nicht bewirtschaften kann, waren Sams Sachen eigentlich ohnehin schon gepackt. Ausgerechnet in der Weihnachtszeit folgt Krise auf Krise. Ihre Eltern planen das Fest zu boykottieren: keine Misteln über der Tür, kein Baum, kein Garnichts!

Innerhalb kürzester Zeit hatte Sam also das Studentenzimmer abgeschmückt, alles in den Kofferraum ihres Autos verfrachtet und war bereits gedanklich auf dem Weg nach Hause, um Weihnachten zu retten. Doch als sie den Zündschlüssel ins Schloss gesteckt und ihn einmal gedreht hatte, passierte - außer einem Gurgeln - nichts. Das Auto sprang nicht an.

Die zweite Ernüchterung kam in Form eines Mechanikers, der Sam mitteilte, dass das Schneechaos für Verzögerungen sorgen würde.

Völlig fertig mit der Welt, fluchend und den Tränen nahe, wird Sam dann ausgerechnet von ihrem Jugend- und Exfreund Tristan aufgefunden. Tristan ist genau das, was Sam gerade überhaupt nicht braucht. Nicht nur, dass der Aufschneider sie damals hatte sitzen lassen, ihr ehemaliger Jugendfreund liebte es, Sam zu provozieren. Tristan war weder Pragmatiker noch Krisenmanager und – das war das Schlimmste, er hasste Weihnachten.

Sollte ausgerechnet der Grinch Weihnachten retten? Das wird der jungen Frau in dem Moment klar, als Nick, Tristans Zwillingsbruder, und schon immer die „bessere Hälfte“ der Beiden, auf die Streithähne stößt. Nick macht auch prompt den rettenden Vorschlag: Er und sein Bruder wären eh auf dem Weg nach Aspen, zu ihrer Großmutter. Sam könne gerne mitfahren.

Als Tristan also noch zetert und Sam die gesamte Glitzerweihnachtsdeko in den Kofferraum der Sterlingbrüder hievt, haben sowohl Sam, als auch Tristan ganz unterschiedliche Vorstellungen von der Fahrt. Sam glaubt an ihre Rettungsmission und denkt, dass sie die 19-Stundenfahrt nach Aspen mit den beiden Brüdern schon irgendwie überstehen wird. Tristan hingegen sieht das geplante wirklich exklusive Männerprogramm, eine Fünf-Tages-Tour über diverse Striplokale und Kneipen, in Gefahr.

Während Sam also fast aus dem fahrenden Auto springt, sich aufgrund fehlender Alternativen jedoch zusammenreißen muss, versucht Nick Schadensbegrenzung zu betreiben. Ein Kompromiss muss her. Bald können alle Nicks Schiedsspruch anerkennen, der beide Streithähne in ihre Grenzen weist, indem der geplante Roadtrip anstatt im „Nacked Flames“ im „weihnachtlichen Elfendorf“ in Sacramento beginnt.



Meinung:


Ach, wie habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Weihnachten in Verbindung mit einem Roadtrip. Eine bessere Kombination kann es doch nicht geben, oder was denkt ihr? Und dann habe ich angefangen zu lesen.

Man, was hatte ich für einen Spaß. Bereits auf den ersten Seiten habe ich gelacht, habe den Schnee auf meiner Nasenspitze gefühlt und war mittendrin im absoluten Glitzer-Glimmer-Weihnachtsfeeling. Stella Tack und Stefanie Hasse verpassen dem Leser mit ihrem Buch die volle Portion Weihnachten in allen erdenklichen Facetten.

Die Protagonistin der Geschichte, Sam, liebt die Feiertage rund ums Fest nicht nur, sie lebt sie mit jeder Faser ihres Seins. Wir begegnen hier einer jungen Frau, die mit Glöckchen an den Handschuhen, einer Mütze mit einem Glitzergeweih darüber und einem riesigen Haufen Weihnachtsdeko auf den Armen das Studentenheim verlässt. Deren Atem konsequent nach Zimt und Vanille und vielleicht auch ein klein wenig nach Weihnachtspunch duftet. Deren Augen zu leuchten anfangen, wenn sie von Renntieren, dem Weihnachtsmann, Zuckerstangen, Mistelzweigen über dem Türeingang und dem ultimativem Christmas-Megastore hört. Wie könnte man also so jemandem den Wunsch abschlagen, ins weihnachtliche Elfendorf zu fahren?

Tristan wehrt sich mit Händen und Füßen, als sein Bruder diese fleischgewordene Weihnachtselfe in sein geliebtes Auto verfrachtet. Den Glitzer, das weiß er schon im ersten Moment, den die Deko in seinem Kofferraum verstreuen wird, wird er nie wieder loswerden. Dass sein absoluter Albtraum wahr geworden ist, bemerkt er spätestens in dem Moment, als Nick und Sam mit großen leuchtenden Augen vor den Toren des weihnachtlichen Elfentores halt machen. Dort werden sie auch gleich von einer als Elfe verkleideten ins Alter gekommenen Ticketverkäuferin empfangen, die gelangweilt an einer Kippe pafft. Auf die Frage, ob die Neuankömmlinge denn schon einmal im Elfendorf gewesen sind, schütteln sowohl Nick als auch Sam den Kopf. Und bekommen auch prompt allesamt als kleines Goodie eine blinkende Rudolph-the-red-nosed-Reindeer-Nase aufgesteckt. Tristans Albtraum hat begonnen.

Und das war längst nicht alles, denn kurz darauf taucht ein Dorf vor den Augen der Besucher auf, das jedem Festtagsfan das Herz aufgehen lässt und jeden Grinch in den Herzinfarkt treibt: Ein Weihnachtsbaumlager, unzählige Punchstände, verkleidete Elfen, sogar eine Lichterkettenausstellung, einen Renntierunterstand und natürlich auch Santas Hütte gibt es hier. Während Sam und Nick also nicht mehr zu halten sind, versucht sich Tristan in „Lady Santas Kitchen“ zu trösten …

Mit dem Besuch des weihnachtlichen Elfendorfs beginnt also der Start in ein Roadtrip, der wirklich alle Wünsche erfüllt, die man an Weihnachten haben könnte.

Im zweiten Teil des Buches wird es dann etwas ernster. Sowohl Tristans als auch Sams Familie haben mit Problemen zu kämpfen, die nun zentral ins Geschehen gerückt werden. Zu Weihnachten gibt es in vielen Familien mehr Zänkereien als Geborgenheit, das ist die andere Seite der Medaille. Dieser Part hat der Geschichte noch weiter an Tiefe verliehen.

Abgerundet wird diese perfekte Geschichte mit kleinen Goodies für die Leser. Bereits auf den ersten Seiten erhält der Weihnachtsfan eine passende Playlists, die man während des Lesens hören kann (der geneigte Grinch kann sich alternativ Tristans ultimative Männer-Roadtrip-Playlist zu Gemüte ziehen). Zum Abschluss des Buches erhält man noch ein paar Rezepte und eine Weihnachtswatchlist.



Fazit:


„Single all the Way. A Christmas Roadtrip“ von Stefanie Hasse und Stella Tack ist eine Buch-Geschenkidee für jedermann, die nichts zu wünschen übrig lässt.

"Früher war mehr Lametta" – so der Ausspruch aus einem berühmten Sketch. Haben wir früher wirklich besinnlicher dekoriert? Keine Ahnung. Ich habe auf jeden Fall noch nie ein besseres Weihnachtsbuch gelesen.

Dieses Buch liefert von null auf hundert das perfekte Gefühl von Weihnachtsvorfreude. Ein kunstfertiger Stil, der gekonnt Weisheiten in Szene setzt, lustige Handlungen und immer wieder skurrile Wendungen. Es wird zwischen Ernsthaftigkeit und Humor balanciert, was das Zeug hält.

Wer in Weihnachtsstimmung kommen will, wird also sicherlich eine Menge Spaß mit diesem Buch haben, das ich alle Jahre wieder lesen könnte.

A very special Christmas highlight.

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Veröffentlicht am 03.10.2024

Das perfekte Buch für alle, die sich mit dem Thema Animation beschäftigen wollen

Animation mit Procreate und Procreate Dreams
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Inhalt:

Das Buch „Animation mit Procreate und Procreate Dreams“ erklärt, nomen est omen, auf knapp 150 Seiten, wie es dir spielend leicht gelingt, einfache Zeichnungen sowohl über Procreate als auch ...

Inhalt:

Das Buch „Animation mit Procreate und Procreate Dreams“ erklärt, nomen est omen, auf knapp 150 Seiten, wie es dir spielend leicht gelingt, einfache Zeichnungen sowohl über Procreate als auch über Procreate Dreams zu animieren.

Auf den ersten Seiten erwartet dich eine Einleitung, die dir unter anderem die Programme vorstellt. Ein theoretischer Teil erklärt, wie man die Programme im Ersteinstieg benutzt. Nach und nach richtet sich der Fokus immer mehr auf das Thema Animationen.

Der praktische Teil beginnt mit Einführungstutorials, die helfen, das theoretische Wissen für den Start in die Praxis umzusetzen. Die weiteren Tutorials vertiefen das erworbene Wissen. Zugleich erfährt man mehr über Bewegungsabläufe im Tierreich und bei Figuren. Danach lernst du, wie du Texte und Buchstaben animieren kannst und was man unter den Animationstechniken Morphing und Liquid Animation versteht. Auch hierzu gibt es Praxisbeispiele.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Seiten, die erläutern, wie du dir deine eigenen GIFs für Social Media erstellen kannst. Es folgen ein paar letzte Tipps und Tricks.

Eigene Meinung:

Die Autorin fängt in ihrem Buch „Animation mit Procreate und Procreate Dreams“ damit an Grundlagen zu bündeln und systematisch das Basiswissen aufbauen.

Sie erklärt ihren Lesern auf den ersten Seiten wie man Dreams und Procreate installiert und geht dann auf die Oberfläche der Programme ein. Somit werden auch blutige Anfänger direkt abgeholt und nach und nach in das Thema Animationen eingeführt.

Ich selbst nutzte Procreate schon seit einigen Jahren; Dreams allerdings erst seit wenigen Wochen. Mit beiden Programmen habe ich mich schon ausgiebig beschäftigt. Daher musste ich nicht direkt an der Basis beginnen. Ich habe allerdings bei der Rezeption des Buches versucht eine Anfänger-Perspektive einzunehmen.

Procreate ist komplex, was ich nicht schlecht finde, doch wird man als Neuling damit förmlich erschlagen. Meine Empfehlung wäre daher, sich vorab mit der Anwenderoberfläche bekannt zu machen.

Vom theoretischen Teil des Buches sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Ich empfehle spätestens beim praktischen Teil gleich mit dem IPad in der Hand zu starten und die Übungen von Anfang an mitzumachen. Der Autorin gelingt es an geeigneten Beispielen anschaulich zu erklären.

Dieses Buch ist aber meiner Meinung nach nicht nur etwas für diejenigen, die sich erstmals mit dem Thema Animation beschäftigen wollen. Auch mir, die ja schon Vorkenntnisse in dem Bereich gesammelt hatte, konnte Sophia Helena Dei noch sehr viel Neues beibringen. Viele der Animationsbegriffe sagten mir bislang noch nichts. Was bedeutet der Loop, was versteht man unter der Staight-Ahead- oder der Pose-to-Pose-Technik und was sind Inbetweens? Diese Informationen und viele mehr erhält man bereits auf den ersten Seiten. Sehr interessant empfand ich hier unter anderem auch die Entstehungsgeschichte und die weitere Entwicklung der Animation.

Die Autorin erklärt im ersten Teil des Buches auch die vielen Funktionen von Procreate. In diesem Teil wird z.B. auch erklärt, in welchen Formaten du dein fertiges Projekt abspeichern kannst und was die Vorteile von z.B. PNG, JPEG, TIFF und PDF, GIF, MP4 und HEVC sind. Es gibt sogar einen kurzen Abschnitt, der erklärt, welche Pinsel die Autorin gerne nutzt. Clipping-Masken und Alphasperre sind hilfreiche Features des Programms. Was genau bedeuten diese Begriffe und wie kannst du sie sinnvoll für deine Projekte nutzen.

In Procreate kannst du beispielsweise ausgeführte Schritte ganz leicht wieder rückgängig machen, die Leinwand bewegen, Menüs öffnen - und vieles mehr. Alles mit Hilfe der Gestensteuerung. Während in Procreate auf viele dieser Funktionen auch anders zugegriffen werden kann, greift Dreams verstärkt auf Gestensteuerung zurück. Die wichtigsten Gestensteuerungen erlernst du ebenfalls mit Hilfe des Buches.
Für fortgeschrittene Anwender gibt es zudem zum Kapitelabschluss auch noch „Procreate Quick Fix & Hacks“.

In Procreate habe ich bislang noch nicht viel mit dem Animationsassistenten gearbeitet. Mit Hilfe des Buches habe ich mich nun endlich ausführlich damit auseinandergesetzt.

Jedes Projekt im Buch wird von der Autorin in zwei Varianten vorgestellt. Du lernst, wie du die Animation sowohl in Procreate über den Animationsassistenten als auch über das Animationsprogramm Dreams umsetzen kannst. Du benötigst für dieses Buch und für die Umsetzung der Projekte allerdings das Programm Dreams nicht zwingend.

Ich habe versucht, einige Projekte über beide Programme umzusetzen. Mein Fazit war, dass beide Programme ihre Vor- und Nachteile haben. Sobald du mehrere Objekte animieren möchtest, liegt das Programm Dreams, durch die Möglichkeit mehrere Spuren einfach einzufügen, weit vorne. Dennoch habe ich für mich festgestellt, dass ich den Animationsassistenten von Procreate bisher unterschätzt habe. Procreate hat die First Mover Advantage und ist in einigen Punkten für mich weiter vorne. So gibt es hier z.B. eine Quickshape-Funktion (Grundformen können mit einem kurzen Halten des Stiftes kinderleicht in eine symmetrische Form gebracht werden) und eine große Pinselauswahl (die man in Dreams zwar auch abrufen kann, die aber erst von Procreate in Dreams kopiert werden muss).


Fazit:

Und schon wieder ein Buch aus dem Hause mitp, an das ich vorab große Erwartungen hatte, die letztlich schon wieder übertroffen wurden.

„Animiation mit Procreate und Procreate Dreams“ erläutert dem Anwender nicht nur, wie man kinderleicht Animationen erstellen kann. Es erklärt darüber hinaus beide Programme von ihren Wurzeln an.

Komplexität hat natürlich stets eine subjektive Komponente. Was am Anfang noch hochkomplex ist, ist für den Erfahrenen simple Routine. Ich empfehle jedoch, da gerade Procreate doch ein sehr anspruchvolles Programm ist, sich erst mal Grundkenntnisse anzueignen, damit der Praxisteil des Buches nicht allzu erschlagend wirkt.

Gerade aufgrund der Komplexität der Programme gibt es über die vermittelten Grundlagen hinaus natürlich noch kleine Hacks und Funktionen, die in diesem Buch nicht erwähnt werden. Das ist meiner Meinung aber auch gar nicht möglich. Der Autorin ist es hier gelungen sehr viele Informationen und die Basics leicht zugänglich zu machen. Anwender, die bereits Vorkenntnisse besitzen, sollten sich dieses Buch unbedingt auch anschauen. Denn die Autorin vermittelt über Grundkenntnisse hinaus Hacks, Tipps und Tricks.

Nutzer, die vielleicht überlegen, sich Procreate zuzulegen oder das Programm bereits besitzen und noch nicht bereit sind, sich Dreams zuzulegen, müssen keinen Bogen um dieses Lehrbuch machen. Alle Projekte werden hier in zwei Varianten vorgestellt. Dabei ist es möglich auch jedes Projekt nur mit Procreate und dem darin enthaltenen Animationsassistenten umzusetzen.

Ich muss an dieser Stelle eine große Empfehlung an all diejenigen aussprechen, die ein Praxisbuch für die Animation mit Procreate und Dreams oder nur Procreate suchen. Dieses Lehrbuch basiert auf einer handlungsorientierten Didaktik und vermittelt so viel mehr als das allgemeine Grundwissen. Sophia Helena Dei vermittelt dem Leser vielmehr alles, was man zum Thema Animation wissen sollte. Besser kann man es meiner Meinung nach nicht machen. Von mir gibt es hier eine Fünf-Sterne-Plus Empfehlung.

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