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Veröffentlicht am 15.09.2016

Zu voll gepackt

Sicht Unsichtbar - Der dritte Fall für Schnyder&Meier
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Einem etwas bizarren Beginn - eine Fliege, die sich auf einem Toten zum Leichenschmaus niederlässt - folgt das pure Familienchaos von Zita Schnyder, ihrem Freund, dem Kommissar Werner Meier und deren Baby ...

Einem etwas bizarren Beginn - eine Fliege, die sich auf einem Toten zum Leichenschmaus niederlässt - folgt das pure Familienchaos von Zita Schnyder, ihrem Freund, dem Kommissar Werner Meier und deren Baby Finn, das an diesem Tag getauft werden soll.
Zita fühlt sich als stillende Mutter allmählich vom Leben ausgeschlossen. Als sie dann auch noch erfährt, dass ihre beste Freundin nach London zieht und dort einen tollen Job bekommt, ist ihre Stimmung total am Boden. Werner Meier wird derweil von der Taufe weg zu einem Fall gerufen. Der Pensionsbesitzer Havemann wurde brutal erschlagen aufgefunden.
Wollte er sein Land wirklich an das Luxus-Öko-Projekt VillageGreen verkaufen?
Dreh- und Angelpunkt ist Felix Blauwyler, der charismatische Chef des Ökoprojekts, der vor allem die Frauen um den Finger wickelt, aber auch die anderen Dorfbewohner mit allen Tricks überzeugen kann.
Wenn man die vorherigen Bände der Reihe nicht kennt, hat man zu Beginn eventuell etwas Schwierigkeiten, den Überblick über die Personen zu behalten und Andeutungen oder Rückblicke zu verstehen. Insgesamt erscheint mir das „Arsenal vielschichtiger Nebenfiguren“, wie es in der Ankündigung heißt, aber etwas überfrachtet. Wie in so mancher Vorabendserie gibt es zu viele Personen mit zu vielen Problemen und Konflikten. So ist Marie nicht nur essgestört, sondern auch noch ein Messi, Beanie ist Mischlingsfrau mit Afrofrisur in den schillerndsten Farben, der tatverdächtige Ranger des Naturschutzgebiets flieht vor seinen Verfolgern ins Storchennest, Helen dichtet beim Poetry-Slam über Hackbraten und wird damit zur Klick-Quotenqueen, ein schwuler Staatsanwalt darf auch nicht fehlen.....
Bei mir hinterlässt das Buch zwiespältige Gefühle. Einerseits ist es eine leichte, lockere Lektüre, bei der man immer mal wieder ins Schmunzeln gerät. Andererseits wirken die zahllosen Personen mit ihren diversen Altlasten stellenweise zu bemüht.
Die Auflösung des Falls gestaltet sich dann recht einfach, es bleiben aber doch einige Ungereimtheiten und offene Fragen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Potential verschenkt

Wald der Toten
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Zu Beginn des Romans bekommt man einen ersten Eindruck von Fran, der netten, höflichen Krankenschwester, die ihr Leben ändern will und eine Entscheidung getroffen hat.
Auf dem Heimweg von einem Pub-Besuch ...



Zu Beginn des Romans bekommt man einen ersten Eindruck von Fran, der netten, höflichen Krankenschwester, die ihr Leben ändern will und eine Entscheidung getroffen hat.
Auf dem Heimweg von einem Pub-Besuch wird Fran von einem Bekannten abgepasst, der ihr anbietet, sie mit dem Auto nach Hause zu bringen. Stattdessen fährt er aber an ihrem Haus vorbei in ein abgelegenes Waldstück, wo er sie zwingt, eine SMS an ihren Mitbewohner zu schicken, um ihm mitzuteilen, dass es später werde. Allerdings kommt sie nie zu Hause an, erscheint nicht bei ihrer Arbeitsstelle und wird von ihrer Mutter als vermisst gemeldet.
Sergeant Miriam Beckett nimmt sich des Falls an, obwohl ihre Vorgesetzten nicht an ein unfreiwilliges Verschwinden Frans glauben.
Beckett erfährt, dass Fran zwischen zwei Männern stand, ihrem Exfreund und Noch-Mitbewohner Chris, und ihrem neuen Freund, Marcus.
Beide wirken verdächtig: Marcus, der aggressiv und verstört auf Frans Verschwinden reagiert, und Chris, der mit seiner Rolle als Exfreund in Frans Leben nicht zufrieden war.
Allerdings gibt es in Frans Leben noch so manch anderes Rätselhafte. Offenbar hatte sie einige weitere Männerbekanntschaften, sodass die Reihe der Verdächtigen lang ist.
Kurze Einblicke erhält man in Sergeant Becketts Privatleben, die nach dem Tod ihrer Mutter deren Haus räumen muss und sich mit dem schlechten Gewissen rumplagt, sich zu wenig Zeit für sie genommen zu haben. Diese Szenen bleiben aber recht knapp und später erfährt man fast gar nichts mehr darüber. Eigentlich schade, da Miriam Beckett eine sympathische Ermittlerin abgibt, die der Fall deutlich mehr mitnimmt, als es sollte und man gern mehr über sie wissen würde.
Erstaunlich schnell, etwa in der Mitte des Romans, wird klar, wer der Täter ist, was der Spannung ziemlich abträglich ist. Allerdings sind die Beweggründe des Täters noch nicht erkennbar, sodass man hofft, darüber mehr zu erfahren. Leider wird dies aber erst im Schluss ziemlich knapp abgehakt und dadurch nicht so ganz nachvollziehbar.
Insgesamt lesenwert, spannend, aber stellenweise wird Potential verschenkt.

Veröffentlicht am 10.02.2026

Lässt mich ratlos zurück

Böser, böser Wolf
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Ein Serienmörder, der sich selbst als ,,Wolf“ inszeniert, entführt die gefeierte Krimiautorin Katie in eine Art Turmverlies. Dort soll sie moderne Märchen schreiben, in denen Menschen auf grausame Art ...


Ein Serienmörder, der sich selbst als ,,Wolf“ inszeniert, entführt die gefeierte Krimiautorin Katie in eine Art Turmverlies. Dort soll sie moderne Märchen schreiben, in denen Menschen auf grausame Art und Weise schreiben, Nur so kann sie ihren eigenen Tod verhindern oder zumindest hinausschieben. Was passiert, wenn sie sich weigert, erlebt sie hautnah bei ihrer Kerkernachbarin mit. Also schreibt Katie, und der Wolf setzt ihre Geschichten in die Tat um. Katie versucht verzweifelt, Hinweise für die Polizei in die Geschichten einzubauen. Mit den Ermittlungen wird Detective Inspector Lyla Rondell betraut. Bald muss diese erkennen, dass die Fälle mit dem Verschwinden ihrer besten Freundin Allison vor fünfundzwanzig Jahren zusammenhängen – und dass sie selbst Teil des Plans ist.
Das klingt alles nach einer guten und originellen Idee: moderne Morde nach Art der Gebrüder Grimm. Leider wird die Handlung zunehmend verworren und unübersichtlich. Anstelle eines Thrillers wurde es zunehmende Fantasy. Ich fühlte mich überhaupt nicht mehr unterhalten und habe nur aus Pflichtgefühl zu Ende gelesen. Was will die Autorin uns sagen? Das ganze Buch lässt mich ziemlich ratlos zurück. Punkten kann da immerhin noch das schöne Cover.

Veröffentlicht am 30.10.2024

Wenig überzeugend

Kein Land in Sicht
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Eine Frau erwacht auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher See. Sie weiß weder ihren Namen, noch warum sie sich auf dem Schiff befindet. Allerdings weiß sie, dass sie Angst vor dem Meer hat. Und dass sie ...



Eine Frau erwacht auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher See. Sie weiß weder ihren Namen, noch warum sie sich auf dem Schiff befindet. Allerdings weiß sie, dass sie Angst vor dem Meer hat. Und dass sie irgendeinen Auftrag hat. Nach und nach findet sie heraus, dass sie eigentlich Sarah Peters heißt, Kriminalkommissarin ist und undercover auf das Kreuzfahrtschiff eingeschleust wurde. Sie ist Kinderhandel und illegalem Organhandel auf der Spur. Doch wem auf dem Schiff kann sie trauen?
Die Idee des Schauplatzes – ein Schiff auf hoher See – ist interessant. Allerdings wird sie nur mäßig interessant umgesetzt. Die Handlung zieht sich eher zäh dahin, immer mal wieder blitzen Erinnerungen bei Sarah Paters auf. Doch Spannung kommt nicht so richtig auf, da die Figuren recht oberflächlich wirken und ihr Verhalten nicht überzeugend dargestellt wird. Mich konnte ,,Kein Land in Sicht“ leider nur wenig unterhalten.

Veröffentlicht am 29.04.2023

Gute Idee – schlechte Umsetzung

Erinnere dich!
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Vor 20 Jahren verschwand die Abiturientin Maja spurlos bei einer Bergwanderung mit ihren Schulkameraden. Ihr damaliger Freund Arno Seitz hat seitdem jede Erinnerung daran erfolgreich verdrängt.
Inzwischen ...


Vor 20 Jahren verschwand die Abiturientin Maja spurlos bei einer Bergwanderung mit ihren Schulkameraden. Ihr damaliger Freund Arno Seitz hat seitdem jede Erinnerung daran erfolgreich verdrängt.
Inzwischen ist er als Dozent an der Uni Berlin tätig. Dort unterrichtet er Literatur. Bei einem Kurs über die Erzählungen Edgar Allan Poes fällt ihm ein junger Stundet auf, der ihm eine selbst verfasst Geschichte über eine verschwundene junge Frau zu lesen gibt. Diese erinnert Arno Seitz unangenehm an die damaligen Geschehnisse. Nun kommt auch noch eine Einladung zu einem Abiturtreffen in der Heimatstadt, zu dem Arno zunächst auf keinen Fall gehen will. Doch dann lässt er sich doch darauf ein, obwohl er mit den alten Schulkameraden und den damaligen Geschehnissen eigentlich nichts mehr zu tun haben möchte. Ein ihm zugespieltes Handy sendet ihm mehr oder weniger kryptische Botschaften, die mit Maja und ihrem wahrscheinlichen Tod zu tun haben. Und immer lautet der Appell an Arno: Erinnere dich!
Beim Abiturtreffen kommen dann natürlich viele verdrängte Gefühle und längst vergessene Geschichten wieder hoch. Zudem besucht Anja, die kleine Schwester Majas, die ihr zudem sehr ähnlichsieht, das Abitreffen. Auf ihren Wunsch hin beschließen die ehemaligen Freunde, die Wanderung von damals und die Übernachtung auf der Hütte, bei der Maja damals verschwand, zu wiederholen. Für Arno beginnt eine Reise in die Vergangenheit und eine Reise in seine verdrängte Erinnerung. Doch zunehmend weiß er, und damit auch der Leser, nicht mehr, was tatsächlich passiert ist. Realität und Fiktion verschwimmen.
Die Idee klingt spannend, die Verknüpfung mit E.A. Poe wirkt zunächst auch originell. Allerdings ist die Umsetzung stellenweise recht holprig und nicht immer überzeugend. Arnos Seitz so wie auch die meisten anderen Figuren wirken blass, teilweise klischeehaft. Die Dialoge wirken oft hölzern und wenig authentisch. Die Geschichte zieht sich ziemlich in die Länge, einige Wendungen tragen leider auch nicht zur Spannungssteigerung bei.
Schade. Von dieser Geschichte hatte ich mir deutlich mehr versprochen.