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Veröffentlicht am 09.11.2024

Die Geschichte der Familie Henkel

Blütenweiße Träume
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Lotte ist ein kleines Mädchen, als sie ihrer Großmutter bei der großen Wäsche zusieht. Die Hände rot und wund, der Rücken schmerzhaft. Wie sehr hoffte sie darauf, dass es endlich ein Waschmittel gibt, ...

Lotte ist ein kleines Mädchen, als sie ihrer Großmutter bei der großen Wäsche zusieht. Die Hände rot und wund, der Rücken schmerzhaft. Wie sehr hoffte sie darauf, dass es endlich ein Waschmittel gibt, welches diese mühsame Tätigkeit erleichtert. Und nicht nur Lotte wünschte sich das. Dann kam sie tatsächlich, die Entdeckung des Jahrhunderts. Lottes Patenonkel Hugo Henkel war es und bis heute steht das Produkt Persil für saubere Wäsche ganz ohne schrubben.

Charlotte Jacobi präsentiert mit dem Buch "Blütenweiße Träume" ein bestens recherchiertes Abbild damaliger Zeit. Der Beginn des Ersten Weltkriegs war für viele nicht nachvollziehbar. Die Männer mussten an die Front und in der Heimat waren es die Frauen, die nicht nur für die Obhut der Kinder verantwortlich waren. Sie mussten Fabriken am Laufen halten und täglich dafür sorgen, dass niemand aus der Familie hungerte.

Die Zeit danach sorgte zwar für erholsames Aufatmen, das währte aber nicht lange. Die Schatten des Nationalsozialismus wurden bald erkennbar. Dunkle Wolken zogen über das schwer gebeutelte Deutsche Reich. Wer sich für die Entwicklung von Waschmitteln interessiert, wird dieses Buch mögen. Mich hat es gut unterhalten. Die Sprecherin Uta Simone konnte mich zwar nicht so richtig in ihren Bann ziehen, aber ich bereue nicht, ihr bis zum Ende zugehört zu haben.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Nicht der beste Roman von ihm

Der Schatten einer offenen Tür
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Petja arbeitet in einer Hygienewarenfabrik und rollt Wattestäbchen. Das Werk gehört einem ehemaligen Strafgefangenen und der möchte noch mehr Fabriken bauen. Zu dem Zweck muss er viele Bäume fällen und ...

Petja arbeitet in einer Hygienewarenfabrik und rollt Wattestäbchen. Das Werk gehört einem ehemaligen Strafgefangenen und der möchte noch mehr Fabriken bauen. Zu dem Zweck muss er viele Bäume fällen und das gefällt Petja überhaupt nicht. Er ist sehr naturverbunden und beobachtet nicht nur Vögel besonders gerne. Er will für den Erhalt „seiner“ Bäume kämpfen. Und dann gibt es in dem Ort noch das Waisenhaus. Das kommt in die Schlagzeilen, weil sich drei Kinder nacheinander das Leben nahmen. Keiner weiß warum.

"Der Schatten einer offenen Tür" ist ein weiteres Buch von Sasha Filipenko. Seine eindringliche Art, die Gedanken der Akteure aufs Papier zu bringen, zeichnet ihn aus. Er hat einen Schreibstil, der nicht alltäglich ist. Klar zu erkennen ist seine Kritik an Russland. Hier wird sie anhand des Umgangs mit Waisenkindern verdeutlicht. Nein, sie kommt nicht mit direkten Vorwürfen, sondern recht subtil daher. Obwohl mir seine letzten Romane besser gefielen, gebe ich auch für dieses Buch eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Auch die Fortsetzung von "Tod und Teufel" gefiel mir gut

Helden
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Jacops Geschichte geht also weiter. Nach „Tod und Teufel“ ist es das Buch "Helden", das mich sein Schicksal weiterverfolgen lassen. Gibt es jetzt Antworten auf die drängenden Fragen? Wer tötete seinen ...

Jacops Geschichte geht also weiter. Nach „Tod und Teufel“ ist es das Buch "Helden", das mich sein Schicksal weiterverfolgen lassen. Gibt es jetzt Antworten auf die drängenden Fragen? Wer tötete seinen Vater, wer seinen Bruder? Wer zündete das Haus an? Ich war gespannt.

Jacop befindet sich auf dem Schiff „Maria Salmone“ und die schwimmt auf dem Ärmelkanal Richtung England. Ein verstecktes Riff bringt sie zum Kentern und nur mit Mühe kann Jakop sich retten.

Das Buch wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Es zeigt Jacops Weg zum Kaufmannsgehilfen auf und ist gleichzeitig ein Zeugnis der großen Umbrüche jener Zeit. Der Handel blühte und es gab unglaublich rasche Verbindungen zwischen den Kontinenten. Es wurde nicht mehr getauscht, Geld war die neue Zahlungsmethode.

Frank Schätzing zeigt einmal mehr, dass er ein Meister der Recherche ist. Sein Stil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, ich konnte mich aber rasch darauf einstellen. Sowohl die Historie Kölns, als auch das Geschehen in Europa wird bildhaft vermittelt. Nicht nur die mächtige Eleonore kommt in diesem Buch zu Wort. Die Unstimmigkeiten zwischen Adel und einfachem Volk führten immer wieder zu kämpferischen Auseinandersetzungen.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Diese Parallelen sind erschreckend

Die Entscheidung
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Für mich schlicht nicht nachvollziehbar, was damals vor aller Augen geschah. Wie konnte es sein, dass so viele Menschen sehenden Auges ins Verderben stürzten? Wer verhalf den Faschisten zur Macht und war ...

Für mich schlicht nicht nachvollziehbar, was damals vor aller Augen geschah. Wie konnte es sein, dass so viele Menschen sehenden Auges ins Verderben stürzten? Wer verhalf den Faschisten zur Macht und war mitverantwortlich für den Untergang des Reiches? Jens Bisky schlüsselt alle Fragen akribisch auf und zeigt deutlich, wie es zur Katastrophe kam. Er lässt viele Zeitzeugen sprechen. Dazu zählen unter anderem Politiker und Journalisten. Aber auch Schöpfer von guter Literatur und Juristen dürfen ihre Meinung vertreten.

Nicht alleine die Tatsache, welche Ereignisse in der Vergangenheit zum Untergang der Demokratie führte, machte mich sprachlos. Nein, es ist die Gegenwart. So viele Parallelen gibt es und ich habe Angst davor. Können wir unsere Demokratie vor diesen Demagogen schützen? Ist es der Anfang vom Ende oder doch nur eine kurze Episode, die rasch im Sande verläuft?

Das Buch „Die Entscheidung“ ist sehr dick und nein, es liest sich keineswegs wie ein kurzweiliger Roman. Wer sich allerdings tatsächlich für unsere Vergangenheit interessiert, der muss #DieEntscheidung mehrmals lesen oder hören. Das fällt nicht schwer, da der Sprecher Omid-Paul Eftekhari das Lesen des Buches perfekt vermitteln konnte.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Sie können es auch ohne geschulte Ermittler

Der Weihnachtsmordclub
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Okay, dass Kari Blom nicht auf der Insel ist, war eigentlich klar. Sie möchte Weihnachten mit ihren Liebsten feiern. Aber dass alle Verwandten der Häkeldamen ihr Kommen zum Fest absagten? Nein, das geht ...

Okay, dass Kari Blom nicht auf der Insel ist, war eigentlich klar. Sie möchte Weihnachten mit ihren Liebsten feiern. Aber dass alle Verwandten der Häkeldamen ihr Kommen zum Fest absagten? Nein, das geht gar nicht. Hier ist schnelles Handeln angesagt. Die Damen möchten nicht alleine feiern und verabreden sich zum Beisammensein am Heiligen Abend. Dass sie vorher noch einen brisanten Fall lösen müssen, nun ja, damit haben sie nun wirklich nicht gerechnet. „Der Weihnachtsmordclub“ dreht zur Höchstform auf.

Die Proben zum Krippenspiel könnten nicht besser laufen. So harmonisch und ganz ohne Zank und Streit. Bis es dann tatsächlich eine Tote zu beklagen gibt. War es ein Unfall, oder doch Mord? Die Häkeldamen sind sich zunächst nicht sicher. Aber nur zunächst. Schon bald wissen sie, dass es Absicht war, die junge Frau zu töten.

Endlich kann die Häkelmafia selbstständig ermitteln. Kein Kriminaler ist vor Ort und nur die Damen müssen den Täter überführen. Es schneit auf Sylt und selbst die Polizei schafft es nicht, den Tatort zu begutachten. Wirklich traurig sind die Damen allerdings nicht. Sie ermitteln ganz ohne Hemmungen und kommen damit recht bald den Tätern auf die Spur.

Wenn ich auch die Mordermittlungen um Kari Blom lieber mag, so gefiel mir auch dieses Buch. Die Häkeldamen wuchsen über sich hinaus und können bei ihren Ermittlungen eigentlich auf die Hilfe von Fachleuten verzichten. Aber nur eigentlich.

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