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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2024

Krimi mit britischem Humor

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Bei "Wir finden Mörder" handelt es sich um den Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors. Schon das Cover deutet durch die Art der Gestaltung auf einen britischen Krimi hin.

Im Mittelpunkt der Handlung ...

Bei "Wir finden Mörder" handelt es sich um den Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors. Schon das Cover deutet durch die Art der Gestaltung auf einen britischen Krimi hin.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Amy Wheeler, die für eine Agentur als Bodyguard arbeitet. Aktuell passt sie in South Carolina auf eine reiche, ältere Thrillerautorin auf. Plötzlich wird aber sie selbst angegriffen und es kommt zu mysteriösen Todesfällen von Influencern, die von ihrer Agentur betreut wurden. Amy holt sich Unterstützung von ihrem Schwiegervater Steve, einem pensionierten und verwitweten Polizisten. Und auch ihre Klientin, die reiche Schriftstellerin, will mit ermitteln.

Ich fand den Krimi sehr amüsant mit den etwas schrulligen, aber liebenswerten Charakteren und dem trockenen britischen Humor. Der Fall selbst hat mich etwas überfordert, da es recht viele involvierte Personen gab, sodass es etwas schwer fiel, komplett den Überblick zu behalten. Sicher war auch nicht alles vollkommen realistisch, aber das macht wohl auch den Charme dieser Reihe mit aus, dass teilweise etwas dick aufgetragen wird.

Der Schreibstil war gut verständlich und das Hörbuch so vorgetragen, dass man angenehm zuhören konnte.

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Veröffentlicht am 22.12.2024

Die Hemmschwelle sinkt

Mordscoach
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Das Cover ist passend zur Thematik des Krimis gestaltet, sodass man schon ahnen kann, was einen erwartet. Auch mich hat es an die "Achtsam Morden"-Reihe erinnert und ich dachte zunächst, es wäre vielleicht ...

Das Cover ist passend zur Thematik des Krimis gestaltet, sodass man schon ahnen kann, was einen erwartet. Auch mich hat es an die "Achtsam Morden"-Reihe erinnert und ich dachte zunächst, es wäre vielleicht vom gleichen Autor, aber die Verfasserin ist eine andere. Der Krimi ist unter einem Pseudonym veröffentlicht, da die Autorin selbst als Psychotherapeutin arbeitet und das nicht mit ihrer Schreibtätigkeit vermischen möchte.

Sophie Stach, die Protagonistin, ist Coachin und Psychotherapeutin ohne Kassenzulassung. Eines Tages taucht die Geliebte ihres Mannes, mit dem sie bis dahin glaubte, eine glückliche Beziehung zu führen, als Patientin getarnt in ihrer Praxis auf und provoziert Sophie so sehr, dass es zu einer körperlichen Auseinandersetzung kommt, die zum Tod der anderen Frau führt. Dieser setzt eine Abwärtsspirale in Gang und es kommt zu immer extremeren Ereignissen.

Ich fand den Krimi recht unterhaltsam und ungewöhnlich. Der Handlung ist teilweise recht skurril, insbesondere, weil Sophie ihre Handlungen, typisch Psychotherapeutin, reflektiert analysiert. Manchmal ist es mir aber auch doch einen Tick zu viel, einerseits was die Analyse angeht, andererseits bezogen darauf, was gerade noch realistisch ist. Der Schreibstil der Autorin war aber flüssig lesbar und auch die psychologischen Hintergründe wurden so beschrieben, dass es für Laien verständlich bleibt.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Aromenvielfalt - Aber nicht rein pflanzlich

Plant based Soulfood
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Zunächst muss ich sagen, dass ich den Titel für etwas ungünstig gewählt halte, denn "Plant Based" bedeutet zwar eigentlich nicht komplett ohne tierische Produkte, aber da der Begriff nun mal doch recht ...

Zunächst muss ich sagen, dass ich den Titel für etwas ungünstig gewählt halte, denn "Plant Based" bedeutet zwar eigentlich nicht komplett ohne tierische Produkte, aber da der Begriff nun mal doch recht oft für vegane Produkte verwendet wird, denken viele sicher an ein Kochbuch ohne tierische Lebensmittel. Und auch im Online-Buchhandel landet das Kochbuch eben meist in der Kategorie vegetarische/vegane Kochbücher, wie ich festgestellt habe. Bei vielen der Rezepte trifft dann zumindest vegetarisch zu und auch vegane Rezepte sind viele vorhanden, diese sind jedoch, zumindest in der E-Book-Variante nicht extra als solche gekennzeichnet, sodass man sie sofort beim Durchblättern erkennen könnte. Bei mehreren Rezepten wird dann auch Fischsauce verwendet, sodass vegetarisch ebenfalls nicht mehr zutreffend ist. Hier hätte ich mir gewünscht, dass zumindest eine Alternative angegeben wird, wodurch diese ersetzt werden kann, wenn man sich bewusst rein pflanzlich ernährt.

Ansonsten würde ich sagen, im Buch stehen die Aromen und die Wirkung der Zutaten auf den Körper im Mittelpunkt, was ja grundsätzlich ein guter Ansatz ist. Es werden viele Hülsenfrüchte und andere proteinreiche Produkte verwendet, dazu viel Gemüse und klassischer Zucker eher nur wo unbedingt nötig. Auch für Salz finden sich teils Alternativen. Hoch verarbeitete Fleisch-Ersatz-Produkte werden dagegen nicht verwendet. Und dann ist das große Ziel, möglichst viel Geschmack an die Gerichte zu bekommen, damit auch Tofu oder Hülsenfrüchte nicht fad schmecken. Und dafür liefert der Autor viel Inspiration, wie durch selbst hergestellte Saucen und Marinaden und vielfältige Gewürze Geschmacksexplosionen möglich sind. Zugleich erfordert dies aber natürlich auch, dass man einen guten Grundstock an Gewürzen und anderen Zutaten zuhause hat. Manches wird man auch eher nicht im normalen Supermarkt bekommen, sondern nur in Asia-Märkten oder online.

Ich habe durch das Buch einige Inspiration bekommen, wie ich noch mehr Geschmack in vegetarische oder vegane Gerichte bringen kann. Das erfordert jedoch schon einen gewissen Aufwand, was Einkauf und Zubereitungszeit angeht. Mir persönlich wäre es zudem lieber gewesen, wenn das Kochbuch am Ende zumindest rein vegetarisch ausgefallen wäre, da so zwar alle Hauptzutaten fleisch-/fischlos sind, sodass wahrscheinlich (wenn wir ehrlich sind) doch eher bereits bewusst vegetarisch oder vegan lebende Menschen die Zielgruppe sind, bestimmte Gerichte für sie dann aber wegfallen, obwohl die Geschmackskomponenten mit etwas mehr Aufwand wahrscheinlich auch anders zustandekommen hätten können.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Mitbewohner wider Willen

Midsummer House
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Bei "Midsummer House" handelt es sich um den dritten Teil der Applemore-Reihe der Autorin. Das hat zur Folge, dass es, auch wenn jedes Mal wer anders im Mittelpunkt steht, dennoch ein Wiedersehen mit einigen ...

Bei "Midsummer House" handelt es sich um den dritten Teil der Applemore-Reihe der Autorin. Das hat zur Folge, dass es, auch wenn jedes Mal wer anders im Mittelpunkt steht, dennoch ein Wiedersehen mit einigen Nebenfiguren gibt. Trotzdem lässt sich dieser Band aber auch unabhängig von den vorherigen lesen. Das bunte Cover sorgt direkt für eine angenehme Lesestimmung und macht Lust auf die schottischen Highlands, wo alles spielt.

Im Mittelpunkt steht diesmal Charlotte Fraser, die in Applemore bereits einige Cottages an Urlauber vermietet und nun gerne Midsummer House von einer recht exzentrischen älteren Frau kaufen möchte, die zur Bedingung macht, das Charlotte zunächst das Haus und ihre Tiere sittet, während sie auf Reisen geht. Charlotte lässt sich darauf ein, nichtsahnend, dass auch Rob, der Neffe der alten Damen in dem Haus wohnen soll. Diesen kennt sie von einer gemeinsam verbrachten Nacht in Edinburgh und wollte ihn eigentlich nicht wiedersehen, auch wenn sie zugeben muss, dass sie ihn weiterhin sehr anziehend findet.

Der Roman bietet eine etwas voraussehbare, aber angenehm lesbare Geschichte, die an einem tollen Schauplatz spielt, sodass man direkt Lust bekommt, dort einmal hinzureisen und auch die lokalen Spezialitäten zu probieren. Die beiden Hauptpersonen waren mir grundsätzlich sympathisch und auch das "Wiedersehen" mit einigen Nebenpersonen und dabei zu erfahren, wie es mit ihnen weiterging, fand ich gut. Gerne würde ich noch weitere Teile der Reihe lesen.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Hebamme unter erschwerten Bedingungen

Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen
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Das Cover und der Titel des Romans lassen wenig Unklarheiten, was die Thematik des Buches angeht. In diesem historischen Roman geht es um die Hebamme Maria, die 1893 nach ihrer Ausbildung in München in ...

Das Cover und der Titel des Romans lassen wenig Unklarheiten, was die Thematik des Buches angeht. In diesem historischen Roman geht es um die Hebamme Maria, die 1893 nach ihrer Ausbildung in München in ihr Heimatdorf Brannenburg in den Bayerischen Alpen zurückkehrt, um die Nachfolge der alten Hebamme Alma anzutreten. Dort wird sie aber von vielen wenig freundlich empfangen, da sie als "Bankert" gilt, weil sie unehelich zur Welt gekommen ist und von ihrer Mutter zurückgelassen wurde. Außerdem weigert sich auch Alma, sich aufs Altenteil zurückzuziehen und möchte weiter praktizieren, teils mit fragwürdigen Methoden. Hinzu kommt, dass sie und ihr verheirateter Jugendfreund Max plötzlich feststellen, dass sie mehr füreinander empfinden als nur Freundschaft.

Ich fand es sehr interessant, mehr über die Arbeit einer Hebamme zur damaligen Zeit zu erfahren, einerseits in München, wo in der Geburtsanstalt für ledige Mütter auch ganz eigene Bedingungen herrschten, andererseits in der rauhen und abgeschiedenen Bergwelt mit den einzeln gelegenen Höfen und Almen und den stark im Katholizismus verwurzelten Bewohner:innen, wo Taufen mit Weihwasser im Mutterleib zum Standard der alten Hebamme gehörten und ein enormes Infektionsrisiko darstellten. Auch ansonsten gab es ein großes Risiko für Komplikationen und die Hebammen hatten weite und beschwerliche Wege zurückzulegen. Das wird durch die anschauliche Schilderung vieler Geburten sehr anschaulich, andererseits ist dabei manches doch recht ähnlich, sodass es auch gut möglich gewesen wäre, ein paar der beschriebenen Geburten wegzulassen. Gleiches gilt für die Szenen, in denen werdende Mütter oder ihre Verwandten Maria feindlich gegenüber treten. Maria als Protagonistin war mir sehr sympathisch, die Beschreibung des sich wandelnden Verhältnisses zu ihrem brüderlichen Freund hat mich dagegen nicht voll überzeugt. Insgesamt fand ich die Lektüre aber sehr interessant und der Schreibstil war gut lesbar, daher würde ich mich auch über eine Fortsetzung sehr freuen.

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