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Veröffentlicht am 05.11.2024

Ein Mann namens Ove

Ein Mann namens Ove
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Ove ist Ende 59 und wohnt in einer kleinen Siedlung. Seit 40 Jahren bestimmt er, was dort läuft – stellt Verbotsschilder auf und kontrolliert die Einhaltung, macht jeden Tag Rundgänge, streitet sich mit ...

Ove ist Ende 59 und wohnt in einer kleinen Siedlung. Seit 40 Jahren bestimmt er, was dort läuft – stellt Verbotsschilder auf und kontrolliert die Einhaltung, macht jeden Tag Rundgänge, streitet sich mit mehr oder weniger allen Nachbarn und ist mit sich und der Welt unzufrieden. Und dann ziehen auch noch neue Nachbarn ein: Der Mann „überfährt“ als erstes seinen Briefkasten, die Frau ist eine schwangere Ausländerin. Ove dreht durch …

Es ist lange her, dass ich bei einem Buch laut schallend lachen musste. Hier ist es mir schon im ersten Kapitel passiert. Die Beschreibung eines I-Pad-Kaufes – zu komisch (und doch so real). Sofort hatte ich Bilder vor Augen. Doch das Buch ist keine Komödie – im Gegenteil. Wohl jeder kennt einen Ove in seiner Nachbarschaft – jemand, der alle kontrolliert und teils auch terrorisiert. Damit könnte man es belassen – doch der Autor geht viel viel weiter. Ihm ist es wunderbar gelungen, von Kapitel zu Kapitel zu wechseln. Während man sich im 1. Kapitel noch herrlich amüsiert, bekommt man in einem weiteren eine totale Wut auf Ove, der so griesgrämig und unleidlich ist und allen Leuten das Leben vermiesen will. Und im nächsten Kapitel hat man dann auf einmal mit Ove Mitleid: ein Mann, der in ganz kurzer Zeit seinen gesamten Lebensinhalt verliert: die Frau, die Arbeit, eigentlich sein ganzes Dasein. Aber ehe man zu sehr Ove bedauert, wechselt er wieder zu einem totalen Ekel. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit lässt einem mehr und mehr verstehen, warum Ove so geworden ist. Für mich ein weiteres Plus ist das Ende des Buches, ein HappyEnde – ohne wirklich eins zu sein. Ich bin eigentlich immer skeptisch, wenn Bücher von allen Seiten nur gelobt werden – doch in diesem Fall ist jedes Lob angebracht. Das Buch ist einfach der Hammer. Gut lesbar, unterhaltsam, dabei mit unheimlich viel Tiefgang. Leider kann ich nur 5 Punkte vergeben – das Buch hätte viel mehr verdient.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Sterbegeld

Sterbegeld
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Ein kleiner Junge löst einen Notruf aus, doch als die Polizei eintrifft, ist er tot – zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern. Monate später sitzt ein Mann im Gefängnis, der der Mörder sein soll. ...

Ein kleiner Junge löst einen Notruf aus, doch als die Polizei eintrifft, ist er tot – zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern. Monate später sitzt ein Mann im Gefängnis, der der Mörder sein soll. Doch seine Nachbarin bezweifelt das und fordert weitere Untersuchungen. Ein Anwalt wird bestellt und prüft alles. Der vermeintliche Mörder arbeitet nicht richtig mit ihm zusammen, trotzdem kommen mehr und mehr Zweifel und er findet neue Erkenntnisse. Damit geht er zur Polizei und landet bei Mai Zhou, die die Ermittlungen wieder aufnimmt. Obwohl sie eigentlich keine Zeit dafür hat, denn zusammen mit Emilia Capelli sollen sie versuchen, einem Maulwurf unter den eigenen Kollegen zu finden, der die Einsätze einer Sondertruppe verrät. So haben sie mehr als genug zu tun …

Der 3. Band der Reihe um Em und Zhou hat mir am besten gefallen. Beide Fälle und Ermittlungen sind spannend und gut nachvollziehbar. Bei der Beurteilung des Vorgängerbandes fand ich es nervig, dass sich Em und Zhou so zickig verhalten haben. Genau das hat sich jetzt geändert. Beide fangen mehr und mehr an, die Zusammenarbeit zu schätzen und die jeweils andere besser kennenzulernen und zu mögen. Das macht es für mich glaubhafter, wenn beide ermitteln. Die Fälle selbst sind total unterschiedlich und das macht für mich auch den Reiz des Buches aus, denn dadurch wechseln in den Kapiteln die jeweiligen Handlungsstränge. Die Ermittlungen um die ermordete Familie sind ein solider Krimi, die Ermittlungen intern ähneln mehr einen Thriller. Alles in allem hat mich das Buch restlos überzeugt.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Ein Koffer voller Hoffnung

Ein Koffer voller Hoffnung
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Ella kommt aus New York zurück nach Norwegen, um den Nachlass ihrer Eltern aufzulösen, die bei einem Autounfall gestorben sind Sie hatte schon 4 Jahre keinen Kontakt mehr und ist verwundert, als sie im ...

Ella kommt aus New York zurück nach Norwegen, um den Nachlass ihrer Eltern aufzulösen, die bei einem Autounfall gestorben sind Sie hatte schon 4 Jahre keinen Kontakt mehr und ist verwundert, als sie im Haus ihrer Eltern in einer Wohnung, die eigentlich ursprünglich für sie gedacht war, eine alte Dame trifft, die dort für einige Monate wohnt und die sie mehr und mehr in Beschlag nimmt mit ihren Forderungen. So wird die Zeit in Norwegen ganz anders als gedacht.

Anfangs haben mir die Figuren von Ella und Rakel nicht gefallen. Ella erschien mir sehr spröde und unnahbar, Rakel sehr bestimmend. Erst mit dem Erzählen der Geschichte von Rakel – ihre Flucht als Jüdin von Bratislava nach Norwegen, später weiter nach Schweden, ihr Leben nach dem Krieg in Norwegen und den USA – wird die Figur sympathischer und man versteht mehr und mehr, warum Rakel so geworden ist. Die Geschichte ist gut erzählt, sogar mit einer starken Spannung, obwohl die brutalen Details weggelassen worden. Trotzdem trauert man um die Familie und die Freunde. Rakel erlebt während ihres Lebens viele Verluste Der Autorin ist es aber gut gelungen, diese Verluste nicht allein auf die Juden und den Holocaust zu reduzieren, sondern sie sind auch übertragbar auf jedes Leben. Genauso ist es aber auch möglich, die Hilfe und die Freundschaft zu verallgemeinern, was das Buch für mich ganz stark macht. Man kann die Gefühle und die Entscheidungen von Rakel nachvollziehen, man kann aber auch die Überlegungen und Änderungen von Ella verstehen.

Alles in allem ein sehr gut lesbares Buch über die Stärke von Freundschaft, Hilfe und Familie.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Unterhaltsam und lehrreich

Sherlock Holmes für Kids – Die Zeitmaschine
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Das Buch gehört in eine Reihe von Kinderrätselbüchern um Sherlock Holmes, Dr. Watson und den Hund Schlingel. In diesem speziellen Fall geht es um eine Zeitmaschine, mit der die verschwundene englische ...

Das Buch gehört in eine Reihe von Kinderrätselbüchern um Sherlock Holmes, Dr. Watson und den Hund Schlingel. In diesem speziellen Fall geht es um eine Zeitmaschine, mit der die verschwundene englische Königin Victoria wieder aufgefunden werden soll. Alle Bücher sind unabhängig voneinander zu lesen bzw. zu rätseln. Denn es geht in diesem Fall um 60 Rätsel, die zur Lösung des Falles - die Auffindung von Königin Victoria - beitragen sollen. Es sind komplett unterschiedliche Rätsel, die man mit Hilfe einer speziellen Lupe und einer Codierpyramide lösen kann. Es sind wunderschöne Zeichnungen, in die die entsprechenden Rätsel verpackt wurden. Gleichzeitig springt die Suche durch die Zeitmaschine in verschiedene Zeitalter, sei es in ägyptische Pyramiden, die Urzeit mit den Dinosauriern oder das französische Königreich, China oder was auch immer. Die Rätsel sind zwischen einfach bis ganz schön knifflig. Besonders für die angedachte Zielgruppe ab 8 Jahren ist es nicht immer ganz leicht. Die Lösung wird am Ende insofern leicht gemacht, indem sie auf der Seite unten verraten wird. Das fand ich nicht immer ganz gut, weil es teilweise zum Schummeln verführen kann. Alles in allem ist es aber ein sehr unterhaltsames und gleichzeitig auch lehrreiches Buch. Von mir gibt es eine Empfehlung dazu.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Absolut lesenswert

La Louisiane
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1720 in Paris werden einige Frauen mehr oder weniger freiwillig auf Schiffe gebracht und in die französische Kolonie La Louisane, das spätere Louisiana, gebracht. Dort sollen sie verheiratet werden und ...

1720 in Paris werden einige Frauen mehr oder weniger freiwillig auf Schiffe gebracht und in die französische Kolonie La Louisane, das spätere Louisiana, gebracht. Dort sollen sie verheiratet werden und zusammen mit den Männern die Kolonie überhaupt zum Laufen und zum Überleben bringen. Dabei ist es uninteressant, wie alt die Frauen sind oder aus welcher Schicht sie stammen. Charlotte ist erst 12 Jahre alt, aber sie will unbedingt mitfahren. Auf dem Schiff lernt sie Petronille und Genevieve kennen, denen sie im Laufe ihres Lebens immer wieder begegnen wird.

Das Buch ist absolut lesenswert. Es verbindet historische Tatsachen mit dem Leben dreier so unterschiedlicher Frauen. Wobei es neben diesen drei genannten Frauen noch andere in dem Buch gibt, über die allerdings nicht so ausführlich berichtet wird. Die Geschichte wird jeweils aus Sicht einer dieser Frauen erzählt und so erfährt man von einem Leben im Kloster, aber auch von unterschiedlichen Ehemännern, von freundlich bis gewalttätig. Von den vielen Gefahren in der neuen Kolonie, von den indigenen Völkern und deren Unterdrückung und später auch von der Unterdrückung der Schwarzen. Das alles ist sehr berührend geschrieben und man kann sich in die damalige Zeit und die Zustände zumindest annähernd hineinversetzen. Von mir gibt es deshalb eine Leseempfehlung.

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