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Veröffentlicht am 12.09.2023

Die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn

Eine glückliche Familie
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Der blutige Türgriff auf dem Cover verrät, dass es sich hier um eine spannende Geschichte handeln muss, bei der Spuren hinterlassen wurden.

Der Einstieg ist mir sehr gut gelungen, der Schreibstil liest ...

Der blutige Türgriff auf dem Cover verrät, dass es sich hier um eine spannende Geschichte handeln muss, bei der Spuren hinterlassen wurden.

Der Einstieg ist mir sehr gut gelungen, der Schreibstil liest sich flüssig. Anfangs habe ich ein bisschen gewartet, bis endlich etwas spannendes passiert.
Zunächst schien in Beth Leben alles in bester Ordnung zu sein. Dann taucht plötzlich die seit Jahren "verschwundene" Mutter wieder auf und die Familie zunächst wiedervereint - Die Betonung liegt auf "schien". Denn es ist etwas in Beth Vergangenheit geschehen, dass sich nicht mehr rückgängig machen lässt und sie auch sehr bereut und ihr auch in der Gegenwart noch zum Verhängnis wird.

Dass plötzlich Beth' Mutter aufgetaucht ist, fand ich zunächst etwas merkwürdig. Warum ausgerechnet jetzt? Dazu das doch eher befremdliche Verhalten dafür, dass sie ihre Tochter seit 30 Jahren nicht gesehen hat. Klar, es ist die vermeintliche Mutter, aber vertraut sie dieser mehr als alle anderen aus ihrem Umfeld, die sie seit Jahren kennt? So fängt Beth an, an den Dingen die geschehen zu zweifeln. Schlüssel verschwinden, die Heizung ist plötzlich aufgedreht und dann taucht auch noch die Videoaufnahme auf, ohne dass eine Kamera gefunden wird. Beth zweifelt zunehmend an ihrer Zurechnungsfähigkeit.

Das Verhalten der Mutter bleibt weiter merkwürdig und man konnte sehr schnell merken, dass hier etwas nicht stimmt. Ständig versucht sie jemanden gegeneinander auszuspielen und Beth zu verändern.

Insgesamt fand ich die Geschichte durchaus spannend, aber leider für mich zu vorhersehbar. Für mich war von Anfang an klar, wer die leibliche Mutter ist. Daher haben mich die ganzen Fragen und "Ermittlungen" am Ende auch eher gestört und die Auflösung für mich in die Länge gezogen.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Elegantes Cover, aber die Story bleibt blass

The Academy
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The Academy lockte auf den ersten Blick mit einem atmosphärischen Cover, das perfekt zur herbstlichen Jahreszeit passt und sofort Internats-Vibes weckt. Auch das Innenleben des Buches wirkt hochwertig: ...

The Academy lockte auf den ersten Blick mit einem atmosphärischen Cover, das perfekt zur herbstlichen Jahreszeit passt und sofort Internats-Vibes weckt. Auch das Innenleben des Buches wirkt hochwertig: Der Einband, die Charakterübersicht und die gezeichnete Karte des Campus vermitteln den Eindruck, dass einen eine detaillierte, vielschichtige Geschichte erwartet.

Leider konnte der Inhalt für mich diese Erwartungen nicht erfüllen.

Zunächst fiel es mir schwer, richtig in das Buch hineinzufinden. Es gibt sehr viele Figuren, und obwohl sie alle beschrieben werden, blieben sie für mich wenig greifbar. Ich musste oft überlegen, wer wer ist, wodurch der Lesefluss ins Stocken geriet. Auch der Schreibstil und die wechselnden Perspektiven wirkten teilweise distanziert und unnahbar – ich konnte keinen echten Bezug zu den Charakteren aufbauen.

Inhaltlich zieht sich der Einstieg stark. Die Handlung fokussiert sich lange auf alltägliche Situationen im Internatsleben: Partys, sportliche Aktivitäten, kleinere persönliche Konflikte. Das wirkt zwar realistisch, aber es passiert einfach zu wenig, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Das hat für mich leider ein schlüssiges Gesamtbild ergeben. Erst ungefähr ab der Mitte nimmt die Geschichte Fahrt auf, als die geheimnisvolle App ins Spiel kommt und die Skandale der Tiffin-Academy ans Licht bringt. Ab diesem Punkt wird es interessanter und man spürt, welches Potenzial die Grundidee eigentlich hätte. Aber auch die Auflösung kommt dann irgendwie zu schnell und schon ist das "Problem" gelöst.

Leider kommt diese Dynamik für mich zu spät. Der Spannungsbogen bleibt insgesamt flach, und die wirklich brisanten Enthüllungen können die schleppende erste Buchhälfte nicht wettmachen.

Fazit:
The Academy hat ein starkes Setting, eine spannende Grundidee und überzeugt optisch durch Gestaltung und Atmosphäre. Inhaltlich konnte das Buch mich jedoch nicht fesseln. Zu viele Figuren, ein eher distanzierter Stil und eine Handlung, die erst spät anzieht, sorgen dafür, dass ich am Ende enttäuscht zurückbleibe.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Leider kein Volltreffer

Holmes & Moriarty
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Mit großen Erwartungen habe ich das Buch gelesen – die Idee, Sherlock Holmes und seinen Erzfeind Professor Moriarty in einer gemeinsamen Handlung zu sehen, klang vielversprechend. Der Klappentext versprach ...

Mit großen Erwartungen habe ich das Buch gelesen – die Idee, Sherlock Holmes und seinen Erzfeind Professor Moriarty in einer gemeinsamen Handlung zu sehen, klang vielversprechend. Der Klappentext versprach ein spannendes viktorianisches Krimiabenteuer, durchzogen von Geheimnissen, Verkleidungen und einem drohenden Weltuntergang.

Leider konnte mich das Buch überhaupt nicht abholen. Der Schreibstil war für mich schwer zugänglich – zu spröde, teils hölzern, und ohne jene Atmosphäre, die man sich bei einer Holmes-Geschichte eigentlich erhofft. Die Sprache schien bemüht, den Ton Arthur Conan Doyles zu treffen, verfehlte ihn aber aus meiner Sicht deutlich. Ich konnte keinen echten Lesefluss entwickeln und wurde mit den Figuren nicht warm.

Auch die Handlung, die theoretisch viel Potenzial hatte – ein geheimnisvoller Schauspieler, seltsame Zuschauer, Holmes und Moriarty auf der Flucht – blieb für mich leider zu oberflächlich und konstruiert. Die Spannung, die sich aus der unfreiwilligen Zusammenarbeit zweier Erzfeinde ergeben könnte, verpuffte größtenteils, da die Charakterzeichnung blass blieb und die Dialoge wenig Tiefe hatten.

Schade, denn die Grundidee war durchaus reizvoll. Wer aber auf authentische Holmes-Stimmung und ein mitreißendes Krimi-Abenteuer hofft, könnte hier enttäuscht werden – wie ich es leider wurde.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Verloren in den Düften des Todes

Das Parfüm des Todes
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Der Klappentext versprach eine spannende Mischung aus Krimi und Charakterstudie, eine Geschichte, die mich in die faszinierende Welt der Düfte und des Todes entführen sollte. Doch leider konnte das Buch ...

Der Klappentext versprach eine spannende Mischung aus Krimi und Charakterstudie, eine Geschichte, die mich in die faszinierende Welt der Düfte und des Todes entführen sollte. Doch leider konnte das Buch diese Erwartungen nicht erfüllen.

Yang Ning, die Protagonistin mit dem außergewöhnlichen Beruf als Tatortreinigerin, schien auf den ersten Blick vielversprechend. Ihre Fähigkeit, durch Gerüche zu navigieren und ihre Verbindung zum Tod weckten meine Neugier. Doch im Laufe der Geschichte blieb sie für mich eine eher blasse Figur. Ihre Handlungen erschienen oft unmotiviert und ihre Gedankenwelt blieb zu wenig beleuchtet.

Auch die anderen Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Die Vielzahl der Namen und Beziehungen machte es mir schwer, den Überblick zu behalten und mich mit den Figuren zu identifizieren. Die Nebenfiguren blieben oft oberflächlich und entwickelten sich kaum weiter.

Die Handlung an sich wirkte auf mich stellenweise konstruiert und vorhersehbar. Die Idee, dass eine Tatortreinigerin zur Hauptverdächtigen wird, ist zwar spannend, wurde jedoch nicht konsequent genug ausgearbeitet. Die Wendungen in der Geschichte kamen oft überraschend, fügten sich aber nicht immer nahtlos in das Gesamtbild ein.

Einzig die Passagen, in denen es um die Herstellung von Parfum ging, konnten mich fesseln. Die Autorin zeigte hier ein gutes Gespür für atmosphärische Beschreibungen und vermittelte einen Einblick in eine faszinierende Welt. Doch leider blieben diese Momente zu selten und gingen schnell wieder in der allgemeinen Handlung verloren.

Die Idee, dass Yang Ning die Hilfe eines Serienmörders in Anspruch nimmt, um das Innenleben eines psychopathischen Geistes zu verstehen, ist zwar mutig, wurde aber meiner Meinung nach nicht überzeugend umgesetzt. Die Beziehung zwischen den beiden Charakteren blieb für mich unklar und die daraus resultierenden Erkenntnisse trugen wenig zur Lösung des Falls bei.

Insgesamt hat mich das Buch nicht mitreißen können. Die Spannung baute sich nur zögerlich auf und die Auflösung des Falls war für mich eher enttäuschend. Die Mischung aus Krimi und Charakterstudie funktionierte nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

True Crime Love

Love Letters to a Serial Killer
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Das Cover und der Klappentext haben mich zunächst überzeugt. Allerdings wurde ich direkt zu Beginn enttäuscht, zwar zunächst nicht inhaltlich, aber ich hätte mir gewünscht, dass die Briefe zwischen Hannah ...

Das Cover und der Klappentext haben mich zunächst überzeugt. Allerdings wurde ich direkt zu Beginn enttäuscht, zwar zunächst nicht inhaltlich, aber ich hätte mir gewünscht, dass die Briefe zwischen Hannah und William von der Formatierung her eher abgesetzt vom restlichen Text und nicht nur kursiv im Fließtext dargestellt sind.

Die Geschichte ist in drei Teilen aufgebaut. Vor, während und nach dem Prozess. Es wird recht schnell klar, dass hier etwas nicht stimmen kann und so begibt sich Hannah auf eigene Faust auf Recherche um die morde aufzuklären. Dabei nimmst sie Recht schnell Kontakt mit William auf, per Brief. Wie schnell man sich "verlieben" kann, ist verrückt. Hannah wird regelrecht abhängig von William und versteift sich so sehr darauf, alles über ihn und die Morde zu erfahren, dass sie sich selbst und ihr Leben aus den Augen verliert. Ich konnte auch nicht richtig mit ihr warm werden. Ihre Art und ihr Verhalten waren mir nicht sympathisch. Sie hätte sich als so starke Frau entwickeln können. Es gab auch keine richtigen Interaktionen zwischen den Protagonisten. Der Briefkontakt blieb für mich sehr an der Oberfläche. Hier fehlte mir die emotionale Tiefe. Das ganze Geschehen war in meinem Augen doch sehr realtiätstfern und nicht glaubwürdig. Zum Teil auch zu viel übertriebene Abhandlungen und langatmige Ausführungen.

Nach Abschnitt 2 war auch klar, dass es das mit dem Freispruch nicht gewesen sein kann und mehr dahinter stecken muss. Der Kreis derjenigen, die noch als Täter in Frage kämen ist allerdings sehr gering. Das Ende war somit auch nicht unbedingt überraschend, was den wahren Täter angeht. Ganz zufrieden, wie es zwischen William und Hannah geendet ist, bin ich dann auch nicht.

Insgesamt war ich eher enttäuscht und kann das Buch nicht wirklich empfehlen. Ich hätte gehofft, dass das Buch realistisch nahegelegt, aus welchen Beweggründen man eine Beziehung mit einem Serienkiller eingeht und wie das Ganze vielleicht fernab jeglicher Vorurteile doch funktionieren kann, aber Hannah hat sich hier so sehr in die Ermittlungen versteift, dass davon keine Spur war.

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