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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.12.2024

Schöner schauriger Snack

Wintergeister
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Die 'Wintergeister' aus dem Dumont Verlag eingeteilt in sechs Kurzgeschichten von den Autor*innen Bridget Collins, Andrew Michael Hurley, Jess Kidd, Catriona Ward, Susan Stokes-Chapman und Laura Purcell, ...

Die 'Wintergeister' aus dem Dumont Verlag eingeteilt in sechs Kurzgeschichten von den Autor*innen Bridget Collins, Andrew Michael Hurley, Jess Kidd, Catriona Ward, Susan Stokes-Chapman und Laura Purcell, war wie eine Tüte Popcorn.
Lecker und leicht, kurze Schockmomente wie wenn man auf ein hartes Maiskorn beisst und am Ende dann doch schneller weggesnackt als einem lieb ist.
Ich wüsste gar nicht auf Anhieb welche der sechs kleinen Schauergeschichten mich am meisten unterhalten hat.
Jede einzelne war sehr atmosphärisch und mit einer angenehmen Spannung geschrieben.
Drei sind mir am meisten im Gedächtnis geblieben und zwar 'Das alte Theaterstück' welches erschreckend realistisch inszeniert wird,
'Der Witwenweg' mit der ganz besonders talentierten Fächermacherin und ihren speziellen Materialien und die letzte Geschichte namens 'Das Lied von Glocken und Ketten'...die uns aufzeigt ob es den Krampus wirklich gibt.
Ich hatte eine schöne Lesezeit und hätte gut und gerne noch sechs weitere Geschichten wegschmökern können.
Daher von mir eine klare Leseempfehlung um ein paar frostige Abende zu verfeinern.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Toxische Mutter Tochter Beziehung

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
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Ein Buch bei dem diesmal die Titelliebe zugeschlagen hat. 'Wenn Nachts die Kampfhunde spazieren gehen' von Anna Brüggemann macht damit von vornherein klar das hier kein Happy Life Buch um die Ecke kommt. ...

Ein Buch bei dem diesmal die Titelliebe zugeschlagen hat. 'Wenn Nachts die Kampfhunde spazieren gehen' von Anna Brüggemann macht damit von vornherein klar das hier kein Happy Life Buch um die Ecke kommt.
Trotz der Schwere und des sich vor Unwohlsein winden wollen Gefühls die dieses Buch vermittelt, lässt es sich leicht und unterhaltsam lesen.
Eine gute Mischung finde ich.
Wir begleiten eine extrem narzisstische Regina und ihren ruhigen und recht besonnenen Mann Edgar und ihren zwei Töchtern Antonia und Wanda über 20 Jahre und bekommen eine toxische Mutter Töchter Beziehung par excellence geboten.
Die eher zurückhaltende Antonia findet vor den Augen ihrer Mutter wenig Gnade.
Zu weich und bleich ihr Körper, zu introvertiert und wenig ehrgeizig ihr Gemüt.
Wanda hingegen ist ihrer Mutter recht ähnlich, so scheint es.
Aber unter der starken, schönen und schillernden Fasade macht das Gefallen wollen Wanda komplett kaputt.
Interessant fand ich wie selbstverliebt die Mutter ist, obwohl Sie sich selbst nicht genügen würde.
Ich habe sehr mit den Schwestern gelitten und zum Ende hin Reginas Enkelin extrem gefeiert. Ein tolles, selbstbewusstes und kluges Mädchen welches sich auch mal traut ihrer Oma die Stirn zu bieten.
Ein Buch welches ich gerne gelesen habe, was aber auch weh getan und mich geärgert hat, traurig war, aber auch mal etwas lustig und nett. Viele Gefühle und ein tiefer Einblick in ein sehr ungesundes Mutter-Töchter Gestrick.
Ich mochte es gerne!

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Begegnungen

Ein klarer Tag
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Da hat Carys Davies mit 'Ein klarer Tag' was ganz besonderes geschaffen.
Ein unaufgeregter, rauer und zugleich doch poetischer Roman über das Leben, die Liebe, Natur und Sprache.
Es ist das Jahr 1843 und ...

Da hat Carys Davies mit 'Ein klarer Tag' was ganz besonderes geschaffen.
Ein unaufgeregter, rauer und zugleich doch poetischer Roman über das Leben, die Liebe, Natur und Sprache.
Es ist das Jahr 1843 und die 'Great Disruption' lässt den Pfarrer John Ferguson und seine Frau Mary recht mittelos dastehen.
Der Freikirche zugehörig muss John an Geld kommen und nimmt den Auftrag eines Großgrundbesitzers an und im Zuge der 'Clearances' soll er den letzten Bewohner Ivar von einer kleinen Shetlandinsel vertreiben.
Ist doch die Schafzucht viel lukrativer.
Eine recht beschwerliche Reise beginnt.
Auf der Insel angekommen, bringt das Schicksal John in eine misslichen Situation und gleichzeitig eng mit Ivar zusammen.
Ungefiltert, roh und zugleich zart erzählt uns die Autorin eine Geschichte zweier Männer und deren langsame Annäherung über das Hindernis der Sprachbarriere hinweg.
Wir begleiten auch Mary auf dem Weg zu Ihrem Mann. Ahnt Sie doch das der träumerische und sanfte John sich eventuell in einer ungünstigen Lage befindet.
Mary ist eigentlich eine sehr interessante Frau, aber in der Geschichte geht sie etwas unter.
Zu intensiv ist die Erzählung der zwischenmenschlichen Beziehung von John und Ivar.
Das Ende war mir tatsächlich etwas abrupt und hat einen zu schnell in die Wirklichkeit zurück geholt.
Ein schöner Roman der einen ganz und gar mitnimmt auf diese wunderschöne und wilde Insel.

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Veröffentlicht am 19.11.2024

Der Schmerz der Frauen

Unversehrt. Frauen und Schmerz
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Wow, das war nicht ohne...
Die Autorin Eva Biringer erzählt uns in ihrem feministischen Werk 'Unversehrt' über Frauen und ihre Schmerzen.
Ihren vielen unterschiedlichen Schmerzen.
Sei er von anderen angetan, ...

Wow, das war nicht ohne...
Die Autorin Eva Biringer erzählt uns in ihrem feministischen Werk 'Unversehrt' über Frauen und ihre Schmerzen.
Ihren vielen unterschiedlichen Schmerzen.
Sei er von anderen angetan, selbst zugefügt oder naturgegeben.
So viele Frauen es gibt, soviel Schmerz gibt es auch. Schade ist nur wie oft der Schmerz nicht ernst oder wahrgenommen wird.
Der rote Faden des Buches bildet der Leidensweg der Großmutter der Autorin.
Viele Jahre hat Sie gelitten und nie fand jemand raus woran eigentlich.
Diese Tatsache nutzt Eva Biringer und macht auf die vielen ähnlichen Schicksale aufmerksam und versucht noch im Nachhinein dahinter zu kommen was die Großmutter wohl gehabt haben könnte.
Es werden etliche Fakten auf den Tisch geknallt. Die medizinische, kulturelle und historische Schmerzakte der Frauen wird durchleutet. Fakten rund um Misogynie und Femizide.
Die schockierend Wahrheit das weiblicher Schmerz sogar oftmals als attraktiv wahrgenommen wird.
Das zartbesaitete weibliche Wesen welches mit schlechter Konstitution, aber mit attraktiver blasser Haut und schmaler Silhouette Hilfe benötigt oder der kleine Stich zuviel beim nähen der Geburtswunden etc.
Auf oftmal sarkastische Art und Weise erfahren wir das Männer wirklich krank sind, aber Frauen meist 'Psyche haben', das schwache Geschlecht Schmerz von Natur aus auszuhalten hat und gynäkologische Probleme sehr viel weniger erforscht werden als zum Beispiel männliche Erektionsprobleme.
Kein Wunder, ist ein 'ordentliches rannehmen' der Frau doch schon oftmal die Lösung ihrer Probleme...
oder die der Männer 🤮.
Einige Fakten waren mir aus anderen Werken bekannt, einiges habe ich neu dazu gelernt und wie sooft bei solch einer Lektüre kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.
Ich finde das Buch richtig wichtig und richtig gut und kann nur empfehlen...Lest es!

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Veröffentlicht am 09.11.2024

Wichtig Botschaft

Was wir nicht kommen sahen
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Der Roman 'Was wir nicht kommen sahen' von der Autorin Katharina Seck scheint wie aus dem Leben gegriffen und diese Erkenntnis ist das was am Ende so schockiert und weshalb ihn viele Menschen lesen sollten.
Aber ...

Der Roman 'Was wir nicht kommen sahen' von der Autorin Katharina Seck scheint wie aus dem Leben gegriffen und diese Erkenntnis ist das was am Ende so schockiert und weshalb ihn viele Menschen lesen sollten.
Aber erst einmal zur Story:
Die 18 jährige Gaming Streamerin Ada geht eines Abends aus ihrem Elternhaus und kommt nie zurück. Sie springt von einer Brücke und ist tot.
Zurück bleiben schockierte Eltern und ein weiser Abschiedssatz von Ada als Weckruf für mehr Aufmerksam- und Achtsamkeit im Umgang miteinander.
...Es muss erst etwas passieren, bevor sich etwas ändert...
So traurig wie der Satz klingt, so wahr ist er auch.
Der Roman beschreibt sehr anschaulich unter anderem die Themen Cybermobbing, Misogynie, sexualisierte Belästigung und ihre Auswirkungen.
Wie schrecklich hilflos man doch den anonymen (und feigen) Tätern im Netz als auserkorenes Opfer gegenüber steht und völlig ausgeliefert ist. Wirklich schockierend.
Der Roman wird aus drei Sichtweisen erzählt.
Von Ada erfahren wir wie es zu ihrem Selbstmord kam und was alles im Vorfeld geschah.
Adas Mutter Jenny begleiten wir dabei wie sie versucht den Tod Ihrer Tochter nachzuvollziehen und diesem wenigstens im Nachhinein noch einen Sinn zu geben.
Der dritte Handlungsstrang wird aus Sicht der Anonymität/den verschiedenen Tätern erzählt und dort spürt man so richtig die Eigendynamik die sich aufbaut und diese anonyme Meute immer härter zuschlagen lässt.
Der Roman enthält viele wichtige Botschaften die wir zu meist von Ada lesen.
Das fand ich zwar manchmal fast schon zu weise und abgeklärt für eine 18 jährige, aber halt auch unentbehrlich für diese Erzählung.
Auch Adas taffes Profil welches nicht recht zu ihrem Selbstmord zu passen scheint, untermauert die Dringlichkeit ihres Abschiedsatzes nochmal und macht mit einem Knall auf diese wichtigen Themen aufmerksam.
'Was wir nicht kommen sahen' sensibilisiert genauer hinzusehen und frühzeitig zu reagieren und vorallem die Anonymität des Internets nicht negativ zu nutzen.
Ich kann nur eine Leseempfehlung aussprechen.

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