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Veröffentlicht am 28.11.2017

Unterhaltsame Weihnachtsgeschichten aus Skandinavien

Elche unterm Weihnachtsbaum
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Unter dem Titel "Elche unterm Weihnachtsbaum" haben die Übersetzerinnen Ebba D. Drolshagen und Regine Elsässer die schönsten Geschichten aus dem hohen Norden ausgesucht und veröffentlicht. Die Sammlung ...

Unter dem Titel "Elche unterm Weihnachtsbaum" haben die Übersetzerinnen Ebba D. Drolshagen und Regine Elsässer die schönsten Geschichten aus dem hohen Norden ausgesucht und veröffentlicht. Die Sammlung von Kurzgeschichten erschien erstmals 2010 im Piper Verlag.


Dieses Buch enthält eine bunte Mischung von skandinavischen Kurzgeschichten, die sich um Tannenbäume, das Luciafest und auch um den Weihnachtsmann drehen.


Man erfährt wie die schwedische Weihnachtstradition der Lucia abläuft, bekommt einige Rezepte für Glögg, "Risalamande" (Milchreis) und typisches nordisches Gebäck an die Hand und wird unterhaltsam und informativ über nordische Weihnachten informiert.



Die Autorennamen sind mir nur teilweise bekannt. So gibt der wunderbare Klassiker "Der Tannenbaum" von Hans Christian Andersen ein Stelldichein, aber auch von Selma Lagerlöf und Anne B. Ragde gibt es Beiträge.

Henrik Valentins "Rudolph mit der roten Nase" war schön amüsant.

Klas Östergrens "Leider nur zur Weihnachtszeit" ist etwas frech und macht neugierig auf seine anderen Werke.

Und Levi Henriksen geht in "Ein Haus aus Händen" einer Geburt am Weihnachtstag nach. Passender geht es wohl kaum, denn das ist ja der Grund dieses besonderen Weihnachtstages: die Geburt eines Kindes.

Anne B. Ragdes "Ein Weihnachtsgeschenk von oben" hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Susanne Bjerrehus untersucht in "Weihnachtsleid, Weihnachtsfreud" den Kommerz und die Wahl des richtigen Partners zur Weihnachtszeit.


Ich wurde gut unterhalten, fand allerlei interessante Infos über nordisches Brauchtum.

Ob witzig, nachdenklich machend oder einfach nur unterhaltsam und stimmungsvoll, hier findet sich für jeden Geschmack etwas passendes. Die Texte sind vielfältig, die Schreibstile sehr unterschiedlich, einige Geschichten sind zum Vorlesen geeignet, andere wiederum eher nur für Erwachsene.


Für Skandinavienfans ein bunter Reigen von weihnachtlichen Geschichten, die die Bräuche und die Kultur des Nordens näher beleuchten und vorstellen. Durch die beigefügten Rezepte bekommt man Ideen für kulinarische Kostproben und kann den nordischen Nachbarn direkt auf den weihnachtlichen Teller schauen.

Veröffentlicht am 25.11.2017

Ist Selbstoptimierung der Weg zum Glück?

Rette mich, wer kann
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Der Roman "Rette mich, wer kann" ist ein Gemeinschaftsprojekt zweier Autorinnen unter dem Pseudonym Jule Maiwald. Das Buch erscheint 2017 im Rowohlt Verlag.

Jettes Mann hat sie verlassen, nun steht ...

Der Roman "Rette mich, wer kann" ist ein Gemeinschaftsprojekt zweier Autorinnen unter dem Pseudonym Jule Maiwald. Das Buch erscheint 2017 im Rowohlt Verlag.

Jettes Mann hat sie verlassen, nun steht sie ohne Job und Zuhause da. Sie findet Zuflucht in einer Wohngruppe, die aus frisch Getrennten besteht. Dort kann Jette 12 Wochen bleiben und erhält Starthilfe für einen Neubeginn. Jette startet ihren Selbstoptimierungsplan und ihre Mitbewohner unterstützen sie nach allen Kräften. Nur Nick glaubt nicht an den Plan, über die Strategien aus Unternehmungsführung, persönliches Glück erreichen zu können.

Die Handlung beginnt mit einem Paukenschlag. Jette ist Moderatorin einer Radiosendung und verteilt Ratschläge und Lebenshilfetipps an unsichere und verzweifelte Menschen.
Plötzlich steht sie selbst im Fokus des Geschehens und erfährt vor den Ohren der Öffentlichkeit vom Doppelleben ihres Mannes. Von einem Moment auf den anderen bricht ihr bisheriges Leben auseinander.
Mit unverhofftem Glück im Unglück bekommt sie ein Zimmer in einer ganz besonderen Wohngruppe. Dort leben lauter frisch Getrennte, die sich gegenseitig umeinander kümmern und aufbauen.
Jette beginnt ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und will erst einmal neuen Job finden. Dabei erlebt sie im Jobcenter eher Ablehnung als Hilfe. Denn ohne Ausbildung sehen ihre Karten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schlecht aus. Bei dieser Szene habe ich mich schon köstlich amüsiert.
Als sie jedoch ihr Leben mit Selbstoptimierung in den Griff kriegen will, geht das Chaos los. Fast schon zwanghaft geht Jette ihre Selbstfindung an und beginnt mit dem äußeren Erscheinungsbild. Immer mehr verbessert sie auch ihr Image schlechthin und vergrault damit ihren neuen Freund Nick.

Mir hat es gut gefallen wie hier dieses Trendwort aus der Unternehmensführung in die Handlung eingebaut wurde. Schliesslich glauben viele Menschen, dass Perfektion zu einem besseren Leben führen kann, sie kann aber auch selbstzerstörerisch wirken und zum Burn-out führen.

Man erlebt mit Jette eine authentisch wirkende Figur, die aus ihrer Situation das Beste macht und auch für ihre neuen Freunde eine Hilfe sein möchte. Dabei wird nicht nur mit humorvollen, sondern auch mit ernsthaften Szenen gut unterhalten und man fühlt automatisch mit den Charakteren mit.

Der Schreibstil ist angenehm und zeigt viel Lebensnähe, auch wenn die Thematik natürlich ein wenig übertrieben ist.

Ein unterhaltsamer Frauenroman mit Humor und der Thematik der Selbstoptimierung. Glück und Erfolg gehen nicht immer die geplanten Wege.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Ein Krimi mit charmantem Pfiff durch die tollen Ermittler

Nichts wie es war
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Dieser Kriminalroman spielt im beschaulichen Sauerland. Er zeigt jedoch auch die böse Seite dieser ansonsten so ruhigen waldreichen Gegend. Als Anton erfährt, dass sein Freund Hannes, eine herzensgute ...

Dieser Kriminalroman spielt im beschaulichen Sauerland. Er zeigt jedoch auch die böse Seite dieser ansonsten so ruhigen waldreichen Gegend. Als Anton erfährt, dass sein Freund Hannes, eine herzensgute Seele, angeblich seine Pflegekraft ermordet haben soll, kann er das nicht glauben. Aber wie soll er jetzt ermitteln, wo er gerade die Folgen eines Schlaganfalles auskuriert und selbst auf Hilfe angewiesen ist? Die Hilfe naht mit Zofia, einer junge Polin, die zwar manchmal etwas schreckhaft, aber im Ernstfall doch recht mutig ist. Sie sorgt nicht nur rührend für Anton, nein, sie stürzt sich auch noch gemeinsam mit ihm in die Nachforschungen um den Todesfall. Dabei ergänzen sie sich perfekt.

Mit hat dieser Krimi gut gefallen, er ist flott zu lesen, hat viele spannende Situationen und ist durch die Sprachprobleme von Zofia auch teilweise recht lustig.

Sehr unterhaltsam fand ich die vielfältig geschilderten Charaktere, hier lernt man die Dorfbewohner bestens kennen und sieht auch hinter ihre gutbürgerliche Fassade. Was sich dahinter verbirgt, darüber möchte ich hier aus Spoiler-Gründen schweigen. Nur soviel: Es ist nichts so wie es scheint.

Der Autorin gelingt es gut, die Situation von Anton zwar als hilfsbedürftig darzustellen, aber sie zeigt auch, wie energisch und vehement er sich bei der Tätersuche einsetzt. Sie setzt damit ein deutliches Zeichen, dass alte Menschen auch ihre persönliche Würde und Eigenständigkeit behalten, egal wie ihre körperliche Situation aussieht.

Dank Zofia wird der Blick hinter die Kulissen gelüftet. Sie nutzt ihre Menschenkenntnis und ihre persönliche Art, um an Informationen zu gelangen. Der Sohn von Anton ist Polizist, aber die wahren Ermittler sind hier eindeutig Zofia und Anton!

Ein Problem hatte ich anfangs mit den Rückblenden, die durch übergeordnete Zeiten Klarheit in die chronologische Handlung bringen sollten. Mich haben sie eher verwirrt. Erst im Verlauf des Buches konnte ich sie zeitlich richtig einordnen.

Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der mir schöne Lesestunden geschenkt hat und spannende Momente.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Ich bin immer noch ganz verstört von so viel Bösem!

Drei Meter unter Null
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Die Hauptfigur ist eine junge Frau, die Jahre lang versucht hat, ein normales Leben zu leben und die Verzweiflung in ihr zu besiegen. Doch irgendwann beginnt die Rache in ihr Überhand zu nehmen und sie ...

Die Hauptfigur ist eine junge Frau, die Jahre lang versucht hat, ein normales Leben zu leben und die Verzweiflung in ihr zu besiegen. Doch irgendwann beginnt die Rache in ihr Überhand zu nehmen und sie bereitet sich auf eine Jagd vor. Eine Jagd auf Wölfe, menschliche Wölfe.


Was für ein böses Buch, wer soll das gern lesen? Ich überwinde mich, kann die Bluttaten kaum ertragen. Doch ich muss weiter lesen, ich will wissen wie die Story ausgeht. Gleichzeitig frage ich mich, wieviele Menschen mit solch brutalem Verhalten dort draußen in der Welt rumlaufen und so handeln.

Aus der Sicht der Täterin erlebt man mit, wie sie denkt, handelt und fühlt. Schon in ihrer Kindheit war sie anders als die anderen Kinder, sie war ruppig und gemein. Am liebsten wollte sie Pippi Langstrumpf sein, später erlernt sie Kampftechniken und studiert Psychopathen-Biografien und "ist davon überzeugt, nichts mit diesen Irren gemein zu haben." Zitat Seite 111.
Dabei stellt sich genau das heraus: Sie ist das personifizierte Böse.
Sie hat keinerlei Liebreiz, sie ist wie eine Maschine, alles ist böse Berechnung, aber warum?

Sie will Rache um jeden Preis!

Dieser Thriller ist mit vielen grausamen Einzelheiten gespickt, die nur abgehärtete Thrillerleser vertragen. Mich hat es erschüttert und nicht kalt gelassen. Die Story entwickelt eine Spannung, die durch die Angst des nächsten Opfers, die Angst der nächsten Bluttat oder Misshandlung in Gang gehalten wird. Mich hat es unter Strom gehalten und ziemlich gepackt. Dabei fehlt bei mir die Sympathie für die Protagonistin völlig und auch das Verständnis ihres Handelns ist lange Zeit nicht vorhanden.

Die Sprache wechselt zwischen kurzen, abgehackten Sätzen für die böse Seite und längeren, schön klingenden, ausgeschmückten Sätzen für die Beschreibungen von Landschaft und Stimmungen, wenn die gute Seite wieder die Oberhand in der Hauptfigur gewinnt.


Dieses Buch nimmt mich richtig mit, es ist so unendlich grausam. Es zeigt, wie Menschen andere schikanieren und nun selbst Rache am eigenen Leib spüren müssen. Ein Kampf zwischen Wölfen, denn das Lamm ist längst zu einem Wolf mutiert.
Das Ende sorgt für eine unerwartete Überraschung.


Dieses Buch kann ich Lesern mit starken Nerven und einer gewaltigen Portion Thrillererfahrung empfehlen. Ich habe mich sehr gegruselt.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Erneut gute Unterhaltung dieser Bayrischen Krimireihe

Zapfig
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Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der dieses Mal auf Wohnungssuche in ...

Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der dieses Mal auf Wohnungssuche in einige Münchner Stadtteile führt und diese näher vorstellt.

Sofie kommt auch in diesem Buch wieder als leicht chaotisches Vollweib daher, privat hat sie so ihre Probleme mit der Hausarbeit, auch Kochen ist nicht ihr Ding, dafür isst sie umso lieber. Beruflich jedoch kann man ihr nichts vormachen, dort ist sie bisher noch jedem Verbrechen auf die Schliche gekommen, irgendeine Unstimmigkeit im menschlichen Körper ihrer Leiche gibt ihr den Blick auf den Tathergang frei. Ihre Beziehung zu ihrem früheren Ex Joe ist wieder aufgeflammt, aber auch hier läuft es nicht unbedingt reibungslos.

Zum aktuellen Fall im Braugewerbe wird sozusagen als aktuellen Bezug das Thema Flüchtlinge durch den jungen Syrer Faris eingebaut, dem Gewalt angetan wurde. Er ergänzt die alte Riege an Figuren und eine neue Person.

Die Charaktere sind mal wieder lebensecht und sympathisch beschrieben, ein wenig klischeehaft natürlich besonders Dr. Elke Falk und Sektionsgehilfe Spike, der während seiner Arbeit seiner Musikleidenschaft frönt und die ganze Bandbreite zwischen Klassik und Pop abspielt. Gerade die Einblicke in die rechtsmedizinischen Besonderheiten finde ich immer sehr interessant, hier bringt die fachkundige Beratung durch einen Rechtsmediziner die Autorinnen ins Bild und sie geben im Buch den ungeschönten Blick auf den Seziertisch frei.

Auch dieses Mal sorgen eine Menge Charme von Tante Vroni und Charly, etwas Witz über die eiskalte Falk und ein flotter Erzählstil für gelungene Unterhaltung. Der Lokalkolorit wird dieses Mal durch die Wohnungssuche von Sofie und Joe eingebracht, hier stellen sich einige Münchner Stadtteile vor.
Auch wenn ich die Reihe bisher sehr gern gelesen habe, bin ich von diesem Teil zwar gut unterhalten, aber doch etwas enttäuscht. Die Personen erscheinen immer nach dem gleichen Schema, die humorvollen Einschübe erfolgen stets dank Mops Murmel und der eiskalt dargestellten hochintelligenten Dr. Falk, Sofies Chefin. Auch das Figurproblem Sofies und Joes beziehungsproblematische Art sind erneut Thema des Buches. Hier hatte ich mir doch einige neue Ideen gewünscht und hoffe auf mehr Änderung im Nachfolgeband.

Wer gute Unterhaltung mit einer Bayrischen Krimireihe sucht, findet sie hier mit einer starken Protagonistin!