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Veröffentlicht am 11.11.2024

Sehr verwirrend

Heart & Shadow
2

Nachdem Marie Grasshoff mich mit Magical Fries gerade erst vollkommen begeistert hat, konnte mich Heart and Shadow leider nicht überzeugen.

Der Anfang hat mir gut gefallen. Man war direkt in der Geschichte ...

Nachdem Marie Grasshoff mich mit Magical Fries gerade erst vollkommen begeistert hat, konnte mich Heart and Shadow leider nicht überzeugen.

Der Anfang hat mir gut gefallen. Man war direkt in der Geschichte drin, mit einer spannenden Actionszene und es haben sich sehr viele Fragen gestellt, auf die ich unbedingt Antworten haben wollte.
Naja, und das hat sich auch nicht geändert. Im Laufe des Buches kamen immer weitere Fragen dazu, aber es kam gefühlt nie eine Antwort. Selbst nach Dreivierteln hatte ich immer noch das Gefühl, dass ich gar nicht weiß, worum es überhaupt geht. Bis zum Ende sind mehrere Fragen offen geblieben, bei denen ich wirklich gerne eine Antwort gehabt hätte. Natürlich müssen nicht alle Fragen beantwortet werden – es handelt sich schließlich um den ersten Band einer Dilogie. Aber so hat es sich nicht angefühlt. Stattdessen hat es eher wie die erste Hälfte eines Buches gewirkt, die nicht alleine stehen kann. Es sind am Ende so viele Punkte offen geblieben und irgendwie hat mir auch ein Finale, ein Abschluss gefehlt.
Wenn nicht der Epilog gewesen wäre, hätte ich kein Interesse daran gehabt, weiter zu lesen. Der hat mich dann aber doch noch mal neugierig gemacht.
Dabei war es eigentlich nicht langweilig – es ist die ganze Zeit etwas passiert. Aber ich hatte einfach keinen Bezug zu der Handlung, weil ich nicht wusste, worauf es hinauslaufen sollte.

Wir haben zwei verschiedene Handlungsstränge, die jeweils zwei Charakteren folgen. Das fand ich, um ehrlich zu sein, nicht unbedingt so angebracht. Die ganze Zeit ist es zwischen den Charakteren hin und her gesprungen und man hatte keinen wirklichen Zusammenhang dazwischen. Die ganze Zeit habe ich drauf gewartet, dass die Stränge sinnvoll zusammengeführt werden und es ist einfach nicht passiert. Ich habe immer noch nicht wirklich Ahnung, was die miteinander zu tun haben.

Irin und Rah fand ich am Anfang super interessant, während Shina und Mae mich eher gelangweilt haben – gegen Mitte des Buchs hat sich das aber genau umgedreht.
Die Beziehung zwischen Irin und Rah hat mir gar nicht zugesagt. Ich konnte überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich da etwas zwischen ihnen angebahnt hat. Keine Spannung, keine Emotionen. Gefühlt kannten die beiden sich gar nicht. Beide hatten Geheimnisse voreinander, die nicht hätten sein müssen. Können wir bitte endlich mal damit anfangen, dass Buchcharaktere einfach mal mit einander über die wichtigen Sachen reden?
Zwischen Shina und Mae fand ich die Beziehung dagegen weitaus passender. Bei ihnen hatte ich das Gefühl, dass sie sich tatsächlich kannten und verstanden haben.

Schreibstil war an sich nett – spannend, teilweise lustig, teilweise emotional. Aber mich hat das Fehlen einer Handlung leider so sehr aus der Geschichte rausgerissen, dass es sich teilweise echt geschleppt hat.

Wie bereits erwähnt – der Epilog hat mir gefallen. Allein deswegen überlege ich, noch den zweiten Band zu lesen. Aber um ehrlich zu sein, bin ich aktuell wenig überzeugt.

Danke an Lesejury und den Verlag für ein Rezensionsexemplar im Gegenzug für eine ehrliche Rezension.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 08.04.2024

Übertrieben romantisiert und unrealistisch

Die Hofreiterin – Der Traum von Freiheit
0

Wer mich kennt, weiß, dass Pferde ein sehr wichtiger Teil meines Lebens sind. Die Spanische Hofreitschule mit ihren tanzenden Hengsten ist eine Einrichtung, die mich absolut begeistert und mit der ich ...

Wer mich kennt, weiß, dass Pferde ein sehr wichtiger Teil meines Lebens sind. Die Spanische Hofreitschule mit ihren tanzenden Hengsten ist eine Einrichtung, die mich absolut begeistert und mit der ich mich bereits ausführlich befasst habe. Nicht nur, dass die akademische Reitweise in den vergangenen Jahren mein besonderes Interesse geweckt hat, ich liebe auch die Geschichte des Kaiserlichen Pferdes, die Namensgebung der Lipizzaner und habe mich bereits mit der dortigen Ausbildung zum Bereiter befasst.
Als ich gesehen habe, dass es ein Buch über die Spanische Hofreitschule gibt, musste ich es somit natürlich lesen.

Die Handlung klang spannend. Es ist bekannt, dass die Hofreitschule noch nicht seit langem Frauen in die Bereiter-Ausbildung aufnimmt und ich habe schon oft darüber nachgedacht, wie unfair die vorherige Regelung für interessierte Reiterinnen war. Irma verkleidet sich allerdings als Mann und schleust sich in die Ausbildung ein, um bei ihrem Pferd bleiben zu können. Das verspricht eine sehr interessante Handlung über die Geschichte der Hofreitschule und die harte Bereiterausbildung mit einem feministischen Twist. Ich habe erwartet, dass Irma darunter leidet, ihre Identität verbergen zu müssen, sich schweigend an andere Frauen gerichtete sexistische Kommentare anhören muss, aber die Zähne zusammen beißt, um sich selbst zu beweisen, dass sie ihren Platz verdient hat.
Es kommt aber ganz anders. Irmas größtes Problem ist ihre einfache Herkunft. Allerdings gibt es auch nur genau zwei Personen an der Hofreitschule, die ihr deswegen Probleme bereiten und ganz offensichtlich die Antagonisten darstellen. Irma hat überhaupt keine Schwierigkeiten damit, einzige Frau unter Männern zu sein und kann ihre Identität auch ohne Probleme verbergen, verschwendet kaum mehr einen zweiten Gedanken daran. Feministisch ist dieses Buch wirklich nicht.
Auch über die Hofreitschule selbst wird kaum berichtet und was erzählt wurde, hat mich nicht überzeugt. Es gibt nur wenige Szenen in denen Irma reitet – viel lieber wird ihre Vergangenheit, ihr Liebesleben und die Probleme des Gestüts ihrer Mutter diskutiert. Und was man sieht, ist problematisch.
Die Grundlagen stimmen – es wird über die Haltung der Hengste gesprochen, auf welchen Grundsätzen die Reitlehre beruht und wie die Eleven ausgebildet werden. Aber es kann doch nicht sein, dass Irma, die ach so tierfreundlich ist und angeblich in einigen Punkten weiter ist als die anderen Eleven, mit ihrem fünfjährigen Hengst bereits piaffiert und der Ausbilder sie dafür auch noch lobt. Das entspricht überhaupt nicht der Ausbildungsskala und der Herangehensweise der Hofreitschule, den Pferden Zeit für physische und geistige Entwicklung zu lassen. Mit fünf Jahren piaffieren an der Hand beginnen - meinetwegen. Aber schon eine perfekte Piaffe unter dem Reiter verlangen? Gerade mit dem heutigen Problem von zu jung eingerittenen Pferden sollte anders an so ein Thema herangegangen werden.
Es wird auch betont, dass Irma die Grundlagen fehlen, aber natürlich muss sie bereits von Anfang an die schwersten Lektionen perfekt zeigen können. Da fehlt mir der reiterliche Hintergrund. Kritisch finde ich auch den Punkt über Tierquälerei in der Hofreitschule. Das ist ein Thema, was durchaus thematisiert werden könnte, da die hohe Schule nicht nur von manchen Nichtreitern als Tierquälerei angesehen wird. Aber so, wie hier damit umgegangen wurde, halte ich es nicht für sinnvoll. Die tatsächlich interessanten Aspekte wurden mit keinem Wort angesprochen, die vorliegende Situation war unrealistisch und einfach unglaublich gestellt.

Was mich richtig gestört hat, ist der romantische Aspekt. Irma ist eine Frau unter vielen Männern (auch wenn diese davon nichts wissen). Aus rein dramaturgischen Gründen musste sie sich natürlich in jemanden verlieben. Aber die ganze Umsetzung… nein. Abgesehen von der Verschiebung des Machtverhältnisses spürt der entsprechende Herr natürlich auch eine ganz besondere Verbindung zu diesem jungen Mann, nutzt jede Gelegenheit, ihn unauffällig zu berühren – aber natürlich wird betont, dass er nicht homosexuell und diese Verbindung auf keinen Fall romantischer Art ist. Jedenfalls, bis dann doch rauskommt, dass Irma eine Frau ist, da wird es plötzlich ganz schnell doch romantisch. Dieser Punkt wird sehr gerne bei solchen Geschichten angesprochen. In den meisten Fällen finde ich die Kritik etwas übertrieben. Aber in diesem Buch war es lächerlich auffällig.

Was ich für keinen großen Spoiler halte, ist, dass Irmas Identität natürlich irgendwann doch öffentlich wird. Aber die Art und Weise wie das geschieht, halte ich einfach für dumm. Und wie dann damit umgegangen wird – zu dem Punkt hat die Geschichte mich endgültig verloren. Einerseits in Bezug auf die Romantik – man sollte ja meinen, dass man nach langer gemeinsamer Zusammenarbeit ein gewisses Vertrauen aufgebaut hat und bereit wäre, ein gewisses Risiko einzugehen. Aber der Entdecker des Geheimnisses verschwendet kaum einen zweiten Gedanken daran, was Irma für Gründe gehabt haben könnte und hat offensichtlich weniger Gefühle als ein Stein. Aber wenn dann auch noch Sissi auftaucht, wird es einfach nur lächerlich.
Apropos. Ja, wir befinden uns in der Hofreitschule. Aber das heißt wirklich nicht, dass plötzlich an jeder Ecke Sissi auftauchen und mitmischen muss. Eine kleine Szene hätte ich akzeptiert – aber sie hat eine tatsächliche Rolle gespielt und das hat mich nicht überzeugt.
Insgesamt hat mir aber gerade die Aufdeckung von Irmas Geheimnis gezeigt, wie wenig feministisch das Buch eigentlich ist. Niemand hinterfragt die bestehenden Strukturen oder überlegt wenigstens, ob man das Geheimnis einfach unter den Tisch kehren und vergessen könnte. Charaktere, die vorher als so großherzig und modern dargestellt wurden, akzeptieren die Situation mit einem Schulterzucken und sind vollkommen bereit, Irma rauszuschmeißen. Es ergibt einfach überhaupt keinen Sinn.
Wenn man das so gewollt hätte, gäbe es einige andere Charaktere, die das Geheimnis besser herausgefunden hätten, so dass es auch tatsächlich zusammenpasst.

Wen ich aber mochte, waren Johann und Mizzi. Beide waren richtig sympathisch. Mizzi war dazu auch noch ein recht interessanter Charakter, aber ich konnte sie bis zum Ende nicht wirklich einschätzen. Ihre Ausdrucksweise hat nicht ganz in die Zeit gepasst, aber dann wiederum weiß ich nicht genug über diese Persönlichkeit, um zu kritisieren, wie die Autorin sie vorgestellt hat.

Das Ende vom Buch hat mich einfach nur noch richtig geärgert. Sowohl in Bezug auf Irmas Dasein an der Hofreitschule und ihre Bereiterausbildung, als auch in Bezug auf ihre persönlichen Hintergründe. Bei beidem hatte das Ende überhaupt keinen Mehrwert und ein großer Anteil des Buches wurde für mich dadurch ganz einfach ruiniert. Es hat keinen Sinn ergeben, hat nicht die vorherigen Charakterisierungen der einzelnen Personen widergespiegelt, sondern einfach was völlig neues und unpassendes eingebracht.
Dazu war mir das Ende zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen. Sämtliche Probleme wurden mit einem Fingerschnipsen gelöst, alle haben sich vertragen. Irma hat nichts dafür getan, alles wurde ihr geschenkt. Pures Glück. Mit solchen Büchern kann ich wenig anfangen, das ist mir schlichtweg zu unrealistisch.

Insgesamt kann ich also sagen – das Buch war komplett anders, als erwartet. Wer eine überdramatisierte historisch angehauchte Romanze möchte, könnte damit seine Freude haben, aber wer das Buch wegen des Settings und den tatsächlichen geschichtlichen Hintergründen liest, könnte enttäuscht werden.
Leider hat es mich nicht überzeugt.

Vielen Dank an NetGalley und den dtv-Verlag für ein Rezensionsexemplar im Gegenzug zu einer ehrlichen Rezension.

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Veröffentlicht am 16.02.2024

Wie Tolkien, nur nicht so gut

Quendel (Quendel, Bd. 1)
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Wie kann ein Buch mit einem so traumhaft schönen Cover so nervig sein? Dieses Buch hält sich selbst für zu fantastisch. Von der ersten Seite an ist klar, dass es versucht, Tolkiens Stil zu kopieren - das ...

Wie kann ein Buch mit einem so traumhaft schönen Cover so nervig sein? Dieses Buch hält sich selbst für zu fantastisch. Von der ersten Seite an ist klar, dass es versucht, Tolkiens Stil zu kopieren - das Ergebnis ist eine wirre Geschichte, gespickt mit irrelevanten Fakten und unnötigen Abschweifungen.
Kleiner Tipp: Tolkiens Schreibstil ist nicht unbedingt das, was seine Bücher heutzutage noch so erfolgreich macht. Wenn man sich an ihm orientieren möchte, dann bitte an der Sprache und den Allegorien und den Charakteren und nicht an seinen seitenlangen Beschreibungen von Bäumen.

Außerdem gibt es in diesem Buch viel zu viele Namen und Anekdoten über Personen, die nicht persönlich vorkommen. Und was das für Namen sind - ich konnte keinen einzigen davon ernst nehmen. Und nicht auf eine gute Weise, sondern eher auf die Art, dass ich jedes Mal von neuem davon genervt war. Und die Art und Weise wie die Charaktere gesprochen und sich verhalten haben, hat mich an kleine Kinder erinnert.

Und was ist mit dem Wort Schlegel? Ich kann dieses Wort nicht mehr hören! Das soll bitte nur noch im Kontext eines gebratenen (oder nicht gebratenen) Hühnerschlegels verwendet werden und sonst nicht! Die ganze Ausdrucksweise dieses Buchs ging mir tierisch auf die Nerven.

Ich musste mich bisher stark zusammenreißen, den zweiten Teil nicht schon zu kaufen, ohne den ersten gelesen zu haben, weil ich mir so viel davon versprochen habe. Jetzt bin ich einfach nur glücklich, dass ich den ersten Band secondhand erworben und kaum Geld dafür ausgegeben habe.

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Veröffentlicht am 16.02.2024

Leider enttäuschend

A Venom Dark and Sweet – Was uns zusammenhält
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Schon im ersten Band habe ich kritisiert, dass es sich zieht und zeitweise einfach langweilig ist. Trotzdem mochte ich den Band sehr gerne. Schöne Geschichte, richtig tolles Magiesystem und cooles Setting, ...

Schon im ersten Band habe ich kritisiert, dass es sich zieht und zeitweise einfach langweilig ist. Trotzdem mochte ich den Band sehr gerne. Schöne Geschichte, richtig tolles Magiesystem und cooles Setting, nette Charaktere.
Letztere drei Sachen bleiben auch weiterhin so bestehen. Soweit so gut.
Aber dieser Band ist noch mal so viel langweiliger, als der erste und Langeweile tötet alles andere.

Es passiert einfach nichts. Ich habe das Buch gerade beendet und kann schon nicht mehr sagen, was in der ersten Hälfte überhaupt passiert ist. Es gibt keine Handlung. Und obwohl die Charaktere weiterhin echt nett sind, wars das auch schon. Nett. Sie entwickeln sich nicht weiter, sie machen einfach gar nichts.

Man hätte dieses ganze Buch hervorragend auf maximal 100 Seiten runterkürzen und mit dem ersten Band zusammentun können. Dann hätte man auch nichts verpasst. Oder vielleicht eine zusätzliche kurze Novelle draus machen. Aber mit diesem Buch konnte ich wirklich gar nichts anfangen.

Ich brauche wirklich nicht immer Action in meinen Büchern. Den Anfang fand ich trotzdem noch ganz nett, einfach weil es schön war, wieder in dieser Geschichte zu sein. Aber irgendwann braucht man dann doch etwas, besonders, wenn es sich um ein Fantasy Buch handelt! Und ja, es gibt Kampfszenen und "Action" an sich, aber es ist einfach so unglaublich langweilig.

Ich bin sehr enttäuscht. Nach dem wirklich schönen ersten Band hätte ich mehr erwartet.

Danke an NetGalley und den Fischerverlag für ein Rezensionsexemplar im Gegenzug für eine ehrliche Rezension.

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