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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.12.2024

Back to the roots

Tage mit Milena
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Annika ist in den Fünfzigern und betreibt in Lübeck einen kleinen Laden mit Papierbedarf. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie ein unaufgeregtes Leben, das eines Tages von der 17jährigen Klimaaktivistin Luzie ...

Annika ist in den Fünfzigern und betreibt in Lübeck einen kleinen Laden mit Papierbedarf. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie ein unaufgeregtes Leben, das eines Tages von der 17jährigen Klimaaktivistin Luzie total auf den Kopf gestellt wird, die sich mit einem kurz zuvor bei Annika gekauften Sekundenkleber auf der Strasse festklebt. Die Aktion lässt bei Annika alle Alarmglocken schrillen und führt sie gedanklich zurück an ihre Hamburger Zeit in der Hausbesetzer-Szene der Hafenstrasse. Immer wieder beschäftigt sie die Erinnerung an ihren Freundeskreis, vor allem an ihre damalige Freundin Milena. Gelingt es Annika, sich den Geschehnissen der Vergangenheit zu stellen? Und welche Rolle kann dabei Luzie spielen.

Die Geschichte hat mir wunderbar gefallen. Geschickt hat die Autorin aktuelle sowie auch vergangene politisch brisante Vorgänge mit einer fiktionalen Geschichte verwoben. Die Frage, wie man seine Vergangenheit bewätigen kann und welche Lehren man dafür für die Zukunft zieht, können nicht auch die Alten von den Jungen lernen und welche zweiten Chancen bieten sich im Leben, sind hier sehr feinfühlig verarbeitet. Die beiden Protagonistinnen sind sehr gegensätzlich und dann auch wieder sich so ähnlich dargestellt, dass es mir Spass gemacht hat, dieses gesellschaftlich-politische und nicht ganz so einfache Thema doch zügig zu lesen. Insgesamt lässt sich der Roman sehr leichtgängig lesen, eine Empfehlung für alle Altersklassen ab der Jugendzeit!

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Zwischen der Vergangenheit und dem Jetzt

Neun Tage Wunder
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Wow, was für eine Geschichte! Anni lebt im jetzt glücklich mit ihrem Partner Ben und dessen Tochter ein ganz normales Leben. Da wird sie durch ein Plakat an ihre Beziehung zu dem Studenten Lukas erinnert, ...

Wow, was für eine Geschichte! Anni lebt im jetzt glücklich mit ihrem Partner Ben und dessen Tochter ein ganz normales Leben. Da wird sie durch ein Plakat an ihre Beziehung zu dem Studenten Lukas erinnert, mit dem sie vor 10 Jahren eine nur 9 Tage währende aber gefühlsmäßig total intensive Beziehung hatte, die sie dann abrupt beendete. Kann und wird sie sich ihrer Vergangenheit stellen?
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart erleben wir das eigentlich glückliche Paar Anni und Ben, die in den einzelnen Kapiteln jeweils abwechselnd aus ihrer Sicht erzählen, in weiteren Kapiteln sind wir Zaungäste der aufregenden 9 Tage von Lukas und Anni, die mit großer Spannung auf ein Ende hinauslaufen, von ich als Leser bis zum Schluss nichts geahnt habe.
Mit großer Feinfühligkeit stellt uns die Autorin die Zerrissenheit Annis, aber auch die Gefühle ihrer beiden Männer dar. Was braucht es wirklich, um mit der Vergangenheit richtig abzuschließen und wie viel Wahrheit verträgt eine Beziehung? Eine tolle mir sehr nahegehende Story, bei der ich gefühlsmäßig tief eintauchen konnte und gerne eine absolute Leseempfehlung ausspreche!

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Das Leben danach

Endlich das ganze Leben
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Der Roman erzählt die Familiengeschichte der Ansaldos: Mutter Marisa, Vater Stelvio und deren jugendlicher Tochter Betta, die eines Nachts in einem Sommerurlaub an der Küste brutal überfallen und ermordet ...

Der Roman erzählt die Familiengeschichte der Ansaldos: Mutter Marisa, Vater Stelvio und deren jugendlicher Tochter Betta, die eines Nachts in einem Sommerurlaub an der Küste brutal überfallen und ermordet wird. Seither ist nichts mehr so, wie es war.

Die Geschichte spielt zum einen in zwei Zeitebenen, dem Kennenlernen der Eheleute Ansaldo und der Jetzt-Zeit, zum Anderen auch in zwei Handlungsebenen: vor und nach dem schrecklichen Ereignis. Vor allem in der Zeit "danach" werden die einzelnen Mitglieder der Familie beleuchtet, hier kommen vor allem Bettas Großmutter sowie ihrer Cousine Miriam wichtige Rollen zu.

Der Roman ist sehr vielschichtig geschrieben, die Charaktere teils gefühlsbetont, dann wieder teilweise gefühllos, sprachlos innerhalb der Familie, die als solche auseinanderzubrechen droht. Dabei wurde "das Ereignis" sehr zurückhaltend und keineswegs sensationslustig beschrieben, dennoch musste ich als Leser die Handlung oftmals erst ein wenig sacken lassen, auch ich war des öfteren wirklich sprachlos. Auch leichte Krimi-Elemente im Rahmen der (eigentlich viel zu späten) Suche nach den Schuldigen kommen hier nicht zu kurz.

Dieses außergewöhliche Buch kann ich nur empfehlen, es wird noch lange in mir nachhallen!

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Ein Albtraum

Happy End
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Isa und ihr Ehemann Mark, ein Kinderarzt, sind glückliche Eltern des kleinen Ben, als dieser am hellichten Tag aus der Wohnung von seiner Krabbeldecke entführt wird, während Isa kurz den Raum verlassen ...

Isa und ihr Ehemann Mark, ein Kinderarzt, sind glückliche Eltern des kleinen Ben, als dieser am hellichten Tag aus der Wohnung von seiner Krabbeldecke entführt wird, während Isa kurz den Raum verlassen hatte. Einige Monate später wird Ben wiedergefunden, scheint jedoch seine Mama nicht mehr zu erkennen...
Die Autorin hat uns mit ihrem Erstlingswerk einen superspannenden Roman präsentiert. Die Gefühle der Eltern, Isa todunglücklich und an sich selbst zweifelnd sowie Mark, eher rational, werden so gut beschrieben, dass man als Leser einfach mitfühlen muss und sich diesen Alptraum einfach kaum vorstellen kann, der auch nach Bens Rückkehr offenbar noch nicht zu Ende ist.
Die Frage nach dem wie und warum geistert im Kopf des Lesers, schnell sind einige Verdächtige parat, die alle die Möglichkeit oder ein Motiv hatten - oder doch etwa nicht? Selten habe ich so ein spannendes Buch gelesen, bei dem ich bis zum Schluss nicht wusste, wer Opfer oder Täter ist, was gelogen oder wahr. Ein fulminantes leicht überzogenes Ende brachte die Lösung, dem Leser erschließt sich letzlich erst ganz am Schluss auch der Sinn des Romantitels.
Mich hat dieses Buch mit seiner teils düsteren, teils auch hoffnungsfrohen Atmosphäre total in den Bann gezogen, gerne möchte ich weitere Romane der Autorin kennenlernen.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Das Leben der Coco Chanel

Coco und die Revolution der Mode
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Diese Romanbiographie erzählt aus dem Leben der jungen Gabrielle, später genannt Coco, Chanel, von ihrer Zeit als junges Mädchen bis zu den Anfängen ihres später florierenden und weltbekannten Unternehmens. ...

Diese Romanbiographie erzählt aus dem Leben der jungen Gabrielle, später genannt Coco, Chanel, von ihrer Zeit als junges Mädchen bis zu den Anfängen ihres später florierenden und weltbekannten Unternehmens. Die Geschichte umfasst die Zeit von 1895 bis 1915. Wir erleben Coco, die in ärmlichsten Verhältnissen unter vielen Geschwistern aufwächst und deren Mutter im Kampf um das tägliche Brot vor lauter Arbeit und Anstrengung an Schwäche stirbt. Dies ist wohl der Auslöser für die junge Coco, es im Leben einmal leichter haben zu wollen und mit einer entsprechenden Tätigkeit für ein gutes Auskommen sorgen zu können. Genäht haben sie und ihre Schwestern immer schon gerne und gut, so beginnen die Anfänge auf dem Weg zu dem heute wohl fast jedem bekannten Modelabel.

Die Geschichte hat mich von Beginn an sehr fasziniert, lässt sie einen doch detailgetreu und ungeschönt auch hinter die Kulissen eines grossen Namens blicken. Der Kampf ums Überleben, die aufstrebende Designerin, die immer wieder berufliche als auch private Rückschläge hinnehmen musste, haben mir als Leserin eine Welt gezeigt, die zunächst fernab jeglichen Glamours war, aber auch schon das grosse Talent der jungen Coco zeigte, die mit ihren ersten Entwürfen praktische, bequeme aber auch chice Kleidungsstücke entworfen hat, zunächst sogar Hüte entwarf, die die französische Damenwelt begeisterten.

Das Buch reiht sich gut in eine Anzahl bereits bestehender Romane über starke historische Frauenpersönlichkeiten ein, bei dem man doch sehr viele unbekannte und interessante Seiten über die Modeikone erfahren konnte. Von mir gibt es gerne ein Leseempfehlung!

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