Profilbild von westeraccum

westeraccum

Lesejury Star
offline

westeraccum ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit westeraccum über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2025

Am Thema vorbei

Der Sommer am Ende der Welt
0

Beworben wird dieses Buch von Eva Völler als Buch über das schwere Schicksal der Verschickungskinder. Da ich selbst ein solches Verschickungskind war, interessierte mich das Thema natürlich sehr, auch ...

Beworben wird dieses Buch von Eva Völler als Buch über das schwere Schicksal der Verschickungskinder. Da ich selbst ein solches Verschickungskind war, interessierte mich das Thema natürlich sehr, auch wenn ich nicht so schlechte Erfahrungen gemacht habe wie andere Kindern in anderen Heimen.

Leider wurden meine Erwartungen enttäuscht.

Die Journalistin Hanna reist mit ihrer Tochter Katie auf die Insel Borkum, wo sie zu dem Schicksal der Verschickungskinder in der "Villa Aurora" recherchieren will. Hannas Mutter war dort selbst als Kind und hat schlimme Erinnerungen daran. Doch dann läuft Hanna gleich zu Beginn ihres Aufenthalts der Arzt Ole Vandenberg über den Weg, in den sich Hanna spontan verliebt. Leider tritt ab diesem Zeitpunkt die Recherche ziemlich in den Hintergrund und die Liebesgeschichte dominiert das Buch. Nur Hannas Telefonate mit dem Verschickungskind Sabine und das Auftauchen eines geheimnisvollen Tagebuchs gehören noch zum Thema.

Das finde ich schade, zumal sich das Buch später noch sehr verzettelt, da taucht die Nazivergangenheit von Oles Großvater ebenso auf wie ein Mord und das Buch wird immer unglaubwürdiger.

Ich hatte den Eindruck, dass Eva Völler sich mit dem Buch an ein gerade aktuelles Thema hängen wollte, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Das Buch bleibt oberflächlich, im Gegensatz zu dem Buch "Am Meer ist es schön", das ebenfalls von den Verschickungskindern handelt, diese aber in den Mittelpunkt der Erzählung stellt. Leider eine verpasste Gelegenheit!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2025

Verwirrend

Die unversöhnliche Vergangenheit
0

Eine bewaffnete Frau dringt in die Münchner Staatsanwaltschaft ein und sprengt ein Büro in die Luft. So weit, so gut, dass könnte ein interessanter Plot mit dem ehemaligen Polizisten Nik Pohl werden. Leider ...

Eine bewaffnete Frau dringt in die Münchner Staatsanwaltschaft ein und sprengt ein Büro in die Luft. So weit, so gut, dass könnte ein interessanter Plot mit dem ehemaligen Polizisten Nik Pohl werden. Leider gelingt es Hartung nicht das Buch stringent fortzuschreiben. Denn er verliert sich in der Geschichte, sie wird verwirrend und nicht alle Handlungsstränge werden sauber beendet. Nik Pohl ist eigentlich ein interessanter Ermittlertyp, er kann sich Freiheiten nehmen, die Polizisten nicht haben und verfügt über gute Beziehungen zu vielen hervorragenden Fachleuten. Aber all das wird im Laufe des Buches verschenkt und die Geschichte wird immer komplizierter und unlogischer.

Schade, ich hatte mehr erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2025

Flache Charaktere

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
0

Dies war mein erstes Buch von Gabriella Engelmann, ich hatte schon viel von ihr gehört und wollte auch mal "mitreden". Der Titel ist der erste Band einer Dilogie, ein weiterer folgt also noch.

Das Buch ...

Dies war mein erstes Buch von Gabriella Engelmann, ich hatte schon viel von ihr gehört und wollte auch mal "mitreden". Der Titel ist der erste Band einer Dilogie, ein weiterer folgt also noch.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart mit der Journalistin Anna März, die ein Buch über Fenja Lorenzen schreiben will und dafür zu deren einsamen Haus am Nordende der Insel Sylt reist. Die zweite Ebene spielt ab 1937 und man ahnt gleich, dass hier schwere Zeiten auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel zukommen. Zu dieser Zeit verliebt sich Fenjas Mutter Lene in den jungen Marten, der aber ganz plötzlich von der Insel verschwindet, die beiden sehen sich nie wieder. Doch Lene ist schwanger...

Der Plot hört sich erst einmal gut an, ich mag Familiengeschichten, die weit in die Vergangenheit zurückführen. Doch die Ausführung lässt meiner Meinung nach zu wünschen übrig. Das Buch verliert sich in zahlreichen Nebenhandlungen, die Hauptperson Fenja taucht erst nach etwa der Hälfte des Buches auf und bleibt blass. Auch die anderen Figuren haben wenig Tiefgang, dazu kommen die klischeehaften Beschreibungen, die manchmal in echten Kitsch abgleiten. Da heißt es z.B. auf Seite 139, Lene schmiegte sich in in seine Arme und ergötzte sich an seinen leidenschaftlichen Küssen, na ja...!

Manchmal hat man den Eindruck, dass das Buch künstlich aufgebläht wurde, damit es auch noch für einen zweiten Band reicht.

Leider war das Buch für mich eine Enttäuschung. Ein weiteres Buch von Gabriella Engelmann werde ich nicht lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.11.2024

Schlechte alte Zeit

Frevel
0

Dass die "gute alte Zeit" nur eine ungerechtfertigte Verklärung ist, zeigt sich auch in diesem Buch wieder einmal deutlich. Frankfurt im Jahr 1800 ist dreckig, ungesund, gewalttätig und alles andere als ...

Dass die "gute alte Zeit" nur eine ungerechtfertigte Verklärung ist, zeigt sich auch in diesem Buch wieder einmal deutlich. Frankfurt im Jahr 1800 ist dreckig, ungesund, gewalttätig und alles andere als angenehm.

In diesem historischen Krimi wird das alles deutlich und unbeschönigt beschrieben. Drei schlimm zugerichtete Leichen führen zu Verleumdungen, besonders gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Allerdings will der Zeitungsredakteur Johann die ganze Wahrheit hinter allen "Fake News " wissen und stellt Nachforschungen an. Dabei trifft er auf die junge Manon, Tochter eines Arztes und sehr interessiert an allen Verbrechen. Dabei kennt sie weder Furcht noch Ekel, die Neugier ist einfach größer.

Das Buch ist routiniert geschrieben und auch spannend, aber ich fand es ziemlich oberflächlich. Man bekam keinen echten Zugang zu den Personen, sie blieben fremd und auch die Probleme der jüdischen Bevölkerung wurden nur oberflächlich abgehandelt. Da fehlte mir insgesamt die Empathie. Sicherlich steckt viel Recherche zu den historischen Fakten im Buch, trotzdem hat es mich nicht gepackt. Schade um das verschenkte Thema.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2024

Fast Food

Stalker – Er will dein Leben.
0

Eric Sanders hat es geschafft, eine Rolle im "Tatort" ist der Durchbruch für den Schauspieler, auf den er lange gewartet hat. Doch mit der Ausstrahlung beginnen auch seine Probleme, denn ein Stalker hat ...

Eric Sanders hat es geschafft, eine Rolle im "Tatort" ist der Durchbruch für den Schauspieler, auf den er lange gewartet hat. Doch mit der Ausstrahlung beginnen auch seine Probleme, denn ein Stalker hat sich auf seine Fersen geheftet und manipuliert zuerst seine Accounts in den sozialen Medien, schließt Verträge ab und bedroht ihn. Er soll herausfinden, was er als Kind getan hat. Angeblich hat er einen Menschen getötet, aber Eric hat keinerlei Erinnerungen mehr an seine Kindheit. Dramatisch wird es, als seine Frau und sein kleiner Sohn entführt werden...
Der Plot ist spannend bis zum dramatischen und unerwarteten Ende. Trotzdem habe ich das Buch als "Fast Food" empfunden, denn die Personen werden nur sehr oberflächlich geschildert, da ist leider keine Tiefe.
Man kann das Buch locker weglesen und dann schnell vergessen, typische Urlaubslektüre. Von Strobel hatte ich eigentlich mehr erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere