Am Thema vorbei
Der Sommer am Ende der WeltBeworben wird dieses Buch von Eva Völler als Buch über das schwere Schicksal der Verschickungskinder. Da ich selbst ein solches Verschickungskind war, interessierte mich das Thema natürlich sehr, auch ...
Beworben wird dieses Buch von Eva Völler als Buch über das schwere Schicksal der Verschickungskinder. Da ich selbst ein solches Verschickungskind war, interessierte mich das Thema natürlich sehr, auch wenn ich nicht so schlechte Erfahrungen gemacht habe wie andere Kindern in anderen Heimen.
Leider wurden meine Erwartungen enttäuscht.
Die Journalistin Hanna reist mit ihrer Tochter Katie auf die Insel Borkum, wo sie zu dem Schicksal der Verschickungskinder in der "Villa Aurora" recherchieren will. Hannas Mutter war dort selbst als Kind und hat schlimme Erinnerungen daran. Doch dann läuft Hanna gleich zu Beginn ihres Aufenthalts der Arzt Ole Vandenberg über den Weg, in den sich Hanna spontan verliebt. Leider tritt ab diesem Zeitpunkt die Recherche ziemlich in den Hintergrund und die Liebesgeschichte dominiert das Buch. Nur Hannas Telefonate mit dem Verschickungskind Sabine und das Auftauchen eines geheimnisvollen Tagebuchs gehören noch zum Thema.
Das finde ich schade, zumal sich das Buch später noch sehr verzettelt, da taucht die Nazivergangenheit von Oles Großvater ebenso auf wie ein Mord und das Buch wird immer unglaubwürdiger.
Ich hatte den Eindruck, dass Eva Völler sich mit dem Buch an ein gerade aktuelles Thema hängen wollte, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Das Buch bleibt oberflächlich, im Gegensatz zu dem Buch "Am Meer ist es schön", das ebenfalls von den Verschickungskindern handelt, diese aber in den Mittelpunkt der Erzählung stellt. Leider eine verpasste Gelegenheit!