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Veröffentlicht am 12.11.2017

Schläfst du noch?

Schläfst du noch?
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Josie’s Vater wurde vor einigen Jahren ermordet und der Nachbarsjunge wurde für diesen Mord verurteilt und verhaftet. Die Beweislage war jedoch etwas dürftig, so dass sich eine Journalistin entschließt, ...

Josie’s Vater wurde vor einigen Jahren ermordet und der Nachbarsjunge wurde für diesen Mord verurteilt und verhaftet. Die Beweislage war jedoch etwas dürftig, so dass sich eine Journalistin entschließt, den Fall selbst noch einmal zu untersuchen. Ihre Ergebnisse und Fortschritte dokumentiert sie in ihrem „Wiederaufnahme“-Podcast.

Josie’s Mutter begeht dann auch noch Selbstmord, so dass Josie zur Beerdigung zurück in ihre Heimat zurückkehren muss. Dort wird sie mit dem gesamten Umfang ihrer Vergangenheit erneut konfrontiert. Da ist nicht nur die Sache mit dem Podcast, sondern auch noch ihre Zwillingsschwester, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat.

Der Grund für diesen Kontaktabbruch liegt zum einen darin begründet, dass Josie’s Schwester Lanie damals ihre Zeit lieber mit Drogen verbrachte und ihrer Familie dadurch das Leben schwer gemacht hat. Zum anderen wird öfters angedeutet, dass Lanie irgendetwas getan hat, was Josie ihr nicht verzeihen konnte. Als dann später aufgelöst wird, was Lanie so unverzeihliches getan hat, war ich doch etwas… enttäuscht wäre jetzt zu übertrieben ausgedrückt, aber an der entsprechende Stelle hatte ich einfach irgendwie etwas anderes, krasseres erwartet.

Während der Zeit in ihrer alten Heimat lebt Josie bei ihrer Tante. Ihre Mutter, die sich ja nun das Leben nahm, hatte auch früher immer mit psychischen Störungen zu kämpfen. Als Josie nun wieder zurück ist und sich auch die Beziehung zu ihrer Schwester wieder etwas aufbaut, stellt sie fest, dass es im Verhalten ihrer Schwester gewisse Ähnlichkeiten zu dem Verhalten ihrer psychisch kranken Mutter gibt. Durch diese Auffälligkeiten gepaart mit dem Podcast entstehen bei Josie eine Unsicherheit was den tatsächlichen Mörder ihres Vaters betrifft.

Am Ende bringt der „Wiederaufnahme“-Podcast tatsächlich ans Licht, dass nicht der Nachbarsjunge der Mörder war, sondern eine Person, mit der wohl nahezu kaum jemand gerechnet hat…

Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut, allerdings bin ich nicht so ganz sicher, ob das Genre „Thriller“ hier wirklich voll zutreffend ist. Es wird zwar ein Mord aufgeklärt und das Buch ist durchaus spannend, aber Thriller trifft es meiner Meinung nach doch nicht so ganz. Ich würde es eher als eine Art Mischung aus Familiendrama und Thriller nennen.

Zwischendurch gibt es im Buch immer wieder Rückblenden. Allerdings sind diese etwas unglücklich ins Buch eingebaut wurden. Es wird nicht immer sofort deutlich, dass es sich um eine Rückblende handelt, da es keine Zwischenüberschriften oder ähnliches gibt. Sie werden einfach nur durch einen neuen Absatz abgetrennt. Das macht es manchmal schwierig zu erkennen, dass man gerade eine solche Rückblende liest. Mich hat es jedenfalls das ein oder andere mal durcheinander gebracht, bis ich erkannt habe, dass der Teil, den ich gerade lese, nichts mit der Gegenwart zutun hat. Das fand ich sehr schade, denn eigentlich mag ich Rückblenden.

Auch wenn sich der Spannungsbogen eher langsam aufbaut, rätselt man doch bis zum Ende, wer nun tatsächlich der Mörder war. Meine Vermutung, die ich sehr schnell hatte, hat sich dann aber letztlich doch nicht bestätigt. So etwas finde ich immer sehr gut – wenn man sich eigentlich sicher ist, wer es war und dann doch total daneben liegt.

Fazit
Ein spannendes Buch, das zwar durch die Rückblenden manchmal etwas verwirrt, insgesamt aber durch seinen angenehmen Schreibstil und einer gut ausgearbeiteten Geschichte durchaus überzeugen kann.

Veröffentlicht am 12.11.2017

Ein schmutziges Spiel

Ein schmutziges Spiel - Jaymie Zarlin
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Ein Mädchen, Lili, wird vergewaltigt und ermordet. Ein Junge, Danny, wird dafür verhaftet. Jeder ist sich sicher; Danny ist schuldig, denn er wird neben der Leiche entdeckt, voll mit Blut. Jaymie wird ...

Ein Mädchen, Lili, wird vergewaltigt und ermordet. Ein Junge, Danny, wird dafür verhaftet. Jeder ist sich sicher; Danny ist schuldig, denn er wird neben der Leiche entdeckt, voll mit Blut. Jaymie wird folglich von Danny’s Familie engagiert, um den Mord aufzuklären und sie ist sich sicher; Danny ist nicht der Mörder.

Die Ermittlungen führen Jamyie dann also, wie schon im Klappentext steht, in die feine Gesellschaft der Stadt. Wie Jaymie herausfindet, hat jeder von den Personen, mit denen sie spricht, seine eigenen kleinen (Familien-)Geheimnisse. Verdächtig scheinen auf einmal einige Personen. Umso länger die Ermittlungen andauern, umso sicherer ist sich Jaymie, dass Danny das Opfer einer Intrige wurde. Als auch er dann noch ums Leben kommt, ist auch der letzte Zweifel beseitigt.

Als Jaymie der Auflösung dann aber anfängt, näher zu kommen, bringt sie sich selbst dadurch ebenfalls in Gefahr.

Das Buch enthält viele Charaktere, die alle ihre eigenen Geschichten mit sich bringen. Obwohl das Buch aber nur etwas mehr als 400 Seiten hat, wird es durch die vielen Charaktere dennoch nicht überladen. Es ist viel mehr so, dass genau das noch ein bisschen mehr Fahrt in die Geschichte bringt. So viele Personen wirken verdächtig und der Leser wird ständig auf eine neue Fährte gebracht, die sich dann aber auch wieder nicht bestätigt.

Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Geschichte ist wirklich spannend. Durch die vielen Verdächtigen will man unbedingt wissen, wer es denn nun wirklich war, dadurch habe ich das Buch nahezu verschlungen. Bei den aufgedeckten Geheimnissen ist so manche Überraschung dabei.

Leider bleibt allerdings die ein oder andere offene Frage, was doch etwas schade ist.

Fazit
„Ein schmutziges Spiel“ enthält eine ordentlich Portion Spannung. Es ist lange nicht klar, wer denn nun tatsächlich der Mörder ist, so bleibt der Spannungsbogen lange erhalten.

Veröffentlicht am 26.11.2017

Nur ein Wort

Nur ein Wort
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Anna war bisher noch nie so richtig verliebt. Das ändert sich aber als sie Pedro kennenlernt. Auch Pedro findet schnell heraus, dass er Gefühl für Anna hat und so dauert es nicht allzu lang bis die beiden ...

Anna war bisher noch nie so richtig verliebt. Das ändert sich aber als sie Pedro kennenlernt. Auch Pedro findet schnell heraus, dass er Gefühl für Anna hat und so dauert es nicht allzu lang bis die beiden im Bett landen. Das Problem an der Sache ist aber, dass Pedro ein katholischer Priester ist und diese Art der Liebe ihm verboten ist.

Pedro ist nun also zwischen seinen Gefühlen hin- und hergerissen. Nach ihrer gemeinsamen Nacht schreibt er Anna daher einen langen Brief und erklärt ihr, warum die Beziehung nicht funktionieren kann. Noch einmal einige Zeit später kommt es aber natürlich doch, wie es kommen muss und die beiden finden wieder zueinander. Pedro entscheidet sich für die Liebe, auch wenn es ihn sein Amt als Priester kostet.

Anna kommt dazu auch noch etwas schwierigeren Familienverhältnissen. Ihr Vater ist vor einigen Jahren verstorben, ihre Mutter hat mittlerweile ebenfalls eine heimliche Beziehung zu einem Pfarrer, ihre Schwester ist verheiratet und hat ein Kind und führt ein sehr grünes Leben.

Mir gefallen Liebesgeschichten, die anders sind, in denen es nicht nur um die normalen Widrigkeiten des Lebens geht, sondern die Tiefgang haben. Genau das habe ich von diesem Buch erwartet. Diese Erwartung wurde aber nur zum Teil erfüllt.

Anna hat auf mich den Eindruck einer sehr sympathischen jungen Frau gemacht, die das Leben überwiegend mit Humor nimmt. Abgesehen von ihrer Angewohnheit, sich selbst oft „Alte“ zu nennen, mag ich sie sehr gerne. Ihre Schwester Natascha und ihr Schwager Victor gingen mir manchmal aber ein bisschen auf den Zeiger. Ihre Lebensweise und ihr Denken ist mir einfach zu grün, um mich damit zu identifizieren. Auch die Tochter der beiden, Paola, wünscht sich oft ein lockeres Leben. Sie tat mir dahingehend manchmal schon ganz schön leid.

Pedro’s anfängliche Zweifel die Beziehung betreffend, fand ich gut nachvollziehbar. Und auch seine Entscheidung für Anna und gegen das Priester-Sein ist für mich authentisch. Nachdem Anna und Pedro dann aber ganz offiziell ein Paar sind, reden sie zwar ab und zu über das Problem, dass Pedro’s Amt mit sich bringt und er schreibt im Verlauf des Buches auch einen Brief an seinen zuständigen Bischof, aber ob er den Brief auch tatsächlich versendet und wie genau die Antwort ausfällt, das bleibt offen.

Diese ganze direktere Auseinandersetzung zwischen Pedro und der Kirche kommt mir hier einfach viel zu kurz. Pedro hat erst Zweifel, dann kommen die beiden zusammen und dann sind sie halt glücklich zusammen. Da fehlt mir die tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema. Es wirkt mir alles ein bisschen zu leicht.

Fazit
Die Problematik eines Priesters, der sich für die Liebe und gegen sein Amt entscheidet, hätte in „Nur ein Wort“ noch ein bisschen tiefer ausgearbeitet werden können.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Im ersten Licht des Morgens

Im ersten Licht des Morgens
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Als Chiara eines Morgens im Jahr 1943 auf den Straßen in Rom unterwegs ist, wird sie Zeugin, wie viele jüdische Familien abtransportiert werden sollen. Zu einer dieser jüdischen Familien gehört ein kleiner ...

Als Chiara eines Morgens im Jahr 1943 auf den Straßen in Rom unterwegs ist, wird sie Zeugin, wie viele jüdische Familien abtransportiert werden sollen. Zu einer dieser jüdischen Familien gehört ein kleiner Junge – Daniele Levi – dem man jedoch nicht ansieht, dass er tatsächlich jüdisch ist. Es gelingt ihr, vorzugeben, dass der Junge zu ihr gehört und ihn zu retten. Sie nimmt ihn also mit zu sich nach Hause und kümmert sich von da an um ihn.

Der kleine Daniele ist aber nicht der einzige, für den sie von nun an die Verantwortung trägt. Da ist auch noch ihre Schwester Cecilia, die auch noch an Epilepsie leidet. Cecilia ist ganz und gar nicht von dem unverhofften Familienzuwachs begeistert und hat auch keine Scheu, dies deutlich zu machen. Auch das Verhältnis zu Daniele ist schwierig. Er spricht kaum und ist sehr zurückhaltend, vermisst seine Familie.

Da die Situation in Rom sehr gefährlich ist und Chiara in ständiger Angst lebt, Daniele könnte auffliegen, beschließt sie, mit ihm und Cecilia zu ihrer Großmutter aufs Land zu fliehen. Auch dort bessern sich die Verhältnisse untereinander nicht.

Nach einiger Zeit auf dem Land stirbt Chiara’s Großmutter dann jedoch leider. Chiara beschließt dann, kurzzeitig mit dem Jungen zurück nach Rom zu gehen. Ihre Schwester lässt sie in dieser Zeit zurück bei Bekannten, die sich um sie kümmern und auf sie achten sollen. Cecilia verspricht sie, dass sie nach zwei Wochen zu ihr zurückkommen werde, hält ihr Versprechen jedoch nicht.

30 Jahre später – Maria ist 16 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Wales. Sie findet heraus, dass ihr Vater gar nicht ihr wirklicher Vater ist. Ihr tatsächlicher Vater ist ein Mann namens Daniele Levi. Sie findet die Telefonnummer von Chiara und nimmt Kontakt zu ihr auf. Nach einigen Telefonaten einigen sich Maria und Chiara darauf, dass Maria den Sommer in Italien bei Chiara verbringt.

Noch weiß Maria aber nicht, dass Chiara so etwas wie ihre Großmutter ist. Sie denkt, Chiara sei lediglich die ehemalige Vermieterin von Daniele. Natürlich hofft sie aber darauf, einiges über ihren Vater zu erfahren und ihn vielleicht sogar in Italien ausfindig zu machen. Leider hat jedoch auch Chiara sämtliche Anhaltspunkte für eine Kontaktaufnahme mit Daniele verloren.

Die Geschichte, die in diesem Buch erzählt wird, ist sehr bewegend. Chiara denkt erst gar nicht darüber nach; sie nimmt einfach so eine so immense Verantwortung auf sich, um das Leben eines Kindes zu retten. Obwohl der Junge lange Zeit nicht richtig verstehen kann, dass sie ihm das Leben gerettet hat und dies immer wieder durch rebellisches Verhalten deutlich macht, liebt sie ihn doch so sehr, als wäre er ihr eigenes Kind. Chiara liebt diesen Jungen so sehr, dass sie ihre eigene Schwester auf gewisse Art für ihn fallen lässt.

Wobei… Eigentlich weiß ich gar nicht, ob man wirklich sagen kann, dass er es lange nicht verstanden hat, denn eigentlich könnte man sein Verhalten bis ins Erwachsenenalter so auslegen, dass er vielleicht sogar lieber mit seiner Familie gestorben wäre.

Als Daniele älter wird, fängt der an mit Drogen zu experimentieren und rutscht ab in die Sucht. Das ist der Grund dafür, dass Chiara irgendwann den Kontakt zu ihm verliert. Als Maria dann in ihrem Leben auftaucht, wird sie mit allem neu konfrontiert und ihr Gefühlsleben wird dadurch sehr aufgewühlt.

Über Daniele erfährt man im Buch eigentlich nicht wirklich viel. Man erfährt einiges über die ersten paar Jahre, die er bei Chiara verbracht hat und man erfährt, dass er später drogenabhängig wurde. Wie er sein Leben an sich aber ab seiner Jugend verbracht hat bleibt offen.

Die Kapitel springen zum Einen zwischen der Zeit 1943 und 1973 und die Kapitel, die von der Zeit in 1973 erzählen, wechseln sich dazu noch zwischen Chiara und Maria ab.

Die Themen Verantwortung, Aufopferung, Mut, Familie und Leid, die hier aufgegriffen werden, sind super in die Geschichte eingearbeitet und werden authentisch dargestellt. Besonders den Weg von Daniele in die Drogensucht finde ich sehr realitätsnah.

Leider hat mir in dem Buch aber irgendwie der Spannungsbogen gefehlt. Es wird viel erzählt und die Geschichte geht auch ans Herz, aber es passiert nicht wirklich viel. Gerne hätte ich auch etwas mehr über Daniele erfahren. Insbesondere seine Gedanken und Gefühle bleiben komplett außen vor, der Leser kann sich immer nur vorstellen, wie es ihm wohl gegangen sein mag. Da er der zentrale Punkt des Buches ist, finde ich das sehr schade.

Fazit
Mut, Verantwortung, Familie und Leid sind die Themen von „Im ersten Licht des Morgens“. Die zentrale Figur ist Daniele Levi, von dem man jedoch leider nur sehr, sehr wenig erfährt. Die Geschichte ist zwar sehr bewegend und authentisch, trotzdem ist es teilweise etwas langweilig.

Veröffentlicht am 12.11.2017

Sunshine Girl - Das Erwachen

Sunshine Girl - Das Erwachen (Sunshine Girl 2)
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„Sunshine Girl – Das Erwachen“ ist bereits der zweite Teil dieser Reihe. Den ersten habe ich bisher nicht gelesen, muss aber sagen, dass diese Tatsache etwas störend beim Lesen war. Es kommen hin und wieder ...

„Sunshine Girl – Das Erwachen“ ist bereits der zweite Teil dieser Reihe. Den ersten habe ich bisher nicht gelesen, muss aber sagen, dass diese Tatsache etwas störend beim Lesen war. Es kommen hin und wieder Personen vor und es wird über Ereignisse gesprochen, die zum ersten Teil gehörten, mit denen dann nicht viel anzufangen war. Manches dieser vergangenen Situationen wurde dann auch nicht weiter ausgeführt oder erklärt, so dass es beim Lesen dann schon etwas doof war.

Die Geschichte ist aber sehr spannend erzählt. Sunshine trifft auf so einige Schwierigkeiten und Herausforderungen und dazu noch mit dem Herzschmerz eines 16-jährigen Teenagers zu kämpfen.

Um das Buch tatsächlich in die Kategorie „Horror“ einzuordnen, fehlte mir allerdings noch ein bisschen der Gruselfaktor.

Das Ende ist mir kommt mir dann auch etwas zu plötzlich. Es bleiben einige offene Fragen, hinsichtlich deren Beantwortung man sich wohl bis zum dritten Teil gedulden muss.

Fazit
Ein spannendes Buch, das vermutlich besonders bei Mädchen im Teenageralter gut ankommt. Man sollte vorab allerdings am besten auch den ersten Teil lesen, um den zweiten Teil dann optimal verstehen zu können.