Für Fans Von Holly Jackson + tolle ME Repräsentation
Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.Alle Fans der "A Good Girl’s Guide to Murder"-Reihe aufgepasst – mit Hotel Ambrosia gibt es spannenden Nachschub! Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt und begeistert, doch es gibt auch einen Kritikpunkt, ...
Alle Fans der "A Good Girl’s Guide to Murder"-Reihe aufgepasst – mit Hotel Ambrosia gibt es spannenden Nachschub! Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt und begeistert, doch es gibt auch einen Kritikpunkt, dazu später mehr.
Die Geschichte dreht sich um Robin, die an ME/CFS leidet und daher ihr Zimmer nicht verlassen kann. Gegenüber ihres Fensters befindet sich ein altes Hotel, in dem immer wieder mysteriöse Ereignisse geschehen. Eines Tages wird Robin Zeugin eines Verbrechens, das sich dort abspielt – und damit beginnt eine packende Story voller Spannung und Geheimnisse.
Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, ist nicht nur die mitreißende Handlung, sondern auch die gelungene Erzeugung von Atmosphäre und Nervenkitzel. Der Roman arbeitet mit kreativen Stilmitteln wie Tagebucheinträgen, Chatverläufen und Zeichnungen, die die Story auflockern und zum MIträtseln einladen.
Ein weiteres Highlight ist die authentische Darstellung von ME/CFS. Ich habe bisher kaum ein Buch gelesen, das sich mit dieser Krankheit befasst, und fand die Repräsentation enorm wertvoll. Als Betroffene konnte ich mich in Robin hineinversetzen, ihre Herausforderungen nachfühlen und war tief berührt von der äußerst realistischen Darstellung. Dies ist eine Repräsentation, die diese Krankheit dringend benötigt.
Vorsicht ab hier kommt ein Spoiler
Doch hier kommt mein großer Kritikpunkt: Am Ende wird offenbart, dass Robin gar nicht wirklich an ME/CFS leidet, sondern durch das Münchhausen-by-Proxy-Syndrom krank gemacht wurde. Diese Wendung relativiert die zuvor so feinfühlige Darstellung der Krankheit und gibt den Eindruck, als wäre sie nur eine Einbildung oder durch äußere Einflüsse verursacht. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch problematisch. Eine solche Enthüllung kann leicht dazu führen, dass Leser:innen, die nicht mit ME vertraut sind, die Krankheit nicht ernst nehmen oder sie für weniger gravierend halten als sie ist.