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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2024

Gute Ansätze

Zuversicht jetzt
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In "Zuversicht jetzt. Den Krisen der Welt mutig begegnen" thematisiert Sara Fromm die globalen Krisen in Verbindung mit möglichen Handlungsspielräumen und praktischen Tipps. Dabei liegt der Fokus weniger ...

In "Zuversicht jetzt. Den Krisen der Welt mutig begegnen" thematisiert Sara Fromm die globalen Krisen in Verbindung mit möglichen Handlungsspielräumen und praktischen Tipps. Dabei liegt der Fokus weniger auf der Schwere der Krisen und der endgültigen Krisenbeseitigung, sondern vielmehr darin, nicht zu resignieren, sondern resilient zu sein, Zuversicht zu finden und gemeinsam etwas bewegen zu können. Sara Fromm zeigt diverse lösungsorientierte Ansätze kollektiven Handelns auf und veranschaulicht diese an erfolgreichen sozialen Bewegungen, die bereits Veränderungen erzielen konnten.

Das Buch soll Mut machen, ohne dass Krisen und die realen Zustände beschönigt werden oder deren Schwere abgesprochen wird. Wichtig ist dabei stets, sich zwar zu engagieren, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse jedoch nicht aus den Augen zu lassen. Ich empfand die dargestellten Möglichkeiten zur Krisenbewältigung sowie die aufgeführten Beispiele und den Appell, die eigene Rolle finden zu können und solidarisch zu sein, inspirierend. Alllerdings empfand ich den Schreibstil des Buchs als sehr trocken, was meinen Lesefluss sehr verlangsamt hat. An vielen Stellen hatte ich den Eindruck, dass sehr viel wiederholt wird und gar nichts wirklich Neues geschrieben wird.

Die Botschaft, in Krisenzeiten zuversichtlich und trotzdem aktiv zu sein, hat mir gefallen. Doch stilistisch haben mich die Längen und der repetitive Schreibstil etwas gestört.

Veröffentlicht am 13.11.2024

Interessante Protagonistin, allerdings wenig Spannung

Verbrannte Gnade
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Schwester Holiday raucht hinter der Klosterschule, als ein Feuer ausbricht und Jack, der Hausmeister, stirbt. Die Schule wurde Ziel eines Brandanschlags und bringt Aufruhr in die Gemeinde und die Schwesternschaft. ...

Schwester Holiday raucht hinter der Klosterschule, als ein Feuer ausbricht und Jack, der Hausmeister, stirbt. Die Schule wurde Ziel eines Brandanschlags und bringt Aufruhr in die Gemeinde und die Schwesternschaft. Während die Ermittlungen der Behörden beginnen, ist Schwester Holiday mit deren Vorgehen und Teilergebnissen unzufrieden und fängt daher an, auf eigene Faust zu ermitteln.
Schwester Holiday raucht Kette, hat Tattoos, hört Punkrock und ist queer, was sie zu einer eher ungewöhnlichen Nonne, aber einer umso interessanten Protagonistin macht. Leider kam bei mir kaum Spannung auf, die Rückblenden und Einschübe in Holidays Leben sowie die Geschehnisse an der Klosterschule sind mehr von Längen als von neuen Ereignissen, Erkenntnissen oder Spannungsmomenten geprägt.
Auch die Auflösung war nicht allzu plausibel und kam dann recht plötzlich.

Dafür ist der Schreibstil sehr einfach und locker gehalten, sodass sich das Buch innerhalb kurzer Zeit lesen ließ. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt Margot Douaihy mit Schwester Holiday und ihren Ermittlungen allerdings nicht bei mir.

Veröffentlicht am 09.10.2024

Zu lang

When The Moon Hatched
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Raeve ist Mitglied der Rebellion und kämpft daher mit vollem Einsatz, denn es gibt viele, die das nicht können und für die mitgekämpft werden muss. Ihre beste Freundin kommt bei einem brutalen Attentat ...

Raeve ist Mitglied der Rebellion und kämpft daher mit vollem Einsatz, denn es gibt viele, die das nicht können und für die mitgekämpft werden muss. Ihre beste Freundin kommt bei einem brutalen Attentat ums Leben, das eigentlich Raeve galt. Daher bestimmen der Wunsch nach Rache und Wut ihre Gedanken und ihr künftiges Handeln - dennoch landet sie im Gefängnis und sieht erstmal keinen Ausweg. Doch dann steht Kaan, der mächtige Herrscher, vor ihr und sein Drache rettet Raeve das Leben. Obwohl sie eine große Abneigung gegen ihn und das, was er verkörpert, hegt, fühlt sie sich zu ihm verbunden und kann sich so schnell nicht von ihm lösen.

Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war ich gespannt, was sich Sarah A. Parker für eine Geschichte ausgedacht hat und was Raeve als Mitglied der Rebellion alles erlebt. Doch leider konnte mich "When the moon hatched" nicht überzeugen. Ich habe mich auf ein dichtes Fantasy-Buch mit einer komplexen Welt und fantastischen Elementen gefreut. Die Drachen nehmen allerdings keine sonderlich große Rolle ein, sondern finden eigentlich nur am Rande statt. Auch die Einsätze der Rebellion werden nur zu Beginn behandelt, danach steht vor allem die Lovestory von Raeve und Kaan im Mittelpunkt. Der Spannungsbogen, an den ich mich im ersten Drittel noch festgehalten habe, ist immer weiter abgeflacht und spätestens nach dem zweiten Drittel komplett versiegt.
Ich empfand das Buch als zu lang, der Schreibstil konnte mich auch nicht sonderlich fesseln, er war recht flach und einfach, und Fantasy-Feelings blieben auch hinter der Lovestory zurück.

Veröffentlicht am 05.10.2024

Distanz blieb für mich

Samtene Scheidung
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Katarina lebt mit ihrem Freund Eugen in Prag, bis sich dieser von ihr trennt, weil er eine Auszeit will. Statt allein in Prag zu bleiben, kehrt Katarina zu ihrer Familie zurück nach Bratislava. Doch das ...

Katarina lebt mit ihrem Freund Eugen in Prag, bis sich dieser von ihr trennt, weil er eine Auszeit will. Statt allein in Prag zu bleiben, kehrt Katarina zu ihrer Familie zurück nach Bratislava. Doch das Verhältnis zwischen ihr und ihrer Mutter war schon immer eher schlecht, was bis heute so geblieben ist. Dazu kommt, dass sie nun erklären und rechtfertigen muss, dass sie ohne ihren Mann Eugen da ist. Auch zu ihren Freundinnen hat Katarina mehr Distanz als früher. Doch von ihrer Freundin Viera wird sie über Silvester nach Italien eingehalten, wo sie sich über ihre Beziehungen und Probleme austauschen.

Jana Karšaiová erzählt in "Samtene Scheidung" nicht nur von der Trennung von Katarina und Eugen, sondern auch von der Trennung von Tschechien und der Slowakei, weshalb die Leser
innen auch historisches Wissen dazubekommen. Das schwierige Verhältnis zwischen Tschechinnen und Slowakinnen wird genauso deutlich wie die schwierigen Beziehungsverhältnisse, nicht nur zwischen Katarina und Eugen, sondern auch zwischen Viera und ihrer Dozentin Barbara, mit der sie ein Verhältnis hat.

Wir erfahren in Rückblicken, wie sich Katarina und Eugen kennengelernt haben, dass sie etwas verfrüht geheiratet haben und wie die Beziehung bis zur Trennung weiterlief. Untermauert wird das durch Rückblenden, die von dem Leben in Bratisvla erzählen, das durch das kommunistische Regime geprägt ist.

Jana Karšaiová schreibt ruhig und ich würde "Samtene Scheidung" als sehr langsames Buch beschreiben. Gerade das hat meinen Lesefluss oftmals gehemmt, ich hatte das Gefühl, alles plätschert so vor sich hin und es gibt kaum Handlung. Auch zu den Figuren blieb bis zum Schluss eine große Distanz, ich konnte Katarina einfach nicht greifen. Dafür habe ich mich das erste Mal mit der Geschichte der Tschechoslowakei bzw. dessen Trennung beschäftigt.

Veröffentlicht am 22.09.2024

Interessanter Grundgedanke

Die Abschaffung des Todes
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James Windover ist Herausgeber einer online Zeitung für Milliardäre, die maximal objektiv sein soll, und in erster Linie Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft für seine Leserinnen ...

James Windover ist Herausgeber einer online Zeitung für Milliardäre, die maximal objektiv sein soll, und in erster Linie Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft für seine Leserinnen aufbereitet.

Als das Unternehmen Youvatar ankündigt, mit einer Innovation die Abschaffung des Todes erreichen zu wollen und noch Investor
innen sucht, bittet James' Kundin Anahita Kevorkian ihn, stellvertretend für sie zu einer Sitzung von Youvatar zu fahren und die Investitionschancen auszuloten. James kann gar nicht ahnen, in welche Gefahr er sich mit der näheren Auseinandersetzung mit Youvatars Projekt begibt.

Der Klapoentext reißt im Grunde sehr gut an, worum es in "Die Abschaffung des Todes" geht. Allerdings ist Andreas Eschbach für überraschende Wendungen und Clous bekannt, weshalb ich damit gerechnet habe, es könnte sich in alle Richtungen entwickeln.

Andreas Eschbach beschreibt James sehr anschaulich und detailliert, ebenso die anderen Figuren, sodass das Tenpo zunächst eher langsam ist. Neben den Beschreibungen von Abläufen innerhalb der Zeitung bestehen James' Recherchen aus ganz viel Informationen und Hintergrundwissen, das Eschbach hier zusammengetragen hat. An einigen Stellen waren mir wissenschaftliche Informationen und Erläuterungen zu ausschweifend, da sie das Tempo enorm verringert haben und ich dessen Relevanz nicht immer erkannt habe, bzw. nicht sicher war, wie genau ich dieses Wissen für das Verständnis des Geschehens brauche.

Eschbach hat für meinen Geschmack das Tempo erst im letzten Drittel angezogen mit Wendungen und Verfolgungsjagden, die actiongeladen waren.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich den Grundgedanken, sich mit einer potentiellen Abschaffung des Todes auseinanderzusetzen, sehr interessant finde und während der Lektüre einige Gedanken sammeln konnte. Für einen Thriller habe ich jedoch mehr Spannung und ein rascheres Tempo erwartet

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