Spannende Ermittlungen zum Ende des 19. Jahrhunderts
Der tote Antiquar von LimehouseDen zurückgezogenen Antiquar Jacob Jacobus kennen viele nur vom Hörensagen. Er genießt einen zweifelhaften Ruf, durchaus an Hehlerware aller Art interessiert zu sein und diese auch lukrativ wieder an den ...
Den zurückgezogenen Antiquar Jacob Jacobus kennen viele nur vom Hörensagen. Er genießt einen zweifelhaften Ruf, durchaus an Hehlerware aller Art interessiert zu sein und diese auch lukrativ wieder an den Mann bringen zu können. Dieses Talent und Geschäftsgebaren könnte ihm wohlmöglich zum Verhängnis geworden sein, als Inspector Benjamin Ross ihn in seinem eigenen Blut liegend entdeckt. Ihm wurde in seinem eigenen Haus die Kehle durchgeschnitten und sämtlichen Räume wurden anschließend noch durchsucht. Die Ermittlungen verlaufen trotz des augenscheinlichen Hintergrunds etwas schleppend, so dass Benjamin Ross froh ist, dass seine Frau in gesellschaftlichen treffen die Ohren offen hält, um vertrauliche Informationen zu erlangen. Eine spannende Suche nach dem Mörder oder der Mörderin beginnt...
"Der tote Antiquar von Limehouse" ist bereits der neunte Band der Reihe um das ermittelnde Paar Benjamin Ross und Lizzie Martin aus dem späten 19. Jahrhundert. Ich bin mit dem aktuellen Fall in die Serie eingestiegen und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Die englische Autorin Ann Granger erzählt die Geschichte in einem bildreichen und sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, der mit die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen baut sich mit dem Auffinden des toten Antiquars direkt zu Beginn des Buches gut auf und wird über die schwierigen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht ordentlichen Niveau gehalten. Besonders gut gefallen haben mit die Protagonisten, die mit Benjamin Ross und Lizzie Martin empathisch und interessant gezeichnet sind. Die historischen Rahmenhandlungen werden authentisch wiedergegeben und wirken in ihren Fakten gut recherchiert. Die Story konnte mich mit überraschenden Wendungen bis zum spannenden Finale in den Bann ziehen, welches dann zwar schlüssig, aber für mich ein wenig unspektakulär und zu schnell erzählt war.
Insgesamt ist "Der tote Antiquar von Limehouse" ein gelungener Trip in das späte 19. Jahrhundert, der mich gut unterhalten und für einige spannende Lesestunden gesorgt hat. Der Einstieg in die Reihe hat mich auch neugierig auf die vorhergehenden Fälle gemacht, so dass ich das Buch sehr gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sterne bewerte.