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Veröffentlicht am 19.11.2024

Tiefe Gefühle an der Loreley

Loreley - Fluss der Zeit
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1842: Vor über 15 Jahren verschwand Lissis Mutter Juliane während einer Wanderung auf der Loreley spurlos. Lissis Vater Johann kam nie darüber hinweg und sucht noch immer nach einer Erklärung für das Geschehen. ...

1842: Vor über 15 Jahren verschwand Lissis Mutter Juliane während einer Wanderung auf der Loreley spurlos. Lissis Vater Johann kam nie darüber hinweg und sucht noch immer nach einer Erklärung für das Geschehen. Vor allem sucht er nach dem Mann, dem er die Schuld an Julianes verschwinden gibt. Lissi ist zu einer schönen jungen Frau herangewachsen. Als ihr Jugendfreund Manuel eine Reise nach London machen muß, gesteht er ihr seine Liebe. Die beiden verloben sich heimlich. Manuels Freund Ferdinand Fiedler hat sich ebenfalls in Lissi verliebt und ihm ist jedes Mittel recht, um die beiden auseinander zu bringen. Als sich auf dem Rhein am Loreley-Felsen ein schweres Schiffsunglück ereignet, geben viele Lissi die Schuld daran. Zu ihrer Sicherheit schickt ihr Vater sie nach Berlin. Dort versucht sie, Manuel zu vergessen, aber ihr Heimweh ist groß. Als Manuel aus London zurückkehrt, will er um Lissis Liebe kämpfen. Doch wird es ihm gelingen, Ferdinand als Lügner zu entlarven?

In den vielen romantischen Geschichten vom Rhein passen die Romane von Susanne Popp ganz hervorragend hinein. Der zweite Teil der "Loreley-Reihe" heißt "Fluss der Zeit". Zwischen den beiden Teilen sind 17 Jahre vergangen, aber die Menschen bleiben vertraut. Durch die warmherzige Erzählweise von Susanne Popp kann der Leser intensiv am Leben der Personen teilhaben. Man stellt mit erstaunen fest, daß schon damals die Presse sehr meinungsbildend war und das gnadenlos ausgenutzt hat. Das Leben der einfachen Leute am Rhein war nicht leicht, aber sie hätten mit keinem Großstädter tauschen wollen. Das zeigte sich ganz deutlich, als Lissi in Berlin leben mußte. Ohne "ihren" Rhein war sie nicht glücklich. Die Geschichte hat etwas geheimnisumwobenes. Lissis Beziehung zum Fluss kann man schon gespenstisch nennen. Obwohl ihre Herkunft im Roman ja nun geklärt wurde, bleiben doch noch einige Fragen am Ende offen. Dies macht Hoffnung auf eine Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Wieder einmal perfekte Unterhaltung

Commissario Tasso bekommt Gegenwind
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Commissario Tasso ist nach einer Auszeit wieder im Dienst, da bekommt er es mit dem Tod einer Bäuerin im Passeiertal zu tun. Es scheint, als sei sie im Stall ausgerutscht, mit dem Kopf hart aufgeschlagen ...

Commissario Tasso ist nach einer Auszeit wieder im Dienst, da bekommt er es mit dem Tod einer Bäuerin im Passeiertal zu tun. Es scheint, als sei sie im Stall ausgerutscht, mit dem Kopf hart aufgeschlagen und von ihren Ziegen zertreten worden zu sein. Der Fall wird als Unfall schnell zur Seite gelegt. Jedoch bekommt Mara von dem Fall Wind. Sie wurde von ihrem Vater aufgrund des Attentates auf Kennedy vom Studium nach Hause geholt. Ihre Freundin Veronika war mit der Bäuerin befreundet und glaubt nicht an einen Unfall. So beginnt Mara sich mit dem Fall zu beschäftigen.

"Commissario Tasso bekommt Gegenwind" ist der vierte und leider wohl auch letzte Teil , den Gianna Milani für Mara und Tasso geschrieben hat. Beide gehen hier schon überwiegend getrennte Wege und treffen erst sehr spät aufeinander, um fortan gemeinsam zu ermitteln. Dies fand ich schon sehr schade, obwohl auch dies sehr interessant zu verfolgen war. Man merkt deutlich, was Mara in den drei Fällen zuvor von Tasso gelernt hat und wie unabhängig sie geworden ist. Tasso merkt man hier an, daß er nicht so wirklich weiß, wo er steht. Altbekannte Gesichter verlassen die Polizei und er sieht sich ziemlich einsam vor schwierigen Aufgaben. Für ihn kommt die Frage auf, ob er bleibt oder ob er sich ebenfalls zurückzieht. Man kann hier gut mit ihm mitfühlen. Die Handlung ist wieder sehr spannend und zeigt, wie schwierig es als Zugezogene ist, in solch einer Dorfgemeinschaft Fuß zu fassen. Dies war damals so und wird sich mit Sicherheit bis heute in manchen Dörfern nicht groß geändert haben. Bei dieser Serie gefällt mir der Bezug zum damaligen Zeitgeschehen sehr gut. Diesmal spielt das Attentat auf Kennedy eine große Rolle und man erlebt, wie sehr dies die Menschen damals getroffen hat - und welche Befürchtungen dadurch entstanden. Dies alles beschreibt Gianna Milani auf leichte, der Handlungszeit jedoch angepasste Art.

Ich fände es sehr interessant zu erfahren, wie sich das Leben von Mara und Tasso weiter gestaltet. Eine Fortsetzung dieser Serie würde mich sehr freuen!

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Veröffentlicht am 16.11.2024

Wieder sehr überzeugend

Nordlicht - Das kalte Grab
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In einem abgelegenen Haus auf der dänischen Insel Als werden die Leichen des Immobilieninvestors Konrad Dahlmann und seiner Frau blutüberströmt und an einen Heizkörper gefesselt aufgefunden. Vibeke Boisen ...

In einem abgelegenen Haus auf der dänischen Insel Als werden die Leichen des Immobilieninvestors Konrad Dahlmann und seiner Frau blutüberströmt und an einen Heizkörper gefesselt aufgefunden. Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg stehen vor der Frage, ob es sich um einen Raubüberfall handelt oder ob der Täter ein persönliches Motiv hatte. Als eine weitere Leiche gefunden wird, nimmt der Fall eine neue Richtung ein und die Spuren führen in den Eiswinter 1978/79...

Mit „Nordlicht – Das kalte Grab“ schickt Anette Hinrichs ihr ungleiches Ermittlerduo nun zum 6. Mal auf Verbrecherjagd. Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg sind so unterschiedlich, daß sie schon wieder perfekt zusammenpassen. Beide haben ihre speziellen Eigenarten, so daß sie sehr realistisch wirken. Auch wenn beide ihre privaten Probleme und Sorgen haben, stört dies die Krimihandlung nicht. Anette Hinrichs schafft es perfekt, daß das Privatleben nicht überhand nimmt und die Spannung verdrängt. Im Gegenteil - durch diese Einblicke lernt man, die Ermittler und ihr Wesen zu verstehen und kann sich in sie hineinversetzen. Sie bleiben nicht fremd und farblos, sondern werden lebendig. Der Kriminalfall ist wieder sehr gelungen. Spannend durch viele Spuren und Wendungen, die zunächst undurchschaubar sind und sich entwickeln. Hier liest man gespannt bis zum Ende, denn so lange muß man auch tatsächlich auf die Auflösung warten. Interessant waren für mich auch die Rückblenden in den legendären schleswig-holsteinischen Winter 1978/79. Diese Rückblicke allein sind schon fesselnd. Diese Erzählstränge sind ebenso bildhaft wie die Beschreibungen der Landschaft. Hier weht dem Leser förmlich eine Küstenbrise um die Nase!

Auch dieser Band der Serie hat mich komplett überzeugt!

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Veröffentlicht am 09.11.2024

Mord mit Wiesn-Souvenir

Gefährlicher Isarblick
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Während in München das Oktoberfest in vollem Gange ist, wird Kommissarin Clara Liebig zum Hotel Schöntal gerufen. Eine ältere Dame hat einen Mord beobachtet. Jedoch finden sich vor Ort keine Spuren für ...

Während in München das Oktoberfest in vollem Gange ist, wird Kommissarin Clara Liebig zum Hotel Schöntal gerufen. Eine ältere Dame hat einen Mord beobachtet. Jedoch finden sich vor Ort keine Spuren für ein Verbrechen. Die Zeugin, Rosa Kleinschmidt, wird am nächsten Tag erdrosselt mit einem Wiesn-Halstuch aufgefunden, in der Hand ein Wiesn-Herz aus Plastik. Clara Liebig und ihr Team nehmen die Ermittlungen, die zum Oktoberfest führen, auf.

"Gefährlicher Isarblick" ist der dritte München-Krimi von Marie Bonstein. Man kann die Krimis aber unabhängig voneinander lesen, da die Fälle in sich abgeschlossen sind und man auch dem Privatleben der Kommissare gut ohne Vorkentnisse folgen kann. Das Private nimmt hier sowieso nicht viel Raum ein, da der Kriminalfall im Vordergrund steht. Der Krimi besticht den Leser auch durch seine Authentizität. Hier wird durchaus einmal Dialekt gesprochen - was mir sehr gut gefallen hat. Dabei bleibt der Text aber gut verständlich für jeden. Die Charaktere wirken lebensnah und sympathisch. Ebenso hat die Autorin einen guten Sinn für Humor. Gerade Thorwald von Weidecke sorgte bei mir für Lachtränen. Zu schön die Szene mit den Unterarm-Airbags! Marie Bonstein schreibt locker und leicht, ohne dabei die Spannung aus den Augen zu verlieren. Hier kann man prima mit den Kommissaren gemeinsam ermitteln, muß immer wieder umdenken und neue Ermittlungsansätze verfolgen.

Dieser Krimi vereint alles, was einen Krimi für mich gelungen macht: Spannung, Regionalität, etwas Humor und sympathische Charaktere!

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Pumuckl ist einfach unschlagbar

Pumuckl, Tiergeschichten
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Pumuckl - ihn kennt wohl jeder. In seinen neuesten Abenteuern "Pumuckl Tiergeschichten" wünscht er sich, sehr zum Leidwesen von Meister Eder, ein Haustier. Zunächst möchte er ein zugelaufenes Kaninchen ...

Pumuckl - ihn kennt wohl jeder. In seinen neuesten Abenteuern "Pumuckl Tiergeschichten" wünscht er sich, sehr zum Leidwesen von Meister Eder, ein Haustier. Zunächst möchte er ein zugelaufenes Kaninchen behalten, dann sucht er im Zoo, auf einem Ponyhof, in einer zoologischen Handlung und versucht sogar eine Spinne und die Wasservögel im Park zu zähmen. Dabei treibt er allerlei Schabernack und bringt Meister Eder in so manch peinliche Situation.

Das Buch ist ein absoluter Genuss für alle Pumuckl - Fans! Egal, ob alt oder jung - hier hat jeder seinen Spaß. Man kann hier herzhaft lachen und ich mußte ständig an die alte TV - Serie denken, die ich sehr geliebt habe. Das Buch ist wunderbar leicht geschrieben, für Kinder verständlich, dabei aber nicht so, daß es für Erwachsene zu simpel wäre. Auch die Zeichnungen sind wunderschön und machen das Buch zu einem Highlight. Für mich war dieses Buch ein gelungener Ausflug zurück in meine Kindheit!

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