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Veröffentlicht am 03.12.2024

Ein urgemütlicher Weihnachtskrimi

Der Weihnachtsmannmord
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Im Kaufhaus Härtling ist es Tradition, daß in der Adventszeit ein Weihnachtsmann seinen großen Auftritt hat. In diesem Jahr hat der Ex-Ganove Eddi Hempel diesen Job übernommen und er spielt seine Rolle ...

Im Kaufhaus Härtling ist es Tradition, daß in der Adventszeit ein Weihnachtsmann seinen großen Auftritt hat. In diesem Jahr hat der Ex-Ganove Eddi Hempel diesen Job übernommen und er spielt seine Rolle besonders gut. Die Kinder lieben ihn und auch die Erwachsenen kommen in Scharen, um ihn zu sehen. Das Entsetzen ist deshalb besonders groß, als er während seines Auftrittes aus dem vierten Stock stürzt und sofort tot ist. Der Kaufhausdetektiv Kurt Ebert, ein pensionierter Kriminalkommissar, glaubt nicht an einen Unfall. Da sein Ex-Kollege aber intensiv mit einem Juwelendiebstahl beschäftigt ist, übernimmt Kurt kurzerhand die Ermittlungen. Er kann dabei auf die Hilfe von einigen Freunden bauen und zusammen kommen sie der Wahrheit schneller auf die Spur, als es ein paar Leuten lieb ist.

Das gemeinschaftlich geschriebene Buch von Anja Marschall und Carolyn Srugies ist ein gelungener Weihnachtskrimi mit dem Titel "Der Weihnachtsmannmord". Den beiden Autorinnen ist es hervorragend gelungen, die Weihnachtsstimmung, oder auch Weihnachtshektik, einzufangen. Sie beschreiben den Alltag von ganz normalen Menschen. Da sind die Sorgen nicht einfach verschwunden, bloß weil Weihnachten ist und die Einsamkeit wird dadurch noch größer. Trotzdem gibt es auch eine Menge humorvoller Momente in dieser Geschichte. Der Mordfall erscheint auf den ersten Blick ziemlich verwirrend, denn wer könnte einen Weihnachtsmann so hassen, daß er ihn ermordet? Aber im Laufe der Geschichte kommen kuriose Wendungen ins Spiel und am Schluß ergibt alles einen überraschenden Sinn. Der Roman ist ein urgemütlicher Weihnachtskrimi, der für schöne Lesestunden sorgt. Man bekommt hier eine kleine Auszeit vom Weihnachtsstreß!

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Eine schrecklich nette Familie

Stille Nacht, mörderische Nacht
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Clothilde Anthamatten lebt das ganze Jahr zurückgezogen in ihrem prunkvollen Herrenhaus Winterstern bei Zermatt. Nur in der Adventszeit lädt sie ihre Verwandtschaft zu sich ein. So auch in diesem Jahr. ...

Clothilde Anthamatten lebt das ganze Jahr zurückgezogen in ihrem prunkvollen Herrenhaus Winterstern bei Zermatt. Nur in der Adventszeit lädt sie ihre Verwandtschaft zu sich ein. So auch in diesem Jahr. An Heiligabend tobt ein gewaltiger Schneesturm und das Haus Winterstern wird von der Außenwelt abgeschnitten. Da findet der Butler Arthur die Hausherrin tot im Schnee. Die Familie ist außer sich und jeder verdächtigt jeden, Clothilde umgebracht zu haben. Anna, die Lieblingsenkelin der Toten, versucht etwas Ordnung in das Chaos zu bringen und übernimmt die Ermittlungen zum Tode ihrer Großmutter. Sie stellt schnell fest, daß so ziemlich jeder der Anwesenden es nicht erwarten konnte, daß die alte Frau zu Tode kam und man über ihr Vermögen verfügen könnte. Also sucht Anna den Mörder in der eigenen Familie.

"Stille Nacht, mörderische Nacht" ist ein Weihnachtskrimi aus der Schweiz. Die Autorin Silvia Götschi entführt ihre Leser in die märchenhafte Winterwelt von Zermatt. Doch diese Idylle wird überschattet von einem Todesfall und damit beginnt der Krimi. Die Verdächtigen werden so herrlich kurios dargestellt, daß man schnell das Grausen bekommt. Ihre Gier auf das Erbe macht sie alle verdächtig und der wahre Charakter kommt zum Vorschein. Das beschreibt Silvia Götschi so wahrhaftig, daß man alle Personen genau vor Augen hat. Wer sich an der Mördersuche beteiligen will, ist schnell ratlos, denn jeder könnte es gewesen sein. Die Spannung steigt bis zum Ende - und das hat es in sich. Dieses Buch ist genau richtig für gemütliche Lesestunden in der Weihnachtszeit.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Perfekte Sammlung

Besuch aus der Schattenwelt
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"Besuch aus der Schattenwelt" ist eine kleine, aber feine Sammlug von gruseligen Geschichten. Man findet hier Geschichten bekannter Schriftsteller wie Edgar Allan Poe, Margaret Atwood oder H. P. Lovecraft ...

"Besuch aus der Schattenwelt" ist eine kleine, aber feine Sammlug von gruseligen Geschichten. Man findet hier Geschichten bekannter Schriftsteller wie Edgar Allan Poe, Margaret Atwood oder H. P. Lovecraft neben eher unbekannteren Schriftstellern wie z. B. Marie Luise Kaschnitz. Die Mischung der Geschichten ist ebenso gelungen wie die Auswahl der Schriftsteller. Abwechslungsreich, mal bekannt, mal unbekannt, aber alle sehr spannend und auch wenn die Geschichten zum Teil schon sehr alt sind, in der heutigen Zeit gut lesbar ohne verstaubt zu wirken. Dabei weist jede Geschichte Spannung auf, man begegnet unvorhersehbaren Wendungen und trifft auf die verschiedensten Charaktere, die alle eines gemeinsam haben: Sie befinden sich plötzlich in einer Welt des Unerklärlichen. Positiv überrascht war ich, daß hier Geschichten ausgewählt wurden, denen man nicht bereits in fast jeder Anthologie dieser Thematik begegnet ist. Hier findet selbst der Leser, der meint schon alles zu kennen, neue Perlen! Die Kapitel weisen allesamt eine angenehme Länge auf, so daß man dieses Buch perfekt immer wieder zwischendurch zur Hand nehmen kann.

Absolute Empfehlung für alle, die sich zwischendurch gern einmal auf klassische Art gruseln möchten!

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Veröffentlicht am 23.11.2024

Recht hat er

Ungefiltert
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In seinem Buch "Ungefiltert" bleibt Thomas Gottschalk sich treu. Er erklärt seine Sicht auf die neue digitale Zeit und auf die Jugend, die so selbstverständlich und sorglos mit den neuen Medien umgeht, ...

In seinem Buch "Ungefiltert" bleibt Thomas Gottschalk sich treu. Er erklärt seine Sicht auf die neue digitale Zeit und auf die Jugend, die so selbstverständlich und sorglos mit den neuen Medien umgeht, in launigen, aber durchaus ernst zu nehmenden Worten. Er mag nicht mit allen Ansichten recht haben (wer hat das schon?), aber ich stimme ihm in vielen seiner Gedanken zu. Natürlich variiert die Zustimmung je nach Geburtsjahr, wobei mein Geburtsjahr deutlich von dem von Thomas Gottschalk abweicht. Daß er dabei die neue, korrekte Sprache auf's Korn nimmt, spricht mir aus der Seele. Ich finde es auch vollkommen übertrieben, wenn fast hundert Jahre alte Bücher plötzlich umgeschrieben werden sollen, damit sich nicht irgendwelche Bevölkerungsgruppen beleidigt fühlen könnten. Genau wie es keiner Frau mit gestörtem Selbstbewusstsein hilft, wenn ständig auch die weibliche Form z. B. einer Berufsbezeichnung genannt wird. Wenn eine Showgröße wie Thomas Gottschalk dazu Stellung bezieht, schlägt das natürlich höhere Wellen, als wenn diese Themen auf dem Wochenmarkt diskutiert werden. Trotzdem hat man beim Lesen das Gefühl, mit einem Freund darüber zu sprechen. Ihm fehlt total die Überheblichkeit, die so manche Promis an den Tag legen, dafür ist er durchaus bereit, Selbstkritik zu üben. Von seinem Privatleben gibt er hier einiges preis. Seine Kinder und Enkel scheinen ihm sehr wichtig zu sein.

Dieses Buch ist sehr zu empfehlen für alle Fans von Thomas Gottschalk, aber auch für alle, die den Menschen dahinter kennenlernen wollen.

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Renate Bergmann und die Weihnachtsvobereitungen

Aber nach drei Strophen ist Schluss!
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Mit dem Buch "Aber nach drei Strophen ist Schluss!" läßt Renate Bergmann den Leser teilhaben an ihren Weihnachtsvobereitungen und ihrer Vorfreude auf die gemütliche Zeit. Alles könnte so schön sein, wenn ...

Mit dem Buch "Aber nach drei Strophen ist Schluss!" läßt Renate Bergmann den Leser teilhaben an ihren Weihnachtsvobereitungen und ihrer Vorfreude auf die gemütliche Zeit. Alles könnte so schön sein, wenn die Hausverwaltung nicht beschlossen hätte, das Haus von oben bis unten zu sanieren. So muß Renate Bergmann mit spontan abgestelltem Wasser, fehlender Heizung und ausgebauten Fenstern leben und sie wäre nicht Renate Bergmann, wenn sie sich nicht um die Bauarbeiter kümmern würde und ihren Nachbarn helfend zur Hand ginge. Als es langsam eng wird mit dem blitzblanken Haus zu Weihnachten, hält die Hausgemeinschaft zusammen und bringt das Haus zum glänzen.

Renate Bergmann, die Online-Omi, erzählt hier wieder frei von der Leber weg, was sie so von manchen Themen denkt. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund, auch wenn es mal "unanständig" wird. Sie bleibt sich und ihrer Meinung treu - und das mag ich so an diesen Büchern. Auf ihre Art hält sie der Gesellschaft einen Spiegel vor das Gesicht und man merkt, wie lächerlich manche Verhaltens- und Denkweisen sind. Sie schweift gern immer wieder vom eigentlichen Thema ab und berichtet aus ihrem reichen Erfahrungsschatz. Dabei zeigt sie auf, wie Dinge, die heute selbstverständlich erscheinen, früher gehandhabt wurden. Diese Berichte täten so manchem mal richtig gut, um zu wissen, wie gut man es heute dagegen hat! Renate Bergmann schreibt nicht nur was sie denkt, sondern auch so, wie sie spricht. Dabei wird der Berliner Dialekt aber nicht übertrieben geschrieben und ist dadurch leicht zu verstehen.

Renate Bergmann ist mit diesem Buch wieder einmal zu Höchstform aufgelaufen und ich hatte sehr viel Spaß mit ihren Erlebnissen!

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