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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2024

Berührend, aber auch humorvoll

Drei Tage im Juni
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Gail und Max sind schon lange geschieden. Zur Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter Debbie reist Max an, muss ungeplant bei Gail schlafen, und die beiden scheinen sich wieder näher zu kommen.

Von drei Tagen ...

Gail und Max sind schon lange geschieden. Zur Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter Debbie reist Max an, muss ungeplant bei Gail schlafen, und die beiden scheinen sich wieder näher zu kommen.

Von drei Tagen erzählt der Roman, vom Tag vor der Hochzeit der Tochter, dem Hochzeitstag selbst und dem Tag danach. Anne Tyler war früher eine meiner Lieblingsautorinnen, lange Zeit habe ich sie leider vernachlässigt, doch auch hier war ich wieder direkt in der Geschichte angekommen.

Gail mochte ich sofort, bei Max brauchte ich ein bisschen länger, nach und nach bilden sie mehr und mehr Persönlichkeit heraus. Auch die anderen Charaktere kann man sich gut vorstellen. Man erlebt nicht nur die gemeinsamen Feierlichkeiten mit, nach und nach erfährt man auch mehr über Gail, Max und Debbie als Familie, auch, woran die Ehe letztlich gescheitert ist.

Max und Gail sind beide bereits in den Sechzigern, so wie ich auch, wahrscheinlich fühlte ich mich ihnen auch dadurch näher. Beide haben ihre Macken, aber auch liebenswürdige Züge. Da die Autorin Gail selbst in Ich-Form erzählen lässt, sieht man alles aus ihrer Perspektive, was das Geschehen aber auch intensiver wirken lässt und man das Gefühl hat, mit dabei zu sein. Gail nimmt dabei selten ein Blatt vor den Mund, gegen Ende hat sie mich dann überrascht. Das Ende selbst hat mir richtig gut gefallen.

Anne Tyler hat einen berührenden, aber auch humorvollen Roman über ein älteres geschiedenes Paar geschrieben, dass vielleicht doch noch mehr gemeinsam hat, als gedacht. Gerne empfehle ich diesen Roman weiter.

Veröffentlicht am 27.11.2024

Band 3 der Reihe basiert wieder auf historischen Gegebenheiten

Gegen die guten Sitten
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1875: Alessa Arlington studiert weiterhin in New York Medizin. Auch Orville Baker ist in nun dort gelandet, als Chief Detektive der New Yorker Polizei. Die beiden treffen sich wieder, als Alessa während ...

1875: Alessa Arlington studiert weiterhin in New York Medizin. Auch Orville Baker ist in nun dort gelandet, als Chief Detektive der New Yorker Polizei. Die beiden treffen sich wieder, als Alessa während eines Praktikums in der Gerichtsmedizin einen Toten obduziert, bei dem zunächst Suizid angenommen wurde. Wie sich herausstellt ist der Tote ein bekanntes, aber nicht von allen geliebtes Mitglied der Gesellschaft. Zu viele mussten schon unter ihm leiden, so dass auch der Kreis der Verdächtigen recht groß ist. Auch Alessa gehört dazu.

Der dritte Band der Reihe spielt also wieder in den USA. Dass auch Baker hier anzutreffen ist, hat mich zunächst sehr erstaunt, damit hatte ich nicht gerechnet. Auch Henry Cochrane, den man aus Band 2 der Reihe kennt, ist wieder dabei und ermittelt zusammen mit Baker.

Der Roman basiert unter anderem auf einem realen Skandal, und hat wieder einige historische Persönlichkeiten mit an Bord, wobei Philea Baker manches Leben mehr oder weniger für ihren Roman passend gemacht hat, im Nachwort gibt sie darüber Aufschluss, außerdem finden sich zu den historischen Persönlichkeiten Fotos im Anhang.

Gut gefallen hat mir das Ende, das sogar noch das Pseudonym der Autorin klärt. Ich denke, dass die Reihe mit diesem Band enden wird, lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren.

Auch im dritten Band der Reihe verknüpft Philea Baker wieder historisches Geschehen und historische Persönlichkeiten mit fiktiven Protagonist:innen und einem fiktiven Kriminalfall. Wie immer ist das interessant zu lesen und animiert dazu, selbst weiter zu recherchieren. Gerne empfehle ich die gesamte Reihe an Genrefans, man sollte sie aber möglichst in der richtigen Reihenfolge lesen.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Neue Miss Marple Geschichten

Miss Marple
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Tatsächlich ist es schon länger her, dass ich einen Agatha Christie-Roman gelesen habe, aber die mit Miss Marple waren mir immer die liebsten, und viele habe ich noch ganz gut im Kopf. Wenn ich an Miss ...

Tatsächlich ist es schon länger her, dass ich einen Agatha Christie-Roman gelesen habe, aber die mit Miss Marple waren mir immer die liebsten, und viele habe ich noch ganz gut im Kopf. Wenn ich an Miss Marple denke, sehe ich übrigens immer Joan Hickson vor mir, die sie meiner Ansicht nach perfekt verkörpert hat. Sie war es auch, die mich geistig begleitet hat, während ich die zwölf Geschichten dieser Sammlung gelesen habe, in denen verschiedene Autorinnen Miss Marple und ihr kriminalistisches Geschick wieder zum Leben erweckt haben.

Die Geschichten sind sehr unterschiedlicher Art, und spielen nicht alle in Großbritannien, Miss Marple besucht zum Bespiel auch die USA und macht eine Kreuzfahrt nach Hongkong. Man trifft einige Personen wieder, die man aus den Romanen kennt, allen voran Miss Marples Neffen Raymond West. Man lernt aber auch neue kennen, unter anderem sogar eine Urgroßnichte, die in einem Fall eine wesentliche Rolle spielt. Bereits die erste Geschichte zieht einen wieder in Miss Marples Universum und fügt sich gut ein in die Geschichten um sie.

Leider haben mir nicht alle Geschichten gleich gut gefallen, aber das ist eigentlich normal für solch eine Sammlung. Hin und wieder konnte ich nicht die Miss Marple erkennen, die ich aus den Romanen kenne und mag. So fehlte mir zum Beispiel das Jane Marple-Feeling in einer der USA-Geschichten.

Manche der Geschichten werden in Ich-Form erzählt, allerdings nicht aus Miss Marples Perspektive. Ich mag diese Art des Erzählstils, zumal Jane Marple natürlich trotzdem das ihre zur Aufklärung beigetragen hat. Einige Geschichen empfand ich als recht originell, andere als eher vorhersehbar, was aber nicht immer schlecht ist.

Überraschenderweise kannte ich nur ein paar der Autorinnen, manche Geschichte machte mich aber neugierig, mir bisher unbekannte kennenzulernen, zum Beispiel die, in der Jane Marple nicht alleine ermittelt, sondern eine andere versierte Ermittlerin zu Seite gestellt bekommt.

Zwölf neue Miss Marple-Geschichten von ebenso vielen Autorinnen erzählt finden sich in dieser Sammlung. Im wesentlichen wurde ich gut unterhalten, habe Jane Marple in vielen wieder erkannt und fand auch die meisten Geschichten lesenswert. Wer mehr von Miss Marple lesen möchte, kann hier nichts falsch machen.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Sehr sachlicher und distanzierter Erzählstil, der mir Friedrich II nicht wirklich nahe brachte

Die steinerne Krone
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1943 werden bei Ausgrabungen am Castel del Monte Aufzeichnungen gefunden, die, wie sich herausstellt das Leben des Staufers Friedrich II, der von 1194 bis 1250 lebte, nachzeichnen..

Ich gestehe, dass ...

1943 werden bei Ausgrabungen am Castel del Monte Aufzeichnungen gefunden, die, wie sich herausstellt das Leben des Staufers Friedrich II, der von 1194 bis 1250 lebte, nachzeichnen..

Ich gestehe, dass ich wenig über diesen doch sehr interessanten Herrscher wusste, bevor ich den Roman las. Sein Großvater Friedrich Barbarossa war mir schon eher ein Begriff. Der Roman besteht aus den fiktiven Aufzeichnungen, nur selten unterbrochen durch die Rahmenhandlung der Ausgrabung.

Ja, jetzt weiß ich deutlich mehr über Friedrich II, der ein spannendes Leben hatte, sich für vieles interessierte, weniger auf Kampf als auf Worte und Gesetze setzte, was er auch während des Kreuzzuges, an dem er teilnahm, zeigte, der trotz seines Kreuzzuges von zwei Päpsten gebannt wurde, der viele Frauen liebte und vier davon heiratete, einige Kinder bekam, die ihm nicht alle Freude bereiteten, sich auch mit Menschen umgab, die andere als Feinde ansahen und sich für Minderheiten einsetzte, der aber auch grausam sein konnte.

Leider ist mir Friedrich nicht wirklich nahe gekommen. Ich hatte auch zunächst Probleme, in den Roman einzutauchen. Der Erzählstil ist dafür zu sachlich, zu distanziert, nur hin und wieder konnte ich Friedrich besser fassen. Wenig hat man auch über seine Frauen und Kinder erfahren, was ich schade finde. Für mich hätte ein Erzählstil, der näher an Friedrichs Gedanken und Emotionen ist, besser gepasst.

Dennoch habe ich viel erfahren über seine Herrschaft, seine Zeit, seine Weggefährten und Zeitgenossen. Das war interessant zu lesen und hat mein Wissen über jene Zeit bereichert, dem eine andere Perspektive hinzugefügt.

Leider ist mir der Protagonist nicht so nahe gekommen, wie ich es mir gewünscht hätte, jedoch habe ich viel über ihn und seine Zeit erfahren, so dass ich doch noch knappe 4 Sterne vergeben möchte. Wer gut recherchierte historische Romane mag, sollte einen Blick riskieren.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Gelungener Doktor-Who-Roman

Die Doctor Who Monster-Edition 8: Die weinenden Engel
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2003 verunglückt Mark Whitakers Ehefrau Rebecca tödlich. Auch 2011 trauert Mark noch sehr um sie, als er einen Brief erhält, in dem ihm die Möglichkeit, Rebecca zu retten, eröffnet wird. Obwohl dieser ...

2003 verunglückt Mark Whitakers Ehefrau Rebecca tödlich. Auch 2011 trauert Mark noch sehr um sie, als er einen Brief erhält, in dem ihm die Möglichkeit, Rebecca zu retten, eröffnet wird. Obwohl dieser Brief in seiner Handschrift geschrieben wurde, kann er sich nicht daran erinnern, ihn selbst verfasst zu haben. Und dann trifft Mark auf ein paar Engelsstatuen und wird in seine eigene Vergangenheit versetzt.

Störungen des Raum-Zeit-Kontinuums bringen den elften Doktor und Amy und Rory auf den Plan. Sie müssen Mark im Auge behalten, damit er seine Vergangenheit nicht verändert, denn das würde ein schweres Zeitparadoxon entstehen lassen. Außerdem sollten sie hinter den Plan der Enge kommen, da diese sehr zielgerichtet agiert hatten.

Die weinenden Engel sind für mich die gruseligsten Gegner des Doktor, ich war also sehr gespannt darauf, ihnen in Romanform zu begegnen, zumal der Elfte, Amy und Rory in meinen Augen am besten von allen Doktoren und Begleiter:innen zur Geschichte passen. Die Geschichte hat alles, was ich am Doktor mag, Humor, Tragik, Spannung, Nachdenklichmachendes. Besonders der Doktor ist Jonathan Morris gut gelungen, genau so habe ich ihn in Erinnerung.

Der Doktor trifft einige schlimme Monster, einige der bekanntesten sind in der Monster-Edition vereinigt, der achte Band der Edition ist meinen Lieblingsmonstern gewidmet, den weinenden Engeln. Die Geschichte ist unterhaltsam, humorvoll, hat aber, dem Thema angemessen, auch traurige Passagen. Mir hat sie gut gefallen.

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