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Veröffentlicht am 16.12.2024

Die Bedeutsamkeit der Veränderung

Für immer
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Die Grundidee des Buches ist wirklich spannend und interessant: Für die Menschheit bleibt die Zeit stehen, keiner stirbt oder wird geboren, Körper verändern sich nicht mehr.
Erzählt wird diese neue Situation ...

Die Grundidee des Buches ist wirklich spannend und interessant: Für die Menschheit bleibt die Zeit stehen, keiner stirbt oder wird geboren, Körper verändern sich nicht mehr.
Erzählt wird diese neue Situation für die Menschheit aus der Perspektive von einigen Personen, dazwischen bekommt man durch ihren Nachrichtenkonsum auch immer wieder mal Updates über die Lage in der Welt.
Der Schreibstil passt sich hierbei auch ein wenig den Charakteren an, durch den Aufbau der Texte lässt sich oft auf den Gefühlszustand der Menschen schließen. Die Autorin verwendet beispielsweise oft sehr lange Schachtelsätze, die ein wenig an fließende Gedanken erinnern. Wenn wir aufgewühlt oder beunruhigt sind denken wir schließlich nicht strukturiert, vielmehr springen die Gedanken hin und her und dies wird durch die Sprache hier gut eingefangen und hat mir besonders gefallen.
Dadurch ist es dem Leser zwar möglich, ein wenig in die Psyche der Charaktere einzutauchen, jedoch geschieht dies eher dezent. So kann es zwischendurch vorkommen, dass die Betrachtung ein wenig oberflächlich wirkt.

Schön fand ich, dass die einzelnen Charaktere durch Kleinigkeiten auch wieder miteinander verbunden werden und sich auch mal teilweise begegnen. Im Zentrum hiervon steht Jenny, bei der ich auch am Meisten mitfühlen konnte.
Auch gelungen war die die Beantwortung der Fragen, die man sich als Leser von Anfang an stellt. Hier wurden die Antworten geschickt in die Handlung eingebaut, wie z.B. das Schicksal von Unfallopfern während des Stillstandes.
Das Ende war für meinen Geschmack dann jedoch etwas zu plötzlich, aber das ist vermutlich Geschmackssache.
Insgesamt mochte ich diese Art von Gedankenexperiment "Was wäre wenn" sehr gerne und kann es durchaus als Unterhaltungslektüre weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Eine Frau schlägt sich durch

Not your Darling
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Nur mit ihren Träumen und ein wenig gestohlenem Geld im Gepäck erreicht Loretta 1950 Hollywood. Ihr Ziel: Maskenbildnerin für all die berühmten Stars werden und sich dort ein neues Leben aufbauen.
Während ...

Nur mit ihren Träumen und ein wenig gestohlenem Geld im Gepäck erreicht Loretta 1950 Hollywood. Ihr Ziel: Maskenbildnerin für all die berühmten Stars werden und sich dort ein neues Leben aufbauen.
Während sie zu Beginn des Buches erstmal einen aufgeweckten und frechen Eindruck macht, kommen in der neuen Stadt dann doch auch ihre naiven Seiten zum Vorschein. Dies hat auf mich ziemlich authentisch gewirkt, Hollywood ist halt doch anders als die Kleinstadt in England.
Je länger sie jedoch dort lebt, desto besser passt sie sich an das Leben an und beweist Hartnäckigkeit und Stärke, was mir gut gefallen hat. Manchmal hat sie mich auch an Midge aus The Marvelous Mrs. Maisel erinnert, sie trickst sich durch, aber nimmt dabei auch öfters mal keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen - also kein komplett "guter" Charakter.
Auch zu den Nebencharakteren hatte ich zu Beginn so gar keine Bindung, diese hat sich dann auch erst mit der Zeit aufgebaut.
Ähnlich wie Loretta sich erst in Hollywood einleben musste, muss sich auch der Leser erstmal ein wenig in das Buch hineinfinden.

Dann liest es sich jedoch super flüssig und schnell, die Sprache ist locker und leicht gehalten, die Kapitel sind schön kurz und auf den Punkt. Anstatt sich ewig in Situationen aufzuhalten, gibt es auch mal kleinere Zeitsprünge, die die Entwicklung verdeutlichen.
An manchen Stellen gingen mir die Szenen allerdings zu schnell, besonders die Entwicklung in manchen Dialogen fand ich teils komisch.
Dafür konnte mich die Geschichte immer wieder auch mal überraschen und es gab einige unerwartete Wendungen.
Die Mischung aus den Sonnen- und Schattenseiten Hollywoods war für mich das Highlight des Romans: Einerseits all die lieben Menschen, die Loretta auf ihrem Weg unterstützen, andererseits die schlechten Personen, die sämtlichen Anstand und Moral für ihr eigenes Vergnügen und ihren Erfolg über Bord werfen.
Die Atmosphäre war meiner Meinung nach gut getroffen, ich hatte viel Spaß dabei, Lorettas Weg in Hollywood zu verfolgen.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Hexenjagd und Frauenpower

Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall
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Bei diesem Buch muss ich zunächst auch auf die Gestaltung eingehen, die wirklich wunderschön ist: Leichte Goldprägung, passender Farbschnitt und detailreiche Verzierungen und kleine Bilder im Text.
Besonders ...

Bei diesem Buch muss ich zunächst auch auf die Gestaltung eingehen, die wirklich wunderschön ist: Leichte Goldprägung, passender Farbschnitt und detailreiche Verzierungen und kleine Bilder im Text.
Besonders toll finde ich auch die farbigen Karten, vorne von der Stadt Simta, hinten von der Republik Eudea - so konnte man beim Lesen immer direkt nachgucken, wo die Charaktere herkommen oder wo die Handlung gerade spielt. Dies hat den Einstieg in diese neue fantasievolle Welt sehr erleichtert.

Ebenfalls dazu beigetragen haben die kleinen Textauszüge zwischen den Kapiteln: Briefe, Lieder, Rezepte, Tagebucheinträge und vieles mehr haben die Welt direkt um einiges lebendiger und authentischer wirken lassen. Hierzu gehören auch Mini-Kapitel aus der Sicht von Nebencharakteren, die mir gut gefallen haben.
Davon abgesehen wird die Geschichte jedoch aus den Perspektiven der Nightbirds erzählt, drei Frauen, die mit ihrem Kuss magische Kräfte weitergeben können und dadurch u.a. ins Visier der Kirche geraten.
Diese Art des Erzählstils fand ich gut gewählt, da man so jede der Frauen gut kennenlernen konnte und keine zum Nebencharakter verkommt. Sie alle sind auch recht unterschiedlich, sodass es schnell leicht fällt, sie auseinanderzuhalten.
Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte zu verfolgen fand ich spannend, auch war es schön zu sehen, wie ihre Freundschaft sich entwickelt.

Ebenso gelungen fand ich die Nebencharaktere, von denen es auch eine Vielzahl gab. Hier ist es bunter Mix vorhanden und viele bekommen auch ihre eigene Hintergrundgeschichte und wichtige Rollen in der Geschichte.
Die Welt wurde schön gestaltet, eine Vielzahl von kleinen Details macht sie lebendig. In anderen Regionen der Republik gibt es einen anderen Volksglauben, andere Traditionen, Redensarten, Sprachen - genau wie jedes Viertel der Stadt Simta eine ganz eigene Atmosphäre hat.

Insgesamt hat mir die Welt und die Charaktere hier sehr gut gefallen, jedoch hat die Spannung zwischendurch ab und zu etwas nachgelassen, sodass ich nicht immer das Bedürfnis hatte, unbedingt weiterlesen zu müssen, daher ein Stern Abzug. Trotzdem kann ich es nur empfehlen und bin gespannt auf Band 2.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Fehler der Vergangenheit

Tage mit Milena
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Manchmal können zufällige Begnungen das ganze Leben auf den Kopf stellen - so auch bei Annika, die einfach nur in Ruhe ihren Schreibwarenladen führt, bis die junge Luzie dort den Kleber kauft, mit dem ...

Manchmal können zufällige Begnungen das ganze Leben auf den Kopf stellen - so auch bei Annika, die einfach nur in Ruhe ihren Schreibwarenladen führt, bis die junge Luzie dort den Kleber kauft, mit dem sie sich auf der Straße festklebt. Es folgt ein spannender Roadtrip sowie eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Zunächst ist dies ein wichtiges Buch für unsere heutige Zeit, das sich mit akuten Problemen wie der Klimakrise beschäftigt und dem Leser die Aktivisten ein wenig näherbringt. Ich selbst hatte damit bisher noch keine Erfahrung gemacht, mein Wissen beschränkte sich auf Nachrichtenartikel, daher fand ich es interessant, hier mehr Hintergrundinfos zu bekommen: Welche Initiativen, Bewegungen und Gruppen gibt es, die zum Klimaschutz beitragen wollen?
Falls man mit der Thematik jedoch schon vertraut ist, kann es sich eventuell auch etwas wie ein Vortrag anfühlen. Dafür fand ich es positiv, dass es nicht nur als komplett gut dargestellt wurde, sondern auch auf die schwarzen Schafe eingegangen wird, die zu extreme Mittel wählen.

Die Atmosphäre im Buch mochte ich besonders. Diese hat durch schöne Beschreibungen immer die passende Stimmung zu jedem Handlungsort vermitteln können: Die Stille im kleinen Laden, die Aufgeregtheit und Spannung im Camp der Klimaktivisten, die Unruhe auf der Demo etc.
Hamburg fühlte sich so auch anders an als Italien, aber immer hatte ich das Gefühl, selbst mit auf Reisen zu gehen.
Hier gab es auch eine gelunge Mischung aus den Reisen in der Gegenwart quer durch Europa mit den Reisen in die Vergangenheit von Annika.
Statt nur einem kurzen Rückblick erfährt man hier die komplette Geschichte von Anfang an, sodass man eine viel bessere Bindung zu den Charakteren aufbauen und die Zusammenhänge besser verstehen kann.
Da dieser Rückblick teilweise auf wahren historischen Ereignissen basiert, bekommt man hier auch noch etwas Bonuswissen - nur hat dies manchmal leider ein wenig wie eine Geschichtsstunde gewirkt und war nicht ganz natürlich ins Geschehen eingebaut.

Ebenso fragwürdig waren die Charaktere und ihre Entscheidungen manchmal für mich: Warum haben Annika oder Luzie jetzt so gehandelt? Über manches hab ich mich ein bisschen aufgeregt, über anderes nur die Motivation hinterfragt. Komplett warm bin ich daher mit keiner der Beiden geworden.
Dafür mochte ich Annikas Mann Hendrik als Nebencharakter sehr. Dieser hat eine gelungene Kommunikation in der Beziehung dargestellt und war generell sehr lieb und sympathisch, solche Charaktere gerne öfters in Romanen!
Auch wenn ich die Handlung im Ganzen mochte, waren mir manche Ereignisse dann doch etwas zu konstruiert - der Zufall hat die Lösung gebracht, und das gleich mehrere Male, hat teilweise ein wenig unrealistisch gewirkt.
Trotzdem bin ich gerne in diese Geschichte eingetaucht, bin mit auf Reisen gegangen und habe noch ein bisschen was gelernt, daher kann ich das Buch durchaus weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Gefangen in der Gesellschaft

Die Ungelebten
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Jennifer wurde als Tochter eines erfolgreichen Musikproduzenten geboren und lebt schon ihr ganzes Leben im goldenen Käfig - und ihr Schlüssel in die Freiheit ist verloren gegangen.
Doch wie hätte ihr ungelebtes ...

Jennifer wurde als Tochter eines erfolgreichen Musikproduzenten geboren und lebt schon ihr ganzes Leben im goldenen Käfig - und ihr Schlüssel in die Freiheit ist verloren gegangen.
Doch wie hätte ihr ungelebtes Leben aussehen können, zu welcher Person hätte sie werden können? Kann sie sich vielleicht noch aus eigener Kraft befreien?
Caroline Rosales spricht in diesem Buch so viele wichtige Themen an, die teilweise auch wirklich unter die Haut gehen. Die Schilderungen sind dabei selten erfreulich, vielmehr erschrecken einen die Geschehnisse, stimmen traurig und machen nachdenklich. Zwar gibt es auch ein paar schöne und witzige Momente, generell sollte man aber nicht zu diesem Buch greifen, wenn man aufgeheitert werden möchte.

Die Geschichte selbst wird aus Jennifers Kopf erzählt, aber nicht aus der Ich-Perspektive, was zu geschickten Spielereien mit der Erzählung führt: Entspricht das, was wir gerade lesen, überhaupt der Realität? Oder sieht die Welt für Jennifer einfach anders aus? Können wir der Schilderung vertrauen? Hier gab es mehrere Momente, die ich sehr gut umgesetzt fand und passend zum Thema. Teilweise kann dies jedoch auch zu Verwirrungen führen, daher kann ich verstehen, wenn sich nicht jeder Leser damit gut anfreunden kann.
Schön fand ich auch die ganz unterschiedlichen Zitate am Kapitelanfang, die gut zum Inhalt gepasst haben - nur hier kleine Warnung, manche sind auf Englisch. Ich persönlich mochte es so lieber, jedoch kann ich mir auch vorstellen, dass manche Leser vielleicht kein Englisch sprechen und damit Probleme haben könnten.
Zwischendrin gibt es auch immer wieder kleine Unstimmigkeiten mit den Jahreszahlen und der Chronologie, hier bin ich mir jedoch nicht sicher, ob es einfach Fehler waren oder stilistische Mittel.

Eine große Stärke des Romans sind meiner Meinung nach die Charaktere: Diese sind irgendwie fast alle nicht so wirklich sympathisch, manche sogar richtige Ekelpakete, aber in ihrer Art dafür total authentisch. Man kann mit der "Heldin" nicht uneingeschränkt mitfiebern, weil ihre Taten oder ihre Art manchmal eher nerven - man möchte sie gleichzeitig schütteln und in den Arm nehmen. Andere Personen haben mich teilweise richtig aufgeregt, eben weil sie keine klassischen Klischee-Bösen sind, sondern eher sehr negative reale Menschen.
Insgesamt ist dies also kein angenehmes Buch, aber ein wichtiges!

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