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JonasRoka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2025

Augen so kalt wie Eis

Die Eisfrau
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(Hörbuchfassung)

Man merkt der Geschichte schon deutlich an, dass sie in ihrer Zeit verhaftet ist. Das Rollenverständnis zwischen den Geschlechtern war zum Beispiel noch ein ganz anderes.
Und trotzdem ...

(Hörbuchfassung)

Man merkt der Geschichte schon deutlich an, dass sie in ihrer Zeit verhaftet ist. Das Rollenverständnis zwischen den Geschlechtern war zum Beispiel noch ein ganz anderes.
Und trotzdem fesselte mich das Abenteuer in der Arktis, mit dem mystischen Beginn mit dem Luftschiff, bis zum Schluss.
Solche Abenteuerromane sind heutzutage selten geworden. So bietet die Erzählung einerseits einen historischen Rückblick, andererseits aber auch etwas Zeitloses. Für mich war vor allem die Weiterentwicklung der Figuren interessant.

Der Autor ist bereits 1944 verstorben, er wurde von den Nazi durch das Fallbeil getötet. Vorliegender Roman gehört zu seinen ersten Werken und ist 1933 erstmals erschienen. Rudolph galt als „Groschenroman-Schreiber“. Er veröffentlichte um die 50 Bücher. Das vorliegende würde ich als „ernsthafte“ Literatur bezeichnen. Es ist auch in der Gegenwart noch gut lesbar und mitreißend.

Wolfgang Berger liest routiniert und gut und verschaffte mir ca. 5,5 Stunden interessantes Hörvergnügen.

Fazit: lohnenswert

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Anstöße

Im Spiegel unseres wahren Selbst
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Kein Ratgeber im engeren Sinn (Die 5 klügsten Schritte bis ..) sondern ein Leben-Erfahrungsbericht des Autors, den er uns zu Verfügung stellt.

Die Erkenntnisse liegen zwischen den Zeilen und die Lektüre ...

Kein Ratgeber im engeren Sinn (Die 5 klügsten Schritte bis ..) sondern ein Leben-Erfahrungsbericht des Autors, den er uns zu Verfügung stellt.

Die Erkenntnisse liegen zwischen den Zeilen und die Lektüre regt an, danach zu schürfen. Ich gehe davon aus, dass die Schätze, die man dabei findet, für jeden etwas Unterschiedliches darstellen.

Bei mir waren es u.a. Anregungen zur Mitmenschlichkeit, Unvoreingenommenheit, kostbaren Momenten und dem großen Ganzen.

Eines der ganz wenigen Büchern, die ich zeitnah ein 2. Mal lesen möchte.
Vielleicht ergänze ich dann diese Rezension nochmals oder auch nicht.

Fazit: regt zur Selbstreflexion an

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Fortsetzung einer langen Serie

Letzter Atem
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Aber, ich habe schon länger keinen Krimi mehr gelesen, vor einer ganzen Weile „Lost in Fuseta“ und „Achtsam Morden“. Den letzten von Michael Kibler sogar schon vor ca. 10 Jahren. War für mich also mal ...

Aber, ich habe schon länger keinen Krimi mehr gelesen, vor einer ganzen Weile „Lost in Fuseta“ und „Achtsam Morden“. Den letzten von Michael Kibler sogar schon vor ca. 10 Jahren. War für mich also mal wieder an der Zeit.

Den Ermittler Horndeich kenne ich noch, seine Mitarbeiterin hat inzwischen gewechselt und er ist nicht mehr bei der Polizei sondern Privatdetektiv. In dieser Funktion wird er von einem Mann angeheuert, der nicht an den Selbstmord seiner Ehefrau glaubt. Zumal sie vor nicht allzu langer Zeit Mutter geworden war und das Familienglück perfekt schien.

Ort der Handlung ist in und um der mir inzwischen zur Heimat gewordenen Stadt: Darmstadt. Das war natürlich ein zusätzlicher Anreiz. Es handelt sich natürlich um eine fiktive Geschichte, aber mit konkret genannten Adressen und dem Bezug zu realen Orten entstand bei mir beim Lesen ein besonders dichtes und authentisch wirkendes Bild des Geschehens.

Ich würde sage, das vorliegende Buch ist ziemlich vielschichtig und nicht bloß ein „Krimi“. So werden unter anderem Themen bezüglich Familienleben, Beziehungsgeflechte, den Umgang mit Verlust, Tod und Trauerbewältigung, Organspende, Erziehungsschwierigkeiten, Automobil-Liebhabereien und ökologisch, rechtem Gedankengut verarbeitet. Wunderbar werden im Verlauf falsche Fährten gelegt und die Ermittlungen nach Mallorca und Kroatien ausgeweitet. Und letztendlich spielt auch der Ermittlungszufall und das Timing natürlich wieder einer Rolle.

Bezüglich des Falls war mit jedoch einen guten Tick zu früh bereits ziemlich klar, wer der/die TäterIn sein könnte. Trotzdem gelang es des Autor, mich bei der Stange zu halten. Mir wurde es nicht langweilig und ich habe mit Genuss und Interesse das Buch zu Ende gelesen. Das ist – aus meiner Sicht – das große Plus des Autors: seine Erzählkunst. Ich schwankte wirklich bei den Sternen und gebe letztendlich doch den 5., wenn auch knapp.

Fazit: gute Krimi-Unterhaltung

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Liebe braucht manchmal den langen Atem

Das Jahr der zwei Welten
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Der Roman ermöglicht uns eine Zeitreise in die späten 1980er - vor dem Fall der Mauer - nach Westberlin. Mario verliebt sich in Silke. Doch die ist über eine alte Liebe noch nicht hinweggekommen und so ...

Der Roman ermöglicht uns eine Zeitreise in die späten 1980er - vor dem Fall der Mauer - nach Westberlin. Mario verliebt sich in Silke. Doch die ist über eine alte Liebe noch nicht hinweggekommen und so wartet Mario. Er arbeitet als Filmvorführer am Ku’damm und ist Autogrammjäger. Er ergattert eines von Sir Alec Guinness, doch das wird ihm beinahe wieder abgeluchst, von einem anderen Verehrer des großen Stars. Doch woher wusste dieser, wie er heißt und wo er arbeitet? Und so spinnt sich neben der auf kleiner Flamme schwelenden Liebesgeschichte noch ein Detektivgeschichte durch den Roman...

Der Stil des Autors ist flüssig und gut zu lesen. Der Handlungsverlauf wirkt auf mich sehr authentisch. Besonders gefallen hat mir, einen Blick hinter die Kulissen einen Kinos zu erhalten, nun ja, wie es vor 35 Jahren war, heute läuft ja alles digital. Ein weiteres Highlight ist die so ganz andere Art von „Liebesgeschichte“, solch einen Verlauf habe ich noch nie in einem Roman gelesen.
Und die Liebe des Autors zu Amrum ist unverkennbar.

Fazit: Ein ungewöhnliche Liebesgeschichte, die mich sehr gut unterhalten hat und ich habe noch was gelernt bei der Lektüre.

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Lachs war bisher positiv besetzt bei mir

Liebe mit der Brechstange
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Ich bin mir nicht mehr so ganz sicher, was ich eigentlich erwartet hatte. Doch diese Erwartungshaltung wurde nicht erfüllt und das ist auch gut so. Geboten wird eine vielfältige Mischung mit folgender ...

Ich bin mir nicht mehr so ganz sicher, was ich eigentlich erwartet hatte. Doch diese Erwartungshaltung wurde nicht erfüllt und das ist auch gut so. Geboten wird eine vielfältige Mischung mit folgender Zutatenliste: Thriller, Gay Romance, Trash, Horror, Softporno, Mystik und irgendwie auch Independent-Filmkritik. Die Prise ‚magischer Realismus‘ hat mir persönlich besonders gut gefallen.

Die Handlung spielt in Berlin und ist auf dem Cover recht gut zusammengefasst. Im Laufe der Geschichte werden immer wieder Hinweise eingestreut, die irgendwie zusammenfinden, ohne jedoch ein abschließendes Gesamtbild zu ergeben. Der Autor lagert nicht alles auf dem Präsentierteller und bietet so Raum für eigene Interpretationen und Schlussfolgerungen. Über einiges musste ich eine Weile sinnieren, bevor der Groschen bei mir fiel.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da er nicht in eine Schablone gepresst wirkt. Der Roman ist flüssig zu lesen. Vom Aufbau her bleibt mir jedoch das eine oder andere Fragezeichen. Es gibt sehr kurze Kapitel, die auf das Notwendigste begrenzt sind und lange, die fast ausschweifend wirken. Doch auch diesbezüglich kein 08/15 Grundschema.

Der Autor hätte – aus meiner Sicht – bezüglich des Ekelfaktors ruhig noch ein wenig mutiger sein dürfen. Phasenweise droht er fast in Vorserienniveau abzurutschen, bekommt dann aber immer wieder die Kurve. Ich vergebe die vollen Sterne vor allem wegen der bis zum Ende durchgehaltenen Nonkonformität.

Fazit: Vielschichtiger, als man denkt und ziemlich unterhaltsam.

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