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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2024

Will und Sara lernen sich kennen

Tote Augen
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Die Georgia-Reihe von Karin Slaughter lese ich sehr gerne, auch wenn ich noch nicht alle Bände kenne, und sie leider auch nicht in der richtigen Reihenfolge lesen konnte. Hier in der dritten Folge, lernen ...

Die Georgia-Reihe von Karin Slaughter lese ich sehr gerne, auch wenn ich noch nicht alle Bände kenne, und sie leider auch nicht in der richtigen Reihenfolge lesen konnte. Hier in der dritten Folge, lernen sich Will und Sara kennen, aber alles liegt noch in zarten Anfängen. Schließlich ist Will immer noch an seine unberechenbare Ehefrau Angie gebunden. Seine berufliche Partnerin Faith steckt in gesundheitlichen Schwierigkeiten, möchte allerdings nach außen hin keine Schwäche zeigen. Ein brutaler Mörder, der seine Opfer generell im Doppelpack gefangen hält und quält, erfordert die ganze Aufmerksamkeit der Detectives.
Wie man es von Slaughter gewohnt ist, schont sie ihre Leser nicht mit brutalen Details. In erster Linie jedoch fängt sie ihre Leserschaft mit ihren unverwechselbaren Hauptfiguren Sara, Will und Faith ein. Es sind nahbare Menschen, die ziemliche psychische und physische Handicaps haben, aber immer geradlinig handeln und ehrlich mit ihren gegenseitigen Fehlern umgehen. Von Folge zu Folge werden sie einem immer vertrauter. Man kann sie auf ihrem Lebensweg begleiten und empfindet vielleicht deswegen spannende Szenen doppelt intensiv.
Folge 3 ist in meinen Augen der Autorin auch wieder gut gelungen.

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Im Feuerkreis

Der Zögling
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Das ist mal ein genialer Auftakt für ein neues Ermittlerduo. Ein unerschrockener Detective, der kein Blatt vor den Mund nimmt, und ein weiblicher Nerd, von Mutti überbehütet und lebensuntüchtig, sind schon ...

Das ist mal ein genialer Auftakt für ein neues Ermittlerduo. Ein unerschrockener Detective, der kein Blatt vor den Mund nimmt, und ein weiblicher Nerd, von Mutti überbehütet und lebensuntüchtig, sind schon eine geniale Paarung. Der Krimi hält, was er verspricht, nämlich Spannung von der ersten Seite an. Ältere Männer werden in Steinkreisen hingerichtet und der Täter zieht explizit Detective Poe in die Angelegenheit mit hinein. Als wäre die Lage nicht schon angespannt genug, so treiben frühere Kollegen ihre Machtspielchen mit Poe. Der bleibt bewundernswert cool, was sich sehr positiv auf die Grundstimmung des Buches auswirkt. Ich mag einfach souveräne, intelligente Ermittler und freue mich schon auf Fortsetzungen. Auch die Hörbuchversion ist sehr empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Internat des Schreckens

Sweet Nightmare
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Das Buch an sich ist schon ein Hingucker mit dem wunderschönen Cover und dem farbigen Buchschnitt. Das Papier ist sehr dünn, was ich immer gerne mag.
Eigentlich hat Clementine Calder ein unerfreuliches ...

Das Buch an sich ist schon ein Hingucker mit dem wunderschönen Cover und dem farbigen Buchschnitt. Das Papier ist sehr dünn, was ich immer gerne mag.
Eigentlich hat Clementine Calder ein unerfreuliches Dasein. Von Geburt an lebt sie auf einer abgeschiedenen Insel, auf der ihre Mutter ein Internat für schwer erziehbare paranormale Jugendliche betreibt. Hier herrscht noch Zucht und Ordnung, jede Magie der Kinder ist geblockt. Immerhin hat Clementine zwei gute Freunde, auf die sich verlassen kann. In Jude ist sie schwer verliebt, aber dieser ist nur ein Quell ewigen Liebeskummers.
Doch dann bringt ein Hurrikan die Wende. Magische Kräfte werden entfesselt, Monster und Geistwesen bedrohen die Schüler. Aber so manches Rätsel löst sich auf, und neue Fragen entstehen.
Wie immer hat mir dieser Roman von Tracy Wolff gut gefallen. Sie hat einfach ein Händchen für Romantik ohne detaillierte erotische Szenen und ihrer Fantasie für magische Wesen ist scheinbar unendlich. Als Leser kann man sich gut in die aussichtslose Lage von Clementine versetzen. Man fühlt ihren Liebeskummer und bewundert ihren Mut. Eigentlich kann man sich eine Liebesgeschichte zwischen Todesangst und Albträumen gar nicht vorstellen, aber Tracy Wolff bringt sie glaubhaft rüber. Dieses dicke Buch ist ein Pageturner und der Cliffhanger ist zwar vielversprechend, aber der Roman an sich ist wunderbar in sich abgeschlossen.

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Veröffentlicht am 06.11.2024

Gossen-Fae

Court of Shadows
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Arianna ist eine wilde, ungezügelte Frau, die ihren Lebensunterhalt als Barkeeperin verdient. Keiner soll von ihrer Vergangenheit als Gladiatorin erfahren, noch weniger darf bekannt werden, dass sie als ...

Arianna ist eine wilde, ungezügelte Frau, die ihren Lebensunterhalt als Barkeeperin verdient. Keiner soll von ihrer Vergangenheit als Gladiatorin erfahren, noch weniger darf bekannt werden, dass sie als Halb-Fae magische Kräfte besitzt. Doch die Magieschlächter kommen ihr auf die Schliche. Sie muss sich ihnen anschließen, wenn sie ihr Leben behalten will. Doch ihre Ausbildung könnte sie genauso gut das Leben kosten.
C.N. Crawford hat es drauf, von der ersten Seite an Spannung zu erzeugen. Arianna ist eine rätselhafte Frau, die erst schrittweise dem Leser ihre Vergangenheit offenbart, und auch ihre Fähigkeiten zeigen sich nicht alle auf einmal, sondern erst in diversen spannenden Kämpfen. Man muss sie mögen, auch wenn ihr Umgang ruppig ist, denn sie ist brillant in der Einschätzung ihrer Lage und ihrer Möglichkeiten. Das Ende des Buches markiert einen in sich abgeschlossenen Abschnitt, aber es gibt noch viel Interessantes mehr zu entdecken, noch weitere Rätsel zu lösen, sodass man sich schon auf Band 2 freut.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Die Diva

Aus dem Haus
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Für dieses quirlige Hörbuch hätte ich mir ein bunteres als dieses unscheinbare, blassblaue Cover gewünscht.
Als Ich-Erzählerin beschreibt Miriam Böttger ein Aufwachsen in Kassel. Dabei fokussiert sie sich ...

Für dieses quirlige Hörbuch hätte ich mir ein bunteres als dieses unscheinbare, blassblaue Cover gewünscht.
Als Ich-Erzählerin beschreibt Miriam Böttger ein Aufwachsen in Kassel. Dabei fokussiert sie sich auf das von ihren Eltern erbaute Haus, das Anlass zu ständigen Wehklagen gibt, ein Sinnbild nicht wahr gewordener Träume. Bis zur vierten Klasse lebte die Familie in Weinheim. Hier war die Welt noch vollkommen, doch der berufliche Aufstieg des Vaters erforderte den Umzug in den Norden und damit dem Beginn allen Unheils.
Dreh- und Angelpunkt ist die schillernd egozentrische Figur der Mutter, die mit nichts mehr zufriedengestellt werden kann. Zwar ist sie finanziell so gut gestellt, dass sie sich extravagante Wünsche erfüllen kann, aber es reicht nicht, um in der gehobenen Kasseler Gesellschaft Fuß zu fassen. Ihre Unzufriedenheit manifestiert sich in Beschwerden über die Unvollkommenheit ihres Zuhauses. Man kann sich Mutter sehr gut vorstellen, wie sie sich immer gekonnt in Szene setzt, Ansprüche geltend macht und sich doch immer vom Pech verfolgt sieht. Wie kann man immer nur das Negative im Leben sehen? Doch als sich nach langen Jahren der Unzufriedenheit tatsächlich ein Käufer findet, dreht sich das Blatt und die Mutter sieht das Haus nur noch durch die rosarote Brille der Wehmut.
Gerade diese schwierige Person, ich möchte sie mir gar nicht in ihrer Funktion als Mutter vorstellen, macht den Roman so einzigartig. Zwar bekommen auch andere Familienmitglieder mit ihren absonderlichen Eigenarten ihr Fett weg, aber keiner reicht an Mutters Persönlichkeit heran, die von der Autorin mit pointierten Formulierungen wunderbar skizziert wird. Auch ihre Spitzen gegen die Stadt Kassel und deren Bewohner haben hohen Unterhaltungswert.
Kurz gesagt, die Autorin weiß mit Worten umzugehen, aber die Wahl von Inka Löwendorf als Sprecherin rundet den Hörgenuss erst richtig ab. Sie findet mit ihrer Stimme den richtigen Grad zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, sodass die Handlung nicht in bösen Klamauk absinkt.

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