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Veröffentlicht am 28.11.2024

Dark Romance für Zwischendurch

Praise
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Schreibstil:
Im ersten Moment war ich etwas irritiert, weil sich der Schreibstil auf den ersten Seiten noch etwas unfertig anfühlte. Wie ein Anfang eben. Schon bald war der Lesefluss aber formvollendet ...

Schreibstil:
Im ersten Moment war ich etwas irritiert, weil sich der Schreibstil auf den ersten Seiten noch etwas unfertig anfühlte. Wie ein Anfang eben. Schon bald war der Lesefluss aber formvollendet und ich hatte keine Probleme der Geschichte zu folgen. Der Schreibstil ist geradeaus und schnörkellos und vermag es sehr gut, Situationen, die vielleicht etwas seltsam wirken mögen, recht anschaulich und meinungsfrei rüberzubringen. So ist man zwischendurch einfach Beobachter:in und lässt sich auf das ein, was man gerade liest. Vielleicht hatte es sogar manchmal etwas voyeuristisches, was ich sehr passend für die Geschichte fand.

Zur Geschichte allgemein:
Man nehme die Tropes Boss-Secretary, Age Gap und Forbidden Love und füge eine ordentliche Portion Dark Romance hinzu und schon hat man ein ziemlich gefülltes Buch wie ich finde. Es war krass, wie schnell ich akzeptiert habe, dass hier ein ganzes Potpourri an Tropes aufeinandertreffen und sich zu einer Geschichte zusammensetzen, die gar nicht mal so klassisch ist. Aber ich glaube, genau das macht den Reiz dieser Geschichte aus. Dass es irgendwo fast zu viel ist, es einem aber so authentisch und emotional erzählt wird, dass man gerne bereit ist, sich darauf einzulassen.

Charlie ist eine Frau, die hart arbeitet und bereit ist, für ihre Familie zu kämpfen. Das merkt man bereits auf den ersten Seiten. Auch, wenn es etwas gedauert hat, macht sie mit ihrem Freund Schluss und konzentriert sich auf sich selbst und ihre Familie, bestehend aus ihrer Schwester und ihrer Mutter. Als sie auf Emerson trifft, ist es verwirrend und spannend zugleich, denn Charlie ist scharfzüngig und mutig und gleichzeitig doch überraschend unterwürfig. Anfangs war ich von dieser Mischung in ihrem Charakter überfordert und hätte sie am liebsten angeschrien, jetzt doch aufzustehen. Das nicht mit sich machen zu lassen. Aber wie auch bei den anderen Protagonisten in dieser Geschichte, lässt die Autorin sich Zeit damit, uns Leser:innen gänzlich zu ihren Figuren durchdringen zu lassen. Wirkt Charlie auf den ersten Blick lediglich stark, vielleicht aber auch verlassen und verletzt, zeigen sich im Laufe der Geschichte noch ganz andere Seiten von ihnen. Und besonders eine kann sie nur mit Emerson ausleben.

Emerson ist ein wenig das Gegenteil von Charlie. Er steht offen zu seinen Vorlieben und seinem Leben, weiß eigentlich genau, was er will und hat mit seinen vierzig Jahren auch schon einiges mehr an Lebenserfahrung vorzuweisen. Aber auch das ist nicht alles. Denn eigentlich lebt er sehr zurückgezogen und versteckt sich ein wenig hinter seinen Vorlieben. Bloß nicht zu viel, bloß nichts Neues wagen, bloß nicht zu sehr leben. Er ist nicht direkt ängstlich, aber man merkt doch, dass er seine Comfort Zone kennt und ungern aus ihr hinaustritt.

Die Dynamik zwischen den beiden ist auf mehreren Ebenen interessant. Zum einen ist da natürlich der Age Gap. Und beiden ist dieser anfangs sehr deutlich bewusst. Gleichzeitig spielt er hier aber auch nicht eine so große Rolle wie in anderen Büchern, denn er ist nicht das einzige Problem, das sie haben. Was ich aber gut fand, war, dass es erwähnt wurde und klassische Situationen und Probleme diesbezüglich auftraten, die geklärt wurden. Zudem hat man gerade bei Charlie gemerkt, wie das Alter zwischen ihnen mit zunehmenden Gefühlen immer unwichtiger wurde. Im Hinblick darauf, dass so eine Beziehung in der Realität aber nicht nur Friede Freude Eierkuchen ist, hätte ich mir gewünscht, dass die beiden ein wenig mehr Weitsicht hinsichtlich ihrer Zukunft gezeigt hätten. Damit meine ich nicht, dass sie sich trennen sollten oder so, sondern einfach, dass mir die Gedanken dazu fehlten. Emerson hat nicht einmal darüber nachgedacht, was es für Charlie bedeutet, einen älteren Mann zu lieben, der schon an einem ganz anderen Punkt seines Lebens angekommen ist. Ebenso hat Charlie sich keine Gedanken darüber gemacht, was es für sie bedeutet. Allerdings hat Charlie sich sowieso nicht ganz so viele Gedanken um die Zukunft gemacht. Das muss ich doch ein wenig bemängeln.

Die andere Ebene war natürlich das Sexuelle. Ich kann ja einfach mal vorwegnehmen, dass es hier um gewisse Szenarien und ein Machtgefälle geht. Das Ganze war für mich fremd und gewöhnungsbedürftig, ich fand aber, dass es sehr gut rübergebracht wurde. An den richtigen Stellen wurde es aufgelöst, man hat stets gemerkt, dass die gegenseitige Liebe nichts mit ihrer sexuellen Praktik zu tun hat und es wurde stets darauf geachtet, dass Realität und Szenario gleichmäßig bespielt wurden. Ich weiß nicht, ob es so, wie ich es hier schreibe, einen Sinn macht. Aber wenn ihr es lest, wird es Sinn machen. Anders spoilere ich leider zu viel. Letztlich gefiel mir die Dynamik einfach und das Unbekannte kann durchaus unterhalten, wenn man sich etwas darauf einlässt.

Was man beim Lesen allerdings auf keinen Fall vergessen darf, dass die beiden über einige Passagen eine gewisse Art von toxischer Beziehung führen und dass man das nicht allzu sehr romantisieren darf, auch wenn es hier zur Geschichte passt. Also: Lest es, aber das bedeutet noch längst nicht, dass alles hier okay ist.

Was ich krass gut an der Story fand, war, wie die beiden sich im Laufe der Handlung entwickelt haben. Charlie wirkt anfangs auf den ersten Blick stark, aber umso länger man sie kennt, umso mehr Unsicherheiten werde aufgedeckt. Und zwar Schicht um Schicht von Emerson. Das war krass zu lesen, weil Charlie diese ziemlich gut versteckt hielt und man sie beim Lesen aus ihrer POV gar nicht so richtig wahrnahm. Aber so kann es eben auch im wahren Leben sein. Selbstbewusstsein, Selbstliebe und seinen Wert zu kennen sind Gefühle, die man nicht unbedingt selbst beeinflussen und einfach an- und abschalten kann. Es war sehr schön zu lesen, wie immer mehr ans Licht kam und wie Charlie dann dennoch Zeit brauchte, um das zu akzeptieren. Das wirkte auf mich sehr authentisch und verlieh der Geschichte unheimlich viel Tiefe.

Bei Emerson ist diese Entwicklung ein bisschen weniger stark. Aber eher, weil sich seine Probleme und Unsicherheiten viel offensichtlicher zeigten. Zum Beispiel in der Beziehung zu seinem Sohn oder eben zu Charlie. Auch er braucht seine Zeit und weiß seine Ängst gut zu verstecken. Mit ihrer unkomplizierten, neugierigen und offenen Art knackt Charlie ihn aber und genau das ist es ja, was wir alle so an Liebesgeschichten lieben, oder?

Die Backgroundstory mit dem “Salacious-Players-Club“ mochte ich ebenfalls sehr. Ich fand es super, wie aufklärend mit dem ganzen Thema sexuelle Praktiken und Vorlieben umgegangen wurde und wie easy es in die Geschichte von Charlie und Emerson eingewebt wurde. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, es sei zu viel oder zu unrealistisch. Das hatte aber auch damit zu tun, dass die beiden sich in großen Teilen des Buches eher mit sich selbst und nicht mit dem Club beschäftigen. Trotzdem spielt er eine große Rolle und bietet sicher in den nächsten Bänden noch so einige Dynamiken. Etwas schade fand ich nur, dass man durch diesen räumlichen Abstand recht wenig von Emersons Freunden mitbekam. Charlies Familie und Freunde meine ich jetzt ganz gut zu kennen, bei Emersons Kreis fehlt mit die Nähe. Seine Freunde werden nur ganz grob beschrieben, schwirren durch die Geschichte und kommen manchmal in Charlies Nähe geradezu unsympathisch rüber. Im Hinblick darauf, dass die nächsten Bände von ihnen handeln, hätte ich mir gewünscht, dass schon dieser Band mich neugieriger auf sie gemacht hätte. So bin ich eigentlich eher auf den Club an sich neugierig.
Ich glaube, dieser Kritikpunkt lässt sich an den anschließen, den ich zu der Zukunft der beiden hatte: Mir fehlte noch ein wenig das „Darüber hinaus“. Klar, es geht auch um Emersons Sohn, Charlies Familie und ihren Job, aber letztlich sind die beiden viel für sich geblieben und haben nicht so richtig beweisen müssen, dass ihre Beziehung auch alltagstauglich ist. Das finde ich immer etwas schade, wenn ich mir ein „Danach“ des Buches vorstellen soll. Aber natürlich kann man auch entgegnen, dass Dark Romance-Bücher sich von diesem Alltag meist eher entfernen und das Genre dies deshalb, anders als bei anderen Liebesgeschichten, nicht so sehr in den Fokus stellt. Deshalb ist es wirklich nur ein ganz kleiner Kritikpunkt.

Fazit:
Ich mochte die überraschende Tiefe der Geschichte. Die starke Dynamik zwischen den Protagonisten und ihre Entwicklung, die sich logisch bis zum Ende zog. Mir gefiel ist, wie hier Dark Romance Elemente ganz natürlich eingebaut wurden, geradezu aufklärend und ich war geflasht von den vielen Tropes, die dennoch ein stimmiges Gesamtbild abgeben. Ein wenig schade fand ich, dass die beiden Protagonisten doch sehr unter sich bleiben und man wenig Zugang zu den Nebenprotagonisten bekam. Aber das kann man auch auf das Genre schieben. Ansonsten eine wirklich tolle Geschichte, die ich sehr schnell gelesen habe!

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Spicy, Psycho, Spannend

God of Malice - Gefährliche Liebe
2

Spice: 5/5
Darkness: 3/5
Gewalt: 4/5
Romantik (dark): 4/5
Spannung: 4/5

Zur Info:
Dies ist der erste Band einer Reihe von unabhängig voneinander lesbaren Bücher.

Leseempfehlung: Ab 18 Jahren. Bitte beachte ...

Spice: 5/5
Darkness: 3/5
Gewalt: 4/5
Romantik (dark): 4/5
Spannung: 4/5

Zur Info:
Dies ist der erste Band einer Reihe von unabhängig voneinander lesbaren Bücher.

Leseempfehlung: Ab 18 Jahren. Bitte beachte mögliche Trigger!

Schreibstil:
Mit dem Schreibstil musste ich mich erst ein wenig anfreunden. Am Anfang ist er noch etwas stockig, weil die Satzanfänge oft gleich sind und die Zeitsprünge einem nicht ganz klar sind. Nach und nach wurde es aber immer flüssiger, und ich konnte mich richtig in die Geschichte fallen lassen. Besonders mochte ich, dass die Kapitel sehr viele Dialoge enthielten, sodass es einen sehr dynamischen Handlungsverlauf gab.

Zur Geschichte allgemein:
Man wird sofort in die Handlung hineingeschmissen und auch schnell auf das Level der Dark Romance gehoben, auf dem sich alles abspielt. Dadurch war ich einerseits gleich ein wenig verschreckt, ich war aber auch super neugierig darauf, wie daraus nun eine ganze Geschichte werden würde.

Hauptsächlich wird aus zwei POVs geschrieben. Die eine ist Glyndon, die weibliche Hauptprotagonistin. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie und hat zwei sehr begabte Brüder. Was das für sie bedeutet, sind vor allem Minderwertigkeitskomplexe. Glyndon ist zurückhaltend und steht anfangs nicht so richtig für sich ein.
Die zweite POV ist Killian. Er prallt regelrecht auf Glyndons Persönlichkeit, denn Killian ist alles andere als schüchtern. Er ist hart, geradezu blutrünstig und emotionslos, denn er ist ein Psychopath. Und zwar einer, wie er im Bilderbuch steht. Für mich war das die ganze Geschichte über ein ganz schön großes Ding, denn ein Psychopath ist nunmal nachweislich nicht dazu fähig die Gefühle zu empfinden, die wir aus unseren Liebesgeschichten kennen. Es war also von vorneherein klar, dass es anders gehen muss. Oder eben nicht. Und auch Glyndon ist das klar, was ich super fand. Sie betont mehrmals, dass seine Gefühle nicht so sind wie bei anderen. Ihr ist klar, dass seine Drohungen nicht leer sind (obwohl es mir manchmal schon ein ganz klein wenig zu viele Drohungen und zu wenig echte Gefahr war). Dadurch wird auch uns Leser:innen der naive Blick ein wenig genommen, was ich, auch, wenn das Buch mit seinem Vorwort bereits eine Warnung ausspricht, sehr sehr gut fand. So hatte man nie das Gefühl, dass Glyndon sich da völlig blind in etwas hineinstürzt.

Die „Love“story, die sich zwischen den beiden entwickelt, ist sehr intensiv. Es ist ein ständiges Wechselbad der Gefühle, denn einerseits erpresst und bedroht Killian Glyndon und sie ist abgeschreckt und andererseits ist das genau das, was Glyndon will und was sie eher aufbaut. Dazu sei gesagt, dass Dark Romance sich oft mit geheimen Wünschen und spezielleren Arten von sexueller Befriedigung auseinandersetzt. Beide Protagonisten werden von dieser dunklen Seite angezogen und teilen im Grundverstehen ihre Vorstellung von Lust. Das ist etwas, was man anfangs erstmal zusammen mit Glyndon herausfinden muss. Ein Auf und Ab zwischen Scharm, Verlangen und Abneigung gegen die offene Gewalt und anderes haben mich an die Seiten gefesselt.

Mit dieser Befreiung von Normen geht bei Glyndon auch die Entwicklung ihres Selbstbewusstseins und vor allem Selbstwertgefühl überein. Das fand ich ganz gut gemacht, allerdings hätte es für mich an einigen Stellen noch etwas mehr betont werden können. Vielleicht fehlte aber auch einfach ein tieferer Einblick in die Glyndon VOR Killian, so wie sie oft beschrieben, uns Leser:innen aber nicht spürbar gemacht wird. Letzten Endes kann sie diese Entwicklung für sich aber zu einem guten Abschluss oder einem Anfang, je nachdem wie man es betrachtet, bringen und liefert noch ein paar schöne Szenen mit ihrer Familie.

Killians Entwicklung ist etwas komplexer und ich bin mir auch bis jetzt nicht sicher, wie man es beurteilen kann. Obwohl er sehr emotionslos scheint, gibt es ein paar Dinge, die ihn dennoch unterbewusst triggern und beschäftigen. Seine Beziehung zu seinen Eltern und seinem Bruder ist beispielsweise nicht die Beste und es stört ihn. Inwieweit das realistisch ist, weiß ich nicht, aber ich fand, dass es sehr gut zur Geschichte passte, dass das so unterbewusst alles abläuft. Nach und nach gibt es Schlüsselmomente, die seine Vergangenheit und Gegenwart aufräumen und Glyndon als aktiven Part dort mit einbeziehen. Das fand ich super, weil man einfach nochmal diesen Psychopathenaspekt berücksichtigt hat. Denn ohne Glyndon würde er sich nicht ändern wollen und hätte auch nichts zu verlieren. Seine Motivation ist Glyndon – immer. Und wenn man das erstmal akzeptiert hat, dann versteht man auch ihre Liebe zueinander. Und ich denke, damit hat die Autorin diese Geschichte letztlich zu einer Liebesgeschichte gemacht.

Was etwas wild war, waren die Nebenhandlungen. Die Nebenprotagonisten sind davon ausgeschlossen, denn obwohl es so viele gab, hatte ich das Gefühl, dass ich diese doch sehr gut fassen konnte und das sie neugierig auf mehr gemacht haben. Die Nebenhandlungen dagegen hätten teilweise etwas mehr Input gebrauchen können. Sowohl das Gangleben der Protagonisten, Killian ist beispielsweise Teil der Heathens, als auch Glyndons Vergangenheit mit Devlin und sowas wie alte Familienzwiste wurden für mich nur angerissen. Zum Ende hin fällt das bei einer Situation besonders auf, in der es einen dann gar nicht so richtig berührt und man schnell merkt, dass es nur für die Lovestory wichtig ist, inhaltlich aber gar keine Materie bietet. Anders wäre der Wendepunkt wohl noch krasser gewesen. Man merkt also etwas, dass es ein erster Band einer Reihe ist und ich denke, dass man diese fehlenden Infos in den nächsten Bänden auch noch erfahren wird. Die Autorin blieb mir hier nur etwas zu sparsam.

Fazit:
Für mich ein Auftakt einer Reihe, der definitiv Lust auf mehr macht. Von einem Psychopathen zu lesen, war schon etwas Besonderes und nicht ganz leicht, ich fand aber, dass die Autorin es ganz gut hingekriegt hat, eine glaubhafte Lovestory draus zu machen. Die Figuren zeigen eine tolle Entwicklung, während es in den Nebenerzählsträngen noch ein paar Lücken gibt. Am Ende eine runde Geschichte, die ich gerne gelesen habe, die aber noch Luft nach oben bietet.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Süchtig machend!

Kiss of Nightmares
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Zum Schreibstil:
Ich fand den Schreibstil der Autorin total gut lesbar. Er hatte eine hohe Mittelbarkeit, sodass ich mich jederzeit komplett in der Geschichte gefangen fühlte, auch, wenn eigentlich gerade ...

Zum Schreibstil:
Ich fand den Schreibstil der Autorin total gut lesbar. Er hatte eine hohe Mittelbarkeit, sodass ich mich jederzeit komplett in der Geschichte gefangen fühlte, auch, wenn eigentlich gerade so einige Fragezeichen in meinem Kopf aufploppten. Denn natürlich muss anfangs so einiges erklärt werden. Daneben gibt es jede Menge Gefühle, die die Autorin wie nebenbei in die Geschichte einfließen lässt und zwar so, dass ich gebannt war zwischen den Emotionen und der Storyline. Ich war sofort drin.

Zur Geschichte allgemein:
Mina als Protagonistin hat mich super beeindruckt. Am Anfang war es total leicht, sich in sie hineinzufühlen. Sie war mir sofort sympathisch und ließ bereits dort ihren Kampfgeist zart spüren. Dieser entwickelte sich im Laufe der Handlung immer weiter, sodass ich immer wieder regelrecht beeindruckt von ihrer Stärke war. Und das ganz unabhängig davon, dass sie eine Vampirin ist. Denn das ist tatsächlich erst einmal nebensächlich. Erst einmal geht es wirklich um Mina, ihre Vergangenheit und Gegenwart und ihre Charakterentwicklung. Und das fand ich wirklich unheimlich gut umgesetzt, denn sie als Protagonistin brachte alleine Spannung in die Story.

Die Storyline selbst ist etwas ruhiger. Zumindest einen Großteil des Buches. Es ist eben ein Dark Acadia Buch und das merkt man natürlich. Die Handlung spielt großteilig an einer Akademie, die alle Nachtwesen zusammenbringt. Für Mina, die aus der Welt der Menschen kommt, eine ganz neue Erfahrung, die wir zusammen mit ihr machen dürfen. Wissbegierig stürzt sie sich auf die Bibliothek und versucht, Informationen zu sammeln. Was ich super für den Handlungsfluss fand: Mina bekommt die Informationen nicht einfach, sondern es ist ein Learning by doing. Dadurch hat man die Welt viel intensiver kennengelernt und es passte wieder sehr gut mit Minas Charakterentwicklung zusammen. Alles in allem fand ich das Akademie-Setting sehr cool, manchmal hätte ich mir nur vielleicht noch ein paar unvorhersehbare Wendungen gewünscht.

Der Leiter der Akademie ist Oliver. Er bildet ab und zu die zweite POV, aus der wir lesen. Seine Motive sind von Anfang an klar und sie sind nicht gut, aber trotzdem mochte ich ihn gleich, denn er blieb sich sehr treu, war nicht unfair und man kannte früh seine Motive. Erst ist es noch sehr zart, aber dann prallen Mina und er in perfekter Enemies to Lovers-Manier aufeinander und es gibt ordentlich Funken. Wenn ich nicht auf die Vampir-Elemente der Story hingefiebert habe, dann auf die beiden. Eigentlich hauptsächlich auf die beiden, denn tatsächlich sind die Probleme, die Mina hat, verglichen mit anderen erst einmal belanglos. Und das über lange Zeit. Erst zum Ende hin findet sich da etwas, das auch Action, Angst und Schrecken in die Handlung bringt.
Aber zurück zu Oliver: Die Lovestory zwischen den beiden fand ich super intensiv und kurzweilig. Ich war total an die Seiten gebannt und habe an ihm besonders gemocht, dass er die Charakterentwicklung Minas ebenso mitbekommt und wertschätzt. Es ist ein stürmisches ineinander Verlieben und dennoch sehr nachvollziehbar und mitfühlbar.

Das Vampir-Element in der Story ist vielleicht nicht ganz so groß, wie man meinen mag. Es geht hier hauptsächlich um die Nachtwesen im Ganzen — also alle zusammen. Das hat mich aber tatsächlich überhaupt nicht gestört, weil es damit von den Klischees abweichte und die Vampire nicht so typisch berechenbar für mich wurden. Ebenso wie die anderen Wesen nicht. Es war immer wieder interessant, neuen Figuren auf dem Schulcampus zu begegnen und mit Mina ihre Eigenheiten herauszufinden. Richtige Schulvibes, die perfekt zur Kulisse passten.

Zum Ende hin hat die Autorin sich dann meiner Meinung nach etwas verhaspelt. Tatsächlich war ich schon bei circa 92 Prozent, als ich merkte, dass sich eine Wendung anbahnt. Versteht mich nicht falsch. Bis dahin war es super spannend und die Seiten flogen nur so. Skeptisch habe ich eher auf die 8 Prozent geblickt, in denen nun alles passieren sollte. Und ja, es passierte vieles. Es passte auch alles zusammen und hat die Story abgeschlossen, aber es geschah mir doch alles etwas zu schnell und nicht bis zum Ende durchdacht. Ich habe ein paar Logiklücken entdeckt und im Prinzip war das Ende auch einfach zu leicht gedacht, auch wenn die Story über den gesamten Handlungsverlauf keine Hinweise darauf gegeben hat, dass irgendwas besonders komplex werden könnte. Aber das brauchte es ja auch gar nicht. Es musste nur zu einem sinnvollen Ende finden. Das Ende war da, der Weg dahin nicht ganz meins.

Fazit:
Ein wirklich sehr kurzweiliges Buch, das sich locker leicht über die Hand lesen lässt. Ich mochte Mina als starke Protagonistin und die funkensprühende Enemies to Lovers-Lovestory, die einen ebenso großen Teil der Spannung ausmachte wie die Entwicklung von Minas Charakter. Zum Ende hin ging es mir etwas zu schnell und überstürzt und mir fehlte die Raffinesse. Dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 29.07.2024

Super schön dark!

Beloved Villain – You can't run from me
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Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich okay. Er konnte gut mit der Geschichte mithalten, hat sich an den richtigen Stellen kurz gehalten und die Szenen gut wiedergegeben. Manchmal hatte ich nur das Gefühl, ...

Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich okay. Er konnte gut mit der Geschichte mithalten, hat sich an den richtigen Stellen kurz gehalten und die Szenen gut wiedergegeben. Manchmal hatte ich nur das Gefühl, dass er etwas stockte. Dass ein paar Wörter oder Satzteile zu viel auf der Seite standen. Gerade Szenen, in denen etwas in schneller Abfolge passierte, konnte ich deshalb nicht ganz so gut mitverfolgen.
Es war aber dennoch alles flüssig lesbar und der Vibe hat mir sehr gefallen.
Zur Geschichte allgemein:
Ich muss schon zugeben, dass der Anfang mir ein klein wenig zu abgedroschen war. Ich konnte nicht sofort eine Verbindung zu Nuria aufbauen und habe mich schwer damit getan, die Situation zu verstehen. Denn man wird sofort vor vollendete Tatsachen gesetzt: Nuria hat einen Stalker und sich anscheinend schon mit der Situation abgefunden. Alles andere folgt erst viel später als Erklärung und so muss man erstmal mit der befremdlichen Situation klarkommen, dass sie anscheinend nichts dagegen tut und auch nur bedingt Angst hat.
Ich denke, dass ist auch einer der größten Kritikpunkte, die ich an der Geschichte habe: der Anfang war mir ein klein wenig zu zusammenhangslos, da direkt in die Geschichte katapultiert, und Nurias Situation war mir nicht fühlbar schaurig genug. Das merkte man auch noch im weiteren Verlauf der Handlung: Obwohl sie sich gegen ihren Stalker wehrt und ihm zu entkommen versucht, spürt man ihre Angst nicht richtig. Die eigentlich beklemmende Situation wird uns Leser:innen nicht richtig deutlich. Klar, das ist auch kein schönes Gefühl, aber im Hinblick auf das Genre hätte ein wenig mehr kribbelnde Angst hier bestimmt noch mehr Spannung in die Geschichte gebracht.

Das ist aber auch das Einzige, was ich so richtig kritisieren möchte. Den Rest der Story fand ich tatsächlich super spannend und vor allem richtig schön dark.
Demon erzählt teilweise aus seiner Perspektive und hat viele Geheimnisse, die er vor uns und auch Nuria versteckt. Das macht ihn nicht nur geheimnisvoll, sondern nimmt der Geschichte auch oft den Realitätsanspruch. Dadurch kann man die schon recht heftige Handlung oft besser akzeptieren. Jedenfalls ging es mir so.
Ich fand es zudem spannend, dass Nuria eigentlich nichts über ihn weiß, so wie auch wir nichts über Nuria wissen. Die beiden leben wirklich im Moment und dieser hat viel zu bieten.

Das Storytrope „Au-pair“ fand ich hier tatsächlich super umgesetzt. Nuria kümmert sich um die Kinder, muss sich mit ihrem Stalker auseinandersetzen und gleichzeitig lernt sie die Familie immer weiter kennen. Was euch am Ende sicher genauso wie mich beeindrucken wird, ist, dass in ihr eigentlich „normales“ Leben (also fernab von dem, was mit Demon passiert), super viele Hinweise eingestreut sind, die am Ende ein großes Ganzes ergeben. Das war super gemacht und hat der Geschichte Tiefe gegeben.

Wie auf vielen weiteren Ebenen. Denn Demons eigentlicher Auftrag ist es, verschwundene Mädchen zu finden. Und auch dieser Erzählstrang wird aufrecht erhalten. Wir lernen seine Angestellten/Brüder/besten Freunde kennen und versuchen hinter das Geheimnis um seine Person zu kommen. Man sammelt hier wirklich Puzzleteile und versucht sie zusammenzusetzen. Ich muss ehrlich zugeben, dass mir dies erst mit dem Ende zusammen gelang und wir die meisten Antworten wohl auch erst im zweiten Band bekommen. Das fand ich aber super, denn es ist ein großes, spannendes Rätselraten und keine Figur, die in dieser Geschichte vorkommt, ist einfach gestrickt. Alle verbergen etwas oder halten es konkret zurück, inklusive der Hauptprotagonistin Nuria.

Ein weiterer großer Part dieser Geschichte: die sinnlichen Szenen. Und tatsächlich sind diese in der „Beziehung“ zwischen Nuria und Demon zahlreich gesät. Was einen bei diesem Genre aber nicht verwundern und vor allem nicht stören sollte. Es geht um Macht, Unterdrückung, aber auch Lust und Begierde. Ich fand es wirklich gut, wie die Autorin die einzelnen Szenen in den Gesamtzusammenhang der Storyline gestellt hat und sie gleichzeitig so dark waren (seid bitte nicht überrascht, wenn es über Blümchensex hinausgeht), dass man den Vibe dieses Genres definitiv auf jeder Seite spüren konnte. Es war dabei nie zu drüber für meinen Geschmack. Nichts, was ich für zu übertrieben oder der Geschichte nicht entsprechend empfand. Es passte einfach.

Was kann ich noch sagen? Das Ende habe ich nicht kommen sehen. Auf einmal war das Buch zu Ende und ich gerade erst so richtig aufgewärmt. Ich bin unheimlich gespannt auf den nächsten Band, denn wie es sein soll, floss am Ende alles zusammen und gleichzeitig wurde die ganze Welt auf den Kopf gestellt. Was mir aber besonders gefallen hat: Obwohl Nurias Situation mehr als ungewöhnlich ist und Demon kein gewöhnlicher Typ ist, erhält sie sich ihren Verstand. Sie driftet nicht ab in irgendwelche Traumwelten, läuft blind einem Typen hinterher und/oder hinterfragt die Situation nicht. Nein, sie macht genau das Gegenteil und beweist somit, dass diese ganze Story wirklich wild ist, der Realitätsbezug aber erhalten bleiben soll. Liked it!

Fazit:
Mich hat diese Geschichte wirklich total überrascht, weil ich nach den ersten Kapiteln gar nicht mal so begeistert war. Es war mir alles zu wirr, zu schnell und zu emotionslos. Letzteres möchte ich immer noch als kleinen Kritikpunkt anführen, aber ansonsten konnte die Geschichte mich schnell gänzlich abholen. Sie war spannend, überraschend vielschichtig und super schön dark. Wenn ihr mit dem Genre nicht vertraut seid, dann ruft euch die Merkmale des Genres nochmal in Erinnerung. Mir gefiel der Vibe, die Spannung, die Sinnlichkeit der Szenen zwischen den Figuren und ich bin unheimlich gespannt auf Band 2!

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 09.07.2024

Tolle Fortführung mit Powercouple

Coldhart - Deep & Shallow
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Meine Meinung:
Dank Lena Kiefers flüssigem Schreibstil ist man schnell wieder in der Geschichte drin und verfolgt die Protagonisten jeweils aus (fast immer) abwechselnden POVs. Nach dem Cut aus Band 1 ...

Meine Meinung:
Dank Lena Kiefers flüssigem Schreibstil ist man schnell wieder in der Geschichte drin und verfolgt die Protagonisten jeweils aus (fast immer) abwechselnden POVs. Nach dem Cut aus Band 1 ist Eli zu Anfang dieses Buches gar nicht in New York und arbeitet stattdessen als eine Art Detektiv – an seinem eigenen Verbrechen. Und da geht es tatsächlich Schlag auf Schlag. Er verfolgt Spuren, lässt uns gebannt miterleben, wie er jemanden verfolgt usw. Schon hier kann man also sehen, welch kriminalistischen Einschlag das Buch und generell die ganze Reihe hat. Im Vergleich zu WestWell (wenn man diesen denn ziehen möchte) wissen wir hier aber schon, wer der Übeltäter ist und das eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

Felicity dagegen bleibt nichts anderes übrig, als ihr Leben einfach weiterzuleben. Auch, wenn ihr sämtliche Lebensfreude abhandengekommen scheint. Das Tolle aber an ihr ist, dass sie nicht mit Gram an Elijah denkt, sondern nach einer vernünftigen Erklärung sucht. So verrennt sie sich nicht in irgendwas und kann noch bedingt logisch denken. Das hat die Geschichte immer wieder sehr gut vorangebracht und ihr letztlich auch die Schärfe genommen, die wir bei einem Paar wie Felicity und Eli gar nicht brauchen. Denn eins sollte in Band 1 deutlich geworden sein: Die beiden lieben sich. Und dann braucht es schon mehr, als ein paar Lügen, um dies zu durchbrechen. Auf künstliche Dramatik wird hier also verzichtet, was ich immer sehr gutheiße.

Der Spannungverlauf ist trotz dessen zu Anfang etwas schwach. Ich habe circa ein Drittel des Buches gebraucht, um sagen zu können: jetzt zieht es richtig. Das lag wohl am meisten mit daran, dass die beiden ziemlich lange getrennt voneinander agieren. Sobald dann das erste richtige Gespräch wieder stattfindet, ist auch die Spannung sofort da und ich habe richtig mitgefiebert.

Obwohl die Grundidee die von Romeo und Julia ist, wird darauf nicht so lange rumgeritten. Die beiden sind sehr daran interessiert, ihren „Fall“ aufzuklären und die Ereignisse kommen Schlag auf Schlag. So geschieht das Annähern beinahe nebenbei und in winzig kleinen Schritten, was ich super fand. Die große Unsicherheit in dem allen ist wohl Felicity, denn sie wurde verletzt und muss nun entscheiden: Kann sie ihm verzeihen? Hättet ihr das Buch jetzt schon gelesen, wüsstet ihr, dass meine Frage nicht ganz unschuldig ist. So aber kann ich euch sagen, dass die beiden in alle Richtungen argumentieren, Verständnis füreinander aufbringen, Eli es keineswegs auf die leichte Schulter nimmt und Felicity sich von allen Seiten viel anhören muss, sie sich aber letztlich für ihren Weg entscheiden. Dafür, was sie fühlen und wie sie sich damit fühlen. Das ist so typisch Eli und Felicity, dass ich es nur loben kann. Ich fand es super, dass sie ihren eigenen Charakter bekommen haben und die Antwort auf einige Fragen einfach lautet: solange es ein Wir gibt. Und nein, von blauäugig kann hier keine Rede sein. Seid unbesorgt!

Ein wesentlicher Unterschied zu WestWell (sorry, ich muss das hier jetzt erwähnen, weil es einige von euch überzeugen wird) ist, dass die beiden schneller ehrlich zueinander sind. Ich habe echt den ersten Teil des Buches die Luft angehalten und gebetet, dass es jetzt nicht ewig so weiter geht. Geht es zum Glück nicht. Und auch die anderen Protagonisten (Helena und Jess, Trish und Logan, Elis Freunde usw.) bekommen ihren Platz in der Handlung. Das Universum „Coldwell“ ist mittlerweile so groß und sie alle sind hier präsent und zeigen uns ihre Beteiligung an dem Leben der anderen. Ihr könnt euch sicher denken, dass ich das großartig fand und nur begrüßen kann.

Und dann sind wir jetzt auch schon am Ende angelangt, denn wenn ich noch mehr schreibe, spoilere ich euch letztlich noch. Also: Das Ende kommt unerwartet. So viel kann ich sagen. Kein riesiger Cliffhänger, aber auch keine easy Regenbogensituation. Der Übergang zu Band 3 wird aller Voraussicht nach flüssig sein und ich bin schon sehr gespannt. Denn ähnlich wie bei Actionenfilmen, in denen der Verbrecher bekannt ist, sieht man manchmal anfangs nicht alles, was hinter diesem steht bzw. was er noch in petto hat. Also wird da wahrscheinlich noch so einiges kommen und auch Eli und Felicity haben noch viel aufzuräumen. Can’t wait!

Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung, die zwar etwas brauchte, um mich wieder vollkommen in ihren Bann zu reißen, dann aber wieder mit seinen Protagonisten und der kriminalistisch angehauchten Story punkten konnte. Ich fand es super, dass es nicht ganz so viel hin und her ging und man als Leser:in dadurch fix an ein Vorankommen gelang und nicht so viel auf der Stelle trat. Loved it!

4 von 5 Sterne von mir.

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