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Veröffentlicht am 10.02.2025

Eine unterhaltsame Zugfahrt mit tollen Gesprächen.

In einem Zug
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"Ich schreibe, was ich schreiben will. Und das deckt sich zum Glück mit dem, was andere gerne lesen." Kurze Verschnaufpause. (...) "Ja, genau, ich habe das verdammte Glück, dass es genug Menschen gibt, ...

"Ich schreibe, was ich schreiben will. Und das deckt sich zum Glück mit dem, was andere gerne lesen." Kurze Verschnaufpause. (...) "Ja, genau, ich habe das verdammte Glück, dass es genug Menschen gibt, die gerne lesen, was ich gerne schreibe. Und ich glaube, exakt das macht meinen Erfolg aus. Weil sie mich nämlich gefragt haben, wie man ein erfolgreicher Schriftsteller wird."
Daniel Glattauer ist ein sehr erfolgreicher Schriftsteller. Er ist Gut gegen Nordwind, schrieb wunderbare Liebesromane mit Heulgarantie. In den letzten Jahren ist es still um ihn geworden...
Genauso wie um den Protagonisten seines aktuellen Buches. Eduard Brünhofer, ebenfalls Autor von Liebesromanen, ist gerade auf dem Weg nach München, dort soll er bei seinem Verlag seinen aktuellen Roman vorstellen. Abgabetermin - eigentlich schon längst überschritten.
Ihm gegenüber Catrin Meyr, die zwar keines seiner Bücher kennt, aber doch viele Fragen hat. Fragen, auf die Norbert eigentlich gar nicht antworten will. Aber Catrin bleibt hartnäckig und so entspinnt sich ein unterhaltsames, lustiges aber auch tiefgründiges Gespräch. Über die Liebe, Langzeitbeziehungen, das Leben. Und auch darüber, warum Norbert keine Liebesromane schreiben will. Autobiografisch? Wer weiß!
Generell genieße ich persönlich Zugfahrten immer. Zeit zu lesen, den Blick schweifen zu lassen, zufällige Gespräche. Und diese Zugfahrt habe ich besonders genossen! Catrin, die Norbert immer wieder in die Enge treibt, ihn nötigt, auch intimste Fragen zu beantworten. Seine Gedanken und die daraus resultierenden Erwiderungen sind spannend und verraten viel.
Das Überraschungsmoment am Ende des Romans hat mich eiskalt erwischt und laut auflachen lassen.
Ja, "In einem Zug" ist ganz anders als die Romane, die man bisher von Norbert Glattauer kennt. Nichtsdestotrotz unterhält seine Art zu schreiben und ich habe es beinahe in einem Zug durchgehört.
Fazit: Eine unterhaltsame Zugfahrt mit tollen Gesprächen.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Netter Ratgeber, der viele Themen anschneidet, etwas mehr Tiefe hätte mich gefreut.

So findest du innere Stabilität
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"Wie es dir gelingt, mentale Widerstandskraft aufzubauen und nie mehr zu verlieren."
So das Versprechen dieses Buches und ich habe mich sehr auf die Lektüre gefreut.
Das Buch vergleicht in vielen Teilen ...

"Wie es dir gelingt, mentale Widerstandskraft aufzubauen und nie mehr zu verlieren."
So das Versprechen dieses Buches und ich habe mich sehr auf die Lektüre gefreut.
Das Buch vergleicht in vielen Teilen das Leben mit einem Tanz, und so sind auch die Kapitel teilweise diesbezüglich benannt. Wir finden hier: Der Tanz des Lebens, Finde deine Stabilität, Dein eigener Rhythmus, Zeige, wer du bist, Höre auf die Musik und Im Takt bleiben.
Mir hat diese Assoziation sehr gut gefallen, auch wenn sie nicht konsequent durchgezogen wurde.
Gerade vom ersten Teil ist mir die Ressourcencheckliste gut in Erinnerung geblieben. Die B.E.R.L.I.N.-Methode kannte ich noch nicht. Deshalb war ich etwas traurig, dass sie doch sehr zügig abgearbeitet wurde, hier hätte ich noch etwas mehr Input vertragen. Generell hätte ich gerne etwas mehr Seiten gelesen, wenn dafür bei den Unterpunkten mehr in die Tiefe gegangen worden wäre.
Viele Aspekte sind nicht neu, kannte ich so oder ähnlich schon aus anderen Ratgeber. Klar, Achtsamkeit und Dankbarkeit sind ja altbekannte Helfer. Hier haben mir die kleinen, praktischen Übungen und Checklisten gut gefallen. Ein paar habe ich mir markiert, um sie in der nächsten Zeit öfter zu wiederholen.
Wer wirklich aus dem Gleichgewicht gekommen ist, wird wohl etwas mehr Anleitung brauchen. Für zwischendurch ganz nette Kapitel und Kurzübungen.
Fazit: Netter Ratgeber, der viele Themen anschneidet, etwas mehr Tiefe hätte mich gefreut.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Mauerblümchen meets Bad-Boy, nichts Neues und leider etwas in die Länge gezogen.

Practice Makes Perfect
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"Mit aller Macht drängen sich mir plötzlich Wills Worte von neulich auf. "Es kommt mir so vor Annie, als ob du nur auf jemanden wartest, der dir die Erlaubnis gibt, laut und deutlich du selbst zu sein." ...

"Mit aller Macht drängen sich mir plötzlich Wills Worte von neulich auf. "Es kommt mir so vor Annie, als ob du nur auf jemanden wartest, der dir die Erlaubnis gibt, laut und deutlich du selbst zu sein." Ich fürchte mich davor, zuzugeben, wie recht er damit hatte."
Annie lebt in einer Kleinstadt, behütet von ihren Geschwistern und allen Bewohnern des kleinen Städtchens Rome, seit ihre Eltern viel zu früh gestorben sind. Sie ist die Brave, Angepasste, mit null Erfahrung im Umgang mit Männern. Um ihr einen Schubs zu geben, beschließt Amelia, die Freundin ihres Bruders, ihr ihren Bodyguard Will als Dating-Coach zur Seite zu stellen. Der ist nicht so recht begeistert von der Idee, weil er grundsätzlich keine Frau an sich heranlässt - und ahnt, dass es gerade bei der ruhigen, schüchternen Annie fatale Folgen hat, wenn er es doch tut.
Die Geschichte an sich ist nichts Neues, das Mauerblümchen und der Bad Boy, und wir alle wissen, wie sowas endet.
Da mir das Buch "The Rule Book" der Autorin sehr gut gefallen hat, habe ich mich auf diesen Roman gefreut. Leider habe ich hier etwas Tiefgang vermisst. Auch wenn versucht wird, mit Wills Vergangenheit etwas mehr in die Geschichte zu packen, blieb es mir doch zu flach und zog sich dadurch in die Länge. Annie ist so unerfahren, dass es auf mich unglaubwürdig wirkt. Dafür waren die teilweise prickelnden Annäherungen der beiden nett zu lesen. Annies übergriffige Schwestern, die mit ihren "lustigen" Aussagen so verletzend sind, haben bei mir aber einen eher schalen Nachgeschmack hinterlassen.
Das Setting ist entzückend, eine Kleinstadt, in der jeder alles über den anderen zu wissen scheint. Und anscheinend auch überall ein Mitspracherecht hat! Aber ganz ehrlich, eine Petition der Bewohner darüber, ob Annie Will weiterhin treffen soll? Für mich etwas zu viel des Guten.
Wirklich begeistert hat mich Wills Vermieterin, die von Beginn an zu Team Will zählt und ihm die Stange hält. Das hat für einiges Schmunzeln gesorgt.
Fazit: Mauerblümchen meets Bad-Boy, nichts Neues und leider etwas in die Länge gezogen.

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Eine fantasievolle Geschichte über Spuren aus der Vergangenheit.

Flaschenpost vom Leben
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"Manchmal dauert es wohl einfach."
"Klar", sagte Pixie, "sonst gäbe es ja keine Geschichten, wenn alles schon am Anfang gut wäre."
Und momentan ist es nicht gut für Pixie. Bis jetzt hat sie phantastische ...

"Manchmal dauert es wohl einfach."
"Klar", sagte Pixie, "sonst gäbe es ja keine Geschichten, wenn alles schon am Anfang gut wäre."
Und momentan ist es nicht gut für Pixie. Bis jetzt hat sie phantastische Geschichten geschrieben, die durch die sozialen Medien zum Erfolg wurden. Doch nun scheint sie irgendwie festzustecken. Da bekommt sie das Angebot, für Remy und ihre Zeitschrift mehr über deren verstorbenen Verwandten Flömer herauszufinden. Die einzige Spur in seine Vergangenheit: Ein Flaschenschiff mit einer versteckten Botschaft.
Pixie folgt Flömers Strömungen und landet an der ostfriesischen Nordseeküste, nach einigen Umwegen auf einem alten Gulfhof. Dort ist sie Flömer näher, als sie ahnt. Finanziell steckt der Gulfhof in Schwierigkeiten und so tritt die Geschichte rund um die Flaschenpost ein wenig in den Hintergrund. Feeke und Sebo vom Gulfhof lehren Pixie viel über die alten friesischen Sagen und Lichtgestalten und letzten Endes findet Pixie nicht nur einen guten Weg für den Hof, sondern auch für sich selbst.
Es ist eine magische Welt, in die Patricia Koelle uns entführt, ich durfte sie als Hörbuch kennenlernen, gesprochen von meiner unangefochtenen Lieblingssprecherin Eva Gosciejewicz. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob mir die zahlreichen Nebenstränge beim Lesen nicht zu viel geworden wären. Denn Pixies Reise spielt an einigen Schauorten, mit vielen unterschiedlichen Menschen mit "alten" Namen, die für mich sehr fremd klangen und an die ich mich erst ein wenig gewöhnen musste. Die Geschichte rund um den Gulfhof, aber auch um die Roseburg, in der Pixie zu Beginn arbeitet, nimmt viel Raum ein und obwohl Pixie wohl für das Recherchieren rund um Flömer ihr Einkommen findet, passiert in diese Richtung eine Zeit lang wenig. Doch es ist wie Flömer sagte, folge den Strömungen und letzten Endes werden die unterschiedlichen Handlungsstränge zu einem schönen Garn.
Pixie selbst ist ein wenig verloren, die Geschichten, die sie unter einem Pseudonym schrieb, scheinen sie im Moment nicht mehr so zu berühren, wie sie es früher taten. Sie hat keine Eltern mehr und scheint nicht nur Flömers Wurzeln zu suchen, sondern auch ihre eigenen.
Obwohl ich sie bis zuletzt nicht ganz greifen konnte, ist sie mir doch ans Herz gewachsen. Die "mystischen" Einschläge wie die Lichtgestalten und Geschichten über alte Häuptlinge fand ich interessant, sie geben dem Buch etwas ganz Besonderes. Und der Gedanke an die Luchtwieven war für mich tröstlich. Themen wie nachhaltiger Tourismus werden am Rande unauffällig eingebaut, was mir gut gefallen hat, ebenso wie der Flair in den friesischen Dörfern.
"Flaschenpost vom Leben" ist der Auftakt zu einer Reihe, und so endet die Geschichte zwar am Gulfhof, Pixies Suche aber scheint noch weiterzugehen.
Fazit: Eine fantasievolle Geschichte über Spuren aus der Vergangenheit.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Etwas dahinplätschernde herbstliche Liebesgeschichte.

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
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"Also nicht, dass er überhaupt vorgehabt hätte, Jeanie zu daten.
Er wollte nur ihren Kaffee."
Seite 34
Ja, alle im kleinen Städtchen Dream Harbour benötigen dringend ihren morgendlichen Kaffee aus dem ...

"Also nicht, dass er überhaupt vorgehabt hätte, Jeanie zu daten.
Er wollte nur ihren Kaffee."
Seite 34
Ja, alle im kleinen Städtchen Dream Harbour benötigen dringend ihren morgendlichen Kaffee aus dem kleinen Pumpkin Spice Café. Als Jeanies Tante Dot beschließt, sich zur Ruhe zu setzen, überlässt sie ihr das Café. Für Jeanie eine große Chance, denn ihren bisherigen Job möchte sie nicht mehr machen. Also versucht sie ihr Glück!
Doch wie es aussieht, hat jemand etwas dagegen. Es scheint in dem alten Haus zu spuken.
Gut, dass in dem kleinen Ort allte zusammenhelfen und so greift ihr Farmer Logan unter die Arme und sucht mit ihr gemeinsam nach der Ursache.
Für Logan eine Gradwanderung, denn er findet Jeanie sofort mehr als nur nett, doch wird sie in dem Städtchen bleiben oder ihn nach kurzer Zeit alleine zurücklassen?
Und dann hat Bürgermeister Kelly auch noch einen Traum...
Ich habe mich sehr auf diesen herbstlichen Liebesroman gefreut. Das Städtchen Dream Harbour ist entzückend, die Bewohner achten aufeinander und helfen sich gegenseitig, Jeanie wird sofort gut aufgenommen. Sie ist entzückend, etwas schräg und sehr lustig.
Auch der Kleinstadtflair kommt gut rüber.
Logan dagegen lebt sehr zurückgezogen auf der Farm, vor allem, seit seine Ex-Freundin ihn verlassen hat. Zwei nette Protagonisten, die zueinander finden sollten. Dazu eine charmante Buchhändlerin und eine Bäckerin, die Jeanie mit offenen Armen aufnehmen.
Und dann haben wir da Bürgermeister Logan, der prophetische Träume hat.
Die Zutaten klingen gut, aber irgendwie plätschert die Geschichte so vor sich hin. Der nächtliche Spuk scheint schnell geklärt, doch bald tauchen neue Probleme auf, jemand scheint Jeanie zu sabotieren. Die Leichtfertigkeit, mit der sie anfangs damit umgeht, machte mir etwas Bauchweh.
Schade fand ich es auch, dass Bürgermeister Logans Träume zwar immer wieder erwähnt werden, diese aber nicht wirklich zur Geltung kommen. Für mich wurde hier viel Potential verschenkt.
Es kommt, wie es kommen muss, und das Ende lässt Fäden für einen weiteren Band offen - schließlich gibt es noch einige Beinahe-Pärchen, die zueinander finden sollten.

Fazit: Etwas dahinplätschernde herbstliche Liebesgeschichte.

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