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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2024

Entspannt und amüsant

Mord im Himmelreich
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Andreas Winkelmann ist einer dieser Thriller-Autoren, von denen ich ungesehen neue Bücher vorbestelle, weil mir einfach grundsätzlich gefällt, was er zu Papier bringt. Nun wechselt er so ein bisschen das ...

Andreas Winkelmann ist einer dieser Thriller-Autoren, von denen ich ungesehen neue Bücher vorbestelle, weil mir einfach grundsätzlich gefällt, was er zu Papier bringt. Nun wechselt er so ein bisschen das Genre und liefert hier Cosy Crime vom Campingsplatz ab. Thematisch für mich eher weniger ansprechend, neugierig war ich trotzdem. Und es funktioniert. Kann man gut lesen, haut aber halt nicht vom Hocker.

Zum Inhalt: Ex-Schauspieler Kupernikus vagabundiert seit seinem Ruhestand so ein bisschen durchs Leben. Gerade hat er sein Wohnmobil Otto auf dem Campingplatz Himmelreich abgestellt, da gibt es plötzlich eine Leiche. Und Kupernikus sieht sich in der Rolle seines Lebens: mit einer pensionierten Lehrerin geht er den Geschehnissen auf den Grund.

Die Campingplatzatmosphäre inklusive ansässiger schräger Vögel wurde für mein Empfinden hervorragend eingefangen. Die Geschichte lebt von den Begegnungen und Dialogen, den Dialekten und unterschiedlichen Lebensweisen, die hier aufeinanderprallen, dadurch ergeben sich herrlich amüsante Szenen.

Die Leiche selbst gerät da fast ein bisschen ins Hintertreffen, was aber eigentlich überhaupt nicht schlimm ist, weil abseits der eher kläglichen Ermittlungsarbeit des Kommissar Fass genug anderes passiert, sodass die Seiten nur so dahin fliegen.

Dieses Buch ist eigentlich für alle, dies nicht so mit blutigen Fällen haben und Lokalkolorit à la Tatort mögen.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

(K)eine Liebesgeschichte

Rosaline
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Romeo und Julia sind eines der bekanntesten Paare der Weltliteratur, was das Cover dieses Buches direkt so prägnant und aufsehenerregend macht. Von Rosalind hatte ich vor dieser Geschichte tatsächlich ...

Romeo und Julia sind eines der bekanntesten Paare der Weltliteratur, was das Cover dieses Buches direkt so prägnant und aufsehenerregend macht. Von Rosalind hatte ich vor dieser Geschichte tatsächlich noch nie gehört. Und sie rückt die Liebesgeschichte um Romeo und Julia nochmal in ein völlig anderes Licht. Hat mir gut gefallen.

Was ich positiv hervorheben möchte: obwohl die Geschichte natürlich zeitlich und örtlich passend zum Original Romeo und Julia spielt, ist sie trotzdem modern angehaucht. Vor allem Form und Sprache sind weniger schwülstig als aus der Zeit und von Shakespeare bekannt. Dadurch liest sich das Buch angenehm flüssig. Das Setting wird zwar beschrieben, die Geschichte könnte aber genauso gut in der Gegenwart spielen und wird eher durch historische Rahmenereignisse wie z.B. die Pest zeitlich verankert.

Im Fokus steht ganz klar Rosalines Innenleben, die die zwölf ihr verbliebenen Tage voll auskosten will. Aufgrund ihrer behüteten Kindheit wirkt sie teilweise fast schon naiv in ihren Entscheidungen dem Werben Romeos nachzugeben. Trotzdem findet man schnell Zugang zu ihr und es ist mir leicht gefallen mit ihr mitzufühlen. Die Lebensumstände und das klassische Rollenbild der Frau wurden hier anhand Rosalines Familie gut rausgearbeitet. Julia hingegen wirkte hier deutlich abgebrühter auf mich als im Original und auch Romeo bekommt einen deutlich berechnenderen, intriganteren Touch, was natürlich maßgeblich zur Perfidität der Geschichte beiträgt.

Mir gefällt auch, dass die Geschichte weniger verklärt wirkt, als das berühmte Original rund um Romeo und Julia, das eine Liebe verherrlicht, die alles andere als gesund und auf Augenhöhe passiert. Hier wird stärker aufgezeigt, dass dem ganzen auch ein fahler Beigeschmack beiwohnt, was ich erfrischend fand. Auch, dass Rosalind eine deutliche Charakterentwicklung durchmacht, eine Art Erwachen, und Romeo in seinem eigenen bösartigen Spiel schlägt und ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, hat mir richtig gut gefallen. Das alternative Ende gefällt mir persönlich sogar besser, als das Original.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Verbinde dich mit deiner Kraft

House of Marionne
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Ich bin hier ein absoluter Coveropfer geworden, der Lyx-Verlag hat da ganze Arbeit geleistet. Ist aber nicht schlimm, weil mich das Buch auch inhaltlich überzeugt hat. Es handelt sich um den Auftaktband ...

Ich bin hier ein absoluter Coveropfer geworden, der Lyx-Verlag hat da ganze Arbeit geleistet. Ist aber nicht schlimm, weil mich das Buch auch inhaltlich überzeugt hat. Es handelt sich um den Auftaktband einer Trilogie, der zwar noch ein paar kleine Schwächen hat, aber für mich trotzdem spannend und atmosphärisch war, sodass ich auf jeden Fall weiterlesen werde.

Zum Inhalt: Quell wurde Toushana, einer dunklen, verbotenen Form von Magie geboren. Da die magische Welt diese Magieart fürchtet, werden Menschen mit Toushana gejagt und getötet. Als Quell ins Visier der Jäger gerät, flieht sie an den einzigen Ort, der ihr noch Sicherheit verspricht: die Magieschule ihrer Großmutter, von der ihrer Mutter sie immer fernhalten wollte. Dort hofft Quell nicht nur auf Zuflucht, sondern auch darauf, mehr über ihre Magie und deren Kontrolle zu erlernen.

Ich mochte die Leichtigkeit der Geschichte, sie liest sich einfach wie ein großes, aufregendes Abenteuer. Und obwohl für Quell viel von der Beherrschung ihrer Magie abhängt, so ist sie doch auch ungestüm und lebenshungrig. Obwohl sie dadurch nicht immer die klügsten Entscheidungen trifft und sehr impulsiv handelt, macht einfach großen Spaß ihre Entwicklung und das Meistern ihrer Magie zu verfolgen.

Die sich andeutende Lovestory hat mir auch ganz gut gefallen. Sie war nicht aufdringlich, hat sich nicht in den Fokus gedrängt, aber trotzdem für Spannung gesorgt. Wobei ich Jordan zwischendurch am liebsten geschüttelt hätte. Er ist einfach gefühlt das ganze Gegenteil von Quell, aber vor allem seine Magie fand ich super interessant. Daneben stehen hier auch Freundschaft und Familie thematisch im Fokus und es gibt einiges an Spannungen und Geheimnissen, die aufgelöst werden wollen. Ein kleines Manko ist vielleicht, dass die Nebencharaktere eher blass und unausgewogen sind. Kräftetechnisch kann natürlich auch wieder niemand Quell das Wasser reichen, was ich dann doch immer etwas unauthentisch finde.

Das Magiekonzept und alles rund um die Häuser hat mir gut gefallen, war sehr stimmig und großteils verständlich angelegt. Ein bisschen mehr hätten die magischen Fähigkeiten für meinen Geschmack aber im Fokus stehen können. Ich lese so Dark Academy Bücher eh super gerne , wobei die Unterrichtsstunden, die Quell besucht eher ein bisschen a Bridgerton als an Fantasy erinnerten. Gegen Ende gab es dann noch einen für mich super überraschenden Plottwist, der neugierig auf die kommenden Bände macht.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Ein abtrünniger Killer

Assassins Anonymous
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Fun Fact: ich habe bei der Buchbeschreibung sofort an John Wick denken müssen und tatsächlich wird die Filmreihe hier im Buch auch mal kurz referenziert. Bin irgendwie total Fan von sowas. Muss ja keiner ...

Fun Fact: ich habe bei der Buchbeschreibung sofort an John Wick denken müssen und tatsächlich wird die Filmreihe hier im Buch auch mal kurz referenziert. Bin irgendwie total Fan von sowas. Muss ja keiner das Rad neu erfinden. Fand den Anfang etwas stark in die Länge gezogen, hat mir aber im Verlauf immer besser gefallen.

Zum Inhalt: in einem anderen Leben war Mark der gefährlichste Auftragskiller der Welt, bekannt unter dem Namen Fahles Pferd. Doch dann verliebte er sich und sein Job hat diese Liebe besudelt. Deshalb hat er diesen Job und dieses Leben hinter sich gelassen und seiner Selbsthilfegruppe für Auftragsmörder beigetreten, die nicht mehr morden wollen. Doch dann wird Mark angegriffen und wird sich bewusst, dass seine Vergangenheit ihn eingeholt hat.

Die Idee mit der Selbsthilfegruppe fand ich eine richtig coole Ausgangsposition für dieses Buch. Aber natürlich wird schnell klar, dass es vorbei ist mir der Ruhe und es für Mark immer schwerer wird, sich an das 12-Schritte-Programm der gruppe zu halten. Und während er versucht am Leben zu bleiben und herauszufinden, wer ihm an den Kragen will, beschäftigt er sich viel mit dem Lebensweg, der ihn an diesen Punkt gebracht hat. Es gab im Verlauf der Geschichte immer wieder Rückblenden zu den Schlüsselmomenten in Marks Leben und es dreht sich viel um das Leben, das er hätte führen können.

Die Geschichte nimmt nach einem eher schleppenden Start schnell Fahrt auf und wird zu einer temporeichen Jagd, voller Misstrauen, Intrigen und der Frage, wem Mark trauen kann. Vor allem die Loyalitäten innerhalb der Selbsthilfegruppe werden stark strapaziert und es gibt ein paar überraschende Wendungen innerhalb der Handlung, sodass es eigentlich nie langweilig wird und sich die Geschichte sehr unterhaltsam und kurzweilig liest.

Besonders gut gefiel mir, wie Mark mit vergangenen Taten konfrontiert wird und sich aktiv mit seiner Vergangenheit auseinander setzt, als Protagonist war er dadurch zwar vielleicht nicht unbedingt sympathisch, aber doch faszinierend angelegt. Das Gewaltlevel ist nicht übertrieben, was ich ebenfalls positiv fand. Es gibt aber natürlich ein paar actionhaltige Szenen, wie es sich für ein Buch über Assassinen gehört.

Mir hats gut gefallen.

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Veröffentlicht am 22.11.2024

Eine Glasmacherfamilie im Wandel der Zeit

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Der Flair von Murano hat mir richtig gut gefallen und auch, wenn ich mit den merkwürdig lieblosen Zeitsprüngen nicht warm geworden bin, so hat es mich doch gefreut, als ein paar bekannte Ereignisse und ...

Der Flair von Murano hat mir richtig gut gefallen und auch, wenn ich mit den merkwürdig lieblosen Zeitsprüngen nicht warm geworden bin, so hat es mich doch gefreut, als ein paar bekannte Ereignisse und Namen aufgetaucht sind. Besonders bei Casanovas Gastauftritt habe ich dann doch sehr schmunzeln müssen.

Alles rund um das Geschäft mit dem prächtigen Glas und die Tücken seiner Herstellung fand ich wahnsinnig interessant zu verfolgen, auch was die Rolle der Frau in den Glasfamilien angeht und wie sich der Wert der Arbeiten ständig veränderte.

Orsola ist eine einnehmende Protagonistin und es hat mir sehr gefallen wie sie nach Neuem und nach mehr strebte, gleichzeitig aber auch ein authentisches Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie besaß. Dieser Zwist zwischen eigenen Ambitionen und Familie ist damals wie heute ein relevantes Thema. Und ich mochte den Trubel der Rosso Familie, die vielfältigen Charaktere mit all ihren Eigenheiten.

Das Buch liest sich super flüssig, die Geschichte geht runter wie Öl und ich hätte noch ewig weiterlesen können. Die Geschichte führt nicht nur durch die Jahrhunderte in Murono und Venedig, sondern auch durch Liebe, Schicksalsschläge und das alltägliche Familienleben und bietet somit von allem ein bisschen, ohne dass es langweilig wird.

Mir hat dieser Roman zwischen Historien- und Familiendrama gut gefallen und mich wunderbar kurzweilig unterhalten.

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