Hab leider mehr erwartet
The Darkest Gold – Die BefreiteLange habe ich auf den Abschluss der The Darkest Gold-Reihe gewartet. Die Vorfreude war riesig, die Erwartungen hoch – aber am Ende bin ich leider nicht ganz überzeugt.
Vielleicht war es ein Fehler von ...
Lange habe ich auf den Abschluss der The Darkest Gold-Reihe gewartet. Die Vorfreude war riesig, die Erwartungen hoch – aber am Ende bin ich leider nicht ganz überzeugt.
Vielleicht war es ein Fehler von mir, nicht nochmal Band 5 (oder wenigstens ein paar der vorherigen Kapitel) zu lesen, bevor ich mit Band 6 gestartet bin. Denn ganz ehrlich: Ich hatte Probleme, mich wieder in die Geschichte einzufinden. Ein kurzer Rückblick am Anfang hätte hier wirklich geholfen. So hat es mich fast 250 Seiten gekostet, bis ich endlich wieder im Geschehen war und die Spannung langsam Fahrt aufgenommen hat. Bis dahin zog sich die Handlung leider ziemlich und fühlte sich für mich oft wie ein unnötig zäher Aufbau an.
Ein weiterer Punkt, der mir das Lesen erschwert hat, waren die vielen Perspektivenwechsel. Klar, das war schon immer ein Stilmittel der Reihe, aber dieses Mal war es für mich einfach zu viel. Oft haben sie mich eher aus der Geschichte gerissen, als dass sie Spannung aufgebaut hätten. Und dann waren da noch die zahlreichen Spice-Szenen, die sich irgendwann nur noch wiederholt haben. Ich mag Spice in Fantasy-Romanen, aber hier hat es sich irgendwann einfach überflüssig angefühlt – so sehr, dass ich sie übersprungen habe, um wieder zur Handlung zurückzukommen.
Auch bei den Charakteren bin ich diesmal nicht wirklich warm geworden. Auren war mir in den vorherigen Bänden oft sympathisch, aber hier hat sich vieles einfach nur wiederholt, ohne dass sie sich groß weiterentwickelt hat. Besonders enttäuschend fand ich, dass die Nebencharaktere, die ich so ins Herz geschlossen hatte, kaum noch eine Rolle gespielt haben. Ihre Geschichten fühlten sich plötzlich unwichtig an, was ich sehr schade fand, da sie der Reihe immer viel Tiefe gegeben haben.
Und dann das Ende … Das war für mich der schwierigste Punkt. Es hat sich irgendwie unpassend angefühlt und nicht so richtig mit dem Rest der Reihe harmoniert. Ich hatte mir ein fulminantes, emotionales Finale gewünscht, das mich begeistert zurücklässt, aber stattdessen war ich eher enttäuscht und ein bisschen verwirrt.
Trotz allem gab es auch einige gute Momente in The Darkest Gold – Die Befreite. Die Welt von Orea und die düstere, magische Atmosphäre konnten mich wieder in ihren Bann ziehen, und wenn die Handlung einmal Fahrt aufgenommen hat, war sie wirklich spannend. Ich hatte einige Szenen, bei denen ich komplett gefesselt war und die mir wieder gezeigt haben, warum ich die Reihe überhaupt angefangen habe.
Am Ende ist Band 6 für mich ein Buch mit Höhen und Tiefen. Vielleicht hätte ich mehr Spaß daran gehabt, wenn ich die Geschichte lückenlos im Kopf gehabt hätte. So bleibt es für mich ein solider Abschluss mit Schwächen, aber auch mit Momenten, die ich nicht missen möchte.