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Veröffentlicht am 06.02.2018

Unterhaltsamer vierter Band

Magisterium
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Inhalt:

Sechs Monate musste Call im Gefängnis der Magier ohne Kontakt zu seinen Freunden und seinem Vater ausharren, bis ihm schlussendlich die Flucht gelingt. Doch Call bekommt nach dem Ausbruch keine ...

Inhalt:

Sechs Monate musste Call im Gefängnis der Magier ohne Kontakt zu seinen Freunden und seinem Vater ausharren, bis ihm schlussendlich die Flucht gelingt. Doch Call bekommt nach dem Ausbruch keine Zeit sich auszuruhen. Schneller als er sich versehen kann, befindet er sich erneut in Gefangenschaft. Dieses Mal in der seiner ärgsten Feinde. Diese wollen nur eines von ihm: Call soll die Kräfte entfachen, die Constantine in sich getragen hat. Zwar befindet sich die Seele des Feindes des Todes anscheinend in ihm, doch möchte Call auf keinen Fall auf der dunklen Seite stehen. Auch weiß er nicht, wie er die Forderungen, die seine Entführer an ihn stellen, erfüllen kann. Doch diese stellen ihm ein Ultimatum. Call befindet sich in einer ausweglosen Situation.
Werden er und seine Freunde eine Lösung finden oder steuern sie unmittelbar auf das nächste Chaos zu?



Charaktere, die man noch kennen sollte:

Tamara ist Calls beste Freundin. Sie ist ziemlich schlau und hat immer einen Plan in der Hinterhand.

Aaron war Calls bester Freund. Er ist im Vorband verstorben. Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse fiel ihm, trotz aller menschlichen Züge, nicht schwer. Stets wusste er, auf wessen Seite unsere Sympathie zu liegen hatte. Aaron war Calls Kompass.

Jasper ist einer von Calls Freunden. Er denkt oft erst an seine eigenen Bedürfnisse, bevor er sich Sorgen um seine Mitmenschen macht.

Anastasia ist Constantines Mutter.

Alex Strike ist Aarons Mörder und der (vermutlich) einzige lebende Makar.

Master Rufus ist Calls ehemaliger Ausbilder

Master Joseph war Constantines Mentor und Drews Vater. Er hat sich in seiner Zeit als Lehrer am Magisterium der Chaosmagie verschrieben.

Constantine Madden war ein Chaosmagier und der Feind des Todes. Seine (böse) Seele lebt (angeblich) in Call weiter.

Drew ist Master Josephs Sohn. Er fand in den Vorbänden den Tod. Er stand definitiv auch auf der „dunklen Seite“.



Schreibstil:

Nach einer längeren Lesepause zum Vorband hatte ich Sorgen, dass mir einige Geschehnisse und Charaktere nicht mehr präsent sind. Lesern, denen es an dieser Stelle genauso geht, wie mir, können beruhigt sein. Die Autorinnen geben in ihrer Geschichte genügend Hinweise und erläutern auch mit kurzen Stichworten noch einmal, welche Rolle die einzelnen Charaktere in den Vorbänden gespielt haben. Ein Einstieg fällt also auch nach einer längeren Lesepause leicht.

Callum überzeugt auch in diesem Band wieder mit seinem ganz eigenen Humor. Mit seiner direkten unverblümten Art, spricht er die Dinge an, die ihn bewegen. Auf den ersten Seiten dieses Buches wird berichtet, dass sich der Junge bereits seit sechs Monaten im Gefängnis befindet. Er hat in dieser Zeit keinen Besuch erhalten und weiß, dass ihn alle hassen und/oder misstrauen, weil er Constantine Maddens Seele in sich trägt. Callum tat mir hier ein wenig Leid. Doch wie immer sieht Callum selbst seine Situation recht locker. Über Fernsehserien hat er sich bereits sein eigenes Bild über Gefängnisse verschafft. Aber in Wirklichkeit ist alles gar nicht so schlimm. Ja, er sitzt hier ein. Aber was soll's. So ist es nun mal gerade. Da muss man halt das Beste draus machen.

Auch wird ziemlich schnell wieder die Kriegstreiberliste angesprochen. Eine Liste, die die Möglichkeit individueller Problembewältigung durch Selbstreflektion eröffnet, indem Callum in Gedanken die Punkte für eigenes asosziales Verhalten sammelt und abwägt, ob er nun böse oder gut ist. Diese Liste sorgt erneut für Lesefreude. Callum selbst ist ein etwas anderer Buchheld. Ich würde ihn sogar als Antihelden bezeichnen, was wiederum sehr erfrischend wirkt. Er verkörpert den Bösewicht und kann es irgendwie doch nicht sein. Auch würde ich Callum eher als passiven Charakter bezeichnen. Er nimmt die Situationen an, wie sie kommen, sucht aber auch nicht direkt nach einem Abenteuer, wie es ein standardisierter Held tun würde. Vielmehr findet das Abenteuer ihn.

Auch in Band vier ist die Unterscheidung zwischen Gut und Böse weiter alles andere als klar, was den Leser herausfordern wird. Die Schurken kommen den Helden wieder sehr nahe. Hierbei darf zwar ein wenig gelitten werden, jedoch heitern lustige Szenen die Tragik gut auf. Jasper denkt stets nur an seine verlorene Liebe Celia und wie er die Beziehung wieder reanimieren kann. Auch in den schlimmsten Situationen denkt er an nichts anderes. In „Gefangenschaft“ bei ihren Widersachern müssen sich Callum, Jasper und Tamara nicht nur mit der Frage auseinandersetzen, wie die Flucht gelingen soll, sondern sich auch mit anderen Problemen beschäftigen. Beispielsweise, wie sie mit den Psychospielchen umgehen sollen, die sich ihre Entführer für sie überlegt haben. Ein extra auf sie abgestimmtes Schlafzimmer kann gewiss sehr gruselig wirken, wenn überall Pferdemotive angebracht sind oder alles in Rosa und Rüschen glänzt und glitzert.

Auch entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte in Band vier. Es handelt sich hier aber eher um die Sorgen und Gedanken eines noch recht jungen Protagonisten. Callum erschien mir, was Gefühle angeht, die über Freundschaft hinausgehen, eher verwirrt. Er muss diese Gedanken erst einmal sortieren. Liebe ist etwas, womit er sich noch nicht beschäftigt hat, ganz im Gegensatz zu einigen seiner Freunde.

Viele Konflikte werden angerissen. Aber das gekonnt, in einer einfachen, klaren Sprache und ohne junge Leser zu überfordern. So erscheinen hier zum Beispiel Chaosbesessene, die an sabbernde Zombies mit Sprachstörung erinnern. Einer der Widersacher untermalt seine „böse Seite“, indem er schwarze Seidenpyjamas trägt und Hoodies mit Totenkopfdruck sammelt. Und dennoch gibt es Szenen, die dieses Buch gerade für ganz junge Leser als ungeeignet erscheinen lassen. Ein missglückter Versuch, bei dem ein Tierleichnam explodiert und Stückchen auf dem Shirt von einem der Charaktere hinterlässt, erschienen mir zu bildlich. Auch zögern die Autorinnen nicht, liebgewordene Charaktere zu opfern.



Fazit:

Auch der vierte Band der Magistierum-Reihe sorgt wieder für eine Menge Lesespaß. Eine gute Prise Humor und ein großes Abenteuer, welches sich zum Ende hin immer mehr zuspitzt, erwarten Fans der Reihe. Ob dieses Buch etwas für jüngere Leser/innen ist, kann man bezweifeln. In manchen Szenen kommt es zu erschreckender Brutalität. Es ist ein Roman über den Widerstand, über Freundschaft, Verlust und die erste Liebe.

Für mich eine Reihe, die ich gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Lesespaß
  • Idee
  • Spannung
Veröffentlicht am 23.01.2018

Eine bewegende Geschichte

Eine Handvoll Lila
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Inhalt:

Wieder einmal muss Grace umziehen. Dieses Mal heißt der neue Liebhaber ihrer Mutter Pete und wohnt in dem Bungalow, direkt neben Cate Katies einzigem Leuchtturm. Grace liebt diesen Leuchtturm, ...

Inhalt:

Wieder einmal muss Grace umziehen. Dieses Mal heißt der neue Liebhaber ihrer Mutter Pete und wohnt in dem Bungalow, direkt neben Cate Katies einzigem Leuchtturm. Grace liebt diesen Leuchtturm, doch sie sehnt sich auch nach einer festen Struktur. Wie kaum jemand in ihrem Alter sind ihr die Gefahren des Lebens, geprägt von Unsicherheit und Existenzangst, omnipräsent. Je hastiger das Leben, desto stärker das Bedürfnis nach Ruhe. Und je spürbarer die Unsicherheit, desto heftiger die bewusste oder unbewusste Sehnsucht nach Schutz.
Immer wieder geschieht jedoch etwas Unerwartetes und fast immer hat es mit Maggie, Graces Mutter zu tun, die in einer Kneipe dem Alkohol verfällt oder wieder etwas völlig Unüberlegtes tut, was die kleine Familie in Schwierigkeiten bringt.
Als Grace Eva kennenlernt, die vor kurzem ihre Mutter verloren hat, verändert sich einiges für Grace. Die Mädchen kommen sich näher und sind füreinander da. Doch wieder einmal ist es Maggie, die dafür sorgt, dass Graces Zukunft ins Wanken gerät.



Wichtigste Charaktere:

Grace muss stets für ihrer Mutter sorgen und aufpassen, dass diese nicht wieder etwas Unüberlegtes tut, was die „kleine Familie“ in Schwierigkeiten bringt.

Luca ist Graces bester Freund. Mit seiner aufheiternden und unbeschwerten Art, ist er Grace eine große Stütze.

Emmy ist Lucas Mutter. Sie und Maggie waren mal sehr gute Freundinnen.

Maggie ist Graces Mutter. Oft merkt sie gar nicht, welchen Schaden sie anderen Menschen mit ihren Worten und Handlungen zufügt. So vergisst sie den Geburtstag der eigenen Tochter oder klaut Geld von denen, die sie liebt, um jemand anderen etwas Gutes damit zu tun.

Evas Mutter ist erst vor Kurzem verstorben. Der Verlust sitzt noch immer sehr tief.

Pete ist Maggies aktueller Freund.

Jay ist Petes Sohn und Graces Exfreund. Nach der Trennung hat er prekäre Details der Beziehung auf Tumbl geteilt.



Schreibstil:

Als ich mit dem Lesen von „Eine Handvoll Lila“ begonnen habe, ging ich fest davon aus, eine Geschichte zu lesen, die sich mit einer gleichgeschlechtlichen Liebe auseinandersetzt. Ich erwartete die Konflikte, die sich aus den Reaktionen des Umfelds ergeben würden und die sich der Protagonistin stellen, die sich selbst erst einmal eingestehen muss, dass sie sich in die Freundin ihres besten Freundes zu verlieben droht. Die hieraus resultierenden Konflikte bleiben jedoch eher im Hintergrund.
Den Leser erwartet aber dennoch eine sehr zarte und sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte der besonderen Art. Eva ist ein wenig verrückt. Sie liebt Erdnussbutter und Ausmalbücher und sie liebt das Ballett und ja, irgendwann liebt sie auch Grace. Grace hingegen hat bislang nur männliche Freunde gehabt. Über ihre Gefühle zum weiblichen Geschlecht ist sie sich aber durchaus bewusst. Die erste große Liebe entwickelt sich langsam und sehr nachvollziehbar.

Der wahre Kern der Geschichte ist aber ein anderer. Maggie, Grace Mutter, leidet, seit Grace sich erinnern kann, an einer psychischen Erkrankung, die sich beide allerdings nicht einzugestehen trauen. Die Tochter ist es, die sich um die Mutter kümmern muss und die dafür sorgt, dass Geld für Nahrung und Lebensunterhalt vorhanden ist. Nicht selten muss Grace Maggie in Kneipen begleiten oder zusehen, wie sie sich mit Herz und Seele in einen neuen Partner verliebt. Diese Eskapaden enden aber meist in einem Desaster. Grace ist es, die einen Ausweg finden muss oder die wieder einmal ihre Koffer packen soll, um in die nächste Stadt zu ziehen, wo gewiss alles besser wird.

Nicht selten hatte ich Mitleid für Grace. Denn Grace hat Ziele und Wünsche, die immer wieder an den Taten und Worten ihrer Mutter zu scheitern drohen. Halt findet das Mädchen nicht selten bei ihrem besten Freund Luca und dessen Mutter Emmy.

Eine Handvoll Lila hat bei mir oft für Unverständnis und Wut gesorgt.
Einen der größten Kritikpunkte sah ich im Verhalten von Graces engsten Bezugspersonen, die stets das Wohlbefinden von Eva im Blick hatten. Dabei wäre es doch eigentlich Grace gewesen, um die man sich hätte kümmern müssen.
Nicht nur, dass die eigene Mutter dazu neigte, den Problemen von anderen Menschen ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken, sich mit Leib und Seele für diese Fremden aufzuopfern und dabei sich selbst und vor allem auch Grace zu vernachlässigen und aufs Übelste zu verletzen, auch Luca und Emmy verlangten so viel von Grace. So sollte das Mädchen Evas Befindlichkeiten über die ihrer Mutter stellen. Sie sollte sich in die Beziehung der zwei Menschen einmischen, die ihr am meisten bedeuteten. Wie man so etwas von Grace verlangen kann, war für mich unverständlich.

Für mich stellte Grace einen unglaublich starken Charakter dar. Ich habe sie bewundert für ihre Loyalität und für den Umgang mit ihrer Mutter, aber auch für das Verständnis gegenüber den Forderungen ihres besten Freundes und dessen Mutter.



Fazit:

"Eine Handvoll Lila" beschäftigt sich mit den Themen gleichgeschlechtliche Liebe und einer sehr schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung. Der Leser verfolgt die Geschichte eines Mädchens, das früh lernen muss, dass das Leben sehr unbeständig ist. Träume und Wünsche drohen stets zu zerbrechen. Umso bewundernswerter ist die mentale Stärke der Protagonistin.

Eine Geschichte, die emotional bewegt, die das Thema psychische Störung ausführlich behandelt und zugleich eine sehr zarte und schöne Liebesgeschichte in den Vordergrund stellt.



Buchzitate:

Manchmal reden wir um sie herum, machen Andeutungen über diese beiden Frauen – eine tot, eine lebendig, beide verloren -, aber wir kommen nie richtig auf den Punkt. Wir sind zwei mutterlose Mädchen unter dem schwarzen Nachthimmel.

Veröffentlicht am 16.10.2016

Ein fantasiereiches Abenteuer

Magisterium
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Inhalt:

Das Kollegium des Magierpräsidiums feiert das Ende des dreizehnjährigen kalten Krieges. Der Feind des Todes wurde besiegt. Friede ist eingekehrt. Auch Call und seine Freunde sind eingeladen. Bowle ...

Inhalt:

Das Kollegium des Magierpräsidiums feiert das Ende des dreizehnjährigen kalten Krieges. Der Feind des Todes wurde besiegt. Friede ist eingekehrt. Auch Call und seine Freunde sind eingeladen. Bowle wird getrunken, es wird gefeiert. Call fühlt sich geehrt, als Jennifer ihm einen Zettel mit dem Hinweis überreicht, dass sich ein hübsches Mädchen mit ihm treffen will. Bislang haben sich nicht viele Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts für Call interessiert. Dass sich die blonde Celia mit ihm treffen will, kann er kaum glauben.
Natürlich betritt Call den Saal in freudiger Erwartung. Doch dort erwartet ihn niemand. Als seine Freunde auf der Suche nach ihm in den Saal treten und Tamara gerade noch einen Unfall verhindern kann, der durch den herabstürzenden Kronleuchter verursacht worden wäre, ist klar: Das war eine Falle. Irgendjemand hat es auf Calls Leben abgesehen und die Freunde sind bereit, den Täter zu suchen und ihm das Handwerk zu legen.



Schreibstil:

Geschickt bauen die Autorinnen gleich zu Anfang des Romans einen Rückblick auf die vergangenen Geschehnisse ein, indem sie ihren Protagonisten Call darüber sinnieren lassen, warum es ihm derzeit so gut geht. In diesem kurzen Resümee erfährt man hier als Leser noch einmal alle wesentlichen Details, die vielleicht durch eine längere Lesepause in Vergessenheit geraten sind.

Wir begegnen zu Anfang einem ausgeglichenem und gutgelaunten Call. Derzeit plagen ihn keine Probleme. Gemeinsam mit seinem besten Freund Aaron lebt er bei seinem Vater Alastair, veranstaltet mit selbstgebastelten Robotern kleine Ringkämpfe und lässt es sich gut gehen. Natürlich ist dieser glückliche Moment nicht von langer Dauer.

Auf der Feier des Kollegiums des Magierpräsidiums, wird Call beinahe Opfer eines Attentats. Der vermutete Täter wird gleich darauf tot aufgefunden. Fragen stellen sich Call, seinen Freunden und somit auch dem Leser: Wer steckt hinter diesem Mordanschlag? Und warum hat der Täter es auf Call abgesehen? Weiß jemand von seiner wahren Identität? Jeder scheint verdächtig. Das Misstrauen infiziert auch den Leser.

An einigen Stellen merkt man, dass dieser Roman wieder für jüngere Leser verfasst wurde. Call macht sich Gedanken, wie er sein erstes Date haben könnte und reagiert schüchtern, als ihn ein Zettel von einem Mädchen zugeschoben wird. Auch möchte Call nicht, dass Jasper mit ihm ein Zimmer teilt und sieht, wie er schläft. So was sei „ekelig“.
Eine im Wasser treibende Mädchenleiche setzt hier allerdings schnell einen Kontrastpunkt.

Im Magisterium gibt es erneut wieder viel zu entdecken. Hier trifft man auf Moosflächen, die blau aufleuchten, wenn man sie anhaucht. Man durchstreift die Säulenhalle mit dem türkis leuchtendem Wasserbecken in der Mitte. Es gibt Glasröhren, die Brausesüßigkeiten spenden, ein lilafarbenes Plüschsofa lädt zum Ausruhen ein. Schwebende Steinflüssigkeiten mit einer Leuchtflüssigkeit laden dazu ein hineinzublasen und aufsteigenden Blasen in verschiedenen Formen dabei zuzuschauen, wie sie davon schweben.

Im weiteren Verlauf der Geschichte spitzt sich die Handlung zu. Auf der Suche nach dem Täter wird es richtig spannend. Die Freunde geraten nicht nur einmal in Gefahr. Jeder scheint verdächtig zu sein. Das Ende des Romans wartet mit einem Cliffhanger, der es in sich hat. Am liebsten möchte man direkt weiterlesen.



Fazit:

Auch dieser dritte Band bietet wieder sehr interessante Charaktere und Geschichten sowie eine schöne Fernsicht auf eine fantasiereiche Welt.
Für jüngere Leser ist dieser Roman gewiss wieder ein Highlight. Sie werden mit spannenden Szenen, einem Mord, der Recherche nach dem Täter und allerlei fantastischen Szenen bespaßt. Auf ältere Leser mögen einige Szenen unterkomplex wirken.
Im zweiten Teil des Buches wird es jedoch richtig spannend. Hier kommen Leser/innen ob groß oder klein gewiss auf ihre Kosten.
Ein Cliffhanger am Ende schürt die Vorfreude auf die nächste Fortsetzung der Buchreihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Abenteuer
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 12.08.2025

Chaotisch, schmerzhaft, tiefgründig

Preston Brothers, Band 2 - Losing Logan
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Inhalt:


Logan ist genervt von seiner Freundin Joy. Von ihrem Aussehen bis hin zu ihrem aufgesetzten Lachen. Warum ist er überhaupt mit ihr zusammen? Vielleicht wegen der körperlichen Nähe, denkt er. ...


Inhalt:


Logan ist genervt von seiner Freundin Joy. Von ihrem Aussehen bis hin zu ihrem aufgesetzten Lachen. Warum ist er überhaupt mit ihr zusammen? Vielleicht wegen der körperlichen Nähe, denkt er. Auf dem Weg zu einer Hausparty soll er Joys beste Freundin Aubrey mitnehmen. Die beiden begegnen sich anfangs mit Abneigung. Logan eröffnet mit herablassender Ironie, Aubrey kontert scharfzüngig.

Doch auf der Party kommt alles anders. Logan erwischt Joy in flagranti mit einem anderen. Er verlässt mit Aubrey die Feier. Die beiden verbringen eine verrückte, ungeplante Nacht miteinander. Logan erkennt, dass er Aubrey völlig falsch eingeschätzt hat. Sie ist schräg, tough, außergewöhnlich und bereit, ihn so zu nehmen, wie er ist. Eine Annäherung beginnt.



Meine Meinung:


Wer meine Rezension zu "Loving Lucas" gelesen hat, weiß, wie sehr ich die Preston-Familie lieben gelernt habe. Gerade ein Band über Logan, der im ersten Band oft negativ auffiel, weckte in mir die Hoffnung, dass es gelingt die Charaktertiefe und Entwicklung von Logan über die Seiten hinweg konsistent als komplexe, aber grundsätzlich sympathische Figur darzustellen.

Doch gleich zu Beginn von "Losing Logan" wurde ich enttäuscht: Logan wirkt gefühllos, oberflächlich, verletzend. Seine Beziehung zu Joy erscheint völlig inhaltsleer, abgesehen vielleicht von dem körperlichen Aspekt. Als Joy ihn betrügt, bleibt jede Spur von Schmerz aus. Und auch Aubrey, Joys beste Freundin, reagiert merkwürdig. Sie stellt Joy nicht einmal zur Rede, sondern verbringt stattdessen einen sorglosen Abend mit deren Ex. Moralisch fragwürdig, wie ich finde.

Trotzdem habe ich versucht, mich auf Logan einzulassen. Denn sein Zusammensein mit Aubrey entwickelt sich durchaus interessant. Die Dynamik ist spritzig, unvorhersehbar und ja, manchmal auch zum Schmunzeln. Doch immer wieder zerstört Logan durch egozentrisches, unsensibles Verhalten die zarten Bande, die entstehen. Ein Beispiel: Als Aubrey Angst hat und sich an ihn klammert, denkt er in erster Linie an die körperliche Nähe und seine Gelüste, nicht daran, sie zu trösten.

Empathie ist definitiv nicht Logans Stärke. Im Gegenteil: Sein Vokabular ließ dabei an Eindeutigkeit nicht zu wünschen übrig. Aussagen wie „Verpiss dich!“ sind keine Seltenheit. Die Beziehung zwischen ihm und Aubrey wirkt stellenweise toxisch und als Leserin fragte ich mich mehr als einmal, warum sie sich das antut. Souveränität und der Selbstbehauptung scheint sie im Lauf der Geschichte immer mehr für Logan aufzugeben.

Ein Lichtblick war für mich der kleine Lachlan, Logans jüngster Bruder. Seine Entwicklung war herzerwärmend. Seine Freundschaft zu Aubrey war mein persönliches Highlight – ehrlich, liebevoll, unaufgesetzt. Er brachte die Menschlichkeit in die Geschichte, die mir bei Logan oft gefehlt hat.

Und dann, zum Ende hin, ändert sich das Bild: Jay McLean gelingt es, die psychologische Tiefe ihrer Figuren sichtbar zu machen. Sowohl Aubrey als auch Logan tragen schmerzhafte Biografien mit sich. Vor allem Logans Geschichte, die über den Verlust seiner Mutter hinausgeht, ist erschütternd. Erst im Rückblick begreift man, warum er so ist, wie er ist. Verstehen heißt aber nicht gleich verzeihen und so bleibt meine Haltung zu ihm ambivalent.



Fazit:


„Losing Logan“ war für mich emotional aufreibend. Der Protagonist ist anfangs als Unsympath konzipiert. Logan war schwer zu ertragen. Über die Seiten wird das Buch aber zu einer Charakterstudie einer verletzten Seele.

Jay McLean schreibt mit Tiefe, mit Mut zu schwierigen Charakteren und mit viel Gefühl. Das verdient Respekt. Zwischen packenden Passagen gibt es aber auch immer wieder störende Elemente.

Mein Highlight:
Lachlan.

Meine Erkenntnis:
Die Dichotomie "Täter-Opfer" ist eine vereinfachende Struktur. Die starre Trennung übersieht, dass Menschen sowohl Opfer als auch Täter sein können.

Meine Empfehlung:
Nur mit Band 1 (Loving Lucas) im Gepäck lesen und mit der Bereitschaft, nicht jede Figur mögen zu müssen.

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Veröffentlicht am 30.11.2024

Eine düstere Reise voller Skurrilität, Horror und Fantasie

The Hollow Places
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Inhalt:


Kara lebt in einer stabilen, wenn auch nicht perfekten Ehe – bis ihr Mann unerwartet die Trennung verkündet. Plötzlich steht sie vor einem Scherbenhaufen: Sie muss das gemeinsame Haus verlassen, ...

Inhalt:


Kara lebt in einer stabilen, wenn auch nicht perfekten Ehe – bis ihr Mann unerwartet die Trennung verkündet. Plötzlich steht sie vor einem Scherbenhaufen: Sie muss das gemeinsame Haus verlassen, ihre Zukunft ist unsicher. Als ihr Onkel Earl, Betreiber eines kuriosen Museums in ihrer Heimatstadt Hot Chapel, North Carolina, anbietet, bei ihm zu wohnen und ihn zu unterstützen, greift Kara dankend zu.

Das Museum, liebevoll „das Wundermuseum“ genannt, ist ein Ort voller skurriler Exponate, präparierter Tiere und nostalgischer Erinnerungen an Karas Kindheit. Während sie Earl im Alltag hilft und die Sammlung katalogisiert, knüpft sie auch neue Kontakte – etwa zu Simon, dem exzentrischen Barista des benachbarten Cafés. Doch das Alltagsidyll erfährt eine Zäsur, als Kara und Simon einen versteckten Gang im Museum entdecken, der in eine düstere, fremdartige Welt führt.

Angetrieben von Neugier wagen sie sich hinein – und stehen bald vor einer Reihe unheimlicher Entdeckungen: geheimnisvolle Türen, verstörende Botschaften und gruselige Kreaturen. Als sich der Ausflug in die fremde Welt in einen Albtraum aus Verlust und Überleben verwandelt, wird klar, dass sie womöglich nicht zurückkehren können.



Meinung:


Schon das Cover von „The Hollow Places“ zieht mit seiner düsteren, geheimnisvollen Ästhetik in den Bann: Ein Tierschädel, umgeben von Gestrüpp, Schmetterlinge unter einer Glaskuppel – unheilvoll und gleichzeitig faszinierend. Der Klappentext versprach eine spannende Mischung aus Grusel, Skurrilität und Fantasie. Und dieses Versprechen wird auch größtenteils gehalten.

Die Stärke der Geschichte liegt in ihren Figuren und ihrer Atmosphäre. Kara ist eine nachdenkliche und anpassungsfähige Protagonistin, die trotz ihrer Verletzlichkeit eine erstaunliche innere Stärke beweist. Ihre Neugier und ihr Pragmatismus treiben sie an, neue Wege zu gehen und sich auch den Geheimnissen des Museums zu stellen. Onkel Earl überzeugt mit seinem charmanten Eigenbrötler-Charme, einer kuriosen Mischung aus dem Glauben an Kristalle, Verschwörungstheorien und übernatürliche Phänomene. Simon, der Barista, ist nicht weniger schräg: Mit seiner Überzeugung, die Reste seiner im Mutterleib absorbierten Schwester im linken Auge zu tragen, und seinem extravaganten Kleidungsstil erinnert er an den Hutmacher aus Alice im Wunderland. Auch der eigenwillige Museumskater Beau trägt zur liebenswert-skurrilen Dynamik bei.

Das Museum selbst ist ein Highlight der Geschichte. Mit seinen überladenen Exponaten – von Mäusen in Ritterrüstungen über ein aus Sonnenblumen gebasteltes Porträt von Papst Johannes Paul bis hin zu den berühmten „Fidschi-Meerjungfrauen“ – entfacht es eine lebendige, fast greifbare Atmosphäre.

Doch der eigentliche Horror beginnt, als Kara und Simon den mysteriösen Gang entdecken. Die Stimmung kippt ins Düstere, und T. Kingfisher versteht es, unterschwelligen Schrecken zu erzeugen. Die fremde Welt, die sie erkunden, ist eine groteske Mischung aus Narnia und Alice im Horrorland: verlassen, unheilvoll und bevölkert von bedrohlichen Wesen.

Die subtile Darstellung des Horrors ist einerseits eindringlich, andererseits verliert die Geschichte aber im Mittelteil etwas an Spannung. Show, don't tell lautet eine der Hauptregeln der Erzählkunst, hier wird zwischendurch allerdings arg viel erzählt. Statt die Bedrohung durch konkretes Handeln zu zeigen, greift die Autorin verstärkt auf Karas Gedankenwelt zurück, was den Grusel stellenweise abschwächt.



Fazit :


T. Kingfisher mixt in "The Hollow Places" psychologischen und atmosphärischen Horror mit einer Prise Humor und liebenswert-schrulligen Charakteren. Die Geschichte ist eine düstere Hommage an Alice im Wunderland, Narnia und Die Weiden von Algernon Blackwood – ein spannender Trip in eine bizarre, gefährliche Welt.

Wer Freude an subtilen, atmosphärischen Gruselmomenten und skurrilen Figuren hat, wird dieses Buch lieben. Fans von Kingfisher dürften sich über die Verbindung aus Humor und Horror freuen, auch wenn das Tempo stellenweise etwas nachlässt.

Eine fantasievolle und düster-skurrile Reise – trotz kleiner Schwächen absolut lesenswert!

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