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Veröffentlicht am 26.01.2025

Wow, immer neue fantastische und spannende Ideen

Scandor
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Scandor – eine außergewöhnliche Challenge.
Philipp und Tessa und achtundneunzig weitere Glücksritter stellen sich der besonderen Aufgabe, während der Challenge nur die Wahrheit zu sagen. Auch die kleinste ...

Scandor – eine außergewöhnliche Challenge.
Philipp und Tessa und achtundneunzig weitere Glücksritter stellen sich der besonderen Aufgabe, während der Challenge nur die Wahrheit zu sagen. Auch die kleinste Notlüge oder Höflichkeitsfloskel lassen die schlimmsten Albträume wahr werden.
Dem Sieger winken fünf Millionen Euro. Die neunundneunzig Verlierer müssen sich ihrem eigenen Albtraum stellen.
Überwacht wird das Ganze von Scandor, dem unfehlbaren Lügendetektor, rund um die Uhr, jeder Zeit eine Schwindelei wittert.


Für mich als achtundsechzig-jährige Leserin ist es immer wieder eine besondere Freunde Ursula Poznanskis Jugendbücher zu lesen. Ob Erebos 1+2, Cryptos, Eleria und Oracle, alle haben eine visionäre Gemeinsamkeit „Was wäre, wenn...“ in alle Richtungen gedacht.
In diesem Buch geht’s um Lügen, die wir gedankenlos täglich mehrmals von uns geben. Während der Lektüre wird mir erst bewusst, wie viele kleine Lügen ich teils aus Gewohnheit, teils aus Höflichkeit und teils aus Faulheit, um Diskussionen aus dem Weg zu gehen, meinen Mitmenschen auftische. Scandor macht bewusst, wie anstrengend es ist, die reine Wahrheit zu sagen. Das macht schon nachdenklich.
Zum anderen haben wir mit Scandor ein Überwachungssystem, dass den modernen Smartphones erschreckend nahekommt.
Hinter dieser Wahrheitschallenge gibt es noch eine andere besondere Wahrheit, die gefunden werden soll. Frau Poznanski flicht diese Geschichte behutsam, aber stetig in den „Kampf“ um die Wahrheit ein, so, dass es in mir im Laufe der Geschichte anfing zu brodeln, weil ich wissen wollte, was hinter den Andeutungen steckt.
Alles in Allem ist es ein spannendes Buch, das es in sich hat, das nicht nur gut unterhält, sondern zum Nachdenken animiert.
Chapeau Ursula Poznanski!

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Gefühlte Geschichte

Frevel
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Frankfurt, Mai 1800
Johann, Redakteur des Frankfurter Korrespondenten, und Manon, Tochter des verwitweten Medicus Forensis Theophil Pontus, dem sie bei seinen Obduktionen zuweilen assistieren darf, fühlen ...

Frankfurt, Mai 1800
Johann, Redakteur des Frankfurter Korrespondenten, und Manon, Tochter des verwitweten Medicus Forensis Theophil Pontus, dem sie bei seinen Obduktionen zuweilen assistieren darf, fühlen sich der Wahrheitsfindung verschrieben.
Johann widerstrebt die reißerische und aufwieglerisch Art der Artikelaufmachung seines Zeitungsverlegers Uffenbach. Während Manon gegen das Bild der Frau im angebrochenen 19. Jahrhundert ankämpft, das Wissen ihres Vater aufsaugt und mit ihm gemeinsam den menschlichen Körper erforschen will.
Eine abscheuliche Mordserie lässt Johann und Manon gemeinsam nach Spuren, Gerüchten und üblen Machenschaften ermitteln. Sie lassen sich nicht durch Gerüchte über religiöse Ritualmorde oder alten Aberglauben ablenken, sondern sehen schnell den unvorstellbaren Zusammenhang zu Morden in der Vergangenheit, deren Täter aber bereits vor Jahren hingerichtet wurde.


Frevel ist ein mitreißender, fesselnder, historischer Roman.
In diesem Roman versetzt uns Nora Kain einige Wochen ins Jahr 1800. Ihr Schreibstil ist lebendig und man fühlt in den Dialogen und Beschreibungen die Sprache und ganz gezielte Ausdrücke dieser Zeit, die heute nicht mehr verwendet werden.
Wir lernen viel über die sich gerade entwickelnde Rechtsmedizin. Die Stellung der Frau zu dieser Zeit wird deutlich im Dialog oder soll man sagen, Kampf der beiden Schwestern Jeanette und Manon. Jeanette verkörpert die Ehefrau, Mutter und Hausherrin dieser Zeit, während Manon zur Wissenschaft geboren ist und alles andere als unnütz und langweilig empfindet.
Johann kämpft derweil um die Pressefreiheit, die der Wahrheitsfindung und neutralen Information dienen sollte. Hinrichtungen und Beschreibungen von äußerst brutalen und blutigen Morden liegen ihm weniger.
Das Leben der Juden in Frankfurt im 19. Jahrhundert wird thematisiert und vorsichtig in die Geschichte eingewoben. Wir erfahren viel über das Los der Juden in Frankfurt, das längst nicht alle Erleichterungen, die in anderen Städte bereits den Juden gewährt wurden, umsetzt. Alle Vorgänge im Judenviertel werden beschrieben, aber nicht bewertet.
Die Protagonisten Johann und Manon werden genau beleuchtet, was mich zur wagen Vermutung veranlasst, dass hieraus vielleicht eine Reihe historischer Verbrechen mit den beiden als Ermittlerteam entstehen könnte.
Für Frevel kann ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung geben und freue mich schon auf den nächsten historischen Roman von Nora Kain.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Wow, gruselig und teilweise verstörend

The Killer Profile
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Midnight Jones, Profilerin in einem modernen Biotech-Unternehmen, hat einen hektischen Morgen hin sich und stößt jetzt auch noch bei ihrer Auswertung eines psychometrischen Persönlichkeitstest auf das ...

Midnight Jones, Profilerin in einem modernen Biotech-Unternehmen, hat einen hektischen Morgen hin sich und stößt jetzt auch noch bei ihrer Auswertung eines psychometrischen Persönlichkeitstest auf das Profil K.
Anfänglich glaubt sie an einen Systemfehler. Sie prüft daraufhin den gesamten Test. Nach qualvollen Minuten unter Beschuss etlicher Foltervideos, steht für Midnight fest, dass es sich um das Profil eines Killer handelt.
Aber an wen sie sich auch wendet, niemand glaubt ihr und obendrein wird sie von ihrem Arbeitgeber nochmals ausdrücklich zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Gleichzeit beginnt ein brutaler Killer zu morden.


Eigentlich ist mir dieser Thriller viel zu blutig und grausam gewesen. Trotzdem hat er mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.
Die Gedankengänge eines Killers und seine Entwicklung zu einem Monster in Gegenüberstellung zu einer Welt, die verneint, die blockt und vertuscht, um ihre wahre Intension zu verschleiern, das Alles hat Helen Fields zu einem umwerfenden Thriller verarbeitet.
Menschlichkeit, wo man sie nicht vermutet, Verrat, wo man Freundschaft erwartet und Betrug gegen die Menschlichkeit und sogar gegen den Killer.
Es werden unvorstellbare Verbrechen begangen, aber der Polizei fehlt jede Spur. Zwischenzeit habe ich mich gefragt, ob sie diese Morde überhaupt aufklären wollen. Auch wenn Midnight anfänglich ihr Wissen mit der Polizei nicht teilen konnte, hätte mehr unternommen werden müssen. Stattdessen begibt die Protagonistin sich nicht nur einmal in tödliche Gefahr, was für mich nicht immer nachvollziehbar ist.
Dieser Thriller war für mich ein harter Brocken. Wie schon geschrieben hat er mich aber komplett gepackt und angefasst. Ich finde es wichtig über solch eine „Gefahrenlage“ nachzudenken und wenn das eine so geniale Thriller-Autorin wie Helen Fields macht, kommt halt so ein gruseliger und spannender Thriller dabei heraus. Chapeau!

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Veröffentlicht am 22.11.2024

Guter italienischer Thriller, ohne Mafia

Das zweite Kind
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In der toskanischen Provinz wird ein nackter, völlig verängstigter Junge nachts von einem Autofahrer aufgegriffen. Der Junge, Fosco Agnelli, behauptet entführt worden zu sein, aber seinem Entführer entwischt ...

In der toskanischen Provinz wird ein nackter, völlig verängstigter Junge nachts von einem Autofahrer aufgegriffen. Der Junge, Fosco Agnelli, behauptet entführt worden zu sein, aber seinem Entführer entwischt zu sein. Die örtliche Polizei nimmt den Vorfall nicht ernst, da der Junge eine turbulente Vorgeschichte hat.
Kurze Zeit später wird in Volterra, keine hundert Kilometer vom jetzigen Tatort entfernt, ein Junge entführt, der Fosco zum Verwechseln ähnlichsieht. Das ruft die überregionale SCO (Zentraler Operationsdienst der Staatspolizei) auf den Plan. Valentina Medici und Angelo Zucca ermitteln gemeinsam mit Vicequestore Fabio Costa, einem geschassten SCO-Commissario.


Was meine Überschrift schon andeutet, bin ich erleichtert einen guten Thriller aus Italien zu lesen, der nicht von den Gräueltaten und der weltweiten massiven Verflechtung der Mafia handelt.
Marco de Franchi, von dem ich leider noch nichts gelesen hatte, hat mich mit seinem vermutlich ersten Thriller voll überzeugt. Im Nachwort entschlüsselt er seine enorme Sachkenntnis von der Organisation, der Ermittlungsstrategie und der Einsatzbereitschaft der SCO-Ermittler, er selbst hat rund sechs Jahre bei der SCO gearbeitet.
In diesem Thriller bekommen wir einen guten Einblick in die Arbeitsweise der italienischen Polizei. Wir erfahren viel über den emotionalen Druck, die bedingungslose Hingabe und einem bemerkenswerten Verantwortungsgefühl der Mitarbeiter.
Für seinen Thriller hat sich de Franchi skurrile und morbide Verbrechen ausgesucht, die man sich kaum vorstellen konnte oder wollte. Sie wurden zwar äußerst brutal und grausam ausgeführt, aber auf besonders blutige Beschreibung hat der Autor verzichtet. Trotzdem musste ich das Buch öfters zur Seite legen, Puls und Blutdruck galoppierten einfach davon. Es war so spannend.
Ich würde gerne mehr über Valentina Medici und Fabio Costa lesen. Ich kann mir vorstellen, dass sie gemeinsam den krudesten Verbrechern auf die Spur kommen würden.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Erschütternd und spannend

Blutbuße
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Im wunderschönen Bergdorf Are, wo sich zahlreiche Ski-Touristen tummeln, wird die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind, in ihrer Hotelsuite auf brutalste Weise ermordet, aufgefunden.
Hanna Ahlander ...

Im wunderschönen Bergdorf Are, wo sich zahlreiche Ski-Touristen tummeln, wird die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind, in ihrer Hotelsuite auf brutalste Weise ermordet, aufgefunden.
Hanna Ahlander und Daniel Lindskog übernehmen die Ermittlungen. Der Zustand der Leiche, mehrfache Übertötung, lässt auf ein persönliches Motiv schließen. Dafür finden sie allerdings keine Anhaltspunkte.
Charlotte Wretlinds neuestes Herzensprojekt, Abriss und prunkvoller Neubau eines ehemaligen Hochgebirgshotels, gegen das viele Einwohner ankämpfen, rückt dagegen in den Fokus.
Aber würde jemand dafür so brutal morden?

Dies ist bereits der dritte Fall für Hanna Ahlender. Ich habe sie alle gelesen und bin vollkommen begeistert, dass es in den drei Bücher zu keinen Spannungsabfall kommt. In jedem Band erfahren wir ein bisschen mehr aus dem Privatleben von Hanna und Daniel, aber es ist noch lange nicht auserzählt.
Der spannende Kriminalfall ist, wie seine Vorgänger, in zwei Handlungssträngen aufgebaut, deren Zusammenhang lange Zeit unklar bleibt. In der gesamten Ermittlungsphase ist Hannas leidenschaftlicher Einsatz für Frauen in Bedrängnis erkennbar und wir erfahren auch warum sie öfters die professionelle Distanz verliert. Die privaten Hürden und Probleme der beiden Ermittler machen sie manchmal angreifbar, aber vor allem menschlich. Beide sind engagierte Kriminalisten, die auch mal nach ihrem Bauchgefühl agieren.
Es gab Szenen, bei denen ich es bedauerte, mehr zu wissen als die Ermittler, Zusammenhänge bereits zu kennen, die sich den beiden erst noch erschließen mussten. Letztendlich hatte ich als Leser keinen Vorteil dadurch, aber es machte mich ungeduldig.
Hanna und Daniel, sowie auch Anton und Raffe bei ihren komplizierten Kriminalfällen zu begleiten hat riesigen Spaß gemacht und ich freue mich auf mehr.

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