Spannende Zeitgeschichte aus den siebziger Jahren
Das Fräulein muss sterbenClara Frings arbeitet in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Kriminalkommissarin im beschaulichen Bonn in einer männerdominierten Welt, die ihre Leistungen herabwürdigen, ihr als Frau ...
Clara Frings arbeitet in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Kriminalkommissarin im beschaulichen Bonn in einer männerdominierten Welt, die ihre Leistungen herabwürdigen, ihr als Frau keine Anerkennung geben, sie entweder gar nicht beachten oder schlecht, herabwürdigend behandeln. Als sie mit dem Mordfall Nelie Hendriks, einer freischaffenden Journalistin von zweifelhaftem Ruf, betraut wird, glaubt sie an ihre große Chance beweisen zu können, was in ihr steckt. Doch all zu schnell wird ihr mitgeteilt, dass die Ermittlungen einzustellen sind, weil bereits auf Grundlage der eindeutigen Indizien der Fall als geklärt zu den Akten zu legen ist. Trotz Selbstzweifel und beruflicher Degradierung verfolgt sie die Spur der Geschehnisse in der Mordnacht weiter, wofür sie ihre freien Tage opfert. Dabei gerät sie in einen Strudel von Intrige, Spionage, politische Verwicklungen. Gesellschaftliche Zwänge bringen sie darüber hinaus in familiäre Konflikte.
Die Autorinnen Christine Grän und Marianne von Waldenfels stellen das Frauenbild zu Beginn der neunzehnhundertsiebziger Jahre in den Mittelpunkt ihres Romans 'Das Fräulein muss sterben'. Wir erleben eine Vorreiterin der Frauenrechte, die in den gesellschaftlich vorherrschenden Regeln des Patriachats um Wahrnehmung kämpft und dabei der Männerwelt ihre Fähigkeiten vor Augen führt. Der historische Hintergrund um den Misstrauensantrag gegenüber Willy Brand ist lebendig und glaubhaft eingearbeitet. Die Charaktere sind fein ausgebaut. Der Schreistil ist fesselnd und unterhaltend zugleich.
Ich gebe diesem Kriminalroman sehr gern meine Leseempfehlung.